TEST: Aktiver Subwoofer Jamo J 10 SUB – Kleiner Bass-Experte für 250 EUR Streetprice?

Jamo J 10 Sub Front Seitlich4

250 EUR für einen aktiven Subwoofer – das ist nicht wirklich viel. Bei Jamo gibt es zu diesem Straßenpreis den J 10 SUB, einen 12,5 kg wiegenden kompakten aktiven Subwoofer, der mit 368,3 mm Höhe, 317,5 mm Breite und 427 mm Tiefe gut unterzubringen ist, auch wenn nicht allzu viel Platz zur Disposition steht. Die eingebaute Class D-Digitalendstufe liefert 150 Watt Dauerleistung und 300 Watt kurzzeitige Spitzenleistung. Das sind für die günstige Preisklasse äußerst respektable Werte. Der Frequenzgang reicht von 31 bis 150 Hz. 

Jamo J 10 Sub Anschluesse Bedienelemente

Anschlussfeld, es finden sich keine Besonderheiten

An Anschlüssen finden sich zwei Cinch-Line-In-Niederpegelterminals, Hochpegeleingänge fehlen. Hinzu kommen Regelmöglichkeiten für Lautstärke und Übernahmefrequenz. Ein Phasenumkehrschalter (0/180 Grad) und eine Automatik-Schaltung, die den J 10 SUB bei anliegendem entsprechendem Signal automatisch aktiviert, vervollständigen die Ausstattung. 

Das Basschassis misst 25,4 cm, die Membran besteht aus Polyfiber mit Alu überzogen. Das sieht man auch an der mattsilbernen Optik der Membran, die nach vorn abstrahlt (Direct Firing oder Front Firing). Unter dem aktiven Subwoofer finden sich vier Standfüße. Lieferbar ist der Basslautsprecher in Dar Apple, White Ash oder Black Ash. 

Jamo J 10 Sub Verarbeitung

Für kleines Geld gute Verarbeitung selbst im Detail

Jamo J 10 Sub Tieftoener

25,4 cm Treiber mit Alu-Beschichtung

Jamo J 10 Sub Rueckseite Seitlich2

Rückseite. Leider festes Netzkabel.

Jamo J 10 Sub Bassreflexrohr

 Bassreflexöffnung

Der kleine Subwoofer ist anständig verarbeitet und wirkt keinesfalls minderwertig oder billig. Spontan würde man auf einen höheren Kaufpreis tippen. Sicherlich, die Folierung setzt keine Maßstäbe, das kann man bei 250 EUR Investition aber auch nicht erwarten. Aber ordentlich gemacht ist die Folierung, das Anschlussfeld ist solide verschraubt, das gilt auch für die Membran, die exakt in die vordere Schallwand eingelassen ist. Der Bassreflexport ist einfach gehalten, es findet sich keine Aluminium-Umrandung oder Ähnliches, wie man es von sehr hochwertigen Komponenten manchmal kennt. Unter dem aktiven Subwoofer befinden sich vier Standfüße.

Jamo J 10 Sub Innenleben2

Verbaute Elektronik

Jamo J 10 Sub Innenleben1

Aus seitlicher Sicht. Am Finish kann man in Anbetracht des Kaufpreises nichts aussetzen

Jamo J 10 Sub Innenleben Gesamt

 Elektronik in der Übersicht

Auch das Innenleben des Bassreflex-Aktivsubwoofers geht hinsichtlich der Verarbeitung für den günstigen Kaufpreis voll in Ordnung. Sicher kann man nicht die Opulenz teurerer Konkurrenten erwarten, dies wird für 250 EUR aber auch niemand ernsthaft tun. Insgesamt haben wir den Eindruck, dass der Jamo J 10 SUB sehr fair kalkuliert ist, und der ambitionierte Ein- und Aufsteiger für kleines Geld einen ordentlich verarbeiteten aktiven Basslautsprecher einkauft. Wie sich der J 10 SUB klanglich schlägt, untersuchen wir nun. 

Klang

Bei „Das Omen“ von Mysterious Arts (CD) hören wir den kleinen aktiven Bassisten an einem großen Onkyo TX-NR3030 im Modus THX Music. Und wir sind recht erstaunt, denn der kleine J 10 SUB erzeugt keinesfalls einen billigen „Wummerbass“, sondern macht sich auf recht seriöse Art und Weise an die Arbeit. Das heißt: Der Bass wird erstaunlich präzise getroffen und weist eine gesunde Härte auf. Der Jamo J 10 SUB integriert sich ausgezeichnet in die Front-Klangkulisse und ist bei korrekter Einpegelung praktisch nicht zu orten. Er schiebt sich nicht dominant in den Vordergrund, sondern stellt ausreichend Bass zur Verfügung, der ein solides Fundament ermöglicht, ohne andere akustische Anteile zu überdecken. 

Die BD „Lichtmond 3 – Days Of Eternity“ ist unser nächstes Klangbeispiel für den Jamo J 10 SUB. Hier haben wir uns die Titel „Nightflight To Chronos 1 + 2“, „Wheel Of Time“ sowie „The Spirit“ angehört. Und wieder erweckt der kompakte, würfelförmige Subwoofer einen erwachsenen Eindruck. Sicherlich, bedingt durch das recht geringe Gehäusevolumen und die doch beschränkte Leistungen der eingebauten Digitalendstufe geht noch deutlich mehr bezüglich Tiefgang, Nachdruck und raumfüllender, massiver Basskraft. Aber gerade für Hörräume bis rund 20 Quadratmeter und in Verbindung mit einem guten AV-Receiver der Mittelklasse ist es sehr zufriedenstellend, was der dänische Bass-Spezialist leistet. Er ist mit den massiven Bässen dieser Blu-ray nicht überfordert, sondern ist in der Lage, auch parallel stattfindende Bass-Ereignisse ordentlich abzubilden. Zum kleinen Preis erhält der Anwender demnach einen differenziert und relativ kraftvoll agierenden aktiven Subwoofer, der den qualitätsbewussten Einsteiger definitiv ansprechen dürfte. Der Jamo J 10 SUB spielt stets sauber und neigt auch bei hohem Pegel kaum zu Verzerrungen. Nur, wenn man es wirklich übertreibt, ist heraus zu hören, wie die Membran anschlägt. Kleine, schnelle, aufeinander folgende Bassimpulse verarbeitet der J 10 SUB tadellos, ohne aus dem Takt zu kommen. Er stellt alle Arten von Basseffekten glaubwürdig und mit der nötigen Intensität dar. 

Als nächstes steht, ebenfalls in DTS-HD Master Audio wie die Lichtmond-Stücke, „He’s A Pirate“ auf dem Programm. Der Track von Klaus Badelt wurde von Tiesto auf der Disc 2 der „Elements Of Life“ Blu-ray live mit eingebunden. Und der Jamo J 10 SUB schlägt sich auch hier wacker. Er sichert ein hör- und spürbares Fundament und integriert sich erneut sehr gut in die Front-Klangkulisse. Er schafft es, auch bei deutlich gehobenem Pegel noch Struktur in den Bassbereich zu bringen, und vermeidet geschickt, verschiedene Bassanteile einfach miteinander zu vermischen, was zu einem matschigen, oberflächlichen Klangeindruck führen würde. Er schiebt mit überraschend üppiger Kraft an und ist so in der Lage, viel Atmosphäre bereit zu stellen. Gerade bei Musik dieser Art ist ein nachdrücklicher Bass zwingend notwendig, um die gewünschte Dichte und Nachdrücklichkeit zu garantieren. Die Pegelfestigkeit ist ohne Zweifel überragend für die Preisklasse, hier gibt es ausschließlich Lob fürs kompakte dänisch-amerikanische Basskraftwerk (Jamo gehört zu Klipsch). 

Wie geschliffen agiert der Jamo J 10 SUB, wenn mehr Feinarbeit gefragt ist. Bei „Romanza“ von Andrea Bocelli, der BD „Vivere – Live in Tuscany“ entnommen (PCM 5.1), stellt der J 10 SUB seine Talente zur Schau, wenn es darum geht, nie zu übertreiben, aber doch Basskraft für ein ansprechendes Fundament bereit zu stellen, Und das gelingt gut – das Volumen ist tadellos, der Nachdruck überzeugt. Zu keinem Zeitpunkt hat man, eine korrekte Einpegelung natürlich vorausgesetzt, den Eindruck, dass sich der Jamo-Basslautsprecher zu deutlich in den Vordergrund spielt. Gleichzeitig aber offeriert er stets ein spürbares Fundament, das der gesamten akustischen Darbietung genug Ausdruckskraft mit auf den Weg zum Auditorium gibt. 

Hören wir uns an, was der J 10 SUB bei der Filmtonwiedergabe zu bieten hat. Hier haben wir uns Beginn des 007-Film „Ein Quantum Trost“ ausgesucht. Der Film startet mit einer wilden Jagd um den Gardasee, der britische Doppelnull-Agent im Aston Martin DBS wird von schießwütigen Killern in zwei Alfa Romeo 159 gejagt. Im Kofferraum des Hochleistungssportwagens hat Bond eine hochkarätige Geisel, welche die Jäger ebenso wie 007 ins Jenseits befördern möchten. Und schon die ersten Bassschläge gleich am Filmbeginn lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass der Jamo J 10 SUB fürs Geld eine Menge bietet. Der Tiefgang ist für einen aktiven Subwoofer mit 250 EUR Streetprice ausgezeichnet. Bei den zahlreichen Auto-Unfällen steht der aktive Subwoofer sofort mit ausreichend Kraft zur Seite, selbst das Differenzierungsvermögen ist für die Preisklasse als sehr gut und ausgeprägt zu bezeichnen. Er agiert auch bei höheren Lautstärken noch lebendig, so z.B. als der Land Rover Defender der Carabinieri durch die Luft fliegt. 

Der dritte Teil des Piraten-Epos „Fluch der Karibik“ ist ebenfalls sehr gut geeignet, um die Fähigkeiten des J 10 SUB näher zu klassifizieren. Die zu Filmbeginn meist eher kleineren, subtilen Effekten wie Knarzen oder Knarren von Holzbalken stehen in interessantem Kontrast zu Bassanteilen innerhalb des Music Score. Der Jamo-Basslautsprecher stellt eine gut ausbalancierte Behandlung aller Effektanteile sicher, er ist auch durchaus geeignet, um kleine und/oder facettenreiche Effekte im Bassbereich entsprechend zu präsentieren. 

Richtig bombastisch geht es in den Kapiteln „Der Krieg“ und „Die Avengers versammeln sich“ auf der „Avengers“ Blu-ray zu. Die durch die Stadt fliegenden gepanzerten Riesenechsen verursachen gerade im Bassbereich eine schier unglaubliche Wucht, die den kleinen Basslautsprecher aber überraschend selten ans Ende seiner Möglichkeiten bringt. Unschöne Verzerrungen sind kaum zu vernehmen, auch nicht, wenn Autos durch die Luft gewirbelt werden und mit hartem Bass auf dem Boden aufschlagen. Der J 10 SUB meistert dies alles recht souverän, wenngleich man natürlich offen zugeben muss, dass kostspieligere aktive Subwoofer noch mehr Druck und Volumen sowie Tiefgang entfalten. Wir weisen an dieser Stelle schon darauf hin, dass es noch weitere Test größerer Jamo-Subwoofer geben wird – wie gut dieser kleinste Vertreter ist, hat definitiv unser Interesse geweckt. 

Fazit

Jamo J 10 Sub Front Seitlich2

Gerade für ambitionierte Ein- und Aufsteiger empfiehlt sich der Jamo J 10 SUB, denn für einen günstigen Kaufpreis bietet er eine ansprechende Optik und eine stimmige Akustik. Die eingebaute Digitalendstufe verfügt über genügend Kraft, um im Musik- und im Filmtonbetrieb solide Leistungen zu erbringen. Der J 10 SUB versteht sich als ernstzunehmender aktiver Subwoofer, das heißt, ein undifferenzierter, weicher Bass ist nicht sein Ding. Vielmehr liefert er einen straffen, recht präzisen Bass, der sich tadellos in die gesamte Klangkulisse integriert. Die Pegelfestigkeit ist ebenso tadellos wie die gebotene Räumlichkeit.

Ausgewogener, akustisch überraschend reifer aktiver Subwoofer im Preisbereich bis 300 EUR
ausgezeichnet
Aktive Subwoofer Einsteigerklasse
Test 19. Juni 2015

+ Straffer, kräftiger Bass
+ Gute Pegelfestigkeit
+ Für Musik und Filmton geeignet
+ Gute Verarbeitung
+ Sehr günstiger Streetprice

– Wenig Einstellmöglichkeiten

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19. Juni 2015 




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