TEST: QED uPlay Stream – HiFi Netzwerk-Streaming in kompaktem Format

QED uPlay Stream Verpackung

Wer sich über drahtloses Musik-Streaming in hoher Qualität Gedanken macht, stößt zwangsläufig auf Geräte wie z.B. den Advance Acoustic X-Uni oder den Pioneer N-50. Zweifellos ausgezeichnete Komponenten, aber nicht unbedingt für den schmalsten aller Geldbeutel. Der uPlay Stream stößt allerdings eher in die Gefilde eines Raumfeld Connectors vor und möchte im relativ preisgünstigen Sektor Flexibilität und hohe Klangqualität bieten. Das Gerät empfängt Audiosignale von DLNA-Servern und mobilen Endgeräten sowie aus der Cloud drahtlos oder via Ethernet über das Heimnetzwerk und unterstützt Abtastraten von bis zu 96 kHz. Die Signalverarbeitung erfolgt mit hochwertigen Wolfson D/A-Wandlern. Wir haben uns den sehr kompakten Streamer genauer angesehen. Der Preis liegt bei 199 EUR.

QED uPlay Stream Draufsicht1

Der „uPlay Stream“

QED uPlay Stream Rueckseite Seitlich2

Rückansicht mit Anschlüssen

QED uPlay Stream Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

Anschlüsse und WPS-Taste im Detail

Im Karton des Musik-Streamers steckt das sehr kompakte, etwa handflächengroße Hauptgerät, eine Schnellstartanleitung sowie ein Netzteil mit drei verschiedenen Adaptern (UK, EU, US) und zwei Kabel. Das mit 65 cm nicht allzu lang bemessene Klinkenkabel überträgt das Stereosignal des uPlay Stream an den Line-In Anschluss der HiFi-Anlage. Für die Nutzung von Cinch-Eingängen liegt ein Klinke- auf Cinch-Adapter bei. Die Kabel machen einen sehr robusten Eindruck und wirken durch die Metallanschlüsse elegant und hochwertig – von einem erfahrenen Kabelhersteller erwarten wir nichts geringeres.

QED uPlay Stream Kabel

Klinkenkabel und Klinke-Cinch-Adapter

Dass das beiliegende Klinkenkabel essentiell ist, merkt man spätestens bei einem Blick auf die Anschluss-Sektion des Hauptgerätes. Für die Übertragung des Audiosignals steht nämlich ausschließlich ein 3,5mm Klinkenausgang zur Verfügung. Dazu gibt es noch einen Ethernet-Slot und den Anschluss für das Netzteil. Auch sonst ist das uPlay Stream sehr minimalistisch gehalten, ein Display oder Knöpfe (abgesehen vom WPS-Button auf der Rückseite) ist nirgends zu entdecken. Lediglich drei LEDs auf der Oberseite, die den Status des Betriebs und der Netzwerkverbindung anzeigen, sind integriert. Die Oberseite ist hochglanzschwarz, die Unterseite matt. Vier Gumminoppen auf der Unterseite verhindern ein Wegrutschen des Geräts. Durch die kompakte Form und der Absenz von Bedienelementen ist der Streamer perfekt geeignet, um nach der Inbetriebnahme einfach hinter dem AV-Rack zu verschwinden.

QED uPlay Stream Screenshot 1

„Home“-Screen der uPlay Stream App

QED uPlay Stream Screenshot 4

Popup-Menü bei Berührung des Zahnrades

QED uPlay Stream Screenshot 5

Direkt nach Anschluss des Netzwerkkabels wird uns ein Firmware-Update vorgeschlagen

Wie sieht es mit der Inbetriebnahme des uPlay Stream aus? Verschiedene Varianten der Netzwerkeinbindung sind möglich. In jedem Fall sollte man sich die uPlay Stream App aus dem App Store oder Google Play Store herunterladen, da sie für die Bedienung des Gerätes unentbehrlich ist. Am einfachsten ist die Verbindung des Gerätes via Kabel. Bei aktiviertem DHCP sind keine weiteren Einstellungen notwendig. Auch die Integration per WPS-Push-Button-Methode ist ohne Netzwerk-Kenntnisse möglich, der Router muss dies aber unterstützen.

QED uPlay Stream Screenshot 6

Einrichtung des Geräts – „Device Setup“

QED uPlay Stream Screenshot 7

 

Benutzeroberfläche im Browser mit verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten

QED uPlay Stream Screenshot 8

Eigenes WLAN-Netzwerk auswählen

QED uPlay Stream Screenshot 9

Anzeige des Verbindungsstatus

Die „konventionelle“ Variante für die Einbindung ins Drahtlos-Netzwerk läuft folgendermaßen ab: Zunächst muss der uPlay Stream kurz per Kabel an den Router angeschlossen werden. Dann startet man die Applikation auf dem Smartphone und wählt „Device Setup“ aus. Das Netzwerk wird nach vorhandenen Devices durchsucht, unser Testgerät wird sofort angezeigt. Klickt man darauf, wird man mit dem Browser auf die IP-Adresse und damit die Benutzeroberfläche des QED uPlay Stream geleitet. Unter „WiFi Selection“ wählt man das eigene WiFi-Netzwerk aus und gibt dort das Passwort ein. Jetzt kann man sich noch unter „Advanced“ und „Link Status“ anzeigen lassen, ob die Verbindung korrekt eingerichtet wurde. Das Netzwerkkabel kann danach einfach abgezogen werden.

 QED uPlay Stream Screenshot 2

Playlists auf dem iPhone, hier können direkt neue Wiedergabelisten erstellt werden

QED uPlay Stream Screenshot 3

DLNA-Server im Netzwerk

QED uPlay Stream Screenshot 12

Ordneransicht auf dem Server

QED uPlay Stream Screenshot 11

Auswählen, auf welchem uPlay Stream die Musik wiedergegeben werden soll

Die uPlay Stream App ist, da es sonst keine Möglichkeit der Bedienung des Gerätes gibt, für die Verwendung essentiell. Die App ist aktuell nur auf Englisch zu haben, die Bedienung sollte aber dennoch niemanden vor große Probleme stellen. Unter Playlists kann man direkt auf dem Smartphone oder Tablet befindliche Wiedergabelisten und Titel einsehen und an das uPlay Stream leiten, auch neue Listen können erstellt werden. Wählt man einen Titel innerhalb einer Wiedergabeliste aus, wandern die übrigen Titel automatisch in die Warteschlange „Queue“.

Unter „Browser“ werden sämtliche DLNA-Server angezeigt. Wählt man einen der Server aus, kann man durch die verschiedenen Ordner bis zu den einzelnen Tracks navigieren. Das ganze funktioniert recht problemlos und die Navigation erfolgt ohne Verzögerung, kann aber bei enorm großen Bibliotheken etwas müßig werden. Die Suchfunktion durchsucht nämlich stets immer nur den aktuell gewählten Ordner und nicht die gesamte Musikbibliothek. Titel, Interpret und Album stehen bei den einzelnen Liedern an Information zur Verfügung, Bitrate und Dateiformat kann man nicht einsehen. Die uPlay Stream App ist zudem in der Lage, auf Dateien, die in einer Cloud wie z.B. Dropbox, gespeichert sind, zuzugreifen. Unter Cloud Setup aktiviert man den gewünschten Dienst und wählt dann unter „Browser“ links oben das Wolkensymbol mit den zwei entgegen gesetzten Pfeilen aus, danach müssen natürlich noch die Zugangsdaten bereitgestellt werden. Wer auf seinem iPhone die Dropbox-App schon installiert hat, muss lediglich auf „Zulassen“ drücken und damit der App den Zugriff gewähren.

Der letzte Punkt „Play to“ bietet eine Übersicht der uPlay Stream-Geräte und ist besonders dann von Nutzen, wenn man mit mehreren uPlay Stream-Komponenten eine Multiroom-Lösung anstrebt. Bis zu 8 Geräte können laut Hersteller verwendet werden, allerdings ist mit nur einem mobilen Endgerät nur der „Party-Modus“ möglich. Unterschiedliche Musik in verschiedenen Räumen ist nur mit einem weiteren Tablet bzw. Smartphone möglich. Die einzelnen Geräte können natürlich umbenannt werden, z.B. in „Wohnzimmer“, „Küche“, etc.

 QED uPlay Stream Front Seitlich1

Wie ist um den Sound bestellt?

Wir beginnen mit Aufnahmen in CD-Qualität im FLAC-Format mit einer Abtastrate von 44.1 kHz und spielen Daft Punk mit ihrem Track „Contact“ zu. Neben FLAC unterstützt der uPlay Stream auch MP3, AAC, WMA, WAV und Apple Lossless. Unseren uPlay Stream haben wir an einen Pioneer A-70 Verstärker und ein Pärchen KEF Q40 gehängt, durchaus ein respektables Setup für das günstige Gerät und eher überdimensioniert. Die räumliche Kulisse, die hier aufgebaut wird, ist gelungen, wenn auch die Bühne nicht überdurchschnittlich breit wirkt. Einzelne Klangelemente werden aber klar herausgearbeitet und können örtlich zugeordnet werden. Die Dynamik ist sehr gut ausgeprägt, bietet aber wie die Transparenz der Höhen noch Potential. Solide ist es auch untenrum – Präzision ist nicht oberste Maxime, aber hier wird kräftig Druck gemacht und Volumen geboten. Auch bei hohem Pegel bleiben die übrigen Frequenzbereiche unbeeindruckt, Verzerrungen gibt es kaum. Das Klangbild scheint auch sehr rauscharm und sauber zu bleiben, Probleme beim Signalempfang oder ähnliches konnten wir erfreulicherweise nicht feststellen. Bei „Doing it right“ begeistert der kleine Streamer erneut mit kräftigem Tieftonbereich und guter Vokaltransparenz, auch das Schlagwerk kommt gut zum Ausdruck und integriert sich nahtlos in die akustische Kulisse.

Wir wechseln auf 96 kHz/24-bit und gönnen uns das True North Album von Bad Religion. Hier sind wir erstaunt, wie gut die Differenzierung der einzelnen Instrumente gelingt und kaum eines in den Hintergrund gerät. Auch als sich die Stimme dazu gesellt, bleibt das Klangbild durchhörbar und differenziert. Der Hochtonbereich ist nicht ganz so brilliant, wie man es von diesen hochauflösenden Dateien gewöhnt ist. Insgesamt kann man wohl festhalten, dass man mit dem uPlay Stream einen sehr angenehmen und sehr unbekümmerten Sound erhält. Hier kommt es nicht auf die höchste Präzision und Detaillierung an. Bedenkt man den Einsatzzweck des Gerätes – und das wird wohl bei eher günstigeren HiFi-Komponenten sein – ist das ein sehr guter Ansatz, denn das Ergebnis wird stets ein ansprechendes sein. Audiophile wollen vermutlich etwas mehr, allerdings muss man sich dann in höheren Preisregionen umsehen. Denn wirklich vergleichen kann man den uPlay Stream nur mit diversen „Connectors“ und „Links“ anderer Systeme, die ebenfalls häufig guten, aber keinen überdurchschnittlich audiophilen Sound bieten. Und in diesem Einsatzgebiet wird man mit dem Produkt vom britischen Kabelspezialisten definitiv Spaß haben. Lebendiger und voller Sound, der niemals aufdringlich oder anstrengend wird, wird geboten. Bei „Hello Cruel World“ zeigt das kleine Gerät, dass auch Feinheiten der einzelnen Instrumente trotz komplexem Klanggeschehen noch herausgearbeitet werden. Die Bühne wirkt ausladend und räumlich, das Volumen und der kräftige Tieftonbereich runden den ausgezeichneten Eindruck ab.

Bei Simon Viklunds Soundtrack zu dem populären Videospiel Payday 2 darf sich das uPlay Stream an elektronischer Musik versuchen. Geschwindigkeit ist hier gefragt, die wir nicht kritisieren möchten. Einzelne Synthi-Elemente werden sauber integriert und kommen klar heraus, die Bühne wirkt dreidimensional und schließt uns als Zuhörer dank guter atmosphärischer Dichte mit ein. Als bei „Full Force Forward“ der Kickbass einsetzt, werden wir mit Kraft, Volumen und Tiefgang belohnt. Die verschiedenen akustischen Ebenen kommen sauber heraus und kulminieren in einer harmonischen Gesamtkulisse. Auch „The Mark“ überzeugt mit sehr tiefen und kräftigen Basschlägen, die flink an die weiteren Komponenten geliefert werden.

Fazit

QED uPlay Stream Draufsicht2

Der „HiFi Network Music Streamer“ von QED überzeugt durch kompakte Abmessungen und eine sehr unkomplizierte Einrichtung. Flexibilität zeigt der uPlay Stream nicht nur durch die akzeptierte Formatvielfalt sondern auch mit der Möglichkeit, bis zu acht Geräte miteinander zu koppeln und verschiedene Räume zu beschallen. Das Gerät wird komplett mit der kostenlosen App via Smartphone oder Tablet bedient, ein Display oder stationäre Bedienelemente vermisst also niemand. Neben der QED uPlay-App unterstützt das Gerät zudem auch andere, uPNP-fähige Applikationen. Die hauseigene App ist schnell durchschaut und offeriert sämtliche elementaren Funktionen, auf Spotify, WiMP oder ähnliche Streaming-Dienste sowie Internet-Radios muss man aber verzichten. Der Sound des uPlay Stream lädt zu langen Hör-Sessions ein, ist sehr angenehm und unbeschwerlich. Untenrum wird Kraft und Volumen geboten, die Bühne ist breit und die Atmosphäre dicht. Natürlich ist in Kombination mit hochwertigen Komponenten noch Luft nach oben, besonders in Bezug auf Feindynamik und Brillanz im Hochtonbereich. Insgesamt aber begeistert uns der lebendige und harmonische Sound des QED-Streamers zum Preis von 199 EUR.

Sehr kompakter Musik-Streamer mit 96 kHz/24-Bit Wolfson D/A-Wandlern und einfachem Handling
ausgezeichnet
08.10.2014

+ Einfache Inbetriebnahme
+ WPS-Funktion
+ Kostenlose iOS + Android-App
+ Sehr kompakte Abmessungen
+ Beiliegende Kabel wirken hochwertig
+ Klinke auf Cinch Adapter im Lieferumfang
+ Bis zu acht Geräte können gekoppelt werden
+ Direktzugriff auf Cloud-Services

– Kein Internetradio bzw. keine Streaming-Dienste
– Sollen auf zwei uPlay Stream unterschiedliche Lieder wiedergegeben werden, ist ein zusätzliches mobiles Gerät notwendig

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 08.10.2014




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