TEST: Panasonic HDD/BD-Recorder DMR-BCT735 mit Live TV-Streaming und Remote-Programmierung

Einführung

Seit September letzten Jahres kommen auch Kunden deutscher Kabelnetzbetreiber in den Genuß sämtlicher Vorteile der flexiblen Panasonic Blu-ray Recorder. Jetzt läutet der japanische Hersteller mit dem DMR-BCT735 die zweite Charge ein und packt – trotz der günstigeren UVP – neue und innovative Features ins Gerät.

Für 579 EUR erhält man das Multitalent, dass Set-Top-Box, Festplatten- und Blu-ray Recorder und Blu-ray Player vereint. Mit dem Twin HD DVB-C Tuner sind parallele Aufnahmen auf die 500 GB Festplatte (oder direkt auf Blu-ray) problemlos möglich, 2 CI Plus Slots garantieren den Empfang digitaler HD-Programme, z.B. via Kabel Deutschland.

Ganz frisch ist auch die Remote-Programmierung von unterwegs, die komfortabel mit dem Smartphone durchgeführt werden kann und einen direkten Zugriff auf die Aufnahme-Funktion des Recorders ermöglicht. Für die erforderliche Netzwerkverbindung steckt im DMR-BCT735 ein WLAN-Modul, auch Live-TV-Streaming zum Tablet/Smartphone sowie jeglichem DLNA-fähigen Client und natürlich die mittlerweile beinahe obligatorischen Dienste wie VIERA Connect und HbbTV werden damit bequem erreicht. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die integrierte 4K Upscaling-Funktion, ideal für kommende UltraHD-Fernseher. Wir nehmen die Medienzentrale im Testbericht genauer in Augenschein.

Verarbeitung

Front-Ansicht mit geschlossener Klappe

Power-Button

Solide Verarbeitungsqualität rundum

Offene Klappe

Ordentliche Scharniere

Display

Innenleben

Laufwerk

Aktiver Lüfter

Fernbedienung

Panasonic geht in diesem Jahr mit dem Design der Blu-ray Disc-Recorder einen neuen Weg – und trifft unserer Meinung nach voll ins Schwarze. Die neue Optik wirkt im Gegensatz zum eher modernen Look der letzten Generationen ein wenig Retro, aber keinesfalls alt, und verleiht dem Gerät einen hochwertigen und eleganten Look. Bei geschlossener Blende finden sich keinerlei Bedienelemente an der Front, lediglich ein Power-Button sowie die Eject-Taste sind an der Oberseite des Gerätes platziert, und auch das auffällige mittig angebrachte Licht der 2012er Geräte entfällt. Die frontale Kunststoffblende fasst sich hochwertig an und präsentiert sich im geschliffenen Alu-Look. Trotz der Kunststoffscharniere ist das Spaltmaß gering und die Klappbewegung läuft geschmeidig ab.

Öffnen wir die Blende, werden die dahinter liegenden Anschlüsse, das Segment-Display und die Disc-Lade sichtbar. Play- und Stop-Taste als stationäre Bedienelemente liegen zwischen CI+ Slots und SD-Karte/USB-Anschluss. Beim Display handelt es sich zwar nicht um Punktmatrix-Auflösung, dennoch ist es auch aus einiger Entfernung und bei geschlossener Blende relativ problemlos ablesbar.

Innen wirkt der DMR-BCT735 sehr aufgeräumt und sauber. Die Festplatte ist leicht zugänglich, kurze Signalwege verbinden Stromzufuhr, Videoboard, Laufwerk und sonstige Anschlüsse. An der Rückseite ist ein kompakter, aktiver Lüfter zur Temperaturregelung untergebracht. Die rückseitigen Anschlüsse sitzen passgenau und fest, häufigeres Umstecken sollte hier keine Probleme bereiten.

An der Fernbedienung wurde im Vergleich zum Vorjahresmodell nichts verändert, sowohl Layout als auch optische Aufmachung bleiben identisch – wozu auch? Mit ausreichender Tastengröße bietet die Fernbedienung gute Übersicht und ermöglicht Zugriff auf sämtliche Funktionen und Features.

Anschlüsse

Anschlüsse an der Rückseite

CI+ Slots

  • HDMI
  • Scart AV
  • Digitaler Audioausgang optisch/koaxial
  • Analoger Audioausgang Stereo Cinch
  • Ethernet
  • USB 2x
  • SD-Karte
  • RF In/RF Out
  • CI+ 2x

Der DMR-BCT735 bietet ein solides und praxisgerechtes Anschlussangebot – im Gegensatz zum Vorgängermodell fällt ein Scart-Anschluss sowie die FBAS-Verbindung weg. Die Audioausgänge bleiben aber erhalten. Ins Netzwerk eingebunden werden kann der Blu-ray Disc-Recorder mit Kabel über Ethernet oder per WLAN (auch WPS).

Menü & Setup

Installationsassistent beim ersten Start

Signalwahl

Automatischer Sendersuchlauf

Einstellen der Schnellstartfunktion

Bildschirmformat festlegen

Netzwerkeinstellungen vornehmen

WPS

Verbindung erfolgreich

Heimnetzwerkfunktion

Externe Aufnahmesteuerung ermöglichen

Der Panasonic DMR-BCT735 startet bei der ersten Inbetriebnahme automatisch einen Installations-Assistenten, bei dem zunächst Sprache und TV-Signalart gewählt werden. Im Folgeschritt wird ein automatischer Sendersuchlauf durchgeführt, der relativ flott erledigt ist. Wer möchte, kann hier auch den Schnellstart aktivieren. Das Gerät ist dann nach dem Einschalten extrem schnell betriebsbereit, allerdings ist der Standby-Stromverbrauch ein wenig höher als im deaktivierten Zustand. Nach der Wahl des Bildformates (in der Regel 16:9) sollte man das Gerät im besten Fall direkt ins Heimnetzwerk integrieren und für Zugang zum Internet sorgen. Dies erfolgt beim Blu-ray Recorder entweder über die Ethernet-Buchse mit einem Kabel oder drahtlos, dabei kann auch die komfortable Push-Button-Methode mit WPS verwendet werden.

Nach erfolgreichem Abschluss der Netzwerkeinrichtung sollte, wenn man DLNA-Funktionen nutzen möchte, die „Heimnetzwerkfunktion“ aktiviert werden. Nur dann kann der DMR-BCT735 Dateien, die sich auf DLNA-Server im Netzwerk befinden, wiedergeben und auch selbst für andere Geräte als Medienserver agieren. Zusätzlich kann man die „externe Aufnahmefunktion“ aktivieren. Dies ist eine Neuerung der 2013er Geräte-Generation und erweitert das Funktionsangebot des Recorders um ein komfortables und innovatives Feature. Ob von PC, Smartphone oder Tablet aus, kann man von unterwegs aus eine Timer-Programmierung durchführen. Programmierung vergessen oder spontan eine Sendung entdeckt, die man andernfalls verpassen würde? Solchen Problemen muss sich der Besitzer eines DMR-BCT735 nicht stellen, da er nicht direkt am Gerät sitzen muss, um einen Aufnahme-Timer einzurichten. Wir werden später noch auf die genaue Funktionsweise der Remote-Programmierung eingehen.

Übersicht Function Menu

Hintergrundbild personalisieren

Präzisere Auswahl unter Einstellungen

Grundeinstellungen

Einstellungen für 3D, Bildformat, HDMI, etc.

HDMI-Einstellungen

Wichtige Aufnahme-Einstellungen

weitere Systemeinstellungen

EPG

Starten wir mit der „Function Menu“-Taste der Fernbedienung das Hauptmenü empfängt uns der DMR-BCT735 mit einer neuen grafischen Benutzeroberfläche. Gitterähnlich angeordnet zeigt uns das Gerät eine Übersicht über vorhandene Funktionen und Features, darunter:

  • Medien: Filme/Fotos/Videos von USB, SD-Karte oder Disc wiedergeben
  • TV Guide: EPG, elektronischer Programmführer
  • Timer-Aufnahme: Hier können gesetzte Timer eingesehen und bearbeitet werden
  • Netzwerkdienst: Zugriff auf VIERA Connect
  • HDD: Hier können Filme, Bilder oder Musik direkt von der Festplatte wiedergegeben werden
  • Heimnetzwerk: Hier finden sich sämtliche Netzwerk-Features wie Miracast, DLNA, Media Renderer oder die WiFi-Direct Funktion
  • Einstellungen: Konfiguration des Gerätes, Personalisieren des Hintergrunds
  • Sendung ansehen: Wechsel zu Live-TV inklusive Senderliste
  • Video kopieren: Hier kann man zwischen Disc und HDD Dateien kopieren oder ein Backup auf eine via USB angeschlossene Festplatte durchführen

Die neue optische Aufmachung wirkt sich auf die Übersichtlichkeit positiv aus und trägt angenehm zur komfortablen Bedienung bei. Gehen wir direkt in die Systemkonfiguration erhalten wir eine listenähnliche Ansicht der Einstellungsmöglichkeiten, wie wir sie von früheren Panasonic-Modellen kennen. Video-Einstellungen finden sich dann auch wieder nicht im Punkt „Video“ sondern unter „Anschluss“ – „HDMI-Anschluss, hier sollte die 24p-Wiedergabe aktiviert werden, wenn man auch häufiger mal eine Blu-ray einlegt. Ansonsten befinden sich hier auch alle sonstigen Einstellungsmöglichkeiten wie z.B. Aufnahme-Optionen und das Festplatten-Management.

Die Fernbedienung mit ihrem mittigen Navigationskreuz führt komfortabel und gut durchs Menü, lediglich die Kanalwechseltaste könnte für unseren Geschmack etwas größer sein. Das Reaktionsverhalten des Gerätes ist nicht zu kritsieren, schnell nimmt der DMR-BCT735 Eingabebefehle entgegen und zeigt diese am Display an.

Aufnahmen

Der Panasonic Recorder bietet Timeshift, Direktaufnahme und Timer-Programmierung und erledigt sämtliche Aufgaben mit hoher Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit. Problemlos lassen sich auch zwei Programme gleichzeitig aufnehmen, während nebenher per DVD oder Blu-ray noch ein Film angesehen wird. Lediglich sonstige Netzwerkdienste wie das VIERA-Portal sind während der Aufnahme nicht verfügbar.

Bei den Aufnahmen stehen verschiedene Qualitäts- bzw. Kompressionsstufen zur Verfügung. „DR“ beispielsweise steht für den unbearbeiteten Transport Stream und damit für höchste Qualität, identisch zur Original-Ausstrahlung. Auch wenig komprimierte Aufnahmen bieten aber hohe Qualität und kaum Artefakte. Stark komprimierte Modi sollte man eher nutzen, wenn man viele Aufnahmen auf der Festplatte speichern und nicht unbedingt auf die Übertragung der Inhalte auf Blu-ray zurückgreifen möchte. Die Kodierung erfolgt bei vorheriger Auswahl direkt während der Aufnahme. Aber auch nachträglich kann eine Aufnahme komprimiert werden, sollte der Festplattenplatz langsam zu neige gehen. Der DMR-BCT735 nimmt stets die Inhalte auf die Festplatte auf, in einem Folgeschritt kann die Aufnahme dann (gegebenenfalls in hoher Geschwindigkeit) auf Blu-ray bzw. DVD gebrannt werden.

Ladezeiten und Betriebsgeräusch

  • Booten: Im Schnellstart benötigt der Panasonic Player etwa 7 Sekunden, aber auch ohne Erhöhung des Standby-Verbrauchs benötigt das Gerät nur knapp 19 Sekunden für den Systemstart
  • Star Wars Episode III, DVD: 22 Sekunden (Wechsel TV – Blu-ray)
  • Casino Royale, Blu-ray: 28 Sekunden (Wechsel TV – Blu-ray)
  • Avatar 3D, Blu-ray: 17 Sekunden (direkt)
  • Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull: 15 Sekunden (direkt)

Der Panasonic Recorder benötigt für den Bootvorgang länger als das Vorgängermodell – auch mit Schnellstartmodus ist das Gerät erst nach 7 Sekunden betriebsbereit. Auch die Einlesezeiten sind nicht die schnellsten, wechselt man aber nicht vom Live-TV auf eine eingelegte Disc sondern startet die Wiedergabe direkt kann man erkennen, dass der eigentliche Einlesevorgang deutlich schneller abläuft. Beim Einlesen und während der Wiedergabe verursacht das Laufwerk nur geringe Nebengeräusche, auch der Lüfter ist kaum zu hören. Zudem bietet der Panasonic einen automatisch aktivierten „Pure-Sound“-Modus, der bei Disc-Wiedergabe sämtliche nicht notwendige Komponenten deaktiviert und den Lüfter drosselt.

Multimedia-Features

Auswahl der Funktionen unter Heimnetzwerk

Obligatorisch sollte der Panasonic DMR-BCT735 ins Heimnetzwerk eingebunden werden, um alle Multimedia-Features komfortabel nutzen zu können. Dies kann man problemlos bei der Erstinstallation, aber auch über das Function Menu erledigen. Die Verbindung wird kabelgebunden oder drahtlos hergestellt, sowohl eine manuelle Eingabe sämtlicher Daten (IP/Gateway sowie SSID/Passwort) als auch die schnelle Verbindung via WPS-Button ist möglich.

Die nun verfügbaren Dienste können im Function Menu oder mit dedizierten Tasten auf der Fernbedienung aufgerufen werden. VIERA Connect-Inhalte z.B. können im Menü unter „Netzwerkdienst“ oder direkt mit der Internet-Taste gestartet werden. Wer Panasonic Smart TVs kennt, wird das Portal schnell erkennen. So gibt es Zugriff auf verschiedene Mediatheken, VoD-Dienste maxdome und watchever, youtube, News-Dienste, etc. Im VIERA Market können dann auch weitere, nicht ganz so populäre Dienste, zusätzlich installiert werden. Social-Media Netzwerke wie Facebook gehören natürlich auch zum Umfang, auch Skype kann in Verbindung mit einer optionalen Kamera genutzt werden.

Ebenfalls hier zu finden ist der „rovi guide“ – wer also mit dem Panasonic EPG nicht ganz zufrieden ist, kann auch auf den Dienst von rovi zurückgreifen, der für seine umfangreichen Datenbankinformationen zu Filmen, Darstellern, etc. bekannt ist.

DLNA & Live TV-Streaming

Serverauswahl

Foto-Wiedergabe

Video-Wiedergabe

Wer DLNA-Funktionen nutzen möchte, aktiviert im Menü die Heimnetzwerkfunktion. Dabei werden sowohl die Client- als auch die Serverfunktionen eingeschaltet. Hier präsentiert sich direkt eines der Key-Features der diesjährigen Recorder. Der DMR-BCT735 dient nämlich nicht nur als DLNA-Server für auf der HDD befindlichen Video- und Fotodateien (wie seine Vorgänger) sondern übertragt auch Live-TV über das Netzwerk an einen anderen DLNA-Client. So lässt sich auch an anderen Orten im Haus bzw. in der Wohnung Live-TV genießen, in denen sich kein TV-Anschluss befindet.

Im Praxistest konnten wir das unumständlich und ohne Probleme realisieren. Der Panasonic Recorder erscheint als DMR-BCT735 (es kann auch ein Name vergeben werden) wie ein DLNA-Server in der grafischen Benutzeroberfläche des Client-Gerätes. Nach der Auswahl des Panasonics kann man dann wählen, ob man Dateien von der Festplatte oder einer via USB extern angeschlossenen Festplatte wiedergeben möchte oder man wählt den Punkt „Live TV“ aus. Dann hat man die Auswahl zwischen vier Favoritenlisten oder der konventionellen Senderliste von 1-100. Wir wählen ZDF HD und nach einer kurzen Pufferzeit von knapp 10 Sekunden erscheint auch schon das Bild des Panasonics auf dem Client-Gerät. Die Bildqualität des Netzwerk-Streams ist dabei exzellent, es ist nur ein geringfügiger Unterschied zum HD Tunerbild des DMR-BCT735 festzustellen, lediglich etwa 7 Sekunden Zeitverzögerung und etwas ausgeprägtere Treppenstufenbildung muss man in Kauf nehmen. Natürlich muss das Client-Gerät die Wiedergabe von TS-Streams unterstützen, dies sollte bei sämtlichen Panasonic-Geräten kein Problem sein, aber auch unser Philips PFL8008 hat das Live-TV des Panasonics anstandslos wiedergegeben. Dank des Twin Tuners kann man natürlich parallel zwei verschiedene Programme ansehen.

Natürlich kann man auch weiterhin mit der Diga Player App das TV-Signal auch bequem an ein Smartphone bzw. Tablet senden.

Wählt man beim DMR-BCT735 im Menü Heimnetzwerk und DLNA-Client aus, kann man Dateien von anderen DLNA-Servern im Netzwerk auf dem Panasonic wiedergeben. Die Navigation durch den Server erfolgt recht flink und ist kategorisch unterteilt. Bei Bildern kommt der Panasonic mit JPEG zurecht, PNG oder Bitmap gibt er aber nicht wieder. Unter Videos werden DiVX-Dateien, MKV, MPEG, AVCHD und MP4-Dateien wiedergegeben, allerdings keine WMV-Dateien und auch eine HDTV TS-Aufnahme von BBC verweigert der DMR-BCT735. Unter Musik gibt der Panasonic AAC-Dateien, MP3s und sogar FLAC HD-Dateien wieder.

App & Remote Recording

Info beim ersten Start der App

Auswahl der Funktion

Senderliste

Alphabetische Ordnung

Wiedergabe am Smartphone

Senderlistenanzeige während der Wiedergabe

Die für die Blu-ray Recorder konzipierte „Diga Player App“ steht sowohl iOS- als auch Android-Geräten zur Verfügung und kann im App Store bzw. Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden. Beim Öffnen fragt die App gleich, ob man eine Sendung ansehen und Videos abspielen möchte oder eine Remote-Programmierung „Externe Aufnahmesteuerung“ durchführen möchte. Bevor wir uns Remote-Recording machen, sehen wir uns den ersten Punkt genauer an. Der Recorder wurde nebenbei sofort vom Smartphone (iPhone 5) erkannt, beide Geräte müssen sich lediglich im gleichen Netzwerk befinden.

Wählt man den ersten Punkt „Sendung ansehen und Videos abspielen“, wird zunächst eine Senderliste angezeigt. Nach einem Klick auf ein Programm wird dieses nach kurzer Pufferzeit in solider Qualität wiedergegeben, parallel kann man ein anderes Programm am TV problemlos weiter verfolgen. Wählt man das Film-Icon in der App, öffnet sich eine Übersicht der vorhandenen Aufnahmen, diese können dann ebenfalls am Smartphone/Tablet wiedergegeben werden, auch eine Suchfunktion ist integriert. Unter dem letzten Menüpunkt wählt man, ob die Darstellung am Smartphone erfolgen oder das Smartphone/Tablet nur zur Bedienung und Umschalten des Senders am TV dienen soll. Fürs Tablet gibt es übrigens eine angepasste Version, die von höherer Übersichtlichkeit profitiert.

Externe Aufnahmesteuerung

Bevor wir uns ans Remote-Recording wagen können, das via PC oder mit der Diga Player App durchgeführt werden kann, müssen wir uns bei Panasonic registrieren. Sowohl die App als auch der finale Server sind mittlerweile freigeschalten, wir durften vorab mit einem Presse-Server auch bereits mal die Funktionalität überprüfen.

Willkommensbildschirm

Registrierung

Liste kompatibler Geräte

Nach der Registrierung muss das Gerät bestätigt werden

Erfolgreiche Registrierung des DMR-BCT735

Nach Eingabe der e-Mail Adresse und das Festlegen eines Kennworts erhält man eine Bestätigungsmail, die nach wenigen Sekunden bereits bei uns eintraf. Danach muss das eigene Gerät registriert werden. Dazu muss zunächst in den Grundeinstellungen unter Netzwerk und Einstellungen für externe Aufnahmesteuerung diese aktiviert werden. Danach lässt man sich die Geräte-ID anzeigen und trägt diese beim Registrierungsvorgang im Browser ein.

Nun kann man sich sowohl mit dem Browser am PC als auch mit der Diga Player App anmelden und die Aufnahme-Funktion steuern. Das erfolgt bequem mit der Anzeige des TV-Guides, der auch zuhause mit dem Gerät am TV angezeigt wird. Die gewünschte Sendung wird dann einfach ausgewählt und für die Aufnahme markiert – der Panasonic erledigt zuhause den Rest. Stellenweise dauert es ein wenig, bis die Inhalte vom DMR-BCT735 bezogen wurden und im Browser/am Smartphone angezeigt werden, prinzipiell erfolgt die Remote-Steuerung aber recht mühelos. Die Browser-Umgebung unterscheidet sich quasi überhaupt nicht zu der des Smartphones, beide bieten ein identisches, leicht durschaubares Layout.

Bildqualität

Video-EQ

Der Panasonic Recorder bringt verschiedene Bildeinstellungen mit sich, darunter vorgefertigte Bildfelder für unterschiedliche Einsatzzwecke:

  • Normal: Standardeinstellung, geeignet für z.B. TV
  • Cinema: etwas wärmere Farben, ideal für DVD- und Blu-ray Wiedergabe
  • Cartoon: ein wenig heller, intensivere Farbgebung
  • Live: ähnlich „Normal“, ein wenig dunkler, leicht zurückgenommene Farbintensität

Die Bildeinstellungen werden allesamt über das Options-Menü aufgerufen, dort findet sich dann auch der Punkt „HD-Optimierung, der für Rauschfilter zuständig ist. Im Live-TV sind die Rauschreduzierer alle auf den Wert 2 eingestellt, der auch ruhig belassen werden kann – bei der Blu-ray 24p-Wiedergabe deaktivieren sich sämtliche Rauschfilter. Auch zur Farbsättigung und Farbton können unter Chrominanz-Prozess Einstellungen vorgenommen werden. Unter Super-Auflösung lassen sich SD-Inhalte aufpeppen und natürlich gibt es auch Regler für Kontrast, Helligkeit und Gamma sowie eine „Progressiv“-Einstellung (Je nachdem ob Film- oder Videomaterial konvertiert werden soll, die Auto-Funktion arbeitet aber sehr gut).

Blu-ray 2D und 2D-3D Wandlung, Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull

In der Anfangssequenz des vierten Parts der Indiana Jones-Trilogie bietet der Panasonic ein ruhiges Bild mit ausgezeichneter 24p-Stabilität. Die verschiedenen Bildebenen mit dem Panoramablick auf die Canyons im Hintergrund kommen klar heraus und führen zu einem sehr plastischen Bildeindruck. Auch als die jungen Erwachsenen sich mit den russischen Milizen ein kleines Rennen liefern, bleibt das Bild angenehm stabil, die verschiedenen Geschwindigkeiten der einzelnen Objekte bereiten dem Panasonic keine Probleme. Sehr authentisch und natürlich wirkt auch die Farbgebung, die wüstenähnliche Umgebung Nevadas kommt gut und nicht zu farbintensiv heraus. Ausgezeichnete Differenzierung beweist der DMR-BCT735 auch, als die Milizen das Wachpersonal der Area 51 überwinden und arbeitet sowohl die feinen Unterschiede der Grüntöne als auch die Tiefenebenen gut heraus. Mit dem Sprung zum Kapitel 2 öffnen sich die Tore der mystischen Lagerhalle des geheimen Ortes. Hier bietet der Panasonic in Kombination mit einem hochwertigen Bildwiedergabegerät exzellente Kontrastwerte und Differenzierungsvermögen. Bei der Ansammlung der Milizen um Indy ist die Plastizität bereits im 2D-Betrieb beeindruckend. Nahaufnahmen an Gesichtern wirken ebenfalls exzellent, hier arbeitet der Japaner mit exzellenter Detail- und Kantenschärfe.

Als wir die Konvertierung von 2D in 3D aktivieren wollen, suchen wir zunächst einige Sekunden vergeblich nach einer Taste auf der Fernbedienung. Beim DMR-BCT735 muss man zunächst das Options-Menü mit der Taste Option und dann die 3D-Einstellungen aufrufen, dann kann man den Ausgabetyp von Original auf „2D nach 3D“ ändern. Hier lassen sich dann auch manuelle Einstellungen zur 3D-Wiedergabe vornehmen. Die Steigerung der Plastizität bei der Konvertierung ist dezent, gefällt aber sehr durch ein weiterhin angenehmes und ruhiges Bild. Wenn überhaupt ersichtlich, fällt der Schärfeverlust sehr gering aus und wird dem ungeschulten Auge kaum auffallen. Auch schnelle Bewegungen oder Kamerafahrten meistert der DMR-BCT735 ausgezeichnet, Fehlerartefakte sucht man vergeblich.

Nebenbei: Nicht nur Inhalte von Blu-ray sondern auch von DVD oder Live-TV können vom DMR-BCT735 von 2D in 3D konvertiert werden.

Blu-ray 3D, Avatar

Auch bei der nativen 3D-Wiedergabe leistet sich der DMR-BCT735 keine Schnitzer. Bei der Kamerfahrt über das Baumkanapee des Dschungels von Pandora erfreut uns eine geschmeidige Kamerafahrt bei gleichzeitig guter Durchzeichnung und Schärfe der Äste und Blätter. Als Jake Sully in seiner Cryo-Schlafzelle erwacht, schweben die Tropfenpartikel geradezu im freien Raum und führen zu einem enorm plastischen Bildeindruck. Das gleiche gilt, als die Luke sich öffnet und der Panasonic scharf und detailreich das Bild bis nach hinten durchzeichnet. Die Armbewegung des Helfers, der Jake aus seiner Befestigung befreit, wirkt ebenfalls ruhig und sauber. Bei einem Sprung aufs nächste Kapitel, in dem der Radlader mit den Pfeilen der na’vi sofort wieder für einen sehr plastischen Bildeindruck sorgt, begeistert uns die authentische Farbgebung. Der DMR-BCT735 sorgt für eine exzellent stabile Signalübertragung und kann für die native 3D-Wiedergabe bedenkenlos als hochwertiger Blu-ray Player eingesetzt werden.

DVD Film, Star Wars Episode III

Wir lassen den Panasonic das Filmmaterial von 576i auf 1080p hochkonvertieren. Die gelbe Laufschrift zu Beginn läuft sehr ruhig und sauber nach hinten ab, Treppenstufen sind aber an den Lettern zu erkennen. Erst ab dem hinteren Bildschirmdrittel beginnen die Kanten der einzelnen Buchstaben ein wenig zu zittern und die Schrift wirkt nicht mehr so zementiert wie im Vordergrund. Der Sternenhimmel ist mit zahlreichen Leuchtkörpern gefüllt und wirkt ausgezeichnet. Beim Kameraschwenk auf den Sternzerstörer bleiben diagonale Linien und Kanten recht sauber, auch Bildrauschen können wir kaum feststellen. Gleiches gilt für die kleinen Raumjäger, die über das große Schiff hinwegfliegen. Der im Schatten liegende Bereich ist noch gut durchzeichnet und detailliert, minimale Halos sind an der Turbine zu sehen. Im Kampfgeschehen bereiten die vielen, schnell umherfliegenden Objekte dem Panasonic keine Probleme, das Bild bleibt ruhig, angenehm und stabil. In den Nahaufnahmen wird ein sehr scharfes und strukturiertes Bild geboten, ob Kleidung, Gesicht oder Details an den Armaturen, der DMR-BCT735 gibt sich keine Blöße. Die Farbgebung ist natürlich und nicht übertrieben, wirkt aber dennoch dynamisch und nicht zu flach.

DVD Video, AVEC Professional Test DVD

  • Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Bei Videomaterial scheint sich der Panasonic etwas schwerer zu tun. Die Laufschriften zittern bereits in der zweiten Geschwindigkeit sichtbar und auch Treppenstufen und unruhige Kanten sind zu erkennen. Die Farbtrennung gelingt gut.
  • Schwingendes Pendel: Das Pendel zeigt ab dem oberen Drittel leichte Nachzieheffekte und ab der Mitte lassen sich die farbigen Balken nicht mehr genau differenzieren. Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht stabil.
  • Bewegtbild Esslingen: Das Realtestbild mit Kamerafahrten über Esslingen macht subjektiv wiederum einen sehr guten Eindruck. Wenn auch das Grün etwas stark angezogen ist, bleibt das Bild dennoch weitgehend natürlich, ruhig und stabil. Auch die Artefakte an den Hausdächern halten sich dezent zurück und die Bildschärfe bleibt bis in den Hintergrund des Bildes recht hoch.

Tuner DVB-C

Das Fernsehbild des integrierten Tuners begeistert besonders im HD-Betrieb mit ausgeprägter Kanten- und Detailschärfe und leistet sich nur geringfügige Schwächen. So ist beispielsweise selbst bei der hohen Auflösung noch stellenweise Treppenstufenbildung bei Schriften und Logos im Bild festzustellen. Davon abgesehen liefert der Panasonic aber ein sehr sauberes, stabiles und angenehmes Bild. Pixelwölkchen oder Störartefakte sucht man vergeblich, dafür erfreut die solide Plastizität und gute Kontrastwerte. Bildrauschen ist in kleinem Maße vereinzelt festzustellen, hält sich aber im Regelfall stark zurück. Verschlüsselte Programme werden dank der CI+ Slots problemlos empfangen und überzeugen ebenfalls mit höchster Bildstabilität und authentischer Farbgebung, die zwar dynamisch aber gleichzeitig nicht zu intensiv wirkt. Im SD-Betrieb ist die Farbdynamik ein wenig eingeschränkter und auch das Bildrauschen ein wenig stärker ausgeprägt, insgesamt bietet der Panasonic aber auch hier ein angenehmes Bild. Zitternde Kanten und Scalingartefakte sind zwar vereinzelt erkennbar, halten sich aber in der Regel sehr zurück.

Klang

Bezüglich der akustischen Performance kann der Panasonic DMR-BCT735 problemlos mit Mitstreitern bzw. hochwertigen Standalone Blu-ray Playern im ähnlichen Preissegment mithalten. Entschließt man sich für die digitale Audioausgabe via HDMI werden die hochauflösenden Tonformate unbearbeitet und signalstabil an einen AV-Receiver weitergeleitet. Kraftvolle Bässe, exzellente Dynamik und eine räumliche, in sich geschlossene Atmosphäre stellt sich im Zusammenspiel mit Komponenten entsprechender Güte ein. Der Mitten- und Hochtonbereich ist, wie beim Vorgänger, eher harmonisch und angenehm – perfekt also um im offenen Wohnbereich den ein oder anderen Film bei höherem Pegel zu genießen. Somit ist auch der DMR-BCT735 wieder problemlos als vollwertiger Blu-ray Player einsetzbar.

Erwähnenswert an dieser Stelle ist die  „Pure Sound“-Funktion des Panasonic Recorders. Bei der Blu-ray oder DVD-Wiedergabe oder auch bei Musik, wenn mal eine CD eingelegt wird, deaktiviert das Gerät sämtliche nicht notwendigen Komponenten und drosselt den aktiven Lüfter, so dass keine störenden Nebengeräusche auftreten und eine unbeeinflußte Ausgabe des Audiosignals realisiert wird. Dieser „Pure Sound“-Modus muss nicht manuell aktiviert werden sondern schaltet sich bei der Disc-Wiedergabe automatisch zu.

Fazit

Besonders die neuen Key-Features des Panasonic DMR-BCT735 – das Live TV-Streaming an DLNA-Clients via Netzwerk und die externe Aufnahmesteuerung – stechen bei der Betrachtung der aktuellen Festplatten-/Blu-ray Recorder heraus. Beide überzeugen in gewohnter Panasonic-Manier mit einfachem Setup und komfortabler Bedienung. Derart innovative und komplexe Anwendungen können sich durchaus auch mal negativ auf die Betriebssicherheit auswirken, – ein Punkt, der bei den Panasonic-Recorder von unserer Seite stets gelobt wurde – erfreulicherweise ist das beim DMR-BCT735 nicht der Fall. Zudem überzeugt das flexible Allround-Gerät wieder mit ausgezeichneter Bildqualität bei der Disc-Wiedergabe und ist problemlos auch als Blu-ray Player einsetzbar. Die komfortable Bedienung des Gerätes selbst wird durch die Diga Player App perfekt ergänzt. Aufnahmen erledigt das Gerät zuverlässig und in verschiedenen Qualitätsstufen. Natürlich nimmt der Panasonic auch den unbearbeiteten Transport Stream auf, aber auch die verschiedenen Kompressionsstufen überzeugen noch mit solider Bildqualität und bieten einen sehr guten Kompromiss zwischen Speicherkapazität und Aufnahmequalität. Wie schon im letzten Jahr müssen wir wieder leichte Kritik bei den Einlesezeiten anbringen, hier sind Standalone-Geräte schneller. Dennoch verdient sich der DMR-BCT735, nicht zuletzt aufgrund der neuen und innovativen Features unser Referenz-Prädikat.

Live-TV Streaming auf DLNA-Clients und Aufnahme-Programmierung von unterwegs erweitern den ohnehin flexiblen Panasonic DMR-BCT735 HDD/BD-Recorder
Test: 23.08.2013

+ Live TV-Streaming auf DLNA-Geräte
+ Aufnahme-Steuerung von unterwegs via App oder Browser
+ Zwei Programme parallel aufzeichnen
+ Exzellente visuelle Qualitäten
+ Zwei CI+ Slots für Pay TV
+ DLNA Serverfunktion
+ HbbTV
+ WLAN integriert
+ Hohe Betriebssicherheit
+ Durchschaubares Menü

– Disc-Einlesezeiten

 

Test: Philipp Kind
Datum 23.08.2013




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