IFA-SPECIAL: OLED-TVs von LG mit „Perfect Black“, „Perfect Color“ und „Perfect Angle“

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Wie es nicht anders zu erwarten war, steht OLED bei LG klar im Fokus der IFA. Mittlerweile bieten die Südkoreaner zahlreiche Modellvarianten und Baureihen an.

LG sieht drei Kernthemen bei OLED: „Perfect Black“, „Perfect Color“ sowie „Perfect Angle“. Dadurch sollen höchste Ansprüche des Anwenders befriedigt werden, man kann in bester Qualität dank des großen Betrachtungswinkel auch mit mehreren Personen Inhalte betrachten. Durch „Perfect Black“ eignen sich die OLEDs ausgesprochen gut für  HDR-Content und echtes Kino-Feeling. Den erweiterten Farbraum z.B. der Ultra HD Blu-ray geben die OLEDs dank „Perfect Color“ gekonnt wieder.

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LG webOS

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Die „Magic Remote“

Kurz zum Betriebssystem. Alle OLEDs setzen, wie auch die Super UHD LCD-TVs von LG, auf webOS als Betriebssystem. Die 2016er Fernbedienung präsentiert sich als gelungene Mischung aus Smart Remote und konventioneller Fernbedienung – wichtige Tasten finden sich zusätzlich zu den Smart-Interaktionsfunktionen. Zum Bedienkonzept gehörten „Magic Zoom“, schnell kann man in Bilddetails hineinzoomen, „Magic Mobile Connection“ für ein schnelles Teilen von Inhalten z.B. von einem Smartphone, und die Möglichkeit, mittels dem Music Player während dem Surfen z.B. im Internet Musik zu hören.

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App Share im Einsatz

LG verspricht kurze Reaktionszeiten beim 2016er webOS, und die Praxis gibt dem Recht. Wie auch bei anderen Plattformen, z.B. dem Samsung Smart Hub 2016, der auf dem Betriebssystem Tizen basiert, kann man auch bei webOS direkt z.B. aus dem Live TV Betrieb auf Apps und VoD-Dienste komfortabel per unten im Screen eingeblendeten Symbolen zugreifen. LG war sogar einer der ersten, wenn nicht der erste Hersteller, der dies damals realisierte.  Dank des „Live Menu“, wie es LG nennt, kann Content weiter abgespielt werden, während man sucht. Besonders schnell und einfach kann man zu Inhalten wechseln, die man häufig betrachtet, z.B. die Lieblings-App oder der Standard VoD-Dienstleister.

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OLED-Flaggschiff G6V

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Standfuß mit Soundsystem

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LG Premium-Produkte tragen das „LG Signature“-Logo

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Soundbar mit Harman Kardon 4.2 Soundsystem

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Picture-on-Glass Design

Wenden wir uns nun dem „König der OLEDs“ zu. Ganz oben steht der in 65 und 77 Zoll lieferbare OLEDG6V aus der Signature Premium-Baureihe, seit kurzem in 65 Zoll erhältlich für rund 8.300 EUR. Erstmals auf der CES 2016 gezeigt, überzeugen die Signature-Devices, ganz gleich, ob weiße oder braune Ware, durch hohe Material- und Designqualität, die mit hochklassiger Technik kombiniert wird.  Ausgestattet mit HDR-Support, Infinity Contrast und Cinematic Color, konnten wir, allerdings nur mit Messe-typischem Demo-Material, erste Eindrücke von der visuellen Performance sammeln. Unser „Objekt der Begierde“ war ein Signature-OLED im 65 Zoll-Format.

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Rückseite mit Anschluss-Sektion

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Zweite Aufnahme

Der generell von vielen Besuchern umlagerte 77-Zöller eignete sich aufgrund der Tatsache, dass man kaum in Ruhe Bildinhalte betrachten konnte, weniger für die Schilderung erster Eindrücke. Blumen oder Fische vor schwarzem Hintergrund – wahrhaftig spannend war LGs Demonstrationsmaterial auf dem Signature OLED nicht wirklich. Aber die extreme Plastizität des Bildes, die reinen Farben, und die überdurchschnittlich ausgeprägte Detailtreue zeigen schon eindrucksvoll die Klasse des Gerätes mit aufwändigem 4.2 Harman/Kardon-Soundsystem (60 Watt Leistung) und der Technik im Sockel aus. Dadurch, dass praktisch alles im Sockel ist, wartet der Signature OLED mit extrem geringer Bautiefe auf (2,57 mm dünn und auch rückwärtig aus Glas „Picture On Glass“ nennt LG dies). Der Signature OLED ist mit Energieeffizienzklasse B eingestuft.

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LG zeigte verschiedenste HDR-Demos, hier am E6D

Besonders aktiv zeigt sich LG generell beim Thema High Dynamic Range (HDR).

LG setzt auf der IFA einen Schwerpunkt auf die Demonstration der HDR-Fähigkeiten seiner OLED-Fernseher. Dank „Infinite Contrast“ sind ideale Voraussetzungen für die Darstellung eines weiten Dynamikumfangs gegeben.

LGs OLED-TVs unterstützen gleich drei Standards für die „High Dynamic Range“-Darstellung ab Werk. Neben dem bereits bei der Ultra HD Blu-ray eingesetzten HDR10 sind die OLED-Fernseher von LG auch für Dolby Vision HDR und Hybrid-Log-Gamma (HLG) geeignet. Wir hatten die Gelegenheit, bereits Dolby Vision-Content auf einem OLED65C6D (Marktpreis 65-Zöller rund 6.200 EUR, 55 oder 65 Zoll zur Auswahl)  zu betrachten, der von der Video-Streaming-Plattform VUDU kam (Peter Pan). Sattes Schwarz, das cineastischen Ansprüchen genügt, feine Kontrastabstufungen, vielschichtige Farben – beeindruckend. Allerdings sollte der Raum, in dem der OLED Aufstellung bezieht, schon tendenziell eher dunkel sein. Die maximale Helligkeit eines OLED-TVs ist zwar mittlerweile schon recht hoch, aber nicht ganz so ausgeprägt wie bei Quantum DOT LCD-TVs – die im Gegenzug kein so tiefes Schwarz bereitstellen können. Der C6D ist übrigens ein Curved-OLED,  zwar kann man so den enormen Betrachtungswinkel nicht perfekt nutzen, freut sich aber dafür über die immense Tiefenwirkung des Bildes.

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Eine weitere Demo auf einem OLED65E6D (in 55 und 65 Zoll erhältlich), diesmal war es Dolby Vision Content von Netflix, gefiel noch besser. Der OLED65E6D rangiert direkt unter der Signature-Serie und offeriert ein noch feineres Bild, das überdies heller ist, als der OLED65C6D. Die E6D-Serie bietet „Picture On Glass“, OLED-HDR, Infinite Contrast, Perfect Color und einen Sound Bar Standfuße mit integriertem 2.2 Soundsystem von Harman/Kardon mit 40 Watt.

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Standfuß und Soundbar im Detail am OLEDE6D

Übrigens – beide OLED-Modelle sind Flat- und keine Curved-Screens. Wir halten es für konsequent, dass LG wenig Curved- und viele Flat-Modelle anbietet, da man so den unglaublich breiten Betrachtungswinkel besser ausnutzen kann. Zurück zum Dolby Vision-Content. Hier liefen Ausschnitte aus „Batman versus Superman“ und aus „Jupiter Ascending“. Toll modelliert der OLED65E6D (Marktpreis gut 7.100 EUR) die feinen Bildstrukturen auch in den dunklen Bereichen heraus. Ein Flammenmeer wird farblich facettenreich und ausgesprochen authentisch wiedergegeben. Als Batman in dunklem Gewand vor die Flammen tritt, ist er trotzdem noch detailreich zu erkennen – das Bild ist aber nicht nur realistisch, sondern überdies auch enorm augenfreundlich, es strengt auch beim längeren Betrachten in keinster Weise an. Top bei „Jupiter Ascending“: Ein Raumschiff nähert sich einem Planeten, und das Bild ist ideal für die Demonstration der Fähigkeiten eines OLED-TVs: Dunkel. Beeindruckend ist, wie klar praktisch alle Details am Raumschiff herausgearbeitet werden, und wie filigran die im Bildhintergrund liegende Planetenoberfläche wiedergegeben wird.

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LG OLEDB6D

HLG soll vor allem die Einführung von HDR beim Fernsehen erleichtern, da die Übertragung der HDR-Informationen in einem einheitlichen Video-Bistream möglich ist, der auch von herkömmliche Empfängern in Standard-Qualität (SDR) verarbeitet werden kann. Wir betrachten eine HLG-Demo, die das Astra-Satelliten-System und die terrestrischischen Sendeanlagen der BCC nutzt, die HLG zusammen mit der japanischen NHK entwickelt hat. Auch hier dient wieder ein OLED65E6D als Basis, der ein vielschichtiges, auch in den dunkelsten Bereichen deutlich durchzeichnetes Bild bereit stellt. Kaum Rauschen, hohe Bildtiefe – so macht Fernsehen Freude.

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HLG-Demo anhand des OLEDB6D

Ein weiteres Highlight in diesem Zusammenhang ist die erste öffentliche Präsentation von HDR-Technologie, die HLG-Inhalte mit High Frame Rate (HFR) bis zu 120 Frames pro Sekunde verbindet. Dabei zeigen LG, die BBC und die European Broadcasting Union (EBU) Inhalte im HFR-HLG-Format, die sowohl mit MPEG DASH (IP Streaming) als auch mit DVB-T2-Übertragungstechnik genutzt werden können. Wir konnten uns anhand verschiedener Sportübertragungen, Tennis sowie Laufwettbewerbe, ein Bild von der klaren, scharfen Bewegungswiedergabe sowie vom hohen Kontrastumfang des Bildes machen. Bei dieser Sportübertragung kam ein einfacherer OLED-TV, wiederum ein Flat-Gerät, zum Einsatz, und zwar ein Modell aus der B6D-Serie (wahlweise in 55 oder 65 Zoll zu haben). Zu erkennen sofort am anderen Design des Standfußes im Vergleich zur höherwertigen E6D-Baureihe.

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Der LG OLED65G6V

Unser Fazit: Beeindruckend, was LG mittlerweile an leistungsfähigen OLED-TVs anbietet. Sie schaffen das Ultra HD Premium-Logo übrigens auch souverän – trotz der schon erwähnten geringeren Maximalhelligkeit im Vergleich zu manchem hoch entwickelten LCD-TV mit Quantum DOT Panel. Wie geht dies? Bei Ultra HD Premium muss ein bestimmter, sehr großer Kontrastumfang abgebildet werden können. Entweder schafft man dies durch normal tiefes Schwarz und eine sehr hohe Maximalhelligkeit, oder aber durch extrem tiefes Schwarz und eine besonders hohe maximale Helligkeit. Bei LG ist das Schwarz extrem tief, und die Maximalhelligkeit  des OLED reicht dann problemlos für die Zertifizierung aus.  Wir freuen uns auf baldige Tests und stehen bereits in Kontakt mit LG.

 

Special: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Datum: 04.09.2016




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