XXL-PREVIEW: LG OLED55C37LA - 4K-TV der Generation 2023

webOS-Screenshots

Magic Remote

webOS ermöglicht auch in der neusten Variante eine insgesamt einfache Handlung. Wer bereits einen LG-TV sein eigen nennt oder nannte, findet sich sofort zurecht, aber auch für Neueinsteiger gibt es kaum Schwierigkeiten. Die Air-Maus-ähnliche Handlingoption der Magic Remote muss man nicht verwenden, man kann alles auch wie sonst üblich per Navigationskreuz bedienen. 

Benutzeroberfläche webOS, Teil 1

"Wird gerade gestreamt - Menü

LG räumt auch musikalischen Inhalten einen hohen Stellenwert ein und stellt zahlreiche Streamingmöglichkeiten für Musik vor

Anzeige

Übersichtlich + praktisch ist der Startseiten-Hub

Natürlich kann man sich auch weitere Apps auf den OLED-TV laden

Verfügbar ist ebenfalls eine "Kunstgalerie", soll der Fernseher wie ein Kunstwerk verwendet werden und ein Bild nach Wahl anzeigen

Insgesamt ist die Handhabung einfach, die Funktionsvielfalt ist enorm. Daher braucht man schon etwas Zeit, um alles zu erkunden, was sich mit dem LG OLED bewerkstelligen lässt.

Bild

Wir starten mit der Beurteilung des TV-Tuners und wählen den DVB-C-Empfang. Der LG bekommt "Live nach Neun" in 720p zugespielt und muss hier das Beste herausholen. Es geht um den Oscar-gewinn von Brandon fraser, und es werden Ausschnitte aus dem Oscar-Film The Whale gezeigt, gemischt mit Studioaufnahmen und Interview-Parts.

Bildprogramme

Anzeige

Die Filmausschnitte, was allerdings hier an der Quelle liegt, überzeugen eher weniger, Pixelmuster und Unschärfen sind erkennbar. Bei den anderen Sequenzen überzeugt der OLED dann mit einem scharfen, realistischen Bild. Nach Check der Bildmodi haben wir uns für den ISF-Modus Heller Raum entschieden. Der TV ermöglicht eine tadellose maximale Helligkeit, die dafür sorgt, dass man auch dann dunkle Szenen in vielen details wahrnehmen kann, wenn von außen die Sonne durchs Fenster scheint. Bewusst haben wir nicht verdunkelt - denn schließlich sollen die 2023er OLED durch eine tadellose maximale Helligkeit voll alltagatauglich sein. Wir schauen noch in "Alles Klara" im SWR-HD hinein - eine recht aktuelle Serie, die im IFS-Modus "Heller Raum" gelungen aussieht. Realistische Farben, sehr guter Gesamt- und Detailkontrast, geringes Rauschen - das passt auf der ganzen Linie.

Bewegungen, ganz gleich, in welcher Geschwindigkeit, werden ruhig und stabil präsentiert, ohne nervende Nachzieheffekte. Das Upscaling auf die native Panelauflösung gelingt dem C37LA richtig gut - natürlich bemerkt man, gerade wenn man direkt vorm TV sitzt, dass es relativ niedrig auflösendes Material ist, aber in Anbetracht dessen ist die Arbeit des LG vorzüglich. Scalingrauschen ist kaum vorhanden, und der LG holt sogar einiges aus dem kritischen Bereich hochfrequenter Bilddetails. Was absolut top ist - der Tuner nervt auch bei größeren einfarbigen Passagen nicht durch Flächenrauschen oder Artefaktebildung. 

Beim Filmbeginn von "Kingsmen - The Golden Circle" muss sich der brandneue OLED-TV als nächstes beweisen. Die Zuspielung kommt von Ultra-HD-Blu-ray (mit HDR10) und wir setzen bei abgedunkeltem Raum auf den Filmmaker Mode. Der LG überzeugt uns mit OLED-typischen Tugenden wie dem satten Schwarz und dem breiten Blickwinkel, zeigt sich im Filmmaker-Mode als hoch talentiert. In der Anfangssequenz, in der Eggsy auf Charlie trifft und in eine wüste Schlägerei verwickelt wird, die sich im speziellen Kingsmen-Taxi abspielt, stellt der OLED sämtliche Bewegungen ohne Schärfeverluste dar. Das Bild gibt sich farblich authentisch und Kino-gemäß, bestechend ist, wie klar der Asphalt der Straße erkennbar bleibt, während das London-Taxi von silbernen Jaguar SUV mit bewaffneten Schützen verfolgt wird. Mikrokratzer an der Heckpartie des Taxis werden gekonnt dargestellt, als Eggsy hinter dem Gefährt auf der Straße schleift.

Insgesamt ist die Rauschneigung sehr gering, in voller Schärfe ist die zerstörte, von Rissen durchzogene Scheibe zu erkennen. Als Eggsy nun das Taxi in den Sport-Modus versetzt, ist das neue, aus der Mittelkonsole kommende Schaltwerkzeug aus poliertem Stahl mit hervorragender Konturenschärfe zu erkennen. Die wilde Jagd aus der Vogelperspektive erscheint, wie schon eingangs erwähnt, bewegungsstabil und auch im Detail scharf. Das statische HDR10-Material wird mit einem überragenden Kontrastumfang präsentiert, das erkennt man z.B. beim Blick von schräg oben auf die nächtliche stark befahrene Straße mit mehreren Spuren. Auch Einzelheiten wie die Scheinwerferkegel der einzelnen Autos arbeitet unser Testkandidat akkurat heraus. Wie gut der LG auch bei wenig Licht im Bild Kontrastdetails erfasst, zeigt die Fahrt mit dem Taxi durch den nur von einigen Laternen beleuchteten Park. 

Es folgt, per Apple TV gestreamt, ein Ausschnitt aus dem Film "Greyhound" in 4K/Dolby Vision. Für Dolby Vision bietet der LG spezielle Bildprogramme.

Dolby Vision-Bildmodus Kino-Home

Anzeige

Dolby Vision-Bildmodus Standard

Diese umfassen: Personalisierte Einstellung, Standard (zu kalte Farben, Bild wirkt leicht grell, aber bei externem Lichteinfall im Aufstellungsraum absolut zu gebrauchen, da sind die Kino-Modi zu dunkel), Lebhaft (unbrauchbar, komplett überzogener Kontrast, Farbtemperatur zu hoch, Kino Home (augenfreundlich, authentisch, realistische Farben, sehr saubere Kontrastabstufung, gut beim weitgehend abgedunkelten Raum), Kino (noch eine Idee dunkler, Kino-gemäßes Bild, bei komplett abgedunkeltem Raum) sowie Spiele-Optimierer. Wir setzen bei "Greyhound" auf Kino-Home. Wem das Bild immer noch zu anstrengend ist, der kann den augenschonenden Modus im Schnellmenü links aktivieren, dann werden die Farben wärmer und das gesamte Bild noch milder. Da der Kino-Home-Modus aber bereits sehr angenehm, homogen sowie echt wirkt, sehen wir dazu keine Veranlassung. Bei "Greyhound" beeindruckt uns der LG-OLED mit dem unglaublich weiten und zugleich fein gestuften Kontrastumfang.

So werden auch im Dämmerlich im Inneren des Kriegsschiffs viele Details problemlos erkennbar. Auch die Instrumente, teilweise beleuchtet, kommen ausgezeichnet heraus. Die Gesichter der Protagonisten zeigen klar und deutlich die Struktur der Haut, und die verschiedenen Hautfarben der Besatzungsmitglieder arbeitet der LG hervorragend heraus. Die 2023er Generation ist aus visueller Perspektive keine Revolution - die war auch gar nicht notwendig, denn schon die 2022er und auch immer noch die 2021er LG OLED-Modelle sind nach wie vor ausgezeichnet. Daher geht es mehr um Detailoptimierung - hier noch etwas mehr Schärfe bei hochfrequenten Einzelheiten, hier - im Falle von Greyhound - eine noch sensiblere Darstellung der Wellenbewegung des Ozeans, hier noch feinere Nuancen bei Hautfarben. Aber exakt diese Detailarbeit ist es, die einen namhaften Hersteller auszeichnet. Riesige Steps sind kaum noch möglich, zumal der ehemals größte Nachteil der OLED-Panels, die zu geringe maximale Helligkeit, effektiv ausgemerzt werden konnte. 

Klang

Der TV ermöglicht im AI-Tonmodus einen guten Klang, natürlich etwas dünn, wenn man mindestens eine gute Soundbar als Ergänzung gewohnt ist, für das Soundsystem eines Fernsehers aber absolut in Ordnung. Erstaunlich ist die Pegelfestigkeit, ohne Schwierigkeiten kann man auch deutlich oberhalb der Zimmerlautstärke hören. Vokale Anteile sind gut verständlich, erst bei gehobener Lautstärke mischen sich Zisch-Laute in die Stimmwiedergabe. Bei Musik hörbar ist, dass es ganz oben im Hochtonbereich schon etwas an Transparenz fehlt, aber das ist zu verschmerzen. Man kann eben keine hochklassige Akustik erwarten, wer eine sinnvolle klangliche Aufwertung zum moderaten Preis und mit minimalem Installationsaufwand betreiben möchte, kann zum Beispiel zur 2023er LG Soundbar Eclair DSE6S greifen, die ultrakompakt ist und dafür richtig gut klingt. 

Erstes Fazit

Der LG OLED C3 des Modelljahrs 2023 präsentiert sich optisch attraktiv und ist üppig ausgestattet. Nichts fehlt, sieht man von der nach wie vor nicht vorhandenen Unterstützung von HDR10+/HDR10+ Adaptive ab. Die Anschlusssektion ist gut ausstaffiert, die erste Installation läuft ohne Schwierigkeiten ab. Die Bildgüte wurde im Detail erfolgreich optimiert, noch rauschärmer und noch detailreicher arbeitet das Scaling. Die Farbdarstellung erweist sich als besonders facettenreich und präzise. Detailkontrast und Gesamtkontrast kann man nur als überragend bezeichnen. Die maximale Helligkeit des Panels ist ausgezeichnet. Dank der OLED evo-Technologie wird eine nahezu perfekte Zusammenarbeit von Panel und Processing erzielt. Aktuell ist der Kaufpreis des 55-Zöllers ist direkt nach der Markteinführung noch recht hoch, wir gehen allerdings davon aus, dass der formschöne 4K-OLED bald schon günstiger zu haben sein wird. 

Anzeige

Preview: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 28. April 2023

Anzeige


Weiter auf: Vorherige Seite

Seiten: 1 2

Tags:

Alle aktuellen Tests auf AREA DVD

Themen-Schlagwörter (nach Häufigkeit sortiert)

Lautsprecher Blu-ray Disc-Review Samsung Panasonic IFA TV Kopfhörer Ultra HD Ultra HD Blu-ray-Review Soundbar LG Sony AV-Receiver CES Teufel Fernseher OLED Denon Subwoofer nubert Verstärker Bluetooth-Lautsprecher Special Yamaha Dolby Atmos Smartphone Bluetooth Aktivlautsprecher Stereo Canton Dali Beyerdynamic JBL Marantz Philips aktiver Lautsprecher AVR Wireless-Lautsprecher KEF Info-Special

Privacy Manager
  ZURÜCK