XXL-PREVIEW: Panasonic TV-42Z90A - Visuell starker OLED-Fernseher mit Top-Ausstattung in 42 Zoll?
Einrichtung und Menü

Beginn der ersten Einrichtung
Problemlos, trotz neuem Betriebssystem, geht die erste Einrichtung vonstatten, die entweder konventionell per Fernbedienung oder per Smartphone App erfolgen kann. Zunächst folgt die Auswahl der Sprache, die Festlegung des Standortes und das Herstellen einer Netzwerkverbindung (kabelbasiert oder kabellos). Danach direkt die Prüfung auf Updates und man muss sich mit einem Amazon-Konto anmelden. Für die Verwendung von Fire TV ist ein Amazon-Konto zwingend notwendig. Ein Prime-Abo ist dazu nicht erforderlich, ein kostenloses Amazon-Konto genügt völlig. Wer keines erstellen muss, kann die Registrierung des TVs direkt per Code-Eingabe durchführen, was binnen wenigen Sekunden erledigt ist.
Wer bereits über ein Gerät mit Fire TV OS verfügt, das kann z.B. auch ein Fire TV Stick sein, kann die dort bereits erledigten Einstellungen direkt wiederherstellen. Installierte Apps, Mediatheken, Einstellungen zur Kindersicherung und individuelle Präferenzen werden dann direkt von dort übernommen und müssen beim Panasonic TV nicht noch einmal durchgeführt werden. Danach folgen die Erklärungen zu Alexa Hands-free und zu Fire TV Ambient. Es sind also Fernfeldmikrofone integriert, für die Sprachsteuerung ist ein Griff zur Fernbedienung also obsolet. Gänzlich, das wird auch später im Home-Menü ersichtlich, kann man auf Amazon-Werbung nicht verzichten. Hier während der Erstinstallation schlägt der TV ein Amazon Kids+ Abo vor.
Dann folgt die Frage, welche Apps sollen noch zusätzlich installiert werden. Darunter kostenpflichtige Streamingdienste, Mediatheken sowie weitere Apps, wie z.B. YouTube. Anschließend ist die Fire TV-Einrichtung grundsätzlich abgeschlossen, es folgt aber noch die Live-TV-Installation mit dem Panasonic Penta Tuner über alle möglichen Signalpfade, dann ist alles bereit für die eigentliche Nutzung des Panasonic Z90A.

Home Screen, Teil 1

"Ringe der Macht", neue Herr-Der-Ringe-Serie bei Amazon Prime Video
Wer bereits andere Fernseher mit diesem OS kennt oder schon mal einen Fire TV Stick verwendet hat, findet sich schnell zurecht. Aber auch ohne großartige Vorkenntnisse wird man sich in der typisch strukturierten und übersichtlichen Umgebung schnell zurechtfinden. Ruft man den Home Screen auf und scrollt nicht nach unten, wird man mit diversen Trailern von Amazon-Serien oder z.B. freevee unterhalten. Ein Klick nach unten und man kann auf das eigene Profil, die Eingänge, favorisierte Inhalte und die Suche zugreifen. Außerdem weiter rechts auf die Apps, die man zur Installation ausgewählt hat. Die "Startseite" bietet zahlreiche Vorschläge, empfohlene Filme und Serien sowie Inhalte, die man bereits begonnen hat und fortsetzen möchte. Auch kürzlich verwendete Apps werden angezeigt und gesponserte Inhalte, also Werbung. Unter Live-TV findet man neben den Sendern auch die in der Ersteinrichtung aktivierten Mediatheken. Zu den eigentlichen Einstellungen gelangt man ganz rechts mit einem Klick auf das Zahnrad.
Erfreulicherweise reagiert der Z90 sehr flink auf jeden Eingabebefehl und gönnt sich nach dem Aufwachen aus dem Standby keine wirkliche Bedenkpause. Praktisch ist das kompakte Optionsmenü. Drückt man, während man z.B. Live-TV sieht, die Taste mit dem Kontrollrädchen, kann man direkt auf Bild- und Ton- sowie Bildschirm-Einstellungen zugreifen. Sämtliche Optionen, also auch alle Bildeinstellungen inklusive Auswahl der Bildmodi und der komplette Video-EQ, werden transparent im rechten Bereich des Bildschirms während der Wiedergabe angezeigt und können justiert werden. Natürlich lässt sich auch aus dem Home-Screen heraus das Einstellungsmenü öffnen. Dieses überdeckt dann gesamten Bildschirm und hier findet man dann auch allgemeine Einstellungen zum System, Netzwerkeinstellungen, Optionen zur Barrierefreiheit, zum Amazon-Konto, zu Datenschutz, zur Kindersicherung, dem Energiesparmodus, etc. Ruft man hier die Bild- oder Toneinstellungen auf, wird man zunächst gefragt, für welchen Eingang bzw. welches Signal die getätigten Einstellungen gelten sollen. Wählt man dann z.B. "Kabel" aus, wird Kabelfernsehen am Bildschirm angezeigt und die verfügbaren Einstellungsmöglichkeiten wieder transparent rechts am Bildschirm angezeigt.
Video-EQ & Bildeindrücke

Bildmodi

Intelligent Frame Creation (Zwischenbildberechnung)
Bevor wir uns die visuelle Performance des Z90A in der Praxis ansehen, werfen wir einen Blick auf den umfassenden Video-EQ im Panasonic OLED-TV. Zunächst kann man zwischen folgenden Bildfeldern auswählen:
- Dynamik
- Auto AI
- Normal
- Sport
- Kino
- Filmmaker Mode
- True Cinema
- Professionell 1
- Professionell 2
Erwartungsgemäß weist der Modus Dynamik die kühlste und deutlich zu kühle Farbtemperatur auf, ist aber immerhin nicht gnadenlos überschärft und die Farben wirken auch nicht extrem überzogen. Dennoch sollte man Dynamik tunlichst vermeiden und wenigstens auf Normal zurückgreifen. Die Farbgebung ist immer noch von kühlem Einschlag, aber natürlicher und angenehmer. Dazu ist dieses Preset recht hell und zieht die Schärfe ein wenig an. Panasonic scheint diesen Modus für den TV-Betrieb mit geringer als 4K auflösender Signalquelle bei Tageslicht vorgesehen zu haben und für diesen Zweck, wenn auch die Farben nicht absolut authentisch sind, ist er auch gut zu gebrauchen.
Auto AI scheint die Einstellungen des Modus "Normal" weitgehend zu übernehmen, wird aber abhängig vom gesehenen Inhalt die Einstellungen entsprechend anpassen. Auf den ersten Blick gefällt uns die KI-Option besser als bei früheren Generation, da hier weniger intensiv eingegriffen wird. Bei Nachrichten sowie folgendem Radsport hat uns der Auto AI-Modus zwar kein völlig farbechtes, aber durchaus angenehmes, scharfes und rauscharmes Bild mit hoher Stabilität präsentiert. Hier haben wir den Fernseher bei Tageslicht in einem recht hell erleuchteten Raum betrachtet. Dynamische Optimierer, wie z.B. die Zwischenbildberechung, sind hier natürlich aktiv. Das gilt auch für die Modi Normal und Kino. Beim Filmmaker Mode sowie auch True Cinema ist die "Intelligent Frame Creation" hingegen ausgeschaltet. Hier muss man sich, wie üblich, zwischen flüssiger Bewegungswiedergabe und dem ein oder anderen Artefakt und einer natürlichen Darstellung, die nicht völlig fließend ist, entscheiden. Der Z90 zeigt hier bei der Tuner-Darstellung nicht sonderlich ausgeprägte Artefakte, beim Radsport kann man aber die ein oder andere instabile Kante und vereinzelt Ghosting-Effekte nachvollziehen, wenn man genau darauf achtet. Insgesamt allerdings ein sehr gutes Ergebnis, identisch zu vergleichbaren Konkurrenzmodellen.
Der Filmmaker Mode, True Cinema und Professionell 2 unterscheiden sich nur sehr geringfügig. Hier findet man die authentischste Farbdarstellung und sehr natürlich wirkendes, angenehmes, ruhiges Bild. Wer Zwischenbildberechnung möchte, muss dies hier allerdings aktiv zuschalten. Kino und auch Professionell 1 hingegen sind etwas heller und eher für TV- oder Filmgenuss bei Tageslicht zu empfehlen. Bei der Schärfe tut sich kaum etwas, sämtliche genannten Modi zielen hier auf gutes Grundmaterial in Form von 1080p- oder Ultra HD-Auflösung ab.
Nach den Bildmodi gibt der TV die Möglichkeit, den Umgebungssensor ein- und auszuschalten. Separat kann außerdem der automatische Weißabgleich aktiviert oder deaktiviert werden, wenn der TV selbst zwar die Bildschirmhelligkeit, aber nicht die Farbtemperatur anpassen soll.
Danach folgen Einstellungen zur Helligkeit inklusive Luminanzlevel, Kontrast, Gamma und Schwarzwert. Farbe, Farbton, Farbtemperatur kann justiert werden und unter Klarheit findet man zum einen den Schärferegler, aber auch verschiedene Bildoptimierer und Rauschunterdrückungsalgorithmen. Auf die Zwischenbildberechnung greift man unter Bewegung zu. Die Intelligent Frame Creation kann in den Intensitäten Hoch, Mittel, Niedrig, Aus und auch Benutzerdefiniert eingestellt werden. Wählt man "Benutzerdefiniert" aus, kann man "Blur-Reduktion" und "Film Smooth" von 0-10 selbst justieren. Auch Clear Motion, das Einfügen zusätzlicher schwarzer Frames für eine noch gleichmäßigere Darstellung, die zumindest beim Tuner eher kontraproduktiv ist, lässt sich unter dem Menüpunkt "Bewegung" manuell aktivieren. Unter Farbabgleich lassen sich Einstellungen zur Farbgebung vornehmen sowie ein Weißabgleich durchführen. Der gewünschte Signalpegel lässt sich dabei von 0-100 in 10er Steps wählen. Letztlich lässt sich unter Bild in den "Options-Einstellungen" festlegen, ob der TV bei Erkennung eines Dolby Vision- und Filmmaker Mode-Signals eine Benachrichtigung anzeigen soll und ob auch direkt in den Filmmaker Mode gewechselt wird.
Der Tuner ist nun schon seit Jahren eine Paradedisziplin von Panasonic und auch im neuen Z90 kommt der bewährte, enorm flexible Penta Tuner zum Einsatz. Konventionelle Empfangswege wie Satellit, Kabel und Antenne werden natürlich abgedeckt. Dank Twin Tuner lässt sich auch problemlos ein Programminhalt aufnehmen, während man gleichzeitig einen anderen Kanal ansieht. Zusätzlich stehen dann mit IPTV und TV>IP zwei weitere Signaltypen zur Verfügung. Der Empfang erfolgt dann über das Internet bzw. wird über einen anderen kompatiblen Fernseher, der Live-TV über einen klassischen Empfangsweg empfängt, bereitgestellt. Der Vorteil ist dann, dass man bei der Positionierung des OLED-TVs unabhängig ist. Nutzt man einen der zusätzlichen Empfangswege, wird ein konventioneller TV-Anschluss nicht zwingend benötigt.
Zur Bildqualität im DVB-C-Betrieb haben wir bereits einiges gesagt. Insgesamt stellen wir ein sehr stabiles, ruhiges und angenehmes Bild mit natürlich wirkenden Farben fest und ausgezeichneter Schärfe fest. Aus dem öffentlich-rechtlichen 720p-Ausgangsmaterial holt der Z90 auch alles, was möglich ist, an Details heraus. Feinheiten an der Kleidung von Talkshow-Gästen oder auch an Gesichtern wirken tadellos. Trotz der hohen Kantenschärfe bilden sich kaum Treppenstufen aus, auch Laufschriften oder das Senderlogo wird sauber und klar abgebildet. Vereinzelt kann mal eine Kante, z.B. gesehen bei einer Bildunterschrift mit farbiger Leiste dahinter, etwas zittern. Wer das komplett vermeiden möchte, deaktiviert die Zwischenbildberechnung bzw. nimmt einen weniger intensiven Modus. Ganz grundsätzlich liefert der Panasonic TV-42Z90AEG ein ausgezeichnetes Tuner-Bild mit hohem Detailreichtum und höher Schärfe. Das Bild wirkt durch die hohe Stabilität und Bildruhe auch sehr angenehm und gefällt mit authentischer Farbgebung. Für den Alltagsbetrieb in SDR wird definitiv ausreichend Helligkeit geboten. Spiegelungen sind dann natürlich ein Thema und nicht wegzudiskutieren, fallen aber je nach Standort und Bildinhalt eben mehr oder weniger auf. Wenn der OLED-TV nicht direkt neben einem Fenster steht und es sich nicht um einen durchweg im Dunkeln spielenden Film handelt, sind die Reflektionen kaum störend.
Als zweites Beispiel ziehen wir die Ultra HD Blu-ray von "Mord im Orient-Express" heran und wählen für die authentische Bilddarstellung in nativer 24p-Bildwiederholrate den Filmmaker Mode. In 4K-Auflösung zugespielt, muss der Z90 keine Scalingleistungen erbringen, dafür allerdings für die HDR10-Inhalte alles an Helligkeit aus dem OLED-Panel herauskitzeln. Wir betrachten den Film in dunkler Umgebung und bieten dem Panasonic TV so beste Voraussetzung zur Entfaltung seines vollen Potentials. Über den Schwarzwert muss man nicht viel sagen. Der OLED-TV ist hier seinen LCD-Gegnern haushoch überlegen und präsentiert abgrundtiefe Dunkelheit. Durch den sehr guten Kontrast wird auch ein sehr plastisches Bild mit klarer Ebenenstaffelung und ausgeprägter Tiefe gezeichnet. Sowohl gesamte Hintergrundflächen als auch Objekte, wie die umherlaufenden Personen vor der Klagemauer, werden dreidimensional abgebildet. OLED-typisch wirkt das Bild sehr plastisch und greifbar.
Die Maximalhelligkeit wirkt gut, einzelne Highlights kennen wir aber noch etwas ausdrucksstärker und knackiger. Diesbezüglich ist noch etwas Luft nach oben. Erwartungsgemäß, denn oberhalb des Z90A gibt es noch die Flaggschiffe Z95A in 55" und 65" sowie den Z93A in 77". Aber auch innerhalb der Z90 Baureihe selbst ist vielleicht noch ein wenig mehr drin. Unser 42-Zoll-Testgerät und der etwas größere 48-Zöller setzen beide auf das gleiche Panel, bei den größeren Geräten der Serie kommt schon das Master OLED Pro-Panel zum Einsatz. Dennoch bietet schon der TV-42Z90AEG ein sehr authentisches und dynamisches Bild mit natürlicher Farbwiedergabe im Filmmaker Mode. Auch die 24p-Darstellung kann sich absolut sehen lassen. Nativ und ohne Zwischenbildberechnung kann man zwar an den Fugen und Mauersteinen sowie auch den zahlreichen Pilgern an der Klagemauer den typischen Judder erkennen. Zitternde Kanten und Nachzieheffekte sind aber selten und fallen lediglich bei Kamerafahrten und Schwenks verstärkt auf.
Die Kanten- und Detailschärfe ist wirklich hervorragend und auf nahezu idealem Level. Der Z90 arbeitet enorm viele Details, auch Poren und Feinheiten, klar heraus, wirkt aber zu keinem Zeitpunkt überschärft. Auch sämtliche Kanten und Linien erscheinen stimmig. Leichtes Rauschen ist zu erkennen, z.B. an der Fassade der Unterkunft, in der Poirot seine Frühstückseier genießen möchte, und dann etwas verstärkt im abgedunkelten Raum selbst. Der schwelende Dampf im Raum lässt sich aber noch erkennen, der Z90 bietet ein ausgezeichnet differenziertes Bild.
Im finalen Test werden wir uns noch näher mit der Upscaling-Performance von 1080p Blu-ray Disc sowie der Zwischenbildberechnung bei der Filmdarstellung beschäftigen. Bislang zeigt der Panasonic Z90A ein exzellentes Bild und nur wenig Schwächen.
Erstes Fazit

In den ersten Testreihen für das Preview hat uns der Panasonic Z90A in 42 Zoll überzeugt. Mit einem äußerst üppigen Ausstattungspaket, intuitiver und flink reagierender Bedienung, praxisgerechter Anschlussbestückung und einer in weiten Zügen hervorragender Bilddarstellung rückt sich der OLED-TV in den Fokus der Aufmerksamkeit. Knapp 2.000 Euro UVP sind natürlich immer noch eine recht heftige Ansage für einen TV in 42 Zoll und dabei muss man dem TV-42Z90A noch ankreiden, dass die Modelle ab 55" über ein besseres Panel mit mehr Helligkeit verfügen. Letzteres allerdings sieht auch bei den Konkurrenzmodellen mit kleiner Bildschirmdiagonale nicht anders aus. Die Bildschärfe ist definitiv auf hervorragendem Niveau und auch was Farbgebung, 24p-Darstellung und Plastizität betrifft, spielt der Z90A zweifellos weit oben mit. Die Verarbeitungsqualität ist gut, die Optik eher dezent und zurückhaltend, mit einer ausgeprägten Bautiefe darf man allerdings keine Probleme haben und wer auf moderne Smart Remotes steht, geht hier leer aus. Bei Bildmodi und Video-EQ zieht Panasonic auch beim Z90A wieder viele Register und macht lediglich bei den Feineinstellungen, wie z.B. dem Weißabgleich mit "nur" 10er-Schritten, leichte Abstriche. Was Gaming-Features betrifft greift man hingegen in die Vollen und stattet auch das kompakte Z90-Modell mit allen sinnvollen Funktionen für ein Spielerlebnis modernster Natur aus. Ob die akustischen Eigenschaften ebenfalls entsprechend mitreißend sind und zusätzliche Lösungen für Gaming am Schreibtisch obsolet machen, klären wir im finalen Testbericht.
Preview: Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 12. September 2024
Tags: 4K OLED-TV • Fernseher • OLED Ultra HD-TV • Panasonic













