TEST: LG OLED77G58/57LW OLED evo-TV - der noble Bildgigant mit der umfassenden Ausstattung
Bild "Mord Im Orientexpress", Ultra HD Bau-ray
Wir steigen hier mit dem Filmmaker Mode und der Ulta HD Blu-ray Disc "Mord Im Orientexpress" ein. Gleich ab Filmbeginn versetzt uns der edle OLED evo-Fernseher in große Euphorie, denn was er an Kontrastfeinheiten und an visueller Ruhe sowie Brillanz aus der Quelle holt, ist außergewöhnlich. So ist der Weg des kleinen Boten, der für den belgischen Meisterdetektiv die Frühstückseier besorgt, trotz der schnellen Bewegungsabfolge klar und scharf erkennbar. Selbst dann, wenn die Zwischenbildberechnung nicht in Betrieb ist, leistet sich der G5 kaum störende Ruckler oder andere Unzulänglichkeiten. Filmfans, die auf eine besonders Kino-gemäße Bilddarstellung schwören, nehmen stets gern die "ungefilterte" Darstellung, das können jedoch meist nur extrem hochwertige TVs ohne die zusätzlich aktivierte Frame Interpolation bewerkstelligen. Bei unserem Testkandidaten benötigen wir beim "Mord Im Orientexpress" die Zwischenbildberechnung nicht.
Als Hercule Poirot dann kurze Zeit später seine Frühstückseier in einem relativ dunklen Ambiente serviert bekommt, glänzt der LG OLED mit seiner überragenden Kontrastabstufung und Detailtreue. Was er an Einzelheiten im hochfrequenten Bildbereich aus der Quelle holt, ist zutiefst beeindruckend, und das auch im Dämmerlicht. Klar sollte der Raum, in dem der G5 Aufstellung bezogen hat, am besten abgedunkelt sein - von der maximalen Helligkeit her hat das Panel keine Probleme, selbst bei deutlichem externen Lichteinfall ein Maximum zu bieten, aber störende Reflexionen verhindern dann optimales Sehvernügen. Ist der Raum dunkel, ist es bestechend, wie plastisch und facettenreich der LG arbeitet. Die Stoffstruktur an Hercules Anzug sowie einzelne Haare an seinem charakteristischen Schnurrbart arbeitet unser Testkandidat exzellent heraus. Auch das Mobilar im Raum kommt sehr akkurat durchzeichnet zum Ausdruck.
Kurze Zeit später macht sich der Meisterdetektiv auf den Weg zur Klagemauer. Als er mit seinen handgenähten Budapester Schuhen in die Hinterlassenschaften von Pferden mit offensichtlich guter Verdauung tritt, wird auch dieser für Poirot eher unerfreuliche Moment visuell erstklassig festhalten. Der sandige Boden kommt auch kurz darauf hervorragend heraus, als die weltberühmte Klagemauer aus der Vogelperspektive erkennbar wird. Die einzelnen Mauersteine differenziert der G5 exakt auseinander, und auch trockenes Gras zwischen den einzelnen Ziegeln ist ausgezeichnet zu erkennen. Das Bild erscheint auch in dieser Situation wieder sehr dreidimensional, und die Kleidung der Bürger, die an der Klagemauer stehen, wird ebenfalls detailreich erfasst.
Wir springen nun einige Kapitel vorwärts und befinden uns mitten im Orientexpress. Die prächtigen Waggons mit den Schlafkabinen, aber auch der Restaurantwagen wird in sehr umfassender Detaillierung präsentiert. Hier ruckt und zuckt kaum Einzelheit (wohlgemerkt, die Frame Interpolation ist deaktiviert), feine Muster sind scharf differenzierbar, das edle Kristall der Gläser auf den gedeckten Tischen wird sehr glaubwürdig dargestellt. Die Gesichter aller Protagonisten, auch deren Kleidung, wird mit reich ausgekleideten Strukturen erfasst. Der G5 arbeitet stets absolut farbecht und modelliert ein breites, stets passendes Farbspektrum heraus, das stets allergrößten Wert auf die maximale Natürlichkeit legt.
Die Winterlandschaft, als der Luxuszug durch die verschneiten Alpen fährt, kommt ebenfalls sehr präzise zur Geltung. Die schneebedeckten Berggipfel, aber auch der nächtliche Gewitterhimmel, kurz bevor eine Lawine die Weiterfahrt des Orient Express vereitelt, beweisen, wie genau es der OLED evo-TV mit der Darstellung aller visuellen Parameter meint. Im Inneren der Waggons agiert der TV auch dann gekonnt, wenn die Lichtverhältnisse schwierig sind, dank des grandiosen Detailkontrastes stellt er aber die feinen Holzwände auch dann präzise dar, wenn nur einige Lampen im Gang der Waggons mit den Schlafkabinen leuchten. Alle Arten von Bewegungsabläufen wirken sehr rund, ohne erkennbare Bewegungsunschärfen. Auch hier brauchen wir keine Frame Interpolation, da es kaum zu störendem Ruckeln oder zu Bildzittern im hochfrequenten Bilbereich kommt. So bleibt ein absolut natürlicher, realistischer Bild-Gesamteindruck erhalten.
Bild Blu-ray, Mission Impossible, Rogue Nation
Jetzt möchten wir überprüfen, wie es um die Upscaling-Fähigkeiten des OLED evo G5 bestellt ist. Dazu legen wir "Mission Impossible - Rogue Nation" in unseren Ultra HD Blu-ray-Player ein und verwenden den Bildmodus "Kino", eine, wie wir finden, definitiv exzellent passende Kombination. Dazu stellen wir TruMotion auf "Filmische Bewegung". Wir stoßen im vierten Kapitel, der "Wien-Sequenz", auf eine sehr natürliche Bildschärfe, durch das große 77 Zoll-Display erscheint das ursprünglich in 1.080p vorliegende Material nicht so enorm scharf wie auf einem 65 oder gar 55 Zöller, aber trotzdem notieren wir viele Feinheiten, facettenreiche Gesichtszüge und eine sehr gute Plastizität.
Auch die authentische Farbgebung mit passender Farbtemperatur und hoher Farbtreue ist sehr zu loben. OLED-bedingt offeriert der G5 einen hervorragenden Kontrast, einen breiten Blickwinkel, eine feine Staffelung der unterschiedlichen Bildebenen und einen exzellenten, tiefen Schwarzwert. In sehr dunklen, aber auch in sehr hellen Bildbereichen arbeitet der OLED evo-TV ausgesprochen viele Einzelheiten heraus. Was das eigentliche Upscaling angeht, sehen wir lediglich leichtes Scalingrauschen, aber weder Artefakte, noch Treppenstufen. Das Bild ist grundsätzlich ruhig und stabil, für die 1.080p-Auflösung, das müssen wir nochmals festhalten, ist das Bild zudem wirklich plastisch.
Somit kann man die Szene sehr realistisch erleben, von der U-Bahn-Station, als Benjamin aussteigt und Kontakt zu Ethan aufnimmt, über den Vorplatz des Opernhauses, wo die Pressefotografen auf den Österreichischen Bundeskanzler warten, bis zum Inneren der Oper. Und immer, auch während der Auseinandersetzungen hinter der Bühne zwischen Ethan und dem Killer, beeindruckt uns die Frame Interpolation im gewählten Bildmodus "Filmische Bewegung" durch das angenehme, natürliche und vollauf Kino-gerechte Bild. Kein Video-Look und keine Auswaschungen, das freut den Kino-Fan.
Zudem werden auch keine Nachzieheffekte oder sonstige Artefakte beziehungsweise Ruckler erkennbar. Insgesamt demnach ein perfekter Kompromiss zwischen authentischem Kino-Look, gleichzeitig hoher Bewegungsfreiheit und geringstem 24p-Judder. Wie gut der G5 Einzelheiten herausmodelliert, sieht man auch gut an den prächtigen Gewändern der Akteure/Sänger auf der Bühne. Bei wenig Lichteinfall im Bild ermöglicht der LG immer noch eine detailreiche Ausarbeitung, auch in den hinteren visuellen Ebenen.
Bild TV-Tuner (DVB-C)
Schauen wir uns jetzt noch die Leistungsstärke des TV-Tuners an. Hier setzen wir auf ein DVB-C-Signal und schauen uns natives 720p Material von der ARD an, es läuft die Soap "Sturm der Liebe". Wir landen auch hier wieder beim Kino-Modus, der angenehme, realistische Farben mit passender Farbtemperatur sicherstellt. Gerade Hauttöne, oft ein großes Problem bei der Tuner-Wiedergabe, stellt der G5 hervorragend dar. Auch zu bemerken ist allerdings, dass 720p-Inhalte auf einem 77 Zoll großen Panel zwar durchaus noch gut, aber nicht überragend wirken. Trotzdem zieht der TV nicht unschön die Schärfe hoch, sondern produziert ein angenehmes und stabiles Bild.
Das gilt auch für alle Bewegungsabläufe, ganz gleich, ob sich die Darsteller bewegen oder ob man Kamerafahrten bewerten soll. Bei dunklen Oberflächen sieht man leichtes Rauschen, was aber definitiv im tolerablen Bereich liegt. Der Kontrast ist ausgezeichnet, die Plastizität ist bei Material dieser Quellauflösung natürlich nicht so ausgeprägt, Bildebenen sowie Bereiche im Bildhintergrund sind aber immer noch gut durchzeichnet und wirken recht akkurat.
Tonqualität
Nun sind wir gespannt, was das 4.2-Kanal-Soundsystem mit 60 Watt zu bieten hat. Wir hören die Dolby Atmos-Tonspur im Kino-Modus von "Rogue Nation" und freuen uns über eine sehr gute Räumlichkeit, eine gute Trennung der Actioneffekte von den musikalischen Elementen der Oper und auch eine tadellose Darstellung, als das Publikum klatscht. Wirklich umfassende Atmos-Effekte kann man bei einem solchen Soundsystem natürlich nicht erwarten. Nun wechseln wir in "AI Ton Pro" und hören nochmals hin. Die räumliche Kulisse ist nun noch ein wenig augeprägter, und insgesamt herrscht weniger Zurückhaltung, dafür ein Plus an Dynamik und Ausdruckskraft vor. Der 2025er AI-Modus ist viel gelungener ausgelegt als früher, ausgewogener, runder, zugleich aber dynamisch und räumlich. Zu loben ist auch die Verzerrungsarmut des Soundsystems, selbst bei höherem Pegel ist der Klang noch sauber & klar. Die erzielbaren Pegel reichen zudem auch für größere Wohnzimmer aus.

LG OLED77G58LW
Fazit
Wo liegen die großen Stärken der neuen OLED evo G5-Serie? Bereits die Vorgängergenerationen G3 und G4 (von uns in 77 Zoll getestet) konnten uns absolut abholen. Gerade der 2024er G4, bereits mit dem Alpha 11 Prozessor in der ersten Generation ausgestattet, sowie der bis auf die Wireless-Box und einen HDMI-Eingang weniger identisch ausgestattete OLED evo M4, waren und sind erstklassige 4K OLED Smart-TVs.
Was also kann der 2025er G5 nochmals besser als seine bereits hochtalentierten Vorgänger? LG hat es erneut geschafft, Feinschliff im Detail durchzuführen, der dann wiederum insgesamt zu einem noch plastischeren Bild, das nochmals feiner durchzeichnet ist, führt, das betrifft die Darstellung von 4K-Inhalten ebenso wie die von 1.080p Inhalten. Das AI-basierte Upscaling agiert bei 1.080p-Inhalten von Blu-rays extrem souverän, die gebotene Detailschärfe scheint weitere angewachsen zu sein. Faszinierend ist, wie gut der G5 bei Ultra HD-Blu-ray-Material arbeitet, wenn man keine Frame Interpolation und dazu den Filmmaker Mode einsetzt. Praktisch kein Ruckeln, zudem eine enorm gute Gesamtstabilität - das freut auch den versierten Filmliebhaber.
Klanglich überzeugt der G5 ebenfalls, im Jahrgang 2025 ist der AI-Tonmodus erfolgreich weiter optimiert worden. Er wirkt nicht mehr so überzogen, sondern agiert räumlich und dynamisch, bleibt aber stets auf der "sicheren Seite", sodass es auch bei höherem Pegel nicht zu Verzerrungen kommt. Der Fernseher läuft unter webOS 25, das mit einfacher Bedienbarkeit sowie hoher Übersichtlichkeit punkten kann. Was den Ausstattungsumfang anbetrifft, ist alles im Überfluss dabei, jede Menge Bildprogramme, eine moderne Anschlusssektion und viele Zusatzfeatures wie der Startbildschirm-Hub oder der Chatbot sind ebenfalls vorhanden.
Unserem Testsample lag, wie es in der Variante OLEDG58LW üblich ist, die nur leicht überarbeitete Magic Remote der Vprjahre bei. Dies ist allerdings kein großer Mangel, auch mit ihr kommt man zurecht. Zudem kann man ebenso den sogar aktuell um 1.100 EUR (Stand 13. Juni 2025) reduzierten G57LW direkt bei LG kaufen, der die neue Fernbedienung mitbringt und sonst absolut baugleich ist. Mit 4.399 EUR zahlt man dann auch einen richtig fairen Kurs für ein so luxuriöses TV-Gerät. Bilanzierend stellt der LG OLED G5 eine der aktuell besten Optionen dar, einen kompromisslos hochwertigen visuellen Genuss auf großer Bilddiagonale erleben zu können.
Fein verarbeiteter Luxus-OLED mit Premium-Bild und erstklassiger Ausstattung

4K OLED-TVs Luxusklasse
Test Juni 2025
- Zahlreiche weitere Detailbilder in der Bildergalerie auf der letzten Seite!
Tags: 4K OLED-Fernseher • 4K OLED-TV • Fernseher • LG • OLED evo • TV













