TEST: Panasonic DMR-BCT855 – Zuverlässiges Allround-Talent mit hoher visueller Performance

Panasonic DMR-BCT855 Front Seitlich2

Mit dem DMR-BCT855 bietet Panasonic einen neuen Blu-ray Recorder mit Twin HD DVB-C Tuner an. Panasonic bedient im Recorder-Portfolio stets Anwender sowohl mit Kabel- als auch Satellitenempfang und bietet verschiedene Varianten an, deren wohl wichtigstes aber nicht einziges Unterscheidungsmerkmal die Größe der integrierten Festplatte darstellt. Von 500 GB bis hin zu 2 TB stehen zur Verfügung, unser DMR-BCT855 bietet 1 TB und ist für den Empfang von Kabel-Signalen geeignet. Der grundsätzliche Einsatzzweck dieser Geräte ist seit Jahren unverändert: TV-Programme aufzuzeichnen und auf der integrierten Festplatte bzw. optischen Medien zu archivieren. Mittlerweile erledigen die Panasonic Recorder diese Aufgabe aber nicht nur mit erheblich gesteigertem Bedienkomfort und einfachem Handling, es stecken auch sehr innovative und fortschrittliche Technologien im Gerät, die den modernen Fernseh-Gewohnheiten der Anwender entsprechen und den Alltag nicht nur erleichtern, sondern auch bereichern.

Dazu kann sich die TV>IP Server Funktion zählen, die das TV-Signal auch an Orte bringt, an denen kein TV-Anschluss vorhanden ist. Der Recorder wandelt das eingehende Signal, und verteilt den Datenstrom über das heimische Netzwerk an kompatible Geräte, die sich irgendwo im Haus befinden können. Selbstverständlich ist auch TV Anywhere an Bord – bei geeigneter Internetverbindung kann man mit dem Smartphone oder Tablet auf Inhalte, die auf der Festplatte des Recorders gespeichert sind, zugreifen und diese ansehen. Gleichzeitig kann man natürlich auch den Recorder programmieren bzw. Aufnahme-Timer setzen. Die aktuelle Recorder-Generation ist natürlich mit 4K-Upscaling ausgestattet, gibt aber auch native 4K-Bilder oder Videos mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde wieder oder speichert sie auf der integrierten Festplatte ab. Weitere Multimedia-Features wie das Streaming von Dateien vom Smartphone hin zum Recorder und der zugehörigen Anzeige am Bildschirm sowie eine große Auswahl an Apps gehören natürlich ebenfalls zur umfangreichen Ausstattung des Panasonic DMR-BCT855. In Silber und Schwarz erhältlich ist der Blu-ray Recorder zur UVP von 629 EUR erhältlich.

Panasonic DMR-BCT855 Front Seitlich3

Frontansicht bei offener Blende

Panasonic DMR-BCT855 Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente und Oberfläche

Panasonic DMR-BCT855 Verarbeitung

Übergang Gehäuse und Frontblende

Panasonic DMR-BCT855 Display

Display

Die letzte Ziffer der Artikelbezeichnung beschreibt die Farbe des Gerätes. Während der DMR-BCT850 ein schwarzes Gehäuse bietet, ist unser DMR-BCT855 in Silber gehalten. Die Optik des Gerätes entspricht 1:1 dem Look der 2014er Generation von Panasonic Blu-ray Recordern. Wir empfanden das Design damals schon als gelungen und haben auch 2015 nichts gegen den schlichten, eleganten Auftritt. Das Gehäuse ist aus Metall, die obere Abdeckung aus Kunststoff, der den Eindruck einer geschliffenen Alu-Oberfläche erweckt. Die Frontblende ist mattschwarz, ebenfalls aus Kunststoff und kann heruntergeklappt werden. Die Verarbeitungsqualität ist in Ordnung, die Übergänge aber nicht überall perfekt. Die beiden Drucktasten an der Oberseite für den Disc-Auswurf und das Ein/Ausschalten des Gerätes sind gut eingepasst und bieten einen sehr guten Druckpunkt.

Unter der mattschwarzen Blende ist ein Punktmatrix-Display untergebracht, dass z.B. den aktuellen Sender in ausreichender Helligkeit anzeigt, um auch durch die Blende noch eine sehr gute Ablesbarkeit zu ermöglichen. Zusätzlich zur Disc-Lade ist hier auch noch ein USB- und SD-Kartenslot und zwei CI+ Einschübe zu finden.

Panasonic DMR-BCT855 Fernbedienung

Fernbedienung

Wer mit den Panasonic Blu-ray Recordern vertraut ist, erlebt auch bei der mitgelieferten Fernbedienung keine Überraschung. Schon seit mehreren Generation setzt Panasonic auf das bewährte Layout. Nur der „Netflix“-Button, der direkten Zugriff auf die Bibliothek des Video-Streaming-Dienstes ermöglicht, ist in diesem Jahr neu. Die Tastendichte auf der Remote ist üppig, schließlich will sowohl ein Kabel-TV Receiver als auch ein Blu-ray Player sowie zahlreiche Multimedia-Funktionen bedient werden. Die Fernbedienung wirkt trotzdem nicht enorm überladen und die Tasten bleiben ausreichend groß.

Panasonic DMR-BCT855 Innenleben Gesamt

Innenleben

Panasonic DMR-BCT855 Innenleben3

Stromzufuhr

Panasonic DMR-BCT855 Innenleben2

Toshiba HDD

Panasonic DMR-BCT855 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Panasonic DMR-BCT855 Anschluesse Rueckseite2

Auch ein Scart-Anschluss ist noch dabei

Panasonic DMR-BCT855 Anschluesse Rueckseite1

HDMI-, USB- und Ethernet-Slot

Panasonic DMR-BCT855 Anschluesse Front

SD-Karte und USB-Eingang

Panasonic DMR-BCT855 Common Interface

CI+ Slots

Videosignale gibt der DMR-BCT855 via HDMI, und im Notfall auch via Scart an ein angeschlossenes Bildwiedergabegerät weiter. Dazu steht ein digitaler Audio-Ausgang und ein analoger Stereo Cinch-Anschluss zur Verfügung. Außerdem ein weiterer USB-Slot und ein Anschluss für ein Ethernet-Kabel – selbstverständlich kann der Recorder aber auch drahtlos ins Netzwerk eingebunden werden. Das TV-Signal nimmt er natürlich ebenfalls entgegen und ein Loop-Ausgang zur Weiterleitung des Signals steht ebenfalls zur Verfügung. Direkt daneben ist an der Rückseite noch eine Öffnung zu sehen, hinter der sich ein kleiner aktiver Lüfter befindet. Im normalen Betrieb ist der Lüfter aber nur zu hören, wenn man sich dem Gerät stark nähert, schon bei geringem Grundpegel spielt das Betriebsgeräusch keine Rolle mehr.

Auch das Innenleben des DMR-BCT855 hat sich gegenüber dem Vorjahr augenscheinlich nichts verändert. Das mit Kunststoff geschirmte Laufwerk und eine Toshiba Festplatte nehmen einen großen Teil der Fläche ein.

Panasonic DMR-BCT855 Screenshot 1

Sprachwahl

Panasonic DMR-BCT855 Screenshot 2

Einstellung des Standortes

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DVB-C/DVB-T

Panasonic DMR-BCT855 Screenshot 4

Möglichkeiten der Sendersortierung

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Sendersuchlauf wird durchgeführt

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Schneller Bootvorgang auf Kosten des Energieverbrauchs

Panasonic DMR-BCT855 Screenshot 8

Bildformat

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Elementare Einstellungen abgeschlossen, danach folgt die Netzwerkeinrichtung

Panasonic DMR-BCT855 Screenshot 10

Drahtlos oder per Kabel?

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Heimnetzwerkfunktion aktivieren

Panasonic DMR-BCT855 Screenshot 13

TV Anywhere aktivieren als letzter Schritt der Erstinstallation

Das Menü und seine optische Gestaltung kennen wir aus dem letzten Jahr und auch die Erstinstallation begrüßt uns in identischer Manier. Hier wählen wir zunächst die gewünschte Sprache und den Standort aus. Danach folgt der Sendersuchlauf, der neben DVB-C auch für das terrestrische Fernsehen DVB-T möglich ist. Die Schnellstartfunktion ermöglicht einen flinken Bootvorgang des Gerätes. Binnen wenigen Momenten ist der Recorder einsatzbereit, wohingegen ohne Schnellstartfunktion schon mal 30 Sekunden bis zur kompletten Betriebsbereitschaft vergehen können. Allerdings erhöht sich dadurch der Stromverbrauch des Gerätes im Standby. Um die höheren Kosten zu minimieren, kann man einen Zeitraum, in der die Schnellstartfunktion aktiv geschalten ist, festlegen. Nach der Wahl des korrekten Bildformates sind die Grundeinstellungen abgeschlossen und der DMR-BCT855 kann noch ins Netzwerk integriert werden. Das erfolgt entweder per Kabel oder drahtlos, dann ist auch ein Verbindungsaufbau per WPS Push-Button-Methode möglich. Um sämtliche multimedialen Features nutzen zu können, ist die Aktivierung der Heimnetzwerkfunktion unabdingbar.

Panasonic DMR-BCT855 Screenshot 14

Function Menu – die Menü-Übersicht

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Startbildschirm der vorhandenen Apps

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Einstellungen

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Toneinstellungen

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Konfigurationsmöglichkeiten der Anzeige

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Anschlusseinstellungen

Panasonic DMR-BCT855 Screenshot 22

Netzwerkeinstellungen

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Systeminfo, Software-Update etc.

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Aufgenommene Titel, die sich auf der HDD befinden, werden hier angezeigt

Mit der Taste „Function Menu“ öffnet sich eine Übersicht, von der aus man auf verschiedene Funktionen bzw. Inhalte auf der Festplatte, etc. zugreifen kann. Die eigentlichen Einstellungen sind optisch schlicht und übersichtlich gehalten. In Listenform kann man auf sämtliche Video-, Audio-, und Netzwerkeinstellungen zugreifen. Dank des strukturierten Layouts findet man sich auch als weniger versierter Anwender schnell zurecht. Die App-Overview erinnert an das frühere VIERA Smart TV Portal, dass auf den Panasonic TV-Geräten zu finden war. Auf verschiedenen „Home-Screens“ befinden sich hier populäre, vorinstallierte Applikationen. Im „Market“ kann man weitere Apps herunterladen und installieren.

Zentrale Anlaufstelle im Bereich der Apps sind natürlich die VoD-Streaming-Angebote. Hier hält der Panasonic Recorder die populärsten Anbieter bereit und offeriert neben Netflix auch Amazon Instant Video sowie maxdome und Watchever. Selbstverständlich kann man auch auf Mediatheken zugreifen oder Standard-Applikationen wie YouTube, Twitter und Facebook nutzen. Mit AUPEO! ist auch ein Internetradio integriert. Ebenfalls dabei ist wieder der „rovi Guide“ – ein gegenüber dem Standard-EPG ausführlicher elektronischer Programmführer mit zusätzlichen Informationen. Der rovi Guide ist besonders in den USA ein beliebtes Werkzeug, um nähere Infos zu den Sende-Inhalten zu erhalten oder direkt innerhalb des EPGs nach „ähnlichen“ Sendungen zu suchen. Für den alltäglichen Gebrauch ist der interne Panasonic EPG aber ausreichend – aber auch aus dem rovi Guide lässt sich direkt ein Aufnahme-Timer per einfachem Knopfdruck einrichten. Eines sollte man aber beachten: Während das Panasonic-Gerät aufnimmt ist die Nutzung von Netzwerk-Features wie z.B. Video-Streaming nicht möglich.

Panasonic DMR-BCT855 Screenshot 17

Datei-Streaming via DLNA

Selbstverständlich greift der DMR-BCT855 auch auf Dateien zu, die sich auf einem DLNA-Server im Netzwerk befinden. Hierzu öffnet man das Function Menu und wählt den Button „Heimnetzwerk“ aus. Neben WiFi Direct, Miracast und der Media Renderer-Funktion kann man „DLNA-Client“ auswählen und trifft dann auf eine Serverübersicht im Netzwerk. Dann wählt man die üblichen Kategorien aus. Unter Fotos gibt der Panasonic Recorder, wie schon im letzten Jahr, lediglich JPEG-Dateien wieder. Bei Musikdateien ist höhere Flexibilität geboten – sowohl MP3-Dateien, AAC und FLAC werden wiedergegeben. Die FLAC-Dateien können auch in höherer Auflösung bis zu 192 kHz und 24-Bit vorliegen. Bei Videos werden ebenfalls viele Formate akzeptiert und wiedergegeben, darunter DiVX-avi, MP4 und MKV sowie MPEG. Auch AVCHD-Aufnahmen sind möglich, selbstverständlich in SD und HD. Unser UltraHD-Showcase von Florian Friedrich im MKV-Container wird wiedergegeben – allerdings nur die h.264 codierte Variante.

Verschiedene Möglichkeiten eröffnen sich dem Anwender, wenn er mit dem DMR-BCT855 eine TV-Aufnahme starten bzw. terminieren möchte. Abgesehen von der REC-Taste auf der Fernbedienung für die Direktaufnahme lassen sich komfortabel im EPG, aufgerufen mit der GUIDE-Taste auf der Fernbedienung, Timer für die Aufnahme setzen. Außerdem steht natürlich die Smartphone/Tablet App inklusive Fernprogrammierung zur Verfügung, auf die wir noch genauer eingehen werden. Der Panasonic Recorder legt die TV-Aufnahmen zunächst auf der Festplatte ab. Dort können Sie gesichert und archiviert bleiben, es besteht aber auch die Möglichkeit die gespeicherten Inhalte auf BD-Rohlinge zu brennen. Im richtigen Format gebrannt, können die Blu-ray Discs dann auch von konventionellen Blu-ray Playern gelesen und wiedergegeben werden.

Je nachdem, wie viel Speicherkapazität man für eine Aufnahme auf der Festplatte zur Verfügung stellen möchte, bietet der Panasonic Recorder verschiedene Konvertierungsmöglichkeiten an. Grundsätzlich nimmt der DMR-BCT855 alle Inhalte im Modus „DR“ auf, was dem Original TV-Datenstrom entspricht, die höchste Qualität garantiert und auch den größten Speicherplatz in Anspruch nimmt. Direkt beim Setzen des Aufnahme-Timers kann man die gewünschte Konvertierungsmethode wählen. Dennoch, zunächst wird immer im „DR“-Modus aufgezeichnet, erst danach konvertiert das Panasonic-Gerät automatisch den Datenstrom und löscht die Original-Aufnahme.

Insgesamt neun unterschiedliche Qualitätseinstellungen stehen zur Verfügung, die sich grob in „Hohe Qualität“ (HG, HX, HE, HL, HM) und „Standard-Qualität“ (XP, SP, LP, EP, FR) unterteilen lassen. Grundsätzlicher Unterschied ist zunächt einmal, dass die Hohe Qualität lediglich  auf der internen Festplatte, einer angeschlossenen externen Festplatte oder einer Blu-ray Disc archiviert werden können. Die Standard-Qualität passt auch auf eine Festplatte. Letztendlich muss man selbst entscheiden, inwieweit einem die Original-Qualität der TV-Ausstrahlung wichtig ist. Je höher die Kompression, desto stärker leidet die Qualität. Dennoch können die qualitativ hochwertigen Aufnahme-Modi fast mit dem Original mithalten und zeigen nur bei hochwertigen TV-Geräten oder Projektoren mit großer Bilddiagonale Detailverluste.

Der DMR-BCT855 nimmt ohne Probleme zwei Sendungen gleichzeitig auf. Die Enkodierung der Aufnahmen erfolgt aber nacheinander und dauert, je nach Einstellung, in etwa so lange wie die ursprüngliche Sendedauer. Zwar kein neues, trotzdem besonderes Feature des DMR-BCT855 ist „Keyword Recording“. Nach Eingabe eines Schlüsselwortes kann der Recorder sämtliche TV-Inhalte aufzeichnen, die mit diesem Wort in Zusammenhang stehen – „Olympia“,  „Fußball-WM“ oder Tatort fallen uns hier aus dem Stegreif als Begriffe ein, die diesbezüglich Sinn ergeben. Man muss natürlich stets damit rechnen, dass hier Sende-Inhalte aufgezeichnet werden, die nicht unbedingt benötigt werden.

Zur Steuerung und dem komfortablen Handling sowie weiteren Features offeriert Panasonic eine Applikation für iOS und Android Smartphones. Das „Panasonic Media Center“ bietet Zugriff auf vorhandene Inhalte und kann auch zur Timer-Programmierung verwendet werden. Unter Zuhilfenahme des elektronischen Programmführers, der auch mit der App angezeigt werden kann, lassen sich Aufnahme-Timer setzen. Das funktioniert sowohl direkt im eigenen Heimnetzwerk als auch von unterwegs aus.

Außerdem lässt sich mit der App die „TV Anywhere“ Funktion verwenden. Hierbei sendet der DMR-BCT855 von zuhause aus aufgenommene Inhalte oder das Live-TV-Programm über das Internet an das mobile Endgerät. Im Gegensatz zur Panasonic App in der letzten Generation, „Panasonic Media Access“, scheint es mit der aktuellen Applikation noch Probleme zu geben, zu denen sowohl eine sehr langsame Reaktion als auch komplette Abstürze der Software gehören. Hier wird hoffentlich flink nachgebessert.

Panasonic DMR-BCT855 Disc Schublade

Disc-Schublade

Ob Blu-ray Disc oder DVD, das Panasonic-Gerät benötigt zwischen 20 und 25 Sekunden von dem Moment an, in dem sich die Scheibe im Recorder befindet, bis sich das erste Bild der Disc am Wiedergabegerät zeigt. Das sind keine überdurchschnittlich flinken Einlesezeiten, die auch mit der Dauer aus der letzten Generation übereinstimmen. Allerdings muss man bedenken, dass der DMR-BCT855 stets den Betriebsmodus von der Live TV-Wiedergabe zur Disc-Wiedergabe wechselt. Beim Bootvorgang können wir zwischen aktiviertem und deaktiviertem Schnellstart unterscheiden. Ist der Schnellstart aktiviert, benötigt der DMR-BCT855 ca. 7 Sekunden bis zur Betriebsbereitschaft, ohne Schnellstart ein wenig über 20 Sekunden. Während des Startvorgangs und dem Einlesen von Discs macht sich der Panasonic Recorder bemerkbar. Davon abgesehen ist das Betriebsgeräusch absolut zu vernachlässigen und hat keinen negativen Einfluß auf den TV- bzw. Filmgenuss. Enorm anspruchsvolle Anwender, was das Betriebsgeräusch angeht, die den DMR-BCT855 auch in der Heimkino-Höhle betreiben wollen, können das Geräusch des kleinen Lüfters bei Stille womöglich wahrnehmen – im Wohnzimmer aber sehen wir keinerlei Probleme.

Bildqualität

Sehen wir uns zunächst die visuelle Performance im TV-Betrieb an. Der Kabel-Receiver empfängt freie wie verschlüsselte Programme in Standard- sowie hoher Auflösung und liefert eine exzellente Bildqualität an hochwertigen Wiedergabegeräten. Die öffentlich-rechtlichen Sender strahlen ihre Inhalte in 720p aus, das Signal wird dann von der Panasonic Set-Top-Box auf FullHD hochskaliert und an das angeschlossene Bildwiedergabegerät geleitet. TV-Signale werden nicht auf 4K/UltraHD skaliert. Das 720p-Programm wird in ausgezeichneter Schärfe und sehr soliden Kontrasteigenschaften an den Bildschirm transportiert, so dass ein insgesamt sehr plastischer Bildeindruck entsteht. Auch die Kantenschärfe begeistert, keine Treppenstufen oder sonstige unschöne Artefakte mindern die gestochene Schärfe. Die Farben sind außerdem kräftig und dynamisch, ohne dabei überzogen und zu knallig zu wirken. Auch Schriften im Bild wirken sehr sauber und glatt, einzelne Bildebenen sauber strukturiert.

Sender, die ihr Programm in 1080i strahlen – zu denen weitgehend sämtliche HD+ Sender gehören, wirken ebenfalls hervorragend detailliert. Trotz des notwendigen DeInterlacings seitens des Panasonic Recorders wird eine exzellente Bildruhe und Stabilität geboten, die zu sehr angenehmem TV-Genuss führt. Die klaren, scharfen Kanten weisen nur bei sehr schnellen Bewegungen kleinere Unreinheiten auf, insgesamt wirkt das Bild plastisch und sauber. SD-Programme haben natürlich etwas mehr Bildrauschen inne und wirken nicht ganz so sauber und artefaktefrei. Die Plastizität bleibt aber weitgehend erhalten und, abgesehen von etwas geringerer Dynamik, bleiben auch die Farben natürlich. Hier sind vereinzelt Artefakte wie ein etwas unruhigeres Bild, leichtes Zittern und Treppenstufen an Kanten stellenweise zu beobachten. Insgesamt aber bietet der Panasonic Recorder wieder ein exzellentes TV-Bild.

Wir legen unsere altbewährte Casino Royale Blu-ray ein und prüfen die Qualitäten des DMR-BCT855 während der Disc-Wiedergabe. Allerdings stellen wir während der ersten Sekunden fest, dass die Wiedergabe nicht mit 24 Bildern pro Sekunde erfolgt. Standardmäßig ist nämlich die 24p-Ausgabe deaktiviert, diese müssen wir in den Einstellungen unter „Anschluss“ und „HDMI-Anschluss“ auf „Automatisch“ setzen, dann erfolgt die Ausgabe auch Blu-ray gemäß in 24p. In den ersten Minuten des zweiten Kapitels beweist der Recorder direkt eine sehr solide 24p-Stabilität, in Kombination mit einem hochwertigen Bildwiedergabegerät hält sich auch der Judder absolut in Grenzen und eine geschmeidige und bewegungsscharfe Wiedergabe wird realisiert. Auch bei schnellen Bewegungen zeigen sich keine Probleme: die vielen Zuschauer, die mit schnellen Handbewegungen ihre Wetteinsätze tätigen oder die beiden Tiere in der Arena anfeuern, werden mit absoluter Stabilität und hoher Bewegungsschärfe abgebildet. Zudem liefert der Panasonic ein sehr räumliches Bild mit verschiedenen Ebenen, die sehr gut differenziert werden können und einen insgesamt sehr plastischen Eindruck ergeben. Die Farben wirken natürlich und nicht zu kalt, auch bezüglich ihres Dynamik-Spektrums haben wir nichts auszusetzen. Problemlos kann der Panasonic Recorder auch als Blu-ray Player verwendet werden und enttäuscht auch anspruchsvolle Film-Enthusiasten keinesfalls.

Im Gegensatz zum TV-Betrieb skaliert der DMR-BCT855 Inhalte, die via Blu-ray wiedergegeben werden, auf die hohe Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln, also UltraHD, hoch. Dabei zeigt er sehr gute Leistungen, die durchaus mit Scaling-Einheiten in aktuellen TV-Geräten zu vergleichen sind. Saubere, klare und scharfe Kanten und ein insgesamt hoch detailliertes Bild gefällt mit exzellenter Stabilität. Der räumliche Eindruck ist ebenfalls herausragend, wenn natürlich natives Material diesen noch übertrumpfen kann. Der hohe Rechenaufwand bereitet dem Panasonic Recorder keine Probleme.

Im nativen 3D-Betrieb setzt sich der hervorragende visuelle Eindruck der 2D-Darstellung ansatzlos fort. Das Bild bleibt absolut stabil und büßt lediglich bei schnelleren Bewegungen bzgl. Kanten- und Detailschärfe ein wenig ein. Die Farben bleiben natürlich und satt, auch die Helligkeit ist nicht zu beanstanden. Auch in den dunkleren Bildbereichen von James Camerons Avatar lassen sich noch Feinheiten erkennen. Auftretendes Ghosting kann natürlich auch der DMR-BCT855 nicht gänzlich vermeiden und so treten vereinzelt Doppelkonturen auf, insgesamt liefert der Recorder eine ausgezeichnete Präsentation.

Auch wer auf den DMR-BCT855 als DVD-Player-Ersatz setzen möchte und die alten Scheiben immer wieder aus dem Archiv herauskramt, wird belohnt. Der Panasonic Recorder liefert ein sauberes und weitgehend artefaktefreies Bild. Selbstverständlich zeigt das SD-Bild mit der geringen 576i-Auflösung Bildrauschen, Treppenstufen an Kanten und etwas Pixelwölkchenbildung. Besonders die Bildruhe und Stabilität sorgen für ein angenehmes und unanstrengendes Sehen. Die gelbe Laufschrift in den ersten Sekunden der ersten Szene wird recht sauber abgebildet und zeigt erst in den hinteren Bildebenen leichte Wellenbewegungen. Die gelbe Farbe bleicht nicht aus und in der nächsten Einstellung zeigt sich eine solide und plastische Abbildung des großen Sternzerstörers. Die Plastizität von Objekten und die sehr gute Differenzierung von verschiedenen Bildebenen präsentiert sich auch nochmal über der Planetenoberfläche von Coruscant, als die beiden Raumjäger von Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker beim Sternzerstörer nach unten hin abknicken. Die vielen Geschosse, Raketen und Laser während der Schlacht beeindrucken den Recorder wenig, das Bild bleibt ruhig. Die Nahaufnahmen der Protagonisten in den Cockpits überzeugen mit soliden Details sowohl in den Gesichtern der Akteure als auch an den Armaturen im Cockpit.

Fazit

Panasonic DMR-BCT855 Front Seitlich1

Auch in diesem Jahr liefert Panasonic wieder ein sehr flexibles Allround-Talent mit zahlreichen multimedialen Features, hohem Bedienkomfort bei der TV-Aufnahme und exzellenten visuellen Qualitäten in sämtlichen Bereichen ab. In den einzelnen Disziplinen gibt es wenig zu beanstanden, wenn auch – im Gegensatz zu 2014 – Nachbesserungspotential bei der aktuellen Smartphone-App vorhanden ist. Ein wirklich herausstechendes Merkmal, wie es z.B. im letzten Jahr mit TV Anywhere oder dem UHD-Scaling der Fall war, fehlt uns bei der aktuellen Generation. Sicher, die aktualisierte Software und die Integration von Netflix und Amazon Instant Video sind absolut erwähnenswert, allerdings müssen wir auch erwähnen, dass man auf die Integration von einem DVB-T2 Tuner sowie HEVC-Support verzichtet hat. Anwendern, die noch nicht über einen derartigen Recorder verfügen oder noch Geräte-Generationen vor 2014 ihr Eigen nennen, sprechen wir ohne zu zögern eine Kaufempfehlung für den DMR-BCT855 aus, da er unsere Ansprüche an Betriebssicherheit, Flexibilität und visuelle Performance mit Bravour erfüllt. Der Panasonic Recorder ist und bleibt ein sehr zuverlässiges Gerät mit hervorragendem Funktionsumfang, dass am Markt seinesgleichen sucht.

Zuverlässiges Allround-Talent mit exzellenter visueller Performancereferenz
27.08.2015

+ Hohe Flexibilität
+ Ausgezeichnete visuelle Performance
+ Integration von Netflix und Amazon Instant Video
+ UHD-Scaling
+ Aufnahme von zwei HD-Programmen gleichzeitig
+ Archivierung der Aufnahmen auf Blu-ray/DVD
+ TV Anywhere
+ Streaming auf DLNA-fähige Geräte
+ Anschluss einer externen USB-Festplatte zur Datei-Auslagerung möglich

– kein DVB-T2/HEVC-Support
– kein BMP/PNG-Support via DLNA

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27.08.2015




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