TEST: Pioneer MRX-3/5 – Kompakte Multiroom-Lautsprecher powered by FireConnect

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Hochwertiges Multi-Room-Streaming ohne „System-Fesseln“ – das verspricht Pioneer mit den neuen FAYOLA Musiksystemen und Multi-Room-Lautsprechern MRX-3 und MRX-5. Die auf FireConnect-basierenden Komponenten sollen zahlreiche Hersteller-übergreifende Standards unterstützen und so mit Geräten anderer Hersteller problemlos zusammenspielen. Ein großer Vorteil der Lautsprecher mit FireConnect ist aber nicht nur der offene Standard, sondern auch die perfekte Synchronität und Flexibilität bezüglich der Wiedergabe.

Zum Beispiel können an einer FAYOLA Musikanlage angeschlossene Komponenten an einem MRX-Lautsprecher als Quelle ausgewählt werden. Dazu gehört z.B. auch ein über AUX angeschlossener Plattenspieler – dies allerdings erst im Rahmen eines Firmware-Updates der Produkte. Die Kopplung zum Stereo-Verbund gehört natürlich zum Standard-Repertoire.

Die Einrichtung und Steuerung der Produkte erfolgt über die kostenlose Applikation „Pioneer Remote App“, die sowohl für iOS- als auch Android-Geräte verfügbar ist. MRX-3 und MRX-5 sind für eine UVP von 299 EUR bzw. 349 EUR erhältlich. Abgesehen vom integrierten Lithium-Ionen-Akku sind die Geräte identisch.

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Status LEDs in blauer Farbe

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Bedienelemente vorne

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Rückseite

Pioneer-MRX-3-Bassreflexoeffnung

Praktischer Tragegriff

Die beiden Pioneer-Lautsprecher sind in Schwarz oder Weiß erhältlich. Beide Varianten kommen in einem Kunststoff-Gehäuse mit matter Oberfläche daher und sind mit einem Abdeckgitter aus Metall ausgestattet. Haptisch fühlt sich der Kunststoff in Ordnung an, die Verarbeitung ist insgesamt sehr solide: Die Bedienelemente mit ausgezeichnetem Druckpunkt sind passgenau integriert und der Drehregler weist einen sauberen Lauf auf. Die Leiste unterhalb des Metallgitters, die die Bedienelemente beherbergt, wirkt in geschliffener Aluminium-Optik sehr schick.

Als Statusinfo sind an der linken Seite drei blaue Leuchtdioden integriert, die den aktuell gewählten Eingang (WiFi, Bluetooth, AUX) anzeigen. Am MRX-5 dienen die blauen Leuchtdioden zusätzlich als Ladestandsanzeige.

Die Rückseite wirkt eher simpel, links und rechts sind Ethernet-Schnittstelle, 3,5mm AUX-Eingang und der Anschluss für das Netzteil zu finden, außerdem ein gummierter Standby/On-Button. Im normalen Standby-Modus kann der MRX-3/5 aus der App heraus in den Betriebszustand versetzt werden. Wer einen noch geringeren Stromverbrauch möchte, drückt auf den Standby/On-Button mindestens 3 Sekunden lang, dann kann der Lautsprecher aber nur wieder mit Druck auf den physischen Button aktiviert werden. Unten sind drei gummierte Leisten angebracht, die für solide Standfestigkeit sorgen.

Hinter dem Abdeckgitter sind zwei 77mm Tiefmitteltöner und ein 28mm Hochtöner verborgen. Die MRX sind Bassreflex-Lautsprecher, die Öffnung dabei liegt vorne im oberen Bereich mittig.

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Power-Button und Ethernet-Schnittstelle

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Ein beiliegendes Klinkenkabel ist für die Installation notwendig

Die Einrichtung der FireConnect-Lautsprecher erfolgt in Kombination mit der kostenlosen Pioneer Remote App aus dem App Store. Möchte man einen oder mehrere Wireless Speaker hinzufügen, muss man den Punkt „Gerät einstellen“ auswählen, außerdem benötigt man das beiliegende Klinkenkabel, um das Router-Passwort an die Lautsprecher zu übertragen und diese direkt mit dem WLAN-Netzwerk zu verbinden. Das ist prinzipiell kein großes Problem, aber schon etwas umständlich. Vor allem wenn man bereits im Besitz eines iPhone 7 ist, dass ja bekanntlich ohne einen 3,5mm Klinkenanschluss auskommen muss. Nach Anschluss des Kabels an Smartphone/Tablet und MRX-3/5 muss nur noch das Passwort eingegeben werden. Im letzten Schritt der Einrichtung kann man dem jeweiligen „Raum“ noch einen Namen geben und eine Hintergrundfarbe wählen. Auch eine Bilderauswahl, um den Raum schneller zu erkennen, steht zur Verfügung.

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Pioneer Remote App im App Store

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Installation

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Drahtlos-Installation oder mit Netzwerkkabel

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Anleitung Schritt-für-Schritt

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WLAN auswählen

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Verbindung mit beiliegendem Klinkenkabel herstellen

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Der Rest erfolgt automatisch

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Audio-Kabel entfernen

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Farbe/Hintergrundbild festlegen und Namen eingeben

Nun kann man den gewünschten Eingang am MRX-Lautsprecher wählen. Neben Bluetooth und AUX steht einem unter „NET“ die größte Bandbreite an Angeboten zur Verfügung. Darunter tuneIn Internetradio, Deezer, Tidal, Zugriff auf Server im Netzwerk und die Musikwiedergabe direkt vom Smartphone. Klickt man auf „Spotify“, kann man direkt die Spotify App öffnen. Läuft Spotify-Musik bereits, wird Track inklusive Cover-Bild innerhalb der Pioneer Remote App angezeigt und man kann die Wiedergabe pausieren oder den vorherigen und folgenden Track auswählen. Auch die Funktionen „Shuffle“ und „Replay“ stehen zur Verfügung.

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Übersicht AUX-Eingang, Bluetooth-Zuspielung oder NET

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Auswahl der Streaming-Dienste, Internetradio oder Server im Netzwerk

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TuneIn Radio

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Wiedergabe vom Netzwerk-Server

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Spotify

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EQ

Die Navigation innerhalb der Wiedergabe vom DLNA-Server geht zügig vonstatten, beim Titelwechsel von hochauflösenden Dateien könnten die Geräte aber etwas zügiger reagieren. Ähnlich verhält es sich in den Weiten der Radiosender von tuneIn. EQ-Einstellungen sind im Wiedergabe-Bildschirm zu finden, Bass und Treble kann hier von -5 bis +5 justiert werden. Die Gruppierung von Lautsprechern sowie eine Stereo-Kopplung kann man natürlich ebenfalls vornehmen, indem man einer Komponente den rechten und der anderen den linken Kanal zuweist. Möchte man die Stereo-Kopplung wieder auflösen, stellt man wieder „LR“ bei den Komponenten ein, um Stereo-Sound aus einem Gerät zu erhalten.

Für kompatible FireConnect-Geräte gibt es ein eigenes Sub-Menü. Wer per Bluetooth zuspielen möchte, wechselt den Eingang am MRX-3/5 auf Bluetooth und findet den Lautsprecher unter „Sichtbare Geräte“ am Smartphone oder Tablet. Nach einem Klick darauf sind die Geräte binnen weniger Sekunden gekoppelt und die Wiedergabe kann starten. Die MRX-Komponenten sind auch Chromecast-zertifiziert, ein Firmware-Update für den vollen Funktionsumfang steht hier aber noch aus. Ebenso verhält es sich mit DTS Play:Fi. Auch hier lässt sich die Philosophie von Pioneer, ein möglichst breites Spektrum an Features und insbesondere eine hohe Kompatibilität zu vielen Systemen zu realisieren, klar erkennen. Selbst Signale, die beispielsweise dem FAYOLA Musik-System oder einem FireConnect-fähigen AV-Receiver per HDMI zugespielt werden, sollen über WLAN an Lautsprecher gestreamed werden können.

Klang

Die Pioneer Multiroom-Lautsprecher verarbeiten auch hochauflösende Audio-Dateien in verschiedenen Formaten, allerdings ist über ein Drahtlosnetzwerk maximal 96 kHz/24-Bit möglich. Eine stabile Verbindung war bei uns über den gesamten Testzeitraum gegeben, die MRX-Komponenten unterstützen sowohl den Frequenzbereich von 2,4 GHz als auch 5 GHz. Wir spielen dem MRX-3 direkt hochauflösendes Material zu, bei „Stop this World“ von Diana Krall darf er seine Stärke im Bereich der Stimmdarstellung und dem Bühnenaufbau zeigen. Das 2-Wege-Systeme macht hier direkt eine ausgezeichneten Eindruck und gefällt besonders durch klare, natürliche Mitten mit solider Durchzeichnung vokaler Details. Auch das Schlagzeug überzeugt mit sanftem Streicheln der Besen und der dezenten, aber dennoch klar hörbaren Hi-Hat. Selbst als das Piano dazukommt, bleibt der Pioneer-Lautsprecher trotz des komplexen Geschehens souverän und differenziert die einzelnen Instrumente sehr gut. Die Bühne könnte insgesamt noch einen Tick breiter erscheinen, die lokale Platzierung der einzelnen Elemente gelingt aber schon sehr gut, auch eine präzise Ortung fällt nicht schwer. Obwohl es sich um einen kompakten Speaker handelt, wurde Wert auf eine weitgehend natürlich und authentische Darstellung gelegt. Die unteren Frequenzbereiche wirken nicht übermäßig stark angehoben, was ja häufig der Fall ist, wenn man fehlenden Tiefgang kaschieren möchte. Dennoch wirkt der Bassbereich recht üppig und voluminös, die zwei 77mm Tieftöner machen sich bezahlt.

Die Supersonic Blues Machine empfängt uns bei „Ain’t No Live (In The Heart Of The City) mit stark verzerrtem Gitarrensound, den die MRX-Lautsprecher exzellent umsetzen. Nach der kurzen Einlage sind wir gespannt, denn der Bass der sich dazu gesellt, hat es in sich. Die kleinen Pioneer-Lautsprecher zeigen sich unbeeindruckt und formen ein sattes, nachdrückliches Fundament, dass bis in die oberen Pegelbereiche absolut souverän bleibt. Auch hier gefällt die Stimmcharakteristik und die Platzierung der einzelnen akustischen Elemente. Im Maximalbereich wirken die MRX-Lautsprecher nicht mehr 100% ausgewogen, bleiben aber bis in die oberen Bereiche der 90% harmonisch und sauber. Mitten und Höhen sind klar, ohne zu übersteuern oder ins Aggressive abzudriften. Klar darf man keine absolute Authentizität erwarten, aber allein dass ein solches Stück mit sehr solider Dynamik und mitreißendem Swing spielfreudig dargeboten wird, ist hervorragend. Man darf auch die Preislage der Pioneer Multiroom-Lautsprecher nicht außer Acht lassen und dafür wird hier schon überdurchschnittlich viel geboten. Hier wird nicht nur laut gespielt und mit Effekthascherei getäuscht, sondern im Rahmen des Möglichen Authentizität geboten. Sicher, „untenrum“ muss man etwas tricksen. Dennoch klingt es voll, ohne überzogen und unecht zu wirken.

Auch bei D-A-Ds „Grow Or Pay“ zeigen MRX-3 und MRX-5 sehr solide Dynamik-Eigenschaften und eine harmonische Kulisse. Mit wenigen Handgriffen sind die beiden Geräte gekoppelt und agieren im Stereo-Modus. So erreichen wir eine sehr gute Räumlichkeit bei identisch guter Staffelung der Instrumente und zentraler Stimme. Trotz der Komplexität, den das Stück der Kopenhagener an den Tag legt, fällt eine Differenzierung der einzelnen Instrumente nicht schwer. Ebenso gefällt uns sehr gut, dass man auch ausgezeichnet „leise“ hören kann. Die Multiroom Speaker entwickeln auch bei niedrigem Pegel Dynamik und packen den Zuhörer mit schwungvollem und mitreißendem Sound.

Jetzt wirds elektronisch! Vintage Culture hat mit „Hollywood“ einen basslastigen Track kreiiert, der leicht ins Ohr geht und Frühlingsgefühle lostritt. Wer würde nicht gerne mit dem Cabrio über die Straßen Kaliforniens gleiten (siehe Cover) – und das natürlich mit der passenden akustischen Unterstützung. Die Pioneer-Geräte MRX-3 und MRX-5 liefern dazu definitiv den passenden „Drive“. Der Kickbass in den eher höheren Regionen der tiefen Frequenzen liegt dem Pioneer-System perfekt und prompt wird dieser auch kraftvoll und nachdrücklich ans Ohr getragen. Auch im höheren Pegelbereich erkennen wir hier keine Verzerrungen, sondern ein trockene und voluminöse Schläge, die bei weniger massivem Untergrund für Vibrationen sorgen. Die Vocals und übrigen Synthesizer-Elemente leiden nicht, sondern wirken sauber platziert und gehen keinesfalls unter.

Die Pioneer-Produkte wecken ins uns Assoziationen zu Panasonics ALL-Multiroom-Lautsprechern. Auch hier setzt man auf einen offenen Standard, bietet viele Features und liefert akustisch eine sehr gute Leistung ab – auch preislich liegt man nahe beieinander. Allerdings muss man erwähnen, dass sich der Qualcomm-Standard nicht großartig durchgesetzt hat. Auch wenn sich das noch im Ernstfall beweisen muss, hat man bei Pioneer bereits den Vorteil der FireConnect-fähigen AV-Receiver von Pioneer und Onkyo. Außerdem hat man, sofern das Firmware-Update zeitnah kommt, nicht nur Chromecast, sondern auch DTS Play:Fi an Bord. Und dass Play:Fi Druck macht, steht außer Frage. Andere Hersteller wie z.B. Samsung mit den R-Komponenten können mit der Funktionsvielfalt nicht mithalten. Insbesondere deshalb, da man auf einen proprietären und keinen offenen Standard wie FireConnect setzt. Hier stehen insgesamt aber auch andere Dinge, wie z.B. „TV Sound Connect“ im Fokus. Akustisch sind die Lautsprecher mit Ring-Radiator-Technologie zwar alles andere als schlecht, haben aber eine eher spaßige Auslegung mit satten Tiefen und klaren Höhen. MusicCast ist hier schon eher vergleichbar, wobei es sich natürlich auch nicht um einen offenen Standard handelt, dennoch spielen hier Dinge wie „Re-Streaming“ eine wichtigere Rolle, da so viele Yamaha-Komponenten die MusicCast-Funktionen bieten, darunter Soundbars, AV-Receiver, Stereo-HiFi-Anlagen, etc.. Allerdings, und das ist ein nicht unerheblicher Faktor, legt man sich damit auf einen einzigen Hersteller fest, während man bei Pioneer auch Lautsprecher anderer Hersteller einbinden kann. Natürlich immer vorausgesetzt, der FireConnect-Standard wird unterstützt.

Fazit

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Startschuss für FireConnect! Nach dem Rollout der Software, zunächst für die AV-Receiver der Oberklasse, gehen die ersten Multiroom Lautsprecher-Komponenten an den Start. Materialqualität, Verarbeitung und allem voran die akustische Performance überzeugt. MRX-3 und MRX-5 spielen mitreißend und schwungvoll auf, bleiben aber authentisch und begeistern durch eine sauber gestaffelte Bühne und Souveränität. Die Grundvoraussetzungen stimmen also. Jetzt liegt es an der Software, die versprochenen Möglichkeiten, darunter neben Chromecast und DTS Play:Fi auch Input-Forwarding und Re-Streaming, faktisch umzusetzen. Sehr praktisch ist die Möglichkeit, auch Lautpsrecher anderer Hersteller mit einbeziehen zu können. So ist man, wie bei manch Konkurrenten, nicht streng limitiert. FireConnect ist wohl relativ einfach zu integrieren und mit vielen WiFi-Chips und Betriebssystemen kompatibel, dennoch muss man gewillt sein, auf einen offenen Standard zu setzen. Bislang können wir Betriebssicherheit und Stabilität attestieren, ob im Bluetooth-Bereich oder beim Streaming hochauflösender Audio-Dateien, die MRX-Komponenten agierten meist flink und stets zuverlässig.

Kompakte Multiroom-Lautsprecher mit akustischer Kompetenz zum fairen  Preis
ueberragend
30.03.2017

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30.03.2017




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