TEST: Yamaha AVENTAGE RX-A1040 AV-Receiver + KEF E305 5.1 Sub-/Sat-Set

KEF E305 Yamaha RX-A1040 Gruppenbild1

 1.599 EUR kostet das Paket aus Yamaha RX-A1040 und KEF E305, demnächst bei ausgewählten EURONICS-Händlern exklusiv erhältlich – das erscheint uns ausgesprochen günstig, gerade dann, wenn man mit ins Kalkül zieht, was dafür geboten wird. Normaleweise sind auch RX-A1040 und KEF E305, einzeln erstanden, deutlich kostspieliger. Hier findet sich übrigens die Liste der Händler, die das Bundle bekommen werden. 

Yamaha RX-A1040 Screenshot 24

Modus „Straight“ – hier findet keine Yamaha DSP-Nachbearbeitung des Signals statt. 

Musikalisches führen wir als erstes zu – das allseits in der Redaktion beliebte finale Konzert der norwegischen pop-Gruppe a-ha 2010 in Oslo bietet noch einmal alle großen Hits des Ensembles auf. In DTS-HD Master Audio abgemischt, wird auch hinsichtlich Atmosphäre und Dynamik einiges geboten. Und wir lernen einiges über den RX-A1040 und über das KEF Sub-/System – der kompakte KEF E2-Subwoofer packt kräftig an und ist vor allem kaum zu orten. Das Chassis des Bassexperten ist mit 200 mm gar nicht einmal besonders groß, trotzdem kann ein gutes Raumgefühl, das nicht künstlich aufgeblasen wirkt, geboten werden. Nur 14,7 Liter Innenvolumen und lediglich 320 mm Höhe, 430 mm Breite und 270 mm Tiefe, aber trotzdem vollwertig – wir können diesen kleinen 14,7 kg wiegenden Bassisten nur bewundern.

Die 250 Watt Leistung nimmt man dem eingebauten Class D-Verstärker sofort ab, denn selbst bei hohen Pegeln im rund 30 Quadratmeter messenden Hörraum wirkt er nicht unterdimensioniert. Der Yamaha, der sich übrigens selbst nach rund 3 Stunden Einsatz mit 70 bis 80 Prozent des möglichen Maximalpegels nicht über Gebühr erwärmt, hilft den vom Wirkungsgrad nicht eben überragenden, edlen eierförmigen Satelliten mit Nachdruck auf die Sprünge.

Mit 170 Watt pro Kanal (4 Ohm, 1 kHz, 0,9 % Klirrfaktor, 1 Kanal ausgesteuert) bzw. 110 Watt/Kanal (8 Ohm, 20 Hz-20 kHz, 0,06 % Klirrfaktor, 2 Kanäle ausgesteuert) stehen ordentliche Leistungsreserven bereit. Wer diese gerade nicht braucht, z.B. wenn der RX-A1040 nur für die Hintergrundbeschallung verwendet wird, kann den ECO-Modus aktivieren. Danach wird der AVR neu gestartet, und nun hat man zwar nicht die volle Endstufenleistung, aber spart dafür bis zu 20 % Strom. 

Zurück zur Wiedergabe der a-ha-Titel. Wir haben bewusst zunächst keinen DSP-Modus verwendet, sondern fahren mit „Straight“ ohne Nachbearbeitung vom Yamaha DSP-Prozessor. So wollen wir feststellen, ob der 1040 „pur“ gekonnt ausgelegt ist. 

Bevor wir endgültig durchstarten, wenden wir uns kurz den Lautsprecher – Einstellmöglichkeiten zu, denn dass man hier den Durchblick behält, ist für optimalen Klang unbedingt notwendig. Teils wirken die OSD-Bildschirme aber etwas antiquiert. Manche Grafiken innerhalb der Menüs sind allerdings nach wie vor „up to Date“.

Yamaha RX-A1040 Screenshot 8

Natürlich muss man YPAO nicht verwenden, sondern kann auch manuell einmessen. Hier kann man die Endstufenkonfiguration auch bestimmen

Yamaha RX-A1040 Screenshot 7

Lautsprechergröße

Yamaha RX-A1040 Screenshot 9

Konfiguration

Yamaha RX-A1040 Screenshot 10

Time Alignment

Yamaha RX-A1040 Screenshot 11

Pegelabgleich

Yamaha RX-A1040 Screenshot 12

Möchte man YPAO nicht verwenden, ist der Modus „Direkt“ korrekt

Yamaha RX-A1040 Screenshot 13

Automatisches Setup – vor dem Einmessvorgang

Yamaha RX-A1040 Screenshot 14

Vorprüfung

Yamaha RX-A1040 Screenshot 15

Berechnung 

Yamaha RX-A1040 Screenshot 16

Keine Fehler bei der Verkabelung

Yamaha RX-A1040 Screenshot 17

Lautsprechergröße richtig erkannt

Yamaha RX-A1040 Screenshot 18

Die Entfernungswerte sind relativ präzise

Yamaha RX-A1040 Screenshot 19 
Auch das sieht gut aus

Yamaha RX-A1040 Mikro

YPAO-Einmessmikrofon

Sehr gut gefällt uns das YPAO R.S.C (Reflected Sound Control)-Einmesssystem, welches wir an 8 Punkten, also der maximal möglichen Anzahl, eingemessen haben. Vorteil der Mehrpunkteinmessung ist eine Vergrößerung des optimal eingemessenen Spots, so dass man auch mit mehreren Personen hören kann. YPAO bietet darüber hinaus verschiedene Kurven, die im Menüpunkt „manuelles Lautsprecher-Setup“ anwählbar sind: Linear, Front (Anpassung auf die Front-LS) und Natürlich. Im Modus „Direkt“ ist YPAO nicht aktiv. Bei den a-ha Songs „The Sun Always Shine On TV“, „Move To Memphis“, „The Blood That Moves The Body“, Scoundrel Days“ und „The Swing Of Things“ haben wir verschiedene Einstellungen überprüft: YPAO „Front“ ist in Verbindung mit dem E305 nicht optimal, YPAO „Natürlich“ gefällt exzellent.

Staffer Bass, homogene Front-/Surround-Balance, lebendiger Hochtonbereich – ausgesprochen gelungen und einen Tick emotionaler als „Linear“. Deaktiviert man YPAO, merkt man erst, wie gut das Yamaha-eigene Einmesssystem mittlerweile geworden ist, denn im YPAO-Modus „Natürlich“ spielen die kleinen KEF-Satelliten eine Spur brillanter, klarer und sensibler auf. Gut gemacht, Yamaha – so geht Room-Equalizing heute! Wer volle Klanggüte schon bei niedriger Lautstärke genießen möchte, nutzt „YPAO Volume“. 

Dass die Signalqualität, die den KEF E305-Boxen angeliefert wird, so hoch ausfällt, ist auch Verdienst der im RX-A1040 verbauten, ESS ES9006 DACs für eine überragende Wandlung des digitalen in ein analoges Signal. 

KEF E305 Center Front Seitlich1

Center

KEF E305 Speaker Front Seitlich

Satelliten

KEF E305 Speaker Standfuss Unterseite

Kabelführung und Anschlüsse unten im Fuß

KEF E305 Center Standfuss

 Solide Verarbeitung im Detail

KEF E305 Subwoofer Front Seitlich2

Im exakt passenden Design ist der aktive Bass mit 250 Watt Class D-Endstufe gehalten 

KEF E305 Subwoofer Unterseite

Von unten

KEF E305 Subwoofer Tieftoener

20 cm Basschassis beim E2

KEF E305 Subwoofer Bedienelemente

Einstellmöglichkeiten des Subwoofers

KEF E305 Subwoofer Anschluss

 

Cinch-Line-Eingang

Bei allen a-ha Songs überzeugt uns das sehr hochwertig verarbeitete KEF-Set mit erstaunlich harmonischem, in sich schlüssigen Klangfeld, das den Zuhörer gekonnt umschließt. Der Satellit, der als Center fungiert, hinterlässt einen kultivierten Eindruck, der horizontale Abstrahlwinkel ist groß genug, dass zwischen Center und Satelliten F/R keine störende klangliche Lücke auffällt. Der Sub gliedert sich auch stimmig in die Frontklangkulisse ein.

Er hat Kraft, bleibt aber immer präzise und schiebt sich nicht unpassend in den Vordergrund. Wie gut der Center die Stimme des Sängers wiedergibt, verdient Respekt. Auch die Instrumente wie Schlagzeug und Synthesizer sind sauber herausgearbeitet. Dank der starken Yamaha-Endstufen und dem sauberen Impulsverhalten der KEF Uni-Q Chassis in den Satelliten werden alle Arten von dynamischen Differenzen richtig gut umgesetzt. Das UNI-Q-Chassis arbeitet nach dem Punktschallquellen-Prinzip, der Hochtöner sitzt inmitten des Mitteltieftöners, was dafür sorgt, dass alle Klanganteile, die in den Übertragungsbereich der Satelliten reichen (80 Hz bis 45 kHz bei -6dB, 90 Hz bis 33 kHz bei -3 dB), auch zeitgleich beim Auditorium ankommen.

Dass die kleinen 2-Wege-Bassreflex-Satelliten maximal satte 109 dB Schalldruck erzeugen können, und bis maximal 100 Watt belastbar sind, glaubt man sofort: Selbst bei hohen Pegel kommt es praktisch zu keinen Verzerrungen. Das kleine Innenvolumen von nur 1,5 Litern und die Abmessungen (mit Grill und Fuß) von 260 x 136 x 159 mm (HxBxT, Satellit Front/Surround L/R) beziehungsweise 157 x 220 x 155 mm (HxBxT, Center) merkt man akustisch schlichtweg kaum.

Natürlich – größere Lautsprecher offerieren noch mehr Homogenität, noch mehr Räumlichkeit, und für den Stereo-Betrieb mit dem in Stereo sehr talentierten RX-A1040 sind große Stand-LS eine noch bessere Empfehlung – aber für Mehrkanal-Liebhaber ist die Kombination mit dem leistungsstarken KEF E305 hervorragend – und, Hand aufs Herz: Auch in Stereo liefert das E305 noch eine wirklich gute Performance, die auch für anspruchsvollere Anwendungen ausreicht. Nur wird der RX-A1040 hier nicht voll ausgenutzt, er kann in Stereo noch mehr, gerade bei HiRes-Dateien kann noch das ein oder andere herausgekitzelt werden. 

Yamaha RX-A1040 Screenshot 30

„Garden In The Rain“ – klingt sehr gut in 96 kHz (FLAC-Datei)

Für ein dann im 2.1 Betrieb laufendes System gibt das E305 aber richtig Gas. Diana Kralls „Garden In The Rain“ im Modus Straight )96 kHz FLAC) klingt überraschend fundiert, der Bass gliedert sich sehr gut ein und gefällt durch den ausgeprägten Tiefgang. Dianas Stimme mit dem charakteristischen rauchigen Einschlag wird natürlich und glaubwürdig präsentiert. So serviert die KEF-/Yamaha-Kombi ein kultiviertes Klangbild, das für die Preisliga, in der sich diese Kette befindet, ohne Übertreibung als erstklassig zu bezeichnen ist.

Wie schon erwähnt – noch mehr akustische Performance erzielt man  hier nur mit leistungsfähigen Standlautsprechern. „Flowers Of Sendai“ vom Jan Lundgren Trio (FLAC 96 kHz) zeigt dann doch, dass noch mehr geht hinsichtlich anspruchsvoller Wiedergabe eines Klaviers: Die Anschlagdynamik kommt nicht zur Gänze heraus, und ein minimal synthetischer Eindruck entsteht. Wer hier aber Höchstleistung erwartet, muss bei AV-Receiver und Boxen noch mehr invenstieren und z.B. zu einem Yamaha RX-A3040 greifen (Test folgt) und diesen z.B. mit einem KEF Set aus der R-Serie kombinieren.

Bei „Diamante“ (FLAC 96 kHz) von Sandra&Tony Alessi überzeugt uns die Leistung der Kombi wieder voll und ganz. Dynamische Differenzen bei der Stimmwiedergabe kommen ausgezeichnet heraus, auch die Einarbeitung der Instrumente geschieht auf hohem Niveau. 

Yamaha RX-A1040 Screenshot 32

Internet Radio-Funktion

Yamaha RX-A1040 Screenshot 31

Übersicht

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Server-Übersicht

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Spotify Connect

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Napster-Zugang

Yamaha RX-A1040 Screenshot 26

 Netzwerk – WiFi oder kabelbasiert

Der RX-A1040 erweist sich als flexibel im Handling von Audiodateien. FLAC und WAV bis 192 kHz/24-Bit, Apple Losless bis 96 kHz, ALAC bis 96 kHz/24-Bit, MP3, MP3-AAC und WMA sowie die lückenlose Gapless-Wiedergabe sind Bestandteil der Ausstattung. Kritik muss sich der 1040 nur am Rande gefallen lassen, DSD-Signale können nur mittels HDMI zugespielt werden, über Netzwerk und USB wird DSD nicht unterstützt. Dafür haben wir in Spotify reingehört.

Der RX-A1040 bietet Spotify Connect, was heißt, dass derjenige, der über einen pro Monat rund 10 EUR kostenden Spotify Premium-Zugang verfügt, mittels des Lautsprecher-Symbols in der Spotify Smartphone- oder Tablet-App gleich, ähnlich wie beim ebenfalls vorhandenen Apple AirPlay, den RX-A1040 als Wiedergabe-Maschine auswählen kann. Wir aktivierten noch den Yamaha-eigenen Enhancer, der komprimierten Dateien akustisch auf die Sprünge hilft. 

Robin Schulz‘ Song „Sun Goes Down“ und auch „The Days“ von Avicii klangen in Stereo mit aktiviertem Enhancer lebendig, kraftvoll und räumlich authentisch. Sehr gelungen, weil nach wie vor natürlich und nicht mit unnatürlichem Hall versehen, ist die Darstellung, wenn man den RX-A1040 in Dolby Pro Logic II Music betreibt. Die Front-Surround-Balance ist überdies ausgewogen, was den Eindruck eines realistischen Raumes weiter verstärkt. Die KEF E305-Boxen sind stets verlässliche Partner, mit ausgewogener, erstaunlich dynamischer Präsentation und straffem Bass wird hier ein toller Rahmen für klanglichen Genuss offeriert. Diesen können auch Eigner eines HTC-Smartphones voll auskosten, der RX-A1040 ist ebenfalls kompatibel zu HTC Connect. 

Natürlich kann man auch kostenloses vTuner-basiertes Internet Radio mit dem RX-A1040 hören, auch dann hat uns die Klangqualität sehr gut gefallen. Napster und Juke (ebenfalls ein Musik-Streaming-Service mit 25 Millionen Songs aus allen Genres von mehr als 80.000 Plattenfirmen) sind als weitere Plattformen integriert. Praktisch ist, dass man den RX-A1040 kabellos oder auch kabelgebunden ins Netzwerk bringen kann, auch kabellos läuft alles stabil und mit kurzen Buffer-Zeiten ab. Der RX-A1040 reagiert überdies deutlich flotter im Netzwerkbetrieb auf Befehle, die mit der Remote oder per App gegeben werden. 

Yamaha RX-A1040 Anschluesse Rueckseite3

USB, 2 x HDMI-Ausgang, 7 x HDMI-IN, Netzwerkbuchse, RS232-Schnittstelle 

Yamaha RX-A1040 Anschluesse Rueckseite2

Zone 2 Ausgang, Triggerausgänge, kompletter 7.2 Pre-Out, Komponenten- und FBAS-Video, optische wie auch koaxiale Eingänge – der 1040 kommt mit allem zurecht 

Yamaha RX-A1040 Anschluesse Rueckseite1

 Hochwertig sind die Schraubanschlüsse fürs Lautsprecherkabel

Der RX-A1040 gibt sich ohnehin als „flexibler Gentleman“, was auch die umfangreiche Anschlussbestückung beweist. 

Yamaha RX-A1040 App 7

Sehr praktisch ist, dass man das gewünschte DSP-Programm auch mittels App auswählen kann. Insgesamt sind 17 DSP-Modi verfügbar

Der 7.2 AV-Receiver RX-A1040 muss sich zusammen mit den KEF „Gehilfen“ nun wieder im 5.1-Betrieb beweisen, genauer gesagt bei Wolfgang Amadeus Mozarts weltberühmter Oper „Figaros Hochzeit“. Und hier setzen wir uns bei der Eröffnung sowie bei der ersten Arie (Anna Netrobko als Susanna, Ildebrando d’Arcangelo als Figaro) mit den Fähigkeiten auch der DSP-Sektion auseinander. Hier gibt es „Hall In Munich“ und „Hall in Vienna“ in den Musik-DSPs. Hall In Vienna bedeutet nichts anderes, als dass der legendäre Saal des Wiener Musikvereins haarklein von den Yamaha DSP-Ingenieuren ausgemessen wurde, und diese Ergebnisse finden sich im DSP-Programm wieder. Man muss ergänzen, dass unsere Aufnahme während der Salzburger Festspiele, also in einer anderen Räumlichkeit entstanden ist.

Yamaha RX-A1040 Screenshot 25

Ausgezeichnetes DSP für Opern – „Hall in Vienna“, per Symbol mittels OSD anwählbar

Trotzdem ist die Harmonie überzeugend, der Klang ist emotionaler, fesselnder als bei der „Straight“-Betriebsart, in der kein DSP-Prozessor in der Nachbearbeitung aktiv ist.  Yamaha setzt beim RX-A1040 auf den Cinema 3D Prozessor, das ist nicht das absolute Top-Modell unter den Prozessoren – der beste DSP-Prozessor Cinema HD3 sitzt in der AV-Vorstufe CX-A5000 und im AV-Receiver RX-A3040. Die Ergebnisse, die mit dem Cinema 3D Prozessor erzeugt werden, überzeugen aber auch schon. Yamahas DSP-Programme verbiegen nicht den Klang, sondern greifen auf subtile Art und Weise ein. Hier etwas mehr räumliche Tiefe, hier eine Spur mehr Weitläufigkeit, dort eine Idee mehr komplexe Reflexion z.B. in einem Opernhaus oder Konzertsaal mit reichhaltigen Verzierungen – so funktioniert Yamahas Technik.

Wer versiert ist und gern noch manuell eingreift, kann je nach jeweiligem DSP-Modus in unterschiedlicher Anzahl vorhandene Parameter noch manuell optimieren. Im Falle des DSPs „Hall in Vienna“ wären dies z.B.: DSP-Pegel, Anfangsverzögerung, Raumgröße sowie Lebendigkeit (richtet sich danach, ob man selber in einem eher „toten“ oder eher „lebendigen“ Raum aus akustischer Sicht hört).

Mit tollem Management der Dynamiksprünge in der rein orchestralen Einleitung, sehr guter Herausarbeitung auch einzelner Instrumente, angenehmer, nicht zu harscher Gesamt-Charakteristik und sehr schöner Nivellierung der Stimmen in der erstgen Arie verbucht der RX-A1040 einen großen Erfolg – und wir staunen, wie sauber und sensibel das E305-Set von KEF agiert: Impulstreu, mit akkurater Staffelung in Weite und Tiefe und einer erstaunlich filigranen Darstellung der Streicher wird hier Mehrkanal-Musikgenuss geboten, der auch Anspruchsvolle glücklich machen dürfte. 

Yamaha RX-A1040 App 8

 Szene-Modi via App – diese gibt es für Apple iOS- und für Android-Devices kostenlos

Wer übrigens auf ein hohes Maß an praxistauglicher Funktionsfähigkeit steht, freut sich über Yamahas Szene-Modi, mit diesen wird eine komplette Macro-Funktion geboten (z.B. für den Blu-ray- oder den Tuner-Betrieb), der User kann diese auch nach eigenem Gusto abändern. Mittels App, am Gerät oder mittels Remote kann man diese Szene-Modi verwenden. 

Yamaha RX-A1040 Fernbedienung

Also eine praktische Möglichkeit zur Vereinfachung im täglichen Einsatz – zu dieser trägt die mitgelieferte Fernbedienung nur bedingt bei, es finden sich etwas zu viele Tasten auf dem gut verarbeiteten IR-Controller. Dass man einfach ein DSP oder einen Surround-Wiedergabemodus auswählen kann, da es direkt auf die jeweilige Funktion zugreifende Tasten gibt, geht beinahe etwas unter, da die Tasten im unteren Bereich der Remote alle beinahe identisch sind hinsichtlich Größe und Form, nur einige Tasten sind an den Rändern abgerundet, andere komplett eckig. Das Navigationskreuz ist erfreulicherweise zentral untergebracht. 

Als nächstes steht nun der Check der Wiedergabequalitäten bei Filmtonspuren an. Wir haben „Mission Impossible 4 – The Phantom Protocol“ eingelegt und das DSP „Spectacle“ aktiviert. Neben „Sci-Fi“ und „Adventure“ gehört dieses DSP schon seit Jahren zu den besten, die Yamaha in die hauseigenen AVRs einbaut. Wir starten in der Sequenz, als Benji und Ethan in den Kreml eindringen.

Die typisch russische Musik gleich zu Beginn der Szene hat Tiefgang und Klarheit, so macht das Hören richtig Freude. Die Stimmwiedergabe, untermalt vom leichten Hall (typisch für Raumakustik in so großen Lokalitäten wie dem Kreml von Innen), wirkt ausgesprochen reif und ist gut eingebunden. Kleinere Hintergrundgeräusche kommen sehr gut heraus. Der RX-A1040 erweist sich als sehr pegelfreudig und schafft es, eine dichte Atmosphäre aufzubauen.

Die Scanner bei der Eingangskontrolle sind klar zu vernehmen, auch das Murmeln anderer Personen im Hintergrund. Wir setzen unsere Höreindrücke in der Sequenz fort, als die Crew rund um Ethan mit dem Land Rover Kurs auf den Burj Khalifa nimmt. Donnernder Bass, klare Stimmen und eine saubere Einarbeitung der Fahrgeräusche überzeugen. Allzeit stellt der RX-A1040 so viele Leistungsreserven bereit, dass die KEF-Satelliten immer ausgezeichnet arbeiten können. Dass der 1040 so Performance-stark ist, verdankt er auch seinem hochwertigen Innenleben.

Yamaha RX-A1040 Innenleben Gesamt1

Umsetzung des „Total Purity“ Konzepts für reinen Klang: Hochentwickelte Transistoren, kaum Vibrationen, hochpräzise Vorverstärkung und unabhängige Stromversorgung

Yamaha RX-A1040 Innenleben1

Platinenlayout – sehr ordentlich. Zu sehen sind auch zusätzliche Chassisverstrebungen 

Yamaha RX-A1040 Innenleben2

Dauerhaft hohe Stromlieferfähigkeit garantiert der große Trafo. Bestmögliche Signalverstärkung durch symmetrischen Verstärkeraufbau

Yamaha RX-A1040 Innenleben3

 

Bei kurzzeitigen Stromspitzen, wie bei einer gewaltigen Explosion, stehen großvolumige ELKOs als Kurzzeit-Speicher zur Verfügung. Nach Entladung laden sie sich wieder auf 

Klar, kraftvoll und überraschend detailreich – der RX-A1040 zeigt sich bei diesem Film in Höchstform. Der für die AVENTAGE AV-Receiver typische fünfte Standfuß mitten unter dem Gerät (Anti Resonance Technology, A.R.T. Wedge) ist auch Kennzeichen des 1040, er ist mit verantwortlich dafür, dass auch bei enormem Pegel und hoher Beanspruchung stets, was Gehäuse und Vibrationsverhalten anbetrifft, absolute Ruhe herrscht. 

So kann man sich voll auf den kraftvollen Music Score konzentrieren, als nun das Team die Eingangshalle des Burj Khalifa betrifft. Im derzeit höchsten Gebäude der Welt ist das Armani Designer-Hotel untergebracht und in dieses checkt die Spezialeinheit nun ein. Die Stimmwiedergabe beim Dialog auf dem Zimmer ist erneut tadellos. Actionreicher geht es im folgenden Kapitel zu – Ethan Hunt begibt sich, ausgestattet mit Spezialhandschuhen, von außen auf den Weg zum Serverraum. Der pfeifende Wind in der enormen Höhe wird lebendig und räumlich dicht wiedergegeben, ebenso das Geräusch der Spezialhandschuhe, wenn Ethan zugreift. 

Wir springen erneut einige Kapitel weiter. In Dubai herrscht nun ein unbarmherziger Sandsturm, und inmitten von diesem verfolgt Ethan Hunt seinen Widersacher. Pegelfest und nachdrücklich geht es zur Sache; und der Anwender fühlt sich inmitten der um ihn herum wirbelnden Sandkörner. Lebendig, facettenreich – und auch bei wirklich immenser Lautstärke gibt es nur eine geringe akustische Komprimierung.

Hier erreichen die kleinen KEF-Boxen Belastungswerte, die überragend sind und dafür sorgen, dass man es auch richtig „krachen“ lassen kann mit dieser Kombination. Apropos „krachen“ – Ethan donnert mit Wucht auf die Motorhaube des BMW X3, es klirrt, Scherben fliegen durch die Luft – das turbulente Geschehen kommt sehr gut heraus, und weder RX-A1040 noch die KEF-Lautsprecher verlieren den akustischen Überblick. Bei allem, was gerade geschieht – auch der Music Score wird immer noch tadellos mit eingearbeitet. Dynamische Unterschiede kommen hervorragend heraus. 

Ebenfalls beim „Phantom Protocol“ beweist uns der 1040, dass auch seine Videosektion richtig gut ist. Hunt steht auf der Straße, sieht dem Widersacher hinterher, der flüchten konnte – wie fein der Yamaha die Asphalt-Oberfläche der Straße herausarbeitet, ist grandios. Es gibt auch innerhalb der feinsten Asphaltkörnchen praktisch kein Rauschen oder Flimmern zu sehen. In der nächsten Sequenz sind Hunt und sein Team, im heftigen Streit, zu sehen. Hautoberfläche, Hautporen und Haut-Farbe kommen gut heraus, es ist aber leichtes Rauschen in diesem Kapitel zu sehen. Das ist aber nicht allein dem 1040 zuzuordnen, sondern liegt zu einem beträchtlichen Teil auch am Quellmaterial. 

Mit der BD von „Star Wars Episode VI“ haben wir nun einen weltbekannten, aber schon älteren Film (aus den 80er Jahren) in den BD-Spieler eingelegt. Holt der Yamaha beim Hochskalieren auf 4K hier eine anständige Bildqualität heraus? Wir haben uns die ersten Minuten angeschaut und staunen, wie ruhig und farbecht sich die gelbe Laufschrift über den Screen bewegt.

Nur minimales Zittern ist sichtbar. Dann schwenkt die Kamera auf den Sternzerstörer, aus dessen Rumpf einige Jäger und die Fähre Darth Vaders fliegen, mit Kurs auf den halb fertigen Todesstern. Für das alte Quellmaterial ist die Detaillierung hervorragend, das Rauschverhalten gering. Der Yamaha stellt ein facettenreiches, farblich echtes Bild zur Verfügung. Auch Vaders dunkle Rüstung überzeugt visuell, die verschiedenen dunklen Töne werden sauber differenziert.

Der Commander im Zweigespräch mit Vader wird so präzise wiedergegeben, dass man einzelne Poren der Haut sehen kann. Szenenwechsel, R2D2 und C-3PO wandern nun durch die unwirtliche Wüste Tattoins. Leichtes Rauschen bei Betrachtung des Wüstenbodens ist kaum verwunderlich, schon eher erstaunt, wie gut das elektronische Auge, das aus der Festungstür von Jabbas Wüstenfestung herauskommt, detailliert wird. 

Übrigens, mittels des Sci-Fi-DSP ist es auch höchst beachtlich, was aus der restaurierten Tonspur geholt wird. Weitläufig, kraftvoll, vielschichtig – einfach top und auf Oberklasse-Niveau. Die legendäre orchestrale Musik gleich zu Anfang kommt ausdrucksstark heraus, einige Zeit später öffnet mit massivem Grollen das eiserne Tor zu Jabbas Wüstenpalast. Im 10. Kapitel gibt es dann einen Kampf Luke versus Monster – mit unglücklichem Ausgang für das derbe Monster.

Zuvor wird das unbändige Gebrüll des scheußlichen Tiers mit durchdringender Wirkung und räumlich dicht wiedergegeben. Die Raumschlachten rund um den Todesstern und die Schlacht am Boden auf Endor bereiten dem leistungsstarken Team aus Yamaha und KEF-Komponenten ebenfalls keine Probleme. Immer machtvoll mit dabei – der charakteristische Music Score, dem immer der korrekte Raum innerhalb des akustischen Gesamtgebildes eingeräumt wird.

Yamaha RX-A1040 Front Seitlich2

Hochwertig & edel – der RX-A1040

Yamaha RX-A1040 Verarbeitung

Lautstärkeregler

Yamaha RX-A1040 Bedienelemente Frontklappe Display

Bedienungselemente sowie Kopfhöreranschluss, USB, HDMI AV-Cinch und Mikrofonanschluss hitner der Front-Klappe

Yamaha RX-A1040 Bedienelemente Front2

Quellwahl-Regler

Yamaha RX-A1040 Bedienelemente Front1

 Hochwertige Materialanmutung

KEF E305 Gruppenbild3

Enorm klangstark – E305 von KEF

Nach ausführlichem Testbetrieb mit der Kombination aus Yamaha RX-A1040 und dem KEF E305 5.1 Subwoofer-/Satellitensystem steht fest: Für knapp 1.600 EUR erhält man eine hervorragende Kette mit großen akustischen Möglichkeiten. Ausgewählte EURONICS-Händler werden dieses Package exklusiv vertreiben, hier geht es zur Händlerliste. Wer sich glücklich schätzen darf, die Komponenten mit nach Hause nehmen zu können, kann sich auch auf ein exzellentes Finish von AV-Receiver und Lautsprechern freuen. So macht sich die Kombination auch im Wohnzimmer ausgezeichnet, der RX-A1040 mit edler Alufront, solide eingepassten Reglern für Quellwahl und Lautstärke sowie die KEF-Komponenten mit sehr hoher Oberflächenqualität und hochwertiger Verarbeitung sind auch für anspruchsvolle Augen geeignet. Dass der RX-A1040 mit sehr guter multimedialer Ausstattung zum Kunden kommt und darüber hinaus auch eine leistungsstarke Videosektion bietet, macht dieses Paket nur noch interessanter. 

Große Kaufempfehlung – erstklassige Kombination aus AV-Receiver und Sub-/Sat-System zum Schnäppchenpreis
preisklassenreferenz
AV-Receiver + 5.1 Subwoofer-/Satellitensystem bis 2.000 EUR
Test 06. November 2014

+ Pegelfest und dynamisch aufspielende Kombination
+ Yamaha RX-A1040 mit sehr kraftvollen Endstufen
+ KEF Aktiv-Subwoofer mit tollem Tiefgang und leistungsfähiger Class D-Endstufe
+ Fendynamisch tolles „Teamwork“ aller Komponenten
+ Auch dank Yamahas DSPs hervorragende Weitläufigkeit
+ KEF-Lautsprecher aufgrund von UNI-Q-Chassis mit perfektem Group Delay
+ Yamaha RX-A1040 mit überragender Videosektion
+ Sehr gute Verarbeitung aller Komponenten
+ Günstiger Paketpreis

– Form der KEF-Komponenten gefällt nicht jedem
– Teils angestaubte OSDs

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 06. November 2014

 

 




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