PREVIEW: Zweiwege-Lautsprecher Perlisten Audio A3m - Erfolgsgarant aus der Einstiegsserie der Trendmarke?

Kaum präsentiert und schon im Testraum: Der Perlisten Audio A3m für einen Stückpreis von 1.495 EUR präsentiert sich als geschlossener Kompaktmonitor, wobei die Bezeichnung „kompakt“ eher untertrieben ist. Wir würden die solide Konstruktion eher als „stattlich“ bezeichnen: 675mm hoch, 280mm breit und 350mm tief. Mit dem nicht unbeträchtlichen Gehäusevolumen versprechen wir uns auch einen kraftvollen Bassbereich sowie einen ordentlichen Tiefgang.

Komplett neue Lautsprecherserie
Die neue Perlisten Audio A-Serie wurde als komplett eigenständige Baureihe konzipiert und zur Serienreife gebracht. Sie soll einen preislich erstaunlich fairen Einstieg in die Perlisten Audio-Welt ermöglichen. Wie alle Perlisten Audio-Lautsprecher übernimmt der renommierte Vertrieb Audio Reference aus Hamburg in Deutschland den Vertrieb. Außer unserem Testkandidaten umfasst das Angebot der A-Serie noch zwei Standboxen (A4t, A3t) sowie einen wirklich kompakten Lautsprecher (A2s) für Surround- oder Height-Verwendung.
Trotz der moderaten Preise verspricht Perlisten Audio, bei Entwicklung, Fertigung und akustischer Performance keine Kompromisse eingegangen zu sein. Gut, das Niveau der größeren Serien R und S wird schon nochmals höher liegen, aber schließlich sollte man alles auch stets in Relation zu den Kaufpreisen betrachten.
Abhängig vom Modell kommen entweder Bassreflex- oder wie bei unserem Testkandidaten, eine geschlossene Bauweise zum Einsatz. Sämtliche Gehäuse der A-Serie-Lautsprecher wurden akustisch mit höchster Präzision abgestimmt. Dank einer vollständigen Klippel NFS-Vermessung (z.B. mit Direktivitätsanalyse, Power-Response und Verzerrungsmessung) ergibt sich eine herausragende Konsistenz sowie eine hervorstechende Linearität übers komplette Wiedergabespektrum.

Aus seitlicher Perspektive sieht man die hervorstehende Schallwand sehr gut
Der große Regallautsprecher A3m tritt enorm solide auf, seine Optik dürfte allerdings polarisieren - wir persönlich finden sie mutig und richtig gut gelungen, der A3m hebt sich wohltuend vom optischen Einerlei ab, das wir leider bei vielen Lautsprchern vorfinden.

Hochwertige Oberflächenqualität
Auf unsere volle Zustimmung stößt auch die einwandfreie Oberflächenqualität der in mattem Schwarz gehaltenen Box. Wenden wir uns den optischen Spezialitäten zu.

Inbusschraube im Detail
Die eigentliche Schallwand ist mehrere Zentimeter dick und wurde mit acht großen Inbusschrauben am Unibody-Korpus angebracht.

Hochtöner mit auffälligem Waveguide

38mm Hochtöner im Detail
Auffällig auf dieser massiv verarbeiteten Schallwand ist der neu entwickelte Hochtöner mit einer 38 mm messenden Composite-Teteron-Kunstseide-Kalotten mit großem Waveguide. Dass optisch durch den Waveguide Teile der beiden oben und unten untergebrachten Tiefmitteltöner verdeckt werden, scheint akustisch keinerlei negative Rolle zu spielen – wir persönlich haben eine solche Anordnung bislang noch nicht gesehen.
Der Hochtöner mit dem erwähnten, speziell geformten Waveguide ermöglicht, so verspricht es Perlisten Audio, eine breitbandige, kontrollierte Abstrahlung. Diese entfaltet ihre Vorzüge sowohl bei Stereo-Anwendungen als auch in Mehrkanalsystemen in Form einer gleichmäßigen und zugleich dynamischen Verteilung des Klangs.

Tief-/Mitteltöner unten

Tief-/Mitteltöner oben

Membranstruktur
Für die Bass- und Mitteltonwiedergabe werden 215-Millimeter-Treiber mit Carbonfaser-Membranen verwendet. Das geringe Gewicht bei gleichzeitig hoher Steifigkeit dieser Membranen sorgt für hohe Impulstreue und ausgeprägte tonale Präzision. Diese beiden Treiber sind penibel und ohne sichtbare Schrauben eingepasst. Auf der Rückseite finden sich hochwertige Single Wiring-Anschlussterminals.

Rückseite

Anschlussterminals
Der Zweiwege-Lautsprecher weist eine Empfindlichkeit von 88,1 dB (2,83V/1m) auf und bietet einen Frequenzgang von 44 Hz bis 24 kHz (- 6dB) beziehungsweise von 37 Hz bis 27 kHz (-10dB). Die Nominalimpedanz beträgt 4 Ohm, die minimale Impedanz 3 Ohm. Perlisten Audio rät zu Leistungen von 50 bis 250 Watt pro Kanal in Bezug auf den angeschlossenen Verstärker.
Klang

Angeschlossen an unserem AVM Evolution AS 3.3, erwarten wir - weil wir die akustische Performance von Perlisten Audio-Lautsprechern kennen und schätzen - eine mindestens beachtliche Leistung vom A3m.
Wir starten mit "Resonance" von Boris Blank. Die enorme Größe der beiden Perlisten-Schallwandler macht sich gerade bei diesem Track mit seinem tief nach unten reichenden, teilweise subtil-vielschichtigen Bassbereich sehr positiv bemerkbar. Hier wird auch im knapp 25 Quadratmeter messenden Hörraum eine exzellente Basskraft aufgeboten, die sich zudem sauber dosiert im Hörraum verteilt. Die ganzen Effekte präsentieren sich ebenfalls als weitläufig in die gesamte Klangkulisse integriert. Insgesamt fällt auf, dass der Sound nahtlos, fließend über den gesamten Frequenzbereich auftritt.
"Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello) liegt den Schallwandlern ebenfalls. Der Bass entfaltet exakt dosiert seine Wirkung, und Tills Trompete hat in jeder Sekunde des Titels genug Entfaltungsspielraum. Die kleinen, feinen Elemente wie das Abklingen des Instruments werden sauber in den Hörraum transportiert. Die räumliche Ausbreitung ist hinsichtlich Weite und Tiefe sehr großzügig - aber alles wirkt immer realistisch und nie künstlich aufgebauscht. Die Wechsel im dynamischen Gefüge arbeiten die beiden Perlisten-Boxen grundsätzlich mit untadeliger Impulstreue heraus.
"Desperado" in der Cover-Version von Diana Krall bietet direkt von der ersten Sekunde an ein allzeit spürbares Fundament. Die Räumlichkeit ist hinsichtlich Breite und Tiefe hervorragend, Dianas Stimme löst sich nachvollziehbar von den Lautsprechern. Besonders beeindruckt uns die räumliche Weite im Hochtonbereich - der breite, aber immer kontrollierte Abstrahlbereich sorgt für eine "vollmundige" Wiedergabe. Die Instrumente, bei denen das Piano durch seine saubere Ausformung hervorsticht, gruppieren sich mit stimmiger Balance rund um Dianas vokale Präsenz. Die Perlisten A3m eignen sich besonders für Hörer, die mit enormer räumlicher Dichte, mit enormer Homogenität und einem äußerst soliden, standfesten Fundament auch gerne einmal mit deutlich erhöhtem Pegel ihren Lieblingsstücken lauschen möchte. Ideal ausgelegt für lange Hörsessions, glänzen sie durch ihr hohes Maß an Harmonie.
"Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy wirkt filigran, zugleich sehr rund, sehr gefällig - eine tolle Mischung. Als Eva dann ihre Stimme erhebt, loben wir die exzellente Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen. Der Zweiwege-Lautsprecher ist in der Lage, was überaus beachtlich für die Preisklasse ist, fein- und grobdynamisch die vokale Präsenz authentisch herauszuarbeiten. Und auch die beteiligten Instrumente wirken allesamt sehr klar und zugleich stimmig, beim Piano hört man sogar die Virtuosität des Tastenspiels sehr gut heraus. Aus räumlicher Perspektive befindet sich jedes Instrument genau an der richtigen Position, und der Klang löst sich hervorragend von den Lautsprecherchassis.
"Nothing Else Matters " (aus dem Film Jungle Cruise, John Newton Howard, Metallica) weist einen enormen Facettenreichtum und sehr deutliche Dynamiksprünge auf. Von subtil bis gewaltig ist alles dabei, und der musikalische Spannungsbogen wird schon von Anfang an aufgebaut. Die Perlisten-Lautsprecher sorgen direkt für ein gutes Hörgefühl, weil sie erneut mit hoher räumlicher Dichte und mit einer exakten Verteilung aller akustischen Elemente überzeugen können. Sie sind richtig gut geeignet für den Erlebnishörer, weil man förmlich im Titel versinkt - absolut erstaunlich für diese Preisklasse. Klar, auch andere Regallautsprecher für unter 3.000 EUR Paarpreis sind brillant, aber der Perlisten A3m ist definitiv eine enorme Bereicherung - er klingt so angenehm und so voluminös, dass man manchmal gar nicht denkt, dass lediglich zwei Boxen für die Wiedergabe aktiv sind - man fühlt sich richtiggehend vom Sound umgeben und vermisst weder weitere Lautsprecher noch einen aktiven Subwoofer. Allerdings sollte der angeschlossene Verstärker genug Leistung mitbringen.
"Land Of Confusion", Disturbed Cover: Die oftmals zu deutlich hervorgehobene Aggressivität ist hier in geringerem Maße vorhanden, was dazu führt, dass man deutlich lauter hören kann. Insgesamt aber holt uns dieser Titel nicht so ab wie die anderen Bespiele. Irgendwie fehlt es hier an maximaler Dynamik, und die Stimme könnte noch mehr hervorgehoben werden. Zudem verschwimmen bei hoher Lautstärke die Konturen etwas.
"Universal Nation" von Push ist ein echter Trance-Klassiker, den wir immer gern verwenden, um die Leistungsstärke im Bassbereich nachvollziehen zu können. Die Erwartungshaltung bei der Perlisten Audio A3m war wirklich groß, und wir wurden nicht enttäuscht. Satt und genau den richtigen Punkt treffend, breiten sich die Bassanteile mit Nachdruck im Hörraum aus. Die elektronischen Effekte kommen auch im Detail mit klarer Ausprägung heraus und verteilen sich mit einer für diese Preisklasse bestechenden Präzision im erneut großen virtuellen Raum. Solche Tracks, das merken wir, liegen den beiden Regallautsprechern - hier gehen sie kompromisslos und energiegeladen vor.
Erstes Fazit

Die beiden Perlisten A3m hinterlassen bereits nach den ersten Testreihen einen bleibenden Eindruck - das gilt zunächst einmal aus optischer Perapektive. Wir finden es richtig gut, dass Perlisten Audio beim Design andere Wege geht, wobei diese "anderen Wege" nicht aus einer Laune der Designer heraus entstanden sind, sondern konsequent nach dem Motto "Form follows Funktion" vorgegangen wurde, und das eigenständige Erscheinungsbild daher konsequent den Anforderungen an eine hervorragende Akustik folgt. Und klanglich können die Neuerscheinungen wirklich glänzen. Homogen und zugleich dynamisch, mit einem hohen Maß an räumlicher Weite sowie an räumlicher Tiefe, ist die Auslegung der A3m vollauf gelungen. Die Pegelfestigkeit liegt enorm hoch, und der Kaufpreis, so scheint es, ist für dieses Gesamtniveau mehr als fair.
Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. August 2025
Tags: Audio Reference • Lautsprecher • Perlisten Audio






