XXL-TEST: Hegel DAC D50 "The Raven" - hoch entwickelter D/A-Konverter für reinsten, plastischen Klang

Erst vor kurzem wurde der neue Hegel Referenz-DAC "The Raven" in der KEF Gallery in London vorgestellt, wir berichteten darüber in einem Special. Die 4.895 Euro kostende HiFi-Komponente soll voraussichtlich ab Mai 2025 im Handel verfügbar sein und ist für eine erstklassige Signalverarbeitung mit sehr hochwertigen Bauteilen bestückt und verfügt, Hegel-typisch, über einen sehr sorgfältigen und unter Berücksichtigung audiophiler Tugenden konstruierten Aufbau. Das beginnt schon bei der Tatsache, dass es sich beim D50 "The Raven" um einen reinen DAC handelt.

Seitliche Ansicht

Zusammen mit dem Hegel H400
Hegel folgt hier seiner Philosophie, dass es sich bei einem Meister seines Fachs meist nicht um einen Alleskönner handeln kann, und fokussiert für maximale Performance ausschließlich die Wandlung digitaler in analoge Signale. Eine Verwendung als Vorstufe ist nicht vorgesehen und auch Streaming-Features sind hier nicht an Bord. Dafür ein besonders hochwertiges DAC-Chipset, der brandneue ESS 9039Q2M, der auf einem separaten, perfekt untergebrachten Board mit besonders kurzen Signalwegen sitzt. Dazu gibt es dedizierte Masterclocks für 44,1 und 48 kHz basierte Sampling-Raten und eine enorm stabile, bis ins Detail präzise konstruierte Stromversorgung. Das Ziel: geringstes Rauschen und die kleinstmögliche Anzahl an Zeitlauffehlern für ein absolut reines, unverfälschtes Klangerlebnis.
DAC-Loop

DAC-Loop-Funktion
Bevor wir uns den neuen DAC D50 genau ansehen, wollen wir noch auf ein weiteres Highlight des "The Raven" eingehen, den DAC-Loop. Hegel sieht den DAC D50 als perfekte Option, um auch ältere Hegel Vollverstärker wieder „fit“ zu machen, was die Qualität der D/A-Wandlung angeht. Das gilt auch für aktuelle Komponenten und der D50 ist bestens als Ergänzung für die Modelle H300, H360, H390, H590, H400 oder auch als Spielpartner für den edlen H600 geeignet.
Viele der aktuellen Hegel Vollverstärker sind mit einer Streaming-Sektion ausgestattet und, wenn auch nur in geringem Maße, gibt es bei derart integrierten Varianten stets klangliche Einschränkungen gegenüber reinen DAC-Signalprozessoren mit perfekter Signalreinheit. Zudem ist ein äußerst hochwertiger D/A-Wandler eine Anschaffung für eine vergleichsweise lange Zeit. Klar – auch DAC-Chips werden ab und zu durch Nachfolger ersetzt, aber ein Streamer ist deutlich kurzlebiger, weil relativ häufig neue beziehungsweise erweiterte Dienste & Features dazukommen und keine weitere Kompatibilität gewährleistet werden kann.
Der Hegel DAC Loop kann klar als besonders wichtiges Ausstattungsmerkmal des "The Raven" gelten. Das Ausstattungsmerkmal ist praktisch die Grundvoraussetzung für eine perfekte Kombination mit den genannten Hegel Vollverstärkern. Man kann durch diese Loop-Schaltung den internen DAC des jeweiligen Hegel Vollverstärkers umgehen und den D50 nahtlos in die Signalkette einsetzen. Eingangswahl, Lautstärkeregelung, etc. wird alles nach wie vor über den Verstärker gesteuert und auch die digitalen Eingänge des Amps können nach wie vor genutzt werden. Dadurch, dass der D50 aber die komplette D/A-Wandlung extern vornimmt, wird, so führt Hegel aus, ein deutlich feinerer, räumlich facettenreicherer, detaillierterer und ein Klang mit insgesamt höherer Transparenz und Klarheit realisiert.

DAC-Loop-Schaltung: Erforderliche Kabel

DAC-Loop: Verkabelung
Wie geht man für die Nutzung der DAC Loop-Funktion vor? Für unser Test-Ensemble arbeitet der DAC D50 mit dem Hegel H400 zusammen. Zunächst verbindet man einen Digitalausgang des Verstärkers mit einem Digitaleingang des D50. Im besten Fall ist dies BNC. So auch bei uns, denn sowohl der D50 als auch der H400 sind beide mit BNC ausgestattet. Dann schließt man per XLR-Kabel den D50 am XLR1-Eingang des Verstärkers an und aktiviert die DAC Loop-Funktion in dessen Menü. Die genaue Vorgehensweise für jeden kompatiblen Verstärker findet man, sobald der D50 im Handel verfügbar ist, auch unter support.hegel.com.

Submenü für den DAC-Loop

DAC-Loop an

DAC-Loop aus
Beim H400 halten wir auf der Fernbedienung zunächst COMPUTER PLAY für ca. 5 Sekunden gedrückt und navigieren dann mit PREV und NEXT durch das Menü. So erreichen wir schnell das Sub-Menü "DAC-Loop" und können den DAC-Loop aktivieren. Jetzt kann man die Eingänge des H400 problemlos weiterverwenden, kommt aber gleichzeitig in den Genuss der exklusiven Wandler-Qualitäten des DAC D50. Zusätzlich kann man im Menü noch für den USB-Eingang sowie für Network auf Wunsch den DAC-Loop aktivieren. Grundsätzlich ist die DAC-Loop-Funktion aber ab Werk für diese Quellen deaktiviert, da Hegel davon ausgeht, dass sich dadurch keine eklatanten Verbesserungen ergeben. Selbstverständlich kann man auch Quellgeräte direkt am DAC D50 anschließen und das Signal so per XLR an den H400 weitergeben.
Verarbeitung

Vorne, rechte Seite

Hervorragende Materialqualität
Der Hegel DAC D50 ist gebaut wie ein Panzer. Massivität und Robustheit steht hier allem voran. Keine Frage, die Spaltmaße sind gering und die Übergänge zwischen den einzelnen Gehäuseteilen sind gut, für knapp 5.000 Euro könnte aber alles noch ein wenig geschliffener, nahtloser sein für den vollendeten optischen Auftritt.

Finish im Detail, hier rund ums Display

Finish im Detail, rund ums Display, Hegel-Logo

Display: Info

Display: Auto in

Display-Helligkeit
Auch zum Beispiel, dass das Display nicht plan integriert ist, sondern leicht nach hinten versetzt und dass die Platine dahinter sichtbar ist, lässt den D50 noch den Charme eines echten Manufaktur-Produktes versprühen. Das alles ist aber Kritik auf sehr hohem Niveau, denn wenn man den D50 in der Hand hält, ist die enorme Wertigkeit sofort spürbar.

Drei Bedienelemente

Bedienelement im Detail
Das absolut schnörkellose, minimalistische Design, welches praktisch alle Hegel-Komponenten auszeichnet, unterstreicht dies nochmal. Nichts findet man hier, außer der Anzeige, auf der Gerätefront. Drei Bedientasten mit gutem Druckpunkt und hörbarem Klick-Feedback sind versteckt integriert, und zwar vorne an der Unterseite. Mittig der Power-Button sowie jeweils daneben eine weitere Taste, die mit Pfeilen links und rechts markiert sind. Einzig das weiße, leicht nach hinten versetzte Hegel-Logo auf schwarzem Untergrund - eine leicht strukturierte, haptisch angenehme strukturierte Metalloberfläche - und die geschwungene Front sind als Design-Akzente für den eigenständigen Look verantwortlich.

Sehr solider Standfuß

Sehr guter Stand auf jedem Untergrund
Auf einen stabilen Stand hat Hegel ebenfalls sehr großen Wert gelegt. Groß dimensionierte Metallfüße mit zusätzlichen gummierten Dämpfern, angeordnet als 3-Punkt-Basis, sorgen für Bodenabstand und eine tadellose Entkopplung vom Untergrund. Unverrückbar steht der D50 damit auf unserem Sideboard aus Holz, aber auch z.B. einem HiFi-Rack mit Steinböden. An der Unterseite und nach hinten raus wurden noch ein paar Lüftungsöffnungen ins Metall perforiert. Die Oberseite ist gänzlich unversehrt, hier sind lediglich sechs Inbus-Schrauben sichtbar.

Innenleben, Gesamtübersicht
Beim Blick ins Innere wird der Fokus auf maximale akustische Performance nochmals deutlich. Zwei große Ringkerntransformatoren, kurze Signalwege, dicke Kabeldurchmesser und hochwertige Verbindungen sind fallen hier sofort auf.

Zwei Ringkerntransformatoren

Extrem hochwertige Kondensatoren

XMOS-Chip

Stromversorgung

Im Detail

Verkabelung des Gerätedisplays von innen aus betrachtet

Anschlusssektion von innen aus betrachtet
Auch die beiden 10.000 μF-Kondensatoren, die übersichtlichen Leiterplatten mit großen Abständen zwischen den einzelnen Leiterbahnen und die sauberen Lötpunkte mit ebenfalls großzügig bemessenen Leitern zu den Anschlüssen sind Zeuge der großen Sorgfalt und der Detailverliebtheit, mit der die Akustikingenieure aus Norwegen ans Werk gehen. Auch der raffinierte Eingang für eine absolut saubere Stromversorgung aus dem Netz ist zu erkennen. Die Ringkerntrafos sind nochmals mit einer Platte aus Metall von der übrigen Elektronik abgeschirmt, überall findet man solide Kabelschuhe, dicke und verdrillte Kabel und selbst die kleinen Kühlkörper bestehen aus Aluminium und sind schwarz eloxiert. Insgesamt ist hier Kritik völlig fehl am Platz.

Fernbedienung

Die Tasten sind alle im oberen Bereich untergebracht
Die Fernbedienung (RC8) im Lieferumfang schert hier ebenfalls nicht aus und präsentiert sich als schwerer, ausgezeichnet verarbeiteter Signalgeber. Komplett aus Metall gefertigt, mit identischer Oberfläche wie der DAC D50, liegt die Remote mit abgerundeten Kanten sehr gut in der Hand und wirkt, abgesehen von den vier Kreuzschlitz-Schrauben an der Unterseite, wie aus einem Guss.

Seitliche Ansicht der Remote

Solide Verschraubung der Fernbedienung von unten
Die zugegebenermaßen etwas kleinen Drucktasten sind alle problemlos mit einer Hand erreichbar und bieten einen exzellenten Druckpunkt mit sowohl hörbarem als auch spürbarem Klick. Die RC8 Fernbedienung kann auch für andere Hegel HiFi-Komponenten verwendet werden und weist daher einige Tasten auf, die für den DAC D50 nicht benötigt werden. Eine Hintergrundbeleuchtung wäre noch schön.
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Tags: D/A-Wandler • DAC • Hegel






