XXL-PREVIEW: LG OLED55B29LA - Hightech-Allrounder mit top Bildqualität für unter 2.000 Euro?

Endlich ist er da! Der erste OLED-Fernseher der Generation 2022, den wir in der Redaktion unter die Lupe nehmen dürfen, ist der LG OLED55B29LA. Ein waschechter Vertreter der Mittelklasse, der sich zwischen dem günstigen A2 und dem nun mit OLED evo-Technologie ausgestatteten C2 des Herstellers platziert. Günstiger als die beliebte C-Klasse ist der OLED55B29LA auch aufgrund des etwas kleiner dimensionierten alpha7 Gen5 AI 4K-Prozessors, der die Signalverarbeitung übernimmt. Dieser steckt zwar auch im OLED-Einsteiger, abgesehen davon setzt sich der B2 aber klar ab: Der OLED55B29LA ist mit einem nativen 100 Hz Panel gerüstet und bringt HDMI 2.1-Anschlüsse mit allen zugehörigen praktischen Funktionen mit. Außerdem einen Twin Tuner, G-Sync und FreeSync-Support sowie die Unterstützung von Dolby Vision IQ. Natürlich ist LGs aktuelles webOS22 an Bord. Neben den inzwischen obligatorischen Zugriffsmöglichkeiten auf zahlreiche VoD-Angebote und Apps kann der TV auch mit Google Assistant und Alexa gesteuert werden. Auch AirPlay2/HomeKit-Support ist mit dem OLED55B29LA gegeben. Preislich liegt der Fernseher mit selbstleuchtenden OLED-Pixeln bei 1.899 Euro (UVP).

Unser Testgerät (OLED55B29LA) gibt es auch noch als Modellvariante B23. Die Fernseher Unterscheiden sich lediglich in wenigen Details, so unterstützt der B29 WiSA und bringt einen Twin Tuner mit. Der B23 hingegen ist mit einem Single-Tuner ausgestattet und hat daher eine Sat-Buchse weniger und kann nicht gleichzeitig aufnehmen, während man ein anderes Programm ansieht. Beim B29 gibt es zudem den Bildmodus "Football", beim B23 heißt er "Sports". Optisch und beim Design gleichen sich die Geräte 1:1.

Verarbeitung

Standfuß des OLED55B29LA

Bautiefe und seitliche Ansicht

Im Gegensatz zum ebenfalls kürzlich getesteten LG QNED TV 50QNED819QA, der recht gediegen daherkommt, wirkt das Design des OLED55B29LA progressiver, aber keinesfalls aufdringlich. Der Standfuß scheint identisch zum Vorgängermodell aus 2021 und auch sonst weist das aktuelle B-Modell keine optischen Besonderheiten auf. Der Display-Rahmen ist eine sehr schmale, runde Metall-Leiste. Zwischen Rahmen und Display gibt es einen ca. 6 mm breiten schwarzen Rand, der zwar erkennbar, aber aus typischer Sitzentfernung nicht wirklich störend ist. Mittig unter dem Bildschirm sitzen in einer Leiste IR-Sensor sowie die Status-LED, die ab Werk im Standby-Modus rot leuchtet.

OLED-typisch unterteilt sich die Rückseite in einen sehr schmalen Bereich von ca. 4-5mm und einem breiteren Abschnitt unten, der die Elektronik, Lüftung und Lautsprecher des OLED-Fernsehers beherbergt. Hier messen wir ca. 5 cm Bautiefe. Der schmale Bereich des Rückens ist aus Metall und weist eine optisch attraktive Struktur auf, unten hingegen herrscht Kunststoff vor. Ebenso wie beim Standfuß kommt hier aber auch eine Strukturoberfläche im geschliffenen Alu-Look zum Einsatz, die einen schicken Eindruck macht und auch haptisch recht angenehm ist.

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Anschlüsse

HDMI 2.0- und USB-Anschlüsse seitlich, außerdem der CI+ Slot

Tuner-Inputs, Ethernet und 2x HDMI 2.1, außerdem ein digitaler optischer Audio-Ausgang

Auf der Rückseite sitzen seitlich und nach unten die integrierten Schnittstellen.  Der LG OLED55B29LA ist mit zwei HDMI 2.0-Eingängen, aber auch mit zwei vollwertigen HDMI 2.1-Slots bestückt, die mit 4K-Auflösung und 120 Hz Bildwiederholrate gefüttert werden können. Außerdem werden die insbesondere Gaming-relevanten Features ALLM und VRR unterstützt. Auch für Nvidia G-Sync und AMD FreeSync sowie HGiG-Unterstützt nutzt man diese Schnittstellen und wer über eine moderne Spielekonsole, wie die PlayStation 5 oder Xbox Series X, verfügt, schließt diese hier an.

Rückseite LG OLED55B29LA

Auch frei im Raum aufgestellt erscheint der LG 4K OLED-Fernseher elegant. Ein Kabelmanagement gibt es aber nicht. Das linksseitig integrierte Stromkabel sowie sonstige Kabel, die von Quellgeräten zum TV führen, muss man in Eigeninitiative kaschieren und es liegen auch auf Abdeckungen für die zwei Anschlussbereiche muss man verzichten. Dafür gefällt die quasi nahtlose Integration des Standfußes, dank der Kunststoffabdeckung sind auch keine Schraubenöffnungen oder ähnliches sichtbar. Die Verarbeitungs- und Materialqualität sowie das Design stechen weder besonders positiv noch besonders negativ hervor. Ähnlich zum Vorjahr gibt es eine Kombination aus Kunststoff- und Metallelementen, einen schmalen Rahmen und eine nicht allzu üppige, aber völlig praxisgerechte Anschlussbestückung. Die Optik ist unaufdringlich und elegant, dank des mittig platzierten Standfußes passt der OLED55B29LA auch auf kompaktere Sideboards. 

Inbetriebnahme & Handling

Erster Schritt beim LG Installationsassistenten: Fernbedienung koppeln

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Direkt am TV oder am Mobilgerät einrichten

Sprach- und Ortseinstellung

Herstellen der Netzwerk- und Internetverbindung

Auf Standfuß oder Wandmontage?

AI-Features aktivieren

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Auf Wunsch kann ein LG-Konto eingerichtet werden

TV-Empfangssignal auswählen

Sendersuchlauf wird durchgeführt

Spracheinstellungen, das Herstellen der Netzwerk-Verbindung, den Sendersuchlauf, AI-Features und weitere System- und Aufstellungsabhängige Parameter werden während des Einrichtungsassistenten festgelegt, der sich automatisch bei der ersten Inbetriebnahme des LG-Fernsehers öffnet. Dazu gehört das Koppeln der TV-Fernbedienung, die Auswahl ob der TV an der Wand montiert oder auf dem Standfuß platziert wurde und welchen Empfangsweg für den integrierten Twin Tuner man nutzen möchte. In wenigen Schritten führt der TV den Anwender durch sämtliche notwendigen Punkte, um nach wenigen Momenten mit dem Entertainment-Genuss beginnen zu können. Wer möchte, kann auch ein LG Konto erstellen oder sich direkt in VoD-Apps oder YouTube einloggen.

webOS 22

App-Leiste und Home Dashboard inklusive Quellen

Beim Betriebssystem setzt der LG OLED55B29LA selbstredend auf das eigens entwickelte webOS, dass in 2022 weiter optimiert wurde und neue Features bietet, darunter z.B. personalisierbare Benutzerprofile. So kann jedes Familienmitglied bzw. im Haushalt lebende Person ein eigenes Profil erstellen und Favoriteninhalte festlegen. Gibt es noch kein Profil, kann über den Button "Anmelden" ein (LG-)Konto erstellt werden, der sich in der webOS22-Oberfläche im rechten oberen Bildabschnitt befindet. Die Oberfläche vereint Informationsinhalte, Apps und auch Empfehlungen, wie z.B. aktuell beliebte Sendungen, sowie Genre- und Kategorie-spezifische Vorschläge zu Sport, Shopping, etc. und auch die Quellen kann man hier direkt anwählen. Manch einer wird auf die Empfehlungen oder auch auf die Anzeige des Wetters verzichten können, insgesamt wirkt die Home-Oberfläche aber nicht überladen, sondern bietet eine gute Gesamtübersicht.

Der Fernseher reagiert flink auf sämtliche Eingabebefehle, der alpha7 Gen5 AI 4K-Prozessor ist hier keinesfalls überfordert. Verzögerungen muss man lediglich für ein paar Momente direkt nach dem Einschalten des Fernsehers in Kauf nehmen und wenn mit Netflix, YouTube oder ähnlichen Apps etwas komplexere Programme gestartet werden müssen. Der OLED55B29LA genehmigt sich dann kurz, bis er wieder anstandslos auf Befehle reagiert und diese auch schnell am Bildschirm umsetzt. 

Bild

Integrierte Bildmodi

Bild - Erweiterte Einstellungen

Bevor wir uns den Praxiseindrücken widmen, sehen wir uns die Bildeinstellungen bzw. den Video-Equalizer des LG OLED55B29LA an. Zunächst kann man mit verschiedenen Bildfeldern das Bild nach seinen persönlichen Vorlieben gestalten. Wer auf eine natürliche Wiedergabe mit authentischer Farbgebung Wert legt, verwendet das Preset Kino oder setzt auch bei Live-TV auf den Filmmaker Mode. Außerdem stehen zwei isf-Experte Presets zur Verfügung, eines für eine dunkle Umgebung bzw. TV-Genuss bei Nacht und eines für helle Bereiche mit Tageslichteinfall. Die genannten Modi sind auch recht gut im Alltag und ohne kontrollierbare Umgebung verwendbar, da der OLED-Fernseher eine überaus praxisgerechte Helligkeit bietet, bei isf-Experte für helle Umgebungen kann die Farbgebung für aufmerksame Zuschauer aber bereits ein wenig übertrieben und unnatürlich wirken. Hinzu kommen die Presets "Lebhaft", "Standard" und "Sparmodus". Lebhaft im Besonderen, aber auch die beiden anderen Modi setzen auf eine intensive Farbdarstellung mit zu kühler Farbtemperatur. Wer darauf steht, kann sie getrost verwenden, eine authentische Darstellung erreicht man dadurch aber nicht. Der Modus "Fußball" ist weniger kühl, allerdings ebenfalls zu intensiv mit leicht rötlichem Touch. Dafür soll hier eine besonders hohe Bewegungsschärfe sichergestellt sein, um schnelle Sportarten kompromissfrei genießen zu können.

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