XXL-TEST: LG OLED77G39LA - überwältigende Bildqualität und Premium-Design

Bild Ultra HD Blu-ray "Kingsman - The Golden Circle"

Der LG OLED77G39LA fasziniert mit einem ungeheuer facettenreichen, plastischen und vielschichtigen Bild. Er ist der bislang hellste OLED-TV, den wir gesehen haben - und das auch noch in großen 77 Zoll. Eine für uns perfekte Größe, wie sich bei der Ultra HD Blu-ray von "Kingsman - The Golden Circle" herausstellt. Wie üblich, steigen wir praktisch ab Filmbeginn ein und verfolgen die Schlägerei, die kurz nach dem Start des Films zwischen Eggsy und Charlie im Kingsman-Taxi entbrennt. Hierbei zeigt der LG auch bei schnellen Bewegungen naehzu alle Details im Inneren des Taxis, und der regenasse Asphalt kommt, mit den Glanzeffekten der Straßenbeleuchtung, hervorragend heraus. Wir haben die selbe Sequenz mit einem LG OLED55C37LA betrachtet und stellen fest: Der G3 in 77 Zoll bietet noch mehr Helligkeit, Detail- sowie Gesamtkontrast.

Klar, ein unfairer Vergleich aus vielen Gründen. Aber ist es faszinierend, wie gut der G3 auch feine Schattierungen auf den Gesichtern der Protagonisten, trotz aller schnellen und hektischen Bewegungen, wiedergibt. Der Filmmaker Mode, aufgrund der exzellenten Panel-Qualität, ist hier eine tolle Wahl für die UHD Blu-ray in HDR10. Dann aber, trotz des hellen Panels, am besten im abgedunkelten Raum schauen. Sehr gut, wenn es etwas externen Lichteinfall im Raum gibt, ist die Betriebsart "Kino". Sehr ausgewogen, augenfreundlich, realistisch, mit angenehmer Schärfe und natürlichen, echten Farben. Den ISF-Modus, je nach Situation für hellen oder dunklen Raum, kann man ebenfalls verwenden. Dieser ist sehr präzise abgestimmt, kann aber, wenn man etwas mehr "Erlebnis" (nicht völlige analytische Richtigkeit!) vom Bild erwartet, etwas "fade" wirken.

Wir wechseln nun vom Filmmaker Mode auf den Kino-Modus und schauen die wilde Jagd an, denn Charlie schießwütige Freunde eröffnen aus Jaguar-SUVs mit Automatikwaffe auf dem Dach das Feuer. Die Straßenzüge Londons aus der Vogelperspektive wirken sehr detailreich, Lichter in der Nacht kommt mit präziser Kontur auf den Screen und "bluten nicht aus". Auch die Sequenzen im Park, in denen es ziemlich dunkel zugeht, managt der LG souverän - es ist höchst beeindruckend, was er auch bei beinahe kompletter Dunkelheit im Bild noch für einen Kontrast erzeugen kann. 

Bild Blu-ray "007 - Skyfall"

Nun legen wir eine klassische Blu-ray ein - und setzen hier auf "Skyfall", weil wir gerade die ersten Minuten des Films schon oft für eine Analyse der visuellen Fähigkeiten des TVs ausgewählt haben. Als Modus verwenden wir ein weiteres Mal "Kino" und sind beeindruckt, wie genau der G3 die Einzelheiten im Inneren der Wohnung in Istanbul, in der die getöteten beziehungsweise schwer verletzten MI6-Agenten liegen, darstellen kann. Und das bei konventionellem Full HD SDR-Material - das wäre noch vor drei, vier Jahren unmöglich gewesen. Auch das Upscaling gelingt dem LG überragend. Kaum Scalingrauschen, ein stabiles, auch im Detail und im Hintergrund scharfes Bild, das ist exzellent. Als dann Bonds Kollegin mit dem Land Rover Defender Pickup vorfährt, damit die beiden den flüchtenden Killer Patrice im schwarzen Audio A5 verfolgen können, hat der LG Premium-TV mit den schnellen und unruhigen Bewegungsabläufen nicht das geringste Problem.

Keine Nachzieher, keine Unschärfen - höchstens, wenn man sehr, sehr genau hinschaut, sieht man mal eine Kontur, die noch etwas prägnanter ausfallen könnte. Ansonsten aber - hervorragend. Das erkennt man auch, als Patrice nach einem gezielten Rammstoß durch Bond crasht. Selbst aus der Distanz sieht man die Konturen seiner automatischen Waffe. Als dann die Enduro-Jagd über den Dächern Istanbuls stattfindet, staunen wir, wie sauber und praktisch ohne störendes Flimmern jeder Dachziegel präsentiert wird, und trotz der schnellen Fahrbewegung der Geländemaschinen "verschmiert" das Bild nicht, sondern bieibt scharf und klar bis in die Detail-Konturen. Als die beiden Kontrahenten mit ihren Maschinen durchs Fenster springen und inmitten des Trubels auf dem Grand Bazaar landen, hat der G3 mit dem schnellen Wechsel der Helligkeitsverhältnisse nicht die geringsten Schwierigkeiten. Alles wirkt sehr realistisch, die Kontraste kommen mit enormer Dynamik heraus, obwohl es, wie bereits erwähnt, eine konventionelle Blu-ray ist. 

Bild Ultra HD Blu-ray "Mord im Orientexpress"

Wir kehren nochmal zurück zu einer UHD Blu-ray im hochauflösenden 4K-Format und wollen hier insbesondere auf die Bewegungsdarstellung, mit und ohne Zwischenbildberechnung, achten. Der G3 in 77 Zoll hat uns schon im Preview mit seiner sauberen und bewegungsscharfen Abbildung besonders positiv überrascht, so dass wir hier bei "Mord im Orient-Express" und gleich der schwierigen ersten Szene nochmals genau hinsehen wollen. Der Modus Kino, der mit aktivierter TruMotion im Modus "Filmische Bewegung" arbeitet, liefert wirklich ein sensationell ruhiges und scharfes Bild ab. Highlight dabei ist die Tatsache, dass in dieser Einstellung der authentische Film-Look praktisch vollständig erhalten wird. In höheren Modi, ab Natürlich und darüber, glättet der LG-Fernseher das Bild zwar noch etwas stärker und bringt noch mehr Ruhe und Stabilität hinein, allerdings muss man dann leichte Abstriche beim typischen Film-Look hinnehmen und bei sehr schnellen Bewegungen, wie Verfolgungsjagden, oder auch langen Kamerafahrten lassen sich dann schon die ein oder andere nicht ganz saubere Kante nachvollziehen.

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Wer allerdings die absolut originalgetreue 24p-Experience möchte, der setzt zunächst auf den Filmmaker Mode. Hier werden direkt alle dynamischen Bildoptimierter und somit auch die Zwischenbildberechnung komplett deaktiviert. Der LG G3 liefert dann ein sehr authentisches, natürliches Bild ab. Kontrast, Farbdynamik und Schwarzwert sind natürlich weiterhin auf absolut erstklassigem Niveau. Gleichzeitig bemerkt man aber, wie subtil aber ebenso wirkungsvoll der TruMotion-Algorithmus im Modus "Filmische Bewegung" arbeitet. Der authentische Film-Look ist nahezu identisch, hier müssen schon Adleraugen am Werk sein, um überhaupt einen Unterschied zu bemerken. Ein leichtes Ruckeln lässt sich nämlich völlig ohne Zwischenbildberechnung bemerken.

Zweifellos liefert der G3 eine praktisch tadellose 24p-Darstellung, den typischen Judder kann er eben auch nicht völlig ausmerzen. Ganz leicht zitternde Kanten bemerkt der empfindliche Zuschauer, z.B. an den Fugen der Mauer, als die Kamera langsam nach unten schwenkt. Und die vielen umherwuselnden Pilger, auf die man aus der Vogelperspektive blickt, bereiten dem TV zwar keine Probleme, immer mal kann man aber eine nicht völlig glatte Kante nachvollziehen. Dennoch ist die visuelle Abbildung exzellent und der G3 arbeitet eine unheimlich plastische und dreidimensionale Darstellung heraus. Aber auch wenn wir durchaus Fans der typischen 24p-Darstellung aus dem Kino sind, würden wir hier tatsächlich die Zuschaltung von TruMotion im Modus "Filmische Bewegung" empfehlen.

Der Eingriff in die Darstellung ist so minimal, der Benefit bei der Bewegungsabbildung aber nachvollziehbar. Das Sehen ist schlichtweg entspannender und der Eindruck nicht weniger authentisch. Wie gut die Technologie arbeitet, sieht man auch nochmal, als die Kamera unten bei den Besuchern der Klagemauer angekommen ist. Hier sieht man häufig leichte Kantennachzieher und Ghosting, wenn die Leute vor und hinter dem Sicherheitsbeamten vorbeihuschen. Auch wenn der kleine Junge, der für Poirots Frühstücksei zuständig ist, durchs Bild rennt, bleibt das Bild meist nicht ganz sauber. Hier aber bleibt das Bild fast vollständig stabil und trotz der großen Bilddiagonale fallen uns hier keine Schnitzer auf. Bei allen anderen Bildeigenschaften bleibt der LG OLED77G39LA über alle Zweifel erhaben. Die Farbdarstellung ist intensiv, aber sehr authentisch. Der Schwarzwert OLED-typisch auf höchstem Niveau und was der Fernseher in der Lage ist, selbst in dunkelsten Bereichen noch an Details herauszuarbeiten, ist beeindruckend.

Bild TV-Tuner

Auch der im OLED77G39LA verbaute Tuner macht einen exzellenten Eindruck. Das Umschalten dauert knapp zwei Sekunden, ein typischer Wert. Die Farbdarstellung entspricht unserer vorherigen Beschreibung der einzelnen Bildmodi. Wer Wert auf authentische und keine zu intensive, knallige Farbdarstellung Wert legt, setzt auch hier z.B. auf den Modus Kino. Dieser bietet hohe Natürlichkeit und grundsätzlich auch eine ausreichende Helligkeit im Tageslichtbetrieb. Wenn der Fernseher natürlich in einer sehr offenen Wohnumgebung mit viel Glasflächen steht und die Sonne strahlt, kann sich natürlich ein hellerer Bildmodus empfehlen. Beim alltäglichen Fernsehen, wenn nicht unbedingt 100% Farbauthentizität verlangt wird, kann man durchaus auch einen anderen Modus verwenden.

Hier wird dann auch eine höhere Schärfe geboten und Schriften im Bild wirken klarer. Subjektiv vermittelt der TV den Eindruck, als würde es sich um ein höher auflösendes Bild wirken. Logisch, denn im Kino-Modus, der prinzipiell ein Ultra HD- oder wenigstens 1080p-Signal erwartet, wird entsprechend weniger nachgeschärft. Insgesamt kann man aber sagen, dass der Bildeindruck für einen 77" großen OLED-Fernseher mit 4K-Auflösung exzellent ist. Und das obwohl das Signal z.B. der öffentlich-rechtlichen lediglich in 720p vorliegt.

Sehr stabil, ohne ausgeprägtes Bild- und Scalingrauschen werden die Videosignale vom G3 hochskaliert. Auch Logos im Bild oder Laufschriften stellt der OLED77G39LA sehr gut dar. Das Tolle ist, dass auch hier jeder Anwender einen Modus findet, der die für ihn wichtigen Bildparameter am besten berücksichtigt. Denn wirkliche Schnitzer leistet sich der Fernseher in keinem Bereich. Selbst die Detaillierung wirkt auf dem 77" großen Bildschirm sehr gut. Bei hochwertig produziertem Material könnte man stellenweise gar nicht vermuten, dass es sich nur um einfaches HD-Material handelt. Hingegen bei schwachem Material und SD fallen die Unzulänglichkeiten schon auf, das liegt dann aber eben vorwiegend am Material und nur wenig an der großen Bilddiagonale des LG OLED77G39LA.

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