SPECIAL: Sony Ultra HD-TV KD-65X9005 – Display Basic Check und 4k Bild

 

Wir haben bereits ein ausführliches Preview des Sony UHD-TVs KD-65X9005 seit Mitte Juni im Portfolio, nun folgt  ein weiteres Special zum X9 bezüglich Display Basic Check und Bildqualität bei nativem 4k Material. In Kürze folgt dann der komplette Test des 7.000 EUR kostenden UHD-Flachbildschirms mit TRILUMINOS Display (erweiterter Farbraum).

Wenden wir uns als erstes dem Display Basic Check zu.

Display Basic Check powered by

Voreingestellt ist der Sony TV in der Szene “Allgemein” mit dem Bildfeld “Standard”. Da die Farbgebung bereits auf den ersten Blick zu kühl erscheint, müssen wir uns nach einem passenderen Bildmodus umsehen. Zunächst sucht man sich beim Sony mit der Optionstaste und dem Unterpunkt „Szenenwahl“ eine Szene aus. Hier kommt eigentlich nur Kino in Frage, sämtliche anderen Szenen sind ebenfalls zu kühl. Eine weitere, sinnvolle Wahlmöglichkeit ist „Autom. (24p-Syn.)“, hier bleibt das Bild im Modus „Standard“, sobald aber 24p zugespielt wird, schaltet der TV automatisch auf „Kino“ um. Innerhalb dieser Szene kann man noch zwischen den beiden Bild-Modi „Kino 1“ und „Kino 2“ wählen. Kino 1 ist für Raumumgebungen mit wenig Restlicht, Kino 2 dient einem authentischen Bild trotz hellerer Umgebung. Die Farbtemperatur wird innerhalb des Kino-Modus stets auf Warm 2 eingestellt. Dies sollte man auch so belassen, da Warm 1 bereits zu kühl ist. Ansonsten sind in der Kino-Szene die meisten dynamischen Bildoptimierer bereits deaktiviert. Motionflow, also die Frame-Interpolation, steht auf Echtes Kino und wird von uns für die Messungen aber komplett deaktiviert. Gamma ist auf den Wert -2 voreingestellt – was dies bewirkt, müssen wir in der Messung feststellen.

Nachdem wir uns für ein Bildfeld entschieden haben, können wir mit dem PLUGE Testbild starten. Hier können wir anhand verschiedener Balken bis hin zu Unterschwarz feststellen, ob die Helligkeit perfekt eingestellt ist, außerdem lässt sich hier schon mal recht gut abschätzen, wie die Helligkeitsverteilung des X9 ausfällt. Zunächst zur Helligkeitseinstellung: Der mittlerer Wert 50 erzielt hier ein perfektes Ergebnis. Die Abstufung ist fein, dennoch sieht man beim Wert 51 bereits die äußeren Unterschwarzbalken minimal, ab 50 verschwinden diese. Man muss allerdings etwas auf den Blickwinkel aufpassen – schon bei nicht allzu stark ausfallenden Abweichungen von der Mitte fällt die Helligkeitswahrnehmung unterschiedlich aus. Exzellent auch die Helligkeitsverteilung. Hier können wir den Eindruck aus unserem Exklusiv-Preview vom 13. Juni absolut bestätigen. Zwar sind ganz vereinzelt flächige Stellen minimal heller als andere, wirkliche Hot Spots gibt es aber nicht und so fallen die angesprochenen Unterschiede, selbst bei ganz schwarzem Bildschirm, kaum auf. Auch der harte Kontrast zwischen den mittleren hellen Balken und dem Schwarz am Rand verursacht keine Halos oder sonstige unschöne Ausprägungen.

Bei den Reverse Grey Ramps & Steps bietet der Sony ebenfalls eine sehr gute Performance, Clipping ist nicht zu entdecken. Selbst im Überweiß und Unterschwarz macht er eine solide Figur. Ungewünschte Farbstiche, die bei diesem Testbild auch manchmal zum Vorschein kommen, sehen wir nicht. Beim Aufruf des Overscan-Testbildes erkennen wir erfreut, dass der Overscan bereits deaktiviert und eine native Darstellung des FullHD-Bildes gegeben ist – bei Sony-Geräten früherer Generationen mussten hier häufig noch weitere Schritte unternommen werden. Bezüglich der Bildschärfe ist der Sony bereits sehr gut voreingestellt. Dennoch ist der Sony einer der wenigen TVs, bei denen wir Schärfe-Fanatikern durchaus empfehlen können, bei FullHD-Material noch ein paar Schritte (maximal ~5) nach oben zu gehen, da die Justierung sehr fein gestaffelt ist. Über einem Wert von 55 wird dann aber Ringing um die Kanten sichtbar.

 

Unglaublich – perfektes Gamma beim X9

Auch der Gammapunkt beweist die exzellenten Fähigkeiten

Ausgezeichnet wird der Weißpunkt getroffen, bei der Einhaltung des REC-709 Farbraums ist noch etwas Luft nach oben

Solide Gleichmäßigkeit bei der Farbtemperatur – das Bild ist bei allen Helligkeitsstufen minimal zu kühl, aber lediglich geringfügig

RGB Balance – hervorragend und auf dem Weg zur Perfektion

Farbhelligkeit


Übersicht 1


Übersicht 2

Übersicht 3

Der Sony zeigt sich im Display Basic Check mit bilanzierend exzellentem Ergebnis. Mit leichten Abweichungen bei Grün, Magenta und Blau bildet der Sony einen sehr soliden Farbraum mit Eckpunkten, die alle im Toleranzbereich liegen. Der Weißpunkt ist ebenfalls als sehr positiv zu werten. Zwar liegt er – im Zoom-Bereich erkennbar – minimal abseits vom absoluten Ideal, dafür aber über alle Helligkeitsbereiche hinweg beinahe auf einem einzigen, leicht nach links verschobenen Punkt. Auch bei der Gamut-Luminanz sind die Abweichungen der Farbhelligkeit zum Referenz-Weiß sehr klein. Am größten ist die Abweichung bei Magenta und Rot, im absoluten Diagramm gut zu sehen, aber selbst hier ist die Differenz eher gering.

Der Sony bietet die beste Gamma-Performance, die wir bisher in einem Display Basic Check attestieren konnten. Die Gammakurve verläuft quasi direkt mit dem Ideal und auch beim Gammapunkt sehen wir, dass hier in allen IRE-Bereichen beinahe identisch perfekt gearbeitet wird. Zusätzlich freut uns sehr, dass unser stetes Predigen bezüglich der korrekten Gamma-Einstellung von 2,4 endlich erhört wurde. Sony optimiert im Kino-Modus tatsächlich auf den Wert 2,4 – und schafft dies bravourös. Insgesamt landen wir bei einem Gammadurchschnitt von 2,42. Bei der Farbtemperatur erreicht der Sony nicht ganz die Bestwerte der anderen Disziplinen, aber ein immer noch solides Ergebnis mit einer leicht kühlen Neigung. Die RGB Balance ist aber wieder, wenn auch nicht 100% perfekt, auf absolut hohem Niveau. Die drei Linien laufen weitgehend parallel und liegen beinahe übereinander.

Bild – 4K


Was leistet der X9 bei nativem 4k-Material?

Sony 4k Bildgenerator POP-FMPA1


Anschlüsse


Innenleben gesamt


Layout im Detail


Komplette Rückansicht

Damit wir die Bildqualität des X9 auch bei der hohen Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten nativ überprüfen können, hat uns Sony zusätzlich zum TV eine kleine schwarze Box mit der Aufschrift „Sony 4K Content Generator“ mitgeliefert. Diese kompakte Box bietet drei HDMI-Anschlüsse an der Rückseite sowie einen USB-Slot vorne – abgesehen davon erscheint das Gerät eher schlicht. Ob es in irgendeiner Weise mit der (zumindest in den USA) kommenden 4K-Streaming-Box verwandt ist oder gar einen Vorläufer dieser darstellt, vermögen wir nicht zu sagen. Der Anschluss des Content Generators an den TV läuft konventionell via HDMI ab, allerdings wird Ton und Video von der Box separat ausgegeben. Über einen HDMI-Slot läuft also das 4K-Signal, über einen zweiten das Tonsignal.

Wie bereits erwähnt, präsentiert der 4K Content-Generator Bildinhalte mit 3840 x 2160 Pixeln am Display des X9. Die einzelnen Tracks und Trailer, die auf der integrierten Festplatte gespeichert sind, umfassen verschiedene Bildwiederholraten, von 24p bis 60 Hz. Zunächst deaktivieren wir MotionFlow, werden uns aber im Anschluss auch mal die Frame-Interpolation in 4K ansehen.

Wir starten durch mit „Another World“, ein von Sony produzierter Naturtrailer mit einer Bildwiederholrate von 24p. Daher schaltet sich der TV automatisch in den Kino-Modus und deaktiviert die Farbbrillianz. So gesehen wird die Farbauthentizität dem rec.709 HD-Farbraum entsprechen. Da 4K aber nicht nur eine höhere Auflösung, sondern auch einen größeren Farbraum bietet, werden wir in einem späteren Sample die Farbbrillianz aktivieren. Beeindruckende Bilder empfangen uns. Nachdem vor einem Wolken verhangenen Himmel sich die Sonne verabschiedet, wird ein Meer mit Wellenbildung gezeigt. Sehr geschmeidig und absolut zitterfrei verlaufen die Bewegungen ohne zugeschaltete Frame-Interpolation ab, gleichzeitig bleibt jedes Detail auf der Wasseroberfläche sichtbar. Blitzend wirken die Spiegelungen der Sonne, auch das Aufschäumen der Welle wirkt sehr fein strukturiert. Nach der kurz hintereinander ablaufenden Folge von Bildern eines Geckos und eines Wasserfalls wird uns eine dunkle Felsformation gezeigt. Auch hier ist das Bild extrem scharf und fein detailliert. In dunkler Umgebung wirken die Aufnahmen nicht ganz so sauber und aalglatt, hier schmuggelt sich ein wenig Rauschen ein.

Hier können wir gleich anführen, dass es sich hier nur um unseren subjektiven Eindruck handelt, da wir das 4K Demo-Material nicht ausreichend kennen. Das eben angesprochene Bildrauschen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Produktion und Aufnahme zurückzuführen und nicht auf das TV-Gerät. Weiter mit dem Another World-Trailer: Eine Nachtaufnahme in der Wüste mit ausdrucksstarkem Sternenhimmel gelingt besonders gut. Hier macht sich auch wieder die exzellente homogene Helligkeitsverteilung bemerkbar, trotz der EDGE LED Hintergrundbeleuchtung, so werden die Sterne sauber vom schwarzen Hintergrund ohne störende Halos getrennt gezeichnet. So begeistert der Sony X9 auch mit ausgezeichneten Kontrastwerten. In den folgenden Dschungelaufnahmen von Flora und Fauna kommen feinste Details, sei es an Gräsern, Moos oder Bäumen oder Tieren. In den roten Felsformationen oder dem darauf folgenden Sonnenuntergang mit spiegelnder Wasseroberfläche gefallen die Farbverläufe auch besonders gut, feinste Farbabstufungen sorgen hier für ein sehr dynamisch wirkendes Bild. Dennoch bleiben die Farben sehr natürlich und nicht überstrahlend, eine ausgezeichnete Performance.

Auch der After Earth-Trailer macht einen hervorragenden Eindruck – extrem scharf und detailreich wirken gleich die ersten Nahaufnahmen von Will und Jayden Smith. Als die beiden auf der Erdoberfläche „landen“ werden wir auch hier von überragender Detailstruktur empfangen. Die Bewegungsschärfe verschiedener durch die Luft bewegter Objekte gefällt ebenfalls ausgezeichnet. Stabil und ruckelfrei gelingen Kamerafahrten . Die Farbgebung wirkt etwas kühler, aber immer noch sehr dynamisch und lebendig.

Bei Aktivierung der Farbbrillianz wirken die Farben heller und lebendiger, besonders am grünen Rasen im Fußballstadion eines Trailers des Fifa World Cup Japan und der roten Toyota-Bandenwerbung zu sehen. Bei der Zuschaltung der Frame-Interpolationstechnologie erweckt der Sony erneut Begeisterung in uns. In beiden von uns getesteten Modi „Echtes Kino“ und „Klar“ präsentiert der Sony ein sauberes und quasi artefaktefreies Bild. Bewegungen laufen extrem flüssig ab, selbst schnelles Hin+Her beim Fußball kann dann mit guter Bewegungsschärfe verfolgt werden. Lediglich sehr vereinzelt fällt geringfügig Kantenzittern auf, das Bild wirkt aber nie instabil oder unruhig und kann daher sehr angenehm mitverfolgt werden.

In den folgenden Aufnahmen des World Heritage Tokyo werden mehr oder weniger Standbilder präsentiert, die von höchster Detail- und Kantenschärfe profitieren. Bei einem Blick auf einen japanischen Tempel im Wald können selbst bei der Panorama-Aufnahme einzelne Blätter an den Laubbäumen identifiziert werden. Der nächste Trailer zeigt die Wasserspiele im Bellagio bei Nacht. Hier beweist der Sony erneut den exzellenten Kontrast und die homogene Helligkeitsverteilung. Auf der sehr dunklen Wasseroberfläche lassen sich Strukturen der Wasserbewegung und des Windes noch sauber erkennen. Obwohl die angestrahlten Wasserfontänen sehr fein durch das Bild schießen, treten keine unschönen hellen Umrandungen bzw. Halos auf. Auch am höchsten Punkt des Luxus-Hotels in Las Vegas, auf der das Bellagio-Logo warm beleuchtet prangt, sind die Kanten klar definiert.

Enorme Farbbrillianz bietet der 4K-Trailer „Beautiful Sea“. Blumen und Wiesen in dynamisch leuchtenden, aber nicht zu unnatürlichen Farben prägen das Bild. Als es Unterwasser geht, präsentiert sich Fischvielfalt und Korallenriffe in ähnlicher Manier. Auch das flinke Umherschwirren der Fischschwärme wird stabil und zitterfrei präsentiert. Objektkanten einzelner Elemente im Bild bleiben stets sauber und glatt.

Wenn wir auch aufgrund fehlenden, uns bekannten, 4K-Materials noch keine absolut endgültige Aussage treffen können, bietet der Sony unserer Meinung nach eine überragende Performance im UHD-Betrieb und mehr als ausreichend Potential, aus dem dann kommende UHD-Inhalte aus dem Vollen schöpfen können.

Nach Preview, Display Basic Check und der Beurteilung der Bildgüte bei nativem 4k Material können wir nur sagen: Sony hat die Messlatte ein gutes Stück nach oben verschoben. Highend-Technologie sorgt beim X9 für ein über alle Maßen brillantes Bild. Sony auf dem Weg zum besten LED-LCD-TV aller Zeiten? Der endgültige Test wird Auskunft darüber geben.

Text: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Messungen: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 01. Oktober 2013




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