IFA 2018: Aktueller Stand der Unterhaltungselektronik und was können wir erwarten?

Die IFA 2018 steht vor der Tür, und schon jetzt ist ein Großteil der Neuheiten bekannt, die wir zu erwarten haben. Und nicht nur das, auch die Unternehmen, die nicht auf der IFA ausstellen, läuten die Neuheiten-Schwemme für Herbst/Winter 2018 ein. Was haben wir hier zu erwarten?

Nun, echte Innovationen, etwas völlig Neues, gibt es nicht. Bezüglich TV-Technik werden die üblichen 8K-Prototypen, vielleicht sogar erste fast serienreife Geräte, gezeigt. Nach der Sinnhaftigkeit muss man hier kaum fragen, gerade Broadcasting-technisch hat sich bislang nicht einmal Ultra-HD in größerem Umfang durchgesetzt. Sky zeigt im Pay TV-Bereich schon einigen Content und begeistert enthusiastische Fußballfans auch mit Bundesliga und Champions League - ansonsten herrscht aber weitgehend gähnende Leere. Im Bereich Video-Streaming wird mit Netflix, Amazon Video und Co. aber schon eine erhebliche Anzahl an Serien und Filmen in der hohen Auflösung und mit HDR-Informationen geboten.

Wo bleibt HDMI 2.1?

Andere Features betreffen High Frame Rate und vor allem: HDMI 2.1. Gibt die IFA Auskunft darüber, wann endlich die ersten Geräte mit HDMI 2.1 kommen werden? Wir sind gespannt.

HDR10+ Material auf einem Panasonic OLED-TV

Der „Kampf der HDR-Normen“ geht weiter. HDR10, HDR10+, Dolby Vision und der TV-Sendestandard HLG stehen hier in der Auswahl. Dazu setzt LG noch auf Technicolors HDR-Standard. Hier wird wohl nichts Neues hinzukommen, braucht man in Anbetracht der Hülle und Fülle bereits bekannter Standards aber auch nicht.

Panasonic TX-FZW954, hier im Preview

Was aktuell zumindest ein kleiner Trend ist: TV-Displays in höchster Qualität mit der Fähigkeit, beinahe das abzubilden, was professionelle Studio-Monitore leisten, die für das Mastering der Hollywood-Blockbuster verantwortlich sind. Panasonic hat mit den beiden OLED-Baureihen FZW805 und FZW954 bereits vorgelegt, diese Serien sind CalMAN-ready und für AutoCal geeignet - auch der neue Samsung Q9FN zieht hier mit: Nie war es einfacher und komfortabler, automatisch hochwertig zu kalibrieren. Nun folgt Sony mit den „Master Series“ AF9 (OLED) und ZF) (LCD-basiert). Auch diese Modelle sind CalMAN-kompatibel. Als etwas problematisch empfinden wir die Tatsache, dass die Top-OLEDs 2018 aktuell maximal in 65 Zoll bei Sony und Panasonic ausgeliefert werden. Vielleicht folgen im Herbst 77-Zoll-Modelle – die es bei LG längst in verschiedenen Preisklassen gibt. Klar, der OLED-Initiator hat hier einen Vorsprung.  Samsung möchte natürlich nicht zurückstehen und bietet eine zweite Baureihe mit hochwertigem Direct LED Backlight an. Auch in großen Bildschirmdiagonalen übrigens. Samsung hat ohnehin ein extrem leistungsfähiges Portfolio bei den 2018er QLED-TVs, da muss die Konkurrenz dieses Jahr zittern. Auch die Preise sind sehr fair.

Edler Ultra HD Blu-ray Player Cambridge Audio CX UHD

Es dauerte eine Weile, bis die großen Hersteller auf hochwertige Ultra HD Blu-ray-Player setzten. Nur Oppo und zuletzt auch Cambridge Audio mit dem CX UHD boten edle Geräte an, nun scheidet Oppo aus dem Markt aus und Panasonic sowie Pioneer möchten die Lücke der Liga ab 1.000 EUR mit hochwertigen Devices füllen. Aluminium-Frontblende, hochwertigste Video- und Audio-Technik und eine umfangreicher Anschlussbestückung sollen traditionell orientierte Käufer locken, die lieber ein Steelbook in der Hand halten als einen Gratis-Code für einen Monat VoD-Nutzung. Trotzdem stürmen Netflix, Amazon Prime Video & co unaufhaltsam voran, mit der steigenden Zahl schneller Internet-Anschlüsse zuhause wächst auch das Bedürfnis nach komfortablen Videostreaming. Gerade Netflix hat sich hier eine Vormachtstellung geschaffen. Das sieht man einfach daran, dass es auf vielen TV-Fernbedienungen eine direkte Netflix-Zugriffstaste gibt.

Yamaha bringt dieses Jahr eine größere Auswahl des Musikinstrumenten-Portfolios mit auf die IFA

Natürlich auch mit im Gepäck: Hochwertige AV-Receiver, Soundbars, Multiroom-Lautsprecher und viele weitere Komponenten

Yamaha stellt 2018 auf der IFA auch zahlreiche Musikinstrumente aus, noch mehr als bereits 2017, als ein MusicCast-fähiges Piano (Disklavier) gezeigt wurde. Yamaha betont somit mehr und mehr, dass Musik einfach „Haussache“ ist und man hier führend ist. Yamaha leistet sich mit den erstklassigen „Aventage“ AV-Receivern auch noch ein breites Sortiment aufwändig aufgebauter Top-Modelle.

Denon & Marantz sind schon länger nicht mehr der IFA vertreten - dieses Jahr müssen wir leider auch auf Pioneer und Onkyo verzichten (im Bild: Pioneer VSX-933)

Weder Denon und Marantz, noch Onkyo und Pioneer sind auf der IFA. Trotzdem wird es große AVR-Flaggschiffe auch von diesen Firmen geben. Echte Innovationen findet man nicht, eher Evolution anstatt Revolution. Klar, die Kompatibilität zu Sprachsteuerungen wie Amazon Alexa oder Google Assistant ist wichtig, ebenso hat praktisch jedes Modell, auch schon in kleinen Preisklassen, ein Streaming-Modul an Bord. Pioneer/Onkyo geht hier mit Kompatibilität zu DTS Play-Fi, Google Chromecast und dem hauseigenen Flare Connect einen sehr flexiblen Weg. Denon/Marantz setzen auf Heos, Yamaha natürlich auf MusicCast. Bei Yamaha steht die Fähigkeit, mittels MusicCast-Lautsprechern, die für die Rears verwendet werden können, ein Mehrkanal-Setup aufbauen zu können, im Fokus.

Wie verläuft die Entwicklung bei Multiroom-Systemen?

Gibt es zukünftig nur noch Google Chromecast, DTS Play-Fi, Apple AirPlay 2 & co oder werden hauseigene Systeme wie Heos oder MusicCast kompatibel gemacht, laufen aber weiter? Mal sehen, ob die IFA und das Weihnachtsgeschäft 2018 hier Antworten geben.

Fraglich auch, wie es mit Onkyo und Pioneer auf dem europäischen Markt weitergeht, nachdem alle Marketing- und Vertriebsaktivitäten verkauft wurden. Hier sind wir aufs Weihnachtsgeschäft gespannt, hier führt schon der neue Eigner Aquipa aus Österreich Regie.

Vinyl-Ecke auf der IFA 2017 bei Yamaha

Natürlich bescheren uns zahlreiche Firmen auf der IFA und für Herbst/Winter auch zahlreiche andere Neuheiten. Die Renaissance der Plattenspieler geht weiter, Retro-Lautsprecher und jede Menge Bluetooth-Speaker sowie Google Assistant- und Amazon Alexa Speaker mit eingebauten Mikrofonen hält der Markt bereit. Hier stellt sich die Frage, welche Marke den Mut hat und bei Alexa/Assistant-Lautsprechern auch mal etwas richtig Edles anzubieten und nicht nur die Preisklasse von knapp 200 bis rund 500 EUR zu bedienen.

Nun sind wir gespannt auf die IFA 2018 und werden Sie mit vielen zeitnah erscheinenden Berichten auf dem Laufenden halten.

 

Special: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich, Philipp Kind
Datum: 13.08.2018

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