TEST: Pioneer FAYOLA FS-W50-Netzwerk-Musiksystem plus 2 Satelliten FS-S40 für den Rear-Bereich

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Erst vor kurzem haben wir Pioneers neue und moderne Wireless Speaker-Musiksysteme mit dem Namen FAYOLA in einer kurzen News-Meldung vorgestellt. Jetzt haben die innovativen Komponenten bereits den Weg in unsere Redaktion gefunden und warten darauf, ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zu demonstrieren. Außerdem wollen die Elektronik- und Lautsprecherkomponenten natürlich ihre akustische Kompetenz unter Beweis stellen. Zusätzlich zum zentralen Media-Center mit dem Lautsprecherpaar FS-400 konnten wir den Subwoofer FS-SW40 sowie zwei zusätzliche FS-S40 Satellitenlautsprecher ergattern – das volle Programm also. Unser Setup mit FS-W50 für 1499 EUR plus die zusätzlichen FS-S40 Satelliten-Lautsprecher für 549 EUR kommt auf insgesamt 2048 EUR. So schön sich „Wireless“ anhört – so ganz ohne Kabel geht es dann doch nicht. Zwar laufen nicht mehr Lautsprecher-Kabel durch den Raum, aber jeder der vier Wireless-Satelliten und der aktive drahtlose Subwoofer brauchen eine Steckdose, um die Komponenten mit Strom zu versorgen.

Wie sieht der erste Eindruck direkt nach dem „Unboxing“ aus? Die im runden Design auftretenden Satelliten präsentieren sich in guter Verarbeitungsqualität. Die Spaltmaße sind gering, die Materialqualität gibt keinen Anlass zur Kritik. 

Pioneer-Fayola-FS-W50-FS-400-FS-S40-Detail-Oberseite

Ansicht von oben. Geringe Spaltmaße, gute Materialqualität – oben Aluminium

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Hübsches Design, zurückhaltende Farbgebung. Aber: Titan/Anthrazit liegt derzeit im Trend

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Ansicht von hinten

Der sehr kompakte aktive drahtlose Subwoofer passt optisch gut zum Rest des Systems.

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Kompakter aktiver Wireless-Subwoofer

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Rückseite

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Unterseite: Chassis, der Sub arbeitet nach dem Downfire-Prinzip

Pioneer-Fayola-FS-W50-FS-SW40-Tieftoener

Treiber

Pioneer-Fayola-FS-W50-FS-SW40-Standfuss

Standfuß

Der aktive Subwoofer ist äußerst kompakt und daher einfach unterzubringen. Er arbeitet nach dem Downfire-Prinzip und wird problemlos bei der Installation erkannt. Vier Standfüße sorgen für den korrektenn Abstand zum Boden. 

Das Media-Center, ebenfalls schickem Grau und mit titanfarbener Gehäuseoberseite, ist auch ausgezeichnet verarbeitet. Das DOT-Matrix-Display löst gut auf, und die wenigen Bedienelemente rechts auf der Gerätefront sind stylish integriert, aber trotzdem auch gut in der Handhabung, was wir spontan nicht gedacht hätten. Das Media-Center ist angenehm flach und daher leicht zu verstauen. Ein problemlos ablesbares Punktmatrix-Display gibt Auskunft über alles, was aktuell von Relevanz ist. Natürlich sind WLAN sowie Bluetooth an Bord. 

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Media-Zentrale mit keramikartiger Blende in hochwertiger Haptik

Pioneer-Fayola-FS-W50-Media-Center-Rueckseite-Seitlich

Rückseite

Pioneer-Fayola-FS-W50-Media-Center-Fernbedienung

Fernbedienung

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Oberseite des Media-Centers – aus seidemglänzenden Aluminium

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Pioneer-Schriftzug

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Bedienelemente rechts, sehr elegant eingelassen

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Das dürfte reichen: Vier HDMI-Terminals mit HDCP 2.2, ein HDMI-Ausgang mit ARC

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USB- und Netzwerk-Schnittstelle, analoger Cinch-Eingang

Pioneer-Fayola-FS-W50-Media-Center-Fernbedienung

Mitgelieferte Fernbedienung

Überblick über elementare Merkmale des Media-Centers:

  • Mit an Bord derzeit: Deezer, Spotify, Tidal, TuneIn. Mehr kommt per Firmware-Update
  • Kompatibel zum von Pioneer & Onkyo verwendeten Multiroom-Audio-Standard Fire Connect. Zum Thema Fire Connect folgt von uns noch ein eigenes Special, in dem wir ein Multiroom-Audio-Setup aus verschiedenen Komponenten aufbauen. 
  • Zur Bedienung gibt es die „Pioneer Remote App“, die sehr übersichtlich und hübsch gestaltet ist. Wir werden später einige Screenshots präsentieren
  • Im Lieferumfang auch enthalten ist die gleiche Fernbedienung, die auch den aktuellen Multiroom-Receivern beiliegt.
  • An Bord des Media-Centers ist eine automatische Erkennung für vorhandene Wireless-Speakers – in der Praxis hat alles optimal funktioniert.
  • Ein Einrichtungassistent steht helfend zur Seite. Er ist haiuptsächlich textbasiert, es finden sich vereinzelt Grafiken.
  • Das Media-Center eignet sich perfekt als Entertainment-Zentrale fürs Wohnzimmer, da sich  hinten ein HDMI-Ausgang (mit Audio Return Channel, ARC) und vier HDMI-Eingänge (alle vier 4K-kompatibel und mit HDCP 2.2 ausgestattet) vorhanden sind. Auch eine RJ45 Ethernet-Buchse und ein USB-Port sind rückseitig vorhanden
  • Bluetooth sowie Dualband-WiFi sind selbstverständlich an Bord
  • Es werden folgende Formate decodiert: dts-HD Master Audio, dts 5.1, dts Neo:6 5.1, Dolby True HD, Dolby Pro Logic II, Dolby Digital, Dolby Digital Plus
  • ALAC, AIFF und WAV können bis 192 kHz/24-Bit wiedergegeben werden. Komischerweise führt Pioneer Flac nicht als Format auf der Website auf, FAYOLA gibt aber Flac bis 192 kHz/24-Bit wieder.
  • Das Playback von Direct Stream Digital (DSD) ist über Netzwerk und USB möglich. Und zwar in 2,8/5,6 Mhz. Der Support von Quad-DSD (11,2 Mhz) fehlt bei FAYOLA. 
  • Es finden sich verschiedene Hörmodi, die über die mitgelieferten Fernbedienung oder auch per App einstellbar sind: Auto/Dorect, Surround und Stereo
  • Es gibt einen „Late Night Mode“ und ein „Loudness Management“ für dts, Dolby Digital, Dolby Digital Plus und Dolby True HD. Bei Pro Logic II sind die Funktionen Dimensional/Panorama integriert.
  • Videosektion: Das Upscaling von Full HD-Inhalten auf 4K ist per OSD aktivierbar. Wir haben die Qualität getestet und sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Ein Bild mit solider Schärfe und einer guten Detailwiedergabe ist bei Blu-ray-Inhalten zu erkennen, zudem fällt das Scaling-Rauschen erfreulich gering aus. 
  • Im Ausstattungsumfang ist auch ein klassischer analoger Radio-Tuner (FM-Tuner mit RDS, 87,5 bis 108,0 MHz, 40 Stationsspeicher).
  • Eine „Auto-Power-Up“-Funktion, wenn ein Netzwerk entdeckt wurde, ist ebenfalls dabei.
  • Pioneer gibt keine Leistungswerte für die drahtlosen Lautsprecher und den drahtlosen Subwoofer an. Wir werden später in den Klangtestreihen überprüfen, wie es um die Pegelfestigkeit bestellt ist. Ein Indiz finden wir: Maximal 21 Watt Leistungsaufnahme pro Satellit, 38 Watt stehen beim Subwoofer auf der Rückseite. Reicht das? Später mehr dazu. 

Wir fassen zusammen: FAYOLA ist ein modernes Entertainment-System mit in unserem Falle vier drahtlosen Lautsprechern – was kann man damit anfangen?Wie wir schon in der Übersicht schrieben, kann FAYOLA nicht nur qualitativ hochwertige, hochauflösende Audio-Dateien zum Beispiel in FLAC und DSD, wiedergeben, sondern verarbeitet auch Mehrkanal-Tonspuren von Blu-ray Discs oder Videostreaming-Diensten und leitet diese an entsprechende diskrete Kanäle weiter. Als multimediales Multiroom-System stehen natürlich die wichtigsten Abo-Musikdienste zur Verfügung, außerdem die Wiedergabe von einem Server im Netzwerk sowie Bluetooth-Kompatibilität. Aber auch HDMI-Schnittstellen nach aktuellstem Standard sind integriert und der TV-Ton kann via Audio Return Channel abgegriffen werden. Der Sound kann dann, je nach Vorliebe, im Wohnzimmer in Stereo oder Mehrkanal wiedergegeben werden, genauso aber via FireConnect an kompatible Multiroom-Lautsprecher im Nebenraum. Der offene Standard unterstützt dabei nicht nur Pioneer Speaker. Auch Lautsprecher anderer Hersteller können damit arbeiten und werden nahtlos ins FAYOLA-System integriert.

Um das FAYOLA-System einzurichten, gibt es ein OSD nebst Einrichtungsassistenten. Hier unsere Screenshots: 

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Direkt zu Beginn: Sprachwahl

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Scan für die 4 Funklautsprecher. Einen Center gibt es nicht

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So muss es laufen: Zuverlässig entdeckt FAYOLA alle angeschlossenen Funk-Lautsprecher

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Der Einrichtungsassistent begleitet den Anwender

Pioneer Fayola FS-W50 Menue 5

Klar verständliche Fragen, aber leider mischen sich englische Termini in die deutsche Übersetzung. Das geht besser

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Lautsprecher-Einrichtung, Surround. Hier ist die Übersetzung besser

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Nun werden die Lautsprecher eingerichtet

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Einrichten der Netzwerkverbindung

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Verbindung zum Netzwerk wahlweise drahtlos oder per Kabel

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Auch hier: Jeder Schritt wird erklärt, so kommen auch weniger erfahrene Anwender zurecht

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Netzwerkverbindung hergestellt

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Alles geregelt – es kann losgehen

Die erste Inbetriebnahme gestaltet sich äußerst einfach und komfortabel. Pioneer hat zwar lange gebraucht, FAYOLA in der finalen Version auf den Markt zu bringen (schon auf der High End 2016 stand ein Prototyp), aber dafür funktioniert auch alles tadellos. Heißt in der Praxis: Die zwei Paar drahtlosen Lautsprecher für Front und Surround werden problemlos erkannt

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Grundeinstellungen 

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Auch FAYOLA kann Full HD-Inhalte, z.B. von Blu-ray, auf 4K hochskalieren, ebenso wie Pioneers „normale“ Mehrkanal-Receiver

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Eigenes Menü für die Funklautsprecher 

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Time Alignment

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Kanalpegel

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Information über den Verbindungsstatus der Funklautsprecher

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Dolby: Loudness Management

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Menü „Hardware“

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Informationen über die aktuelle Netzwerkverbindung

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Menü „Diverses“

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Firmware

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Multimediale Funktionen inklusive Fire Connect

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Zugriff auf Server und PCs im Heimnetzwerk

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Wiedergabe einer Hi-Res-Audiodatei (Flac). Sehr gut: FAYOLA stellt präzise Angaben zum Format (88,2 kHz/24-Bit) zur Verfügung

Die klar verständlichen Menüs stellen im Betrieb von FAYOLA eine komfortable Handhabung sicher. Wie schon erwähnt, ist die Steuerung per App ebenfalls möglich. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn in einem Fire Connect-basierten Multiroom Audio-System verschiedene Lautsprecher/Systeme in unterschiedlichen Hörzonen vorhanden sind. Wie bereits erwähnt, wird es zum Thema Fire Connect noch ein eigenes Special geben. Hier einige App-Screenshots:

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Kennen wir von Yamaha MusicCast: Einstellung eines Hintergrundbildes

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Name des Raumes

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Tipps zur Verwendung der App werden eingeblendet

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Übersicht

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Eingangswahl

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Klangeinstellungen: Listening Mode, Tone Control, Speaker (Subwoofer) Level, Advanced Surround Retriever

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Alles im Blick

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Übersicht über Streaming-Services etc. 

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Start von Spotify

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Spotify-Wiedergabe

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Das FAYOLA-System wurde umgehend von Spotify erkannt

Das Handling mit der App ist ebenfalls zu loben. Vor allem – alles funktioniert so, wie es soll. Klingt banal, ist es aber nicht. Denn oft finden Komponenten ihren Weg zu uns, die noch keinesfalls komplett betriebsbereit sind. Das FAYOLA System hingegen bereitete uns durch einfache Ersteinrichtung viel Freude, und auch im Betrieb traten keine Probleme auf. Alles also gut und schön – aber wie sieht es mit der Klangqualität aus?  

Klang 

Wir starten durch mit „Stirb Langsam 4.0“ mit englischer dts-HD Master Audio-Tonspur. Hier werden wir ab Filmbeginn umgehend feststellen, ob mit dem FAYOLA-System auch Filmfreunde glücklich sein können. Eines vorab: Für den Wohnzimmergebrauch reicht die maximal mit dem System mögliche Lautstärke aus. Hier kann man nicht meckern. Für den richtigen Heimkinofreund aber, das hatten wir schon erwartet, empfiehlt sich ein klassisches Setup mit einem Pioneer Mehrkanal-Receiver und passendem Lautsprechersystem.

Direkt ab Filmbeginn fällt auf, dass der Klang recht klar und zugleich aus räumlicher Sicht, gerade was die Weitläufigkeit angeht, tadellos ist. Die erste große Explosion im Hause des Hackers bringt das System ans Limit – die Wiedergabe-Güte ist aber für eine Lösung wie FAYOLA als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Stimmen, wie zwischen Farrell und der Mitarbeiterin von Gabriel, arbeitet das FAYOLA-System trotz fehlendem Center tadellos heraus. Der Spannungsbogen, der durch den Music Score übertragen wird, erscheint glaubwürdig.

Wir springen ins fünfte Kapitel. Gabriels Killer wollen Matthew Farrell eliminieren, wie gut, dass Cop McLane gerade bei ihm weilt und den Schergen Gabriels das Fürchten lehrt. Schusswechsel, die Explosion des Feuerlöschers im Treppenhaus, der Flug des Killers aus dem geschlossenen Fenster: es mangelt nicht an nachdrücklichen Effekten in dieser Sequenz. Und selbst bei höherem Pegel schafft es das FAYOLA System, noch ordentlich zu differenzieren. Natürlich kann man hier kein Weltklasse-Niveau erwarten. Aber für ein modernes Media-Unterhaltungssystem sind die Leistungen beachtlich gut. So auch die Dynamik bei den heftigen Schusswechseln mit der Pistole McLanes und den Automatikwaffen der Killer-Brigade. Auch das heftige Atmen sowie der Wechsel des Magazins der Pistole, demnach eher kleinere Effekte, arbeitet das Pioneer-System ansprechend heraus. Parallel stattfindende Effekte werden sauber voneinander getrennt, bei deutlich gehobenem Pegel nimmt dieses Differenzierungsvermögen leicht ab. 

Bei „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ geht es ebenfalls zur Sache. Wir hören der dts-HD Master Audio-Tonspur (englisch) ab Filmbeginn zu. Die ersten Bassschläge gibt der kompakte Subwoofer recht gut wieder. Ab und zu allerdings könnten Bass-Effekte im Hintergrund noch präziser wiedergegeben werden. Der Music Score kommt gut heraus, die Szene im spätmittelalterlichen Frankreich kommt gut heraus. Das Klirren der Ketten, die Stimmen, das Festzerren des Gefangenen am Stuhl, und die Maske, die nun fertig geschmiedet den lodernden Flammen entnommen wird, die verzweifelten Schreie: Eine überraschend dichte, echte Atnosphäre wird erschaffen. Gerade im kleineren Wohnzimmer bis rund 25 Quadratmeter stellt das FAYOLA System eine sehr gute Lösung dar.

Nun schalten wir uns bei Laufzeit 5:40 wieder ins Geschehen ein, nach kurzer Pause. Ein militärischer Konvoi mit brisanter Fracht wird angegriffen und unter massiven Beschuss gestellt. Die Fahrgeräusche der Fahrzeuge sowie die Fluggeräusche der Helikopter und anderen Fluggeräte kommen räumlich authentisch heraus. Das FAYOLA-System schafft es, auch eine ansprechende räumliche Tiefe zu bieten. Dass es den zahlreichen Explosionen etwas an Tiefgang fehlt, verwundert nicht. Schließlich ist der drahtlose Subwoofer doch recht kompakt, und die Leistung der Endstufe entspricht nicht der, die in einem ausgewachsenen aktiven Subwoofer konventioneller Heimkino-Lautsprecher-Sets steckt.

Aber eines muss auch klar gesagt werden. FAYOLA richtet sich an Anwender, die ansonsten überlegen, eine Soundbar oder eine Soundbase zu kaufen, und hier bietet das echte 4.1 System einfach mehr: Mehr räumliche Weite, bessere Ortbarkeit der Effekte, mehr Nachdruck. Klar, man kann, z.B. von Sonos, Samsung oder Panasonic ALL, auch vorn eine Soundbar und hinten zwei Wireless Rear-Speaker verwenden, aber die breitete Bühne der zwei Pioneer Satelliten vorn macht den fehlenden Center unserer Meinung nach mehr als Wett. Auch die harten Fights zwischen den Cobra und G.I. Joe Einheiten am Anfang des Movies gefallen uns: Die Schwert-Hiebe haben Nachdruck, das Auflösungsvermögen ist generell gut, der Hochtonbereich in keiner Hinsicht matt, sondern überraschend klar. 

„The Power Of Love“ in der Adaption von Celine Dion (Dolby True HD, BD „A New Day“) zeigt auch  leichte Schwächen des FAYOLA-Systems aus. Wenn Celine bei ohnehin erhöhter Grundlautstärke (Display: „40“) die Stimme erhebt, wird der Klang etwas verzerrt und blechern, der Umfang der Gesamtdynamik sinkt. Da hilft es nur, den Pegel zu reduzieren, und wir werden erinnert: Bei allen Qualitäten, die das FAYOLA-System zweifelsohne besitzt, so ersetzt es kein Hochleistungs-Mehrkanalsystem mit klassischem AVR und entsprechendem Lautsprecher-Set. FAYOLA eignet sich aber sehr gut für den „Wohnzimmer-Gebrauch“, für den gemütlichen Abend zu zweit oder in der Familie – denn bei moderatem bis leicht erhöhtem Pegel ist die Wiedergabe des „A New Day“ Konzertes erfreulich komplett und kultiviert, wie sich auch bei „It’s All Coming Back To Me Now“ zeigt. Das Klavier wird ordentlich herausgearbeitet, die Trennung von Celines Stimme von den Instrumenten gelingt tadellos. Die akustische Gesamtkulisse wirkt lebendig und erscheint uns keinesfalls so monoton, wie es manchmal bei solchen Lösungen herauszuhören ist. 

Hören wir nun noch „Tequila Sunrise“ von den Eagles in dts-HD Master Audio. Hier kann das FAYOLA System erneut mit einer gelungenen Trennung von Stimmen und Instrumenten glänzen. Natürlich kann man nicht die enorme Kraft im Bassbereich erwarten, die ein voluminöser aktiver Subwoofer bereit stellt, aber Volumen, Nachdruck und Präzision des kleinen drahtlosen Bassisten sind prima, und wie schon mehrfach notiert: Fürs abendliche Hör-Vergnügen im Wohnzimmer reicht das Gebotene absolut aus. Sehr zu loben ist einmal mehr die Betriebssicherheit: Nie traten bei der drahtlosen Übertragung Probleme auf, immer waren die Lautsprecher allesamt zur Stelle. Nur der aktive Subwoofer hinkte ab und zu minimal hinterher, bei Front- und Surround-Satelliten konnten wir keine Zeitlauffehler feststellen.

Fazit

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Das FAYOLA 4.1 Wireless/Multiroom-Audio-System ist zwar alles andere als ein Schnäppchen aus preislicher Perspektive, bietet aber dafür auch Leistungen, die es derzeit zumindest beinahe konkurrenzlos macht. Sicher, es gibt schon seit geraumer Zeit, z.B. als Paket von Sonos (mit Playbar,, Sub und 2 x Play 1) oder von Samsung (komplettes Paket mit Atmos-Soundbar und Wireless-Rears plus drahtlosem Subwoofer), ähnliche Lösungen, aber uns gefällt FAYOLA klanglich sehr gut. Die beiden Satelliten vorn kann man eben auch im vergleich zu einer Soundbar mit größerem Abstand zueinander aufstellen und erhält so eine deutlich weitläufigere akustische Bühne. Der kleine aktive Subwoofer reicht für den „Hausgebrauch“ problemlos aus und hat durchaus genug Kraft, um auch beim Action-Film gut mithalten zu können. Die hochwertige Materialqualität und die gute Verarbeitung gefallen uns ebenso gut wie das schicke Design. Untereinander passen die Komponenten ausgezeichnet zusammen, so ergibt sich der Eindruck einer rundherum stimmigen Systemlösung.

Es hat einiges an Zeit gedauert, bis Pioneer mit FAYOLA den hart umkämpften Markt moderner Wireless-/Multiroom Audio-Systeme betrat, und wie die meisten anderen Systeme auch, ist auch FAYOLA nicht komplett drahtlos. Man braucht keine Lautsprecherkabel zu verlegen, das ist sehr gut, aber jeder der in unserem Fall vier Satelliten und der aktive Subwoofer sowie das Media-Center benötigen eine Steckdose. Aber gut, wie es so schön heißt „einen Tod stirbt man immer“. Und die Zusammenarbeit aller Komponenten untereinander klappt so reibungslos und mit so hoher Betriebssicherheit – das haben wir bislang selten erlebt. Großes Lob an Pioneer an dieser Stelle. Auch die nett gestaltete App reiht sich nahtlos in unsere Erfahrungen ein, sie ist einfach zu bedienen und stürzte, zumindest im Verlauf der Testreihen, auch nicht ab. 

Wir würden, um alle Vorzüge des FAYOLA Systems genießen zu können, zu einer ausgewachsenen 4.1 Lösung raten und zum komplett erhältlichen FS-W50 2.1-System noch ein Paar der Wireless-Satelliten für den Rear-Bereich ordern. Dann nämlich erfüllt FAYOLA praktisch alle Anforderungen an ein modernes Entertainment-System im Wohnzimmer und zeigt, wie smart und „cool“ Multimedia zu Hause heute ablaufen kann.

Innovativ, zuverlässig und klanglich überzeugend: Das komplette FAYOLA System in 4.1 Konfiguration ist teuer, aber richtig gut
ueberragend
Multiroom-/Wireless-Entertainment-System Oberklasse
Test 10. April 2017

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 10. April 2017




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