TEST: Aktiver Subwoofer Sunfire SDS-12 – kraftvoller geschlossener Subwoofer für knapp 650 EUR

Sunsfire-SDS12-Front-Seitlich1

Für 650 EUR Straßenpreis kommt der Sunfire SDS-12 mit großem 30 cm Basstreiber (Frontfire, plus Passiv-Radiator in Downfire-Anordnung) zum Kunden. 300 Watt RMS-Leistung und 600 Watt Peak-Leistung der eingebauten Class D-Digitalendstufe qualifizieren das Bass-Kraftwerk auch für leistungsintensive Anwendungen. Frequenzen zwischen tiefen 28 Hz und 150 Hz werden dargestellt. Maximal sind satte 106 dB Schalldruck möglich. 15,9 kg wiegt der Bass-Würfel, der 370 mm breit, 423 mm hoch und 394 mm tief ist (Daten direkt von der Sunfire-Website).

Sunsfire-SDS12-Verarbeitung3

Verarbeitung

Optisch tritt der SDS-12 relativ nüchtern, aber keinesfalls unattraktiv auf. Das technisch-professionelle optische Layout wird durch die gerundeten Gehäuseecken aufgelockert, unter dem Frontfire-Subwoofer befinden sich solide Standfüße.

Sunsfire-SDS12-Standfuesse

Füße

Nach alter Väter Sitte wird das sauber mit Stoff bespannte Lautsprecher-Schutzgitter nicht magnetisch, sondern mittels Haltezapfen auf der Schallwand befestigt. 

Sunsfire-SDS12-Verarbeitung

Klassisch: Gehäuseoberfläche

Der SDS 12 ist klassisch im Dekor Esche Schwarz foliert. Diese Folierung ist sehr akkurat aufgebracht, hier setzt sich der Woofer gut in Szene und bietet keinen Anlass zur Kritik. 

Sunsfire-SDS12-Tieftoener

Ausgebaut: Sauber aufgebauter, leistungsfähiger 300 mm Basstreiber mit großem Magneten

Sunsfire-SDS12-Innenleben

Class D-Endstufe

Etwas Punktabzug gibt es für die allzu üppig und ein wenig lieblos aufgetragene Kontaktpaste, es sieht aus, als wäre im Inneren des SDS-12 eine Zahnpastatube ausgelaufen. Einen besonders hochwertigen Eindruck hinterlässt das nicht, da hilft auch die übersichtliche Verkabelung nicht weiter. 

Sunsfire-SDS12-Rueckseite

Rückseite

Auf der Rückseite des SDS-12 finden sich zahlreiche Regler und Anschlüsse. Beginnend mit Drehreglern für Lautstärke, Phase und Crossover, über den einstellbaren Automatik-Modus bis zu 2 x Cinch-In und 2 x Cinch-Out ist alles vorhanden, was zu einer gesunden Basisausstattung gehört – mehr braucht man eigentlich nicht. 

 

Sunsfire-SDS12-Unterseite

Passivmembran in Downfire-Anordnung

Der SDS 12 ist ein optisch klassisch auftretender aktiver Subwoofer mit aktivem 30 cm Chassis plus 30 cm Passivradiator. Er bietet reichlich Endstufenleistung und eine gute Gehäuseverarbeitung. Leider fällt die etwas zu dick aufgetragene Kontaktpaste bei der Begutachtung des Innenlebens negativ auf.

Klang

Onkyo_PR_RZ5100_MC5501_gruppe1AV-Vor-/Endstufe: Onkyo PR-SC5100/PA-MC5501

Nubert nuLine Set 2016 Gruppenbild2Lautsprecherset: Nubert nuLine 284/CS-174/RS-54, hier mit aktivem Nubert-Subwoofer

Wir starten mit „Skyfall“ (Tonspur englisch, dts-HD Master Audio, aufpoliert auf 5.1.4 mittels dts Neural:X) und hören uns den Film von Anfang an. Der preisgünstige Sunfire Aktivsubwoofer gefällt uns schon bei Filmbeginn mit seiner Impulstreue und seiner sehr guten Staffelung im Bassbereich. Er ist immer im genau richtigen Maß aktiv, und die Präzision bei allen Bassattacken ist ausgezeichnet. Direkt am Anfang hat er kurz Zeit, sich zu sammeln, als 007 in die Wohnung geht, in der sich die schwer verletzten beziehungsweise toten MI6-Agenten befinden. Dann aber geht es richtig zur Sache, als 007 mit seiner Kollegin den flüchtenden Killer Patrice verfolgt. Im Land Rover Defender Pickup geht es dem schwarzen Audio A5 hinterher, quer durch Istanbul. Hart kommt der Aufprall der beiden Fahrzeuge heraus, mit 600 Watt Peak-Power hält der Sunfire hier genug Reserven bereit, um auch bei hohem Pegel nicht einzuknicken. Wir müssen betonen, dass die Zuspielung mit der Onkyo Vor-/Endstufen-Kombination PR-SC5100/PA-MC5501 eine sehr Leistungsfähigkeit bereit hält.

Nach einem kurzen, aber heftigen Schusswechsel rast Patrice auf einer entwendeten Polizei-Enduro davon, Bond greift sich ein anderes Geländemotorrad, und beide schießen mit hoher Geschwindigkeit über den Dächern des Grand Bazar dahin. Der SDS-12 liefert einen immer exakten Background, der Bass ist spürbar, aber nie in Form eines unpräzisen Wummerns. Ist Basseinsatz von Seiten der Effekte und von Seiten des Music Scores gefragt, hält der Sunfire-Bassist mit seinem hohen Differenzierungsvermögen auch hoher Belastung Stand. Er schafft es ohne Schwierigkeiten, parallel stattfindende tieffrequente Effekte akkurat auseinander zu differenzieren, und er schiebt mit enormem Nachdruck voran, die Schießerei auf dem Zug bringt er mit hoher Dynamik zur Geltung und verleiht auch der Filmmusik den richtigen „Kick“. Den Spannungsbogen zeichnet der aktive Subwoofer wirkungsvoll nach, und versetzt den Zuhörer inmitten des Geschehens. Alle Räumlichkeit, alle Plastizität eines Immersive Sound 5.1.4 Systems bringt nichts, wenn der aktive Subwoofer versagt – auf der anderen Seite hat man, dies beweist uns der SDS-12, richtig Freude, wenn ein aktiver Subwoofer zur Stelle ist, der in der Lage ist, genau diesen tieffrequenten Unterbau zu offerieren, den man braucht, um einen Film aus akustischer Perspektive richtig zu erleben. 

Bei „Stirb Langsam 4.0“ nehmen die eiskalten Killer Gabriels die Wohnung des Computer-Hackers Matthew Farrell im 6. Kapitel auseinander. Eine hohe Dichte an Effekten aller Art stellt auch an den aktiven Subwoofer gehobene Ansprüche. Schon häufiger mussten wir erleben, dass aktive Subwoofer hier scheiterten. Vor dem 6. Kapitel starten wir aber mit dem Fil,beginn, da dieser schon zahlreiche massive Bass-Attacken bereit hält. Mit Bravour hält der SDS-12 den Anforderungen stand. Souverän pariert er die harten Bassschläge. Wir kennen aktive Bässe der 1.000 EUR-Liga, bei denen die Membran hier anschlägt, nicht so beim Sunfire, der alles gelassen hinnimmt. Die große Explosion in der Wohnung des Hackers kurz darauf zeigt ein weiteres Mal, wie belastbar der Sunfire ist: Herausragend wird diese Explosion wiedergegeben, der SDS-12 ist jeden Cent seines fairen Kaufpreises zumindest für den Heimkino-Fan Wert. Später checken wir sein Können bei Mehrkanal-Musikmaterial.

Nun aber schalten wir endlich vor ins 6. Kapitel. Wir hören diesmal im 5.1 „THX Cinema“ Modus, und auch hier spielt der Sunfire-Subwoofer groß auf. Klar und kraftvoll, dynamisch und raumfüllend kommen die Schusswechsel heraus. Der Music Score wird exzellent eingearbeitet. Kurz darauf schießt McLane auf einen Feuerlöscher, um mit der folgenden Explosion einer der Schergen Gabriels zu erledigen. Die Explosion arbeitet der SDS-12 ein weiteres Mal enorm raumfüllend und druckvoll heraus, er bringt Struktur hinein und erweist sich als ungemein pegelfest. Auch hier wird deutlich, dass der 650 EUR-Bassexperte vielen Konkurrenten das Fürchten lehrt. Auch kleine tieffrequente Effekte liegt er glaubwürdig dar, während er bei allen großen Effekt-Salven mit seinem Tiefgang und seiner enormen Härte bei der Basswiedergabe punkten kann.

Wie gut ist der SDS-12 bei Mehrkanal-Musikmaterial? Wir hören in die 2. Blu-ray von Tiestos „Elements Of Life – Copenhagen“ BD hinein und lauschen dem Track „Back In Your Head“. Massiv, treffsicher, klar – der Sunfire überzeugt uns auch hier. Er zieht auch bei hohem Pegel voll durch und harmoniert sehr gut mit den anderen Komponenten in der Kette. Er integriert sich exzellent zwischen die Frontlautsprecher und sorgt allzeit für einen raumfüllenden, vielschichtigen Bass. Bei „He’s a Pirate“ bleibt der Sunfire seiner Linie treu: Alles richtig machen, Vollgas geben. Man denkt kaum, es mit einem Subwoofer für knapp 650 EUR zu tun zu haben. Er hat starke Konkurrenz in der Preisklasse, das ist unbestritten, aber ebenso klar dürfte sein, dass sich der SDS-12 mit den besten Kontrahenten mühelos messen kann. Bei „He’s a Pirate“ ist auch sein Vermögen, blitzschnell und exakt zu agieren, ein Pluspunkt, der erneut auffällt.

Bei der Celine Dion-Adaption von „The Power Of Love“ von der Blu-ray „A New Day“ (Dolby TrueHD 5.1) präsentiert sich der Sunfire auch beim letzten Klangbeispiel in Bestform. Er schiebt sich nie unpassend in den Vordergrund, sondern reiht sich mit akkurater Balance ins tonale Gesamtgeschehen ein. Er ist aber umgehend zur Stelle, wenn tieffrequente Kraft gefragt ist und punktet dann mit akkuraten Konturen, einem ausgezeichneten Tiefgang und einem Volumen, das auch für die Beschallung eines gut 25 Quadratmeter messenden Hörraums noch absolut ausreichend ist. Souverän, satt, mit hohem Durchsetzungsvermögen – dass der SDS-12 einer der besten aktiven Subwoofer in der Liga bis 1.000 EUR ist, verdeutlicht er ein weiteres Mal kompromisslos.

Konkurrenzvergleich

Elac Debut Linie S10EQ Front Seitlich

  • Elac Debut Linie S-10EQ: Ein äußerst unangenehmer Kontrahent kommt für 599 EUR UVP aus Kiel: Der Elac Debut Linie S-10EQ begeistert uns durch seine clevere Einmessung per App, die sehr gut funktioniert. Er ist sehr kompakt, spielt sehr kraftvoll und präzise auf. Im Grenzbereich zieht der Sunfire aber davon. Er bleibt auch unter Extrembedingungen souverän, bietet noch etwas mehr Tiefgang und noch etwas mehr Volumen. Bei den fairen Marktpreisen, die für den Elac-Woofer aufgerufen werden, und bei der tollen Präzision ist der S-10EQ aber eine Alternative, die man nie unterschätzen darf. 

Jamo J 10 Sub Front Seitlich4

  • Jamo J 10 SUB: Auch für 250 EUR Straßenpreis gibt es richtig gute aktive Subwoofer. Dies beweist der kompakte Jamo, der für seinen günstigen Kaufpreis nahezu alles richtig macht. Dass er eher mager ausgestattet ist, kann man ihm gut verzeihen. Mit dem straffen Bass und der homogenen Auslegung ist er für den qualitätsbewussten Einsteiger sehr gut geeignet. Klar dürfte aber sein, dass bei Pegelfestigkeit, Dynamik und Volumen der SDS-12 in einer anderen Liga spielt. 

XTZ Sub 10.17 Front Seitlich4

  • XTZ Subwoofer 10.17: Für 545 EUR greift der Schwede den Sunfire, der gut 100 EUR teurer ist, frontal an. Sehr gut verarbeitet und ohne klangliche Kompromisse zeigt er eindrucksvoll auf, dass er dem Sunfire bei seinem Durchmarsch erbitterten Widerstand leistet. Die Ausstattung des XTZ ist dem Sunfire überlegen, hier gibt es sogar XLR-Eingänge und Anpassungsmöglichkeiten mit EQ-Kurve und Bassreflexöffnungen. Also, wo bleiben die die Gegenargumente des Sunfire? Es ist sein in allen Maßen stimmiges Gesamtkonzept. Nicht, dass der mehr Power hat als der bärenstarke XTZ. Nicht, dass er noch viel präziser spielt. Das ist alles nicht der Fall. Aber diese rasche Feststellung, dass einfach alles passt, im optimalen Verhältnis zueinander steht, diese enorme Homogenität – das zeichnet den Sunfire aus und macht ihn zum mindestens ebenbürtigen Widersache für den XTZ-Bass. 
Fazit

Sunsfire-SDS12-Front2

Der Sunfire SDS-12 bietet für wenig Geld eine über alle Maßen brillante Leistung. Bei der Verarbeitung und Optik zeigt er sich preisklassengemäß, um dann akustisch über das Niveau der 1.000 EUR-Liga hinauszuschießen: Bei Kickbässen knallhart, beim Tiefgang überragend, bei der Pegelfestigkeit souverän, bei der Räumlichkeit bestechend und bei der Wiedergabe von parallel stattfindenden tieffrequenten Ereignissen kultiviert und klar – dieses preiswerte Bass-Kraftwerk kann schlichtweg alles und wird dem einen oder anderen starken Kontrahenten viel Kopfzerbrechen bereiten.

Spiel, Satz und Sieg für Sunfire: Der SDS-12 lehrt der Konkurrenz durch seine extrem hoch liegende Performance das Fürchten
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer bis 1.000 EUR
Test 26. Januar 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 26. Januar 2017




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