TEST: Highend In-Ear-Kopfhörer AKG N40 – bester Klang und modernste Technik für 399 EUR?

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Maßstäbe bei der Klangqualität von In-Ear-Kopfhörern soll der neue AKG N40 setzen. 399 EUR kostet der Spaß, auch High Resolution Audio-Dateien in erstklassiger Klangqualität zu genießen.  

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Ansprechende Verpackung, unten rechts mit „Hi-Res-Audio“ Logo

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Das Aufklappen des Kartons fördert reichhaltiges Zubehör zu Tage

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Alles dabei: Vier Größen an Ear-Pads (das vierte Paar ist bereits vorinstalliert), Flugzeug-Adapter, patentierte Klang-Filter, 2 edle Kabel, Cleaning-Tool
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Drei Klangfilter, die einfach in die Ohrstücke geschraubt werden, sind im Kaufpreis enthalten

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Ohrstück

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Aus seitlicher Perspektive

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Hochwertige Materialqualität

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Reinigungswerkzeug

Besonderheit des N40 ist die Möglichkeit, mittels drei Paar mitgelieferter Filter den Klang entsprechend anzupassen: „Bass Boost“, „Reference Sound“ oder aber „High Boost“ stehen zur Auswahl. Die gewünschten Filter werden einfach in die Ohrstücke geschraubt, was in unseren Testreihen kein Problem darstellte.

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Abnehmbares Kabel
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Eines der beiden mitgelieferten Kabel kommt mit Fernbedienung

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Vergoldeter Stecker

Die verbaute 2-Wege-Treiber-Technologie passt zum Hightech-Anspruch des hochwertig verarbeiteten In-Ear-Hörers, der auch mit erstklassiger Materialqualität aufwarten kann. Der N40 verfügt über Hybrid-Treiber, die Balanced Armature-Treiber mit dynamischen Treibern kombinieren. Anders als bei normalen Treibern lassen sich Balanced Armature-Treiber exakt auf die Wiedergabe von Höhen, Mitten und Bässen abstimmen. Innerhalb eines Kopfhörers lassen sich aufgrund der sehr kleinen Abmessungen verschiedene Treiber miteinander kombinieren – es entsteht sozusagen ein „Mehrwege-Kopfhörer“. 

Das mitgelieferte Zubehör ist üppig: 

o Zwei austauschbare Kabel, je eines mit und eines ohne Kabelfernbedienung und Mikrofon
o Vier Sätze Ohrpassstücke
o Flugzeugadapter
o Transportetui
o Reinigungswerkzeug

Somit wird der N40 dem hohen Anspruch der Preisklasse auf jeden Fall gerecht. Der In-ear-Hörer stellt Frequenzen zwischen 10 Hz und 40 kHz dar. Wie schon eingangs erwähnt, eignet sich der 22 Gramm leichte Hörer damit auch besonders gut für hochauflösende Audio-Dateien. Maximal darf die eingehende Leistung 10 mW betragen. Die Impedanz gibt AKG mit 20 Ohm an. Der AKG N40 sitzt bequem im Gehörgang und wird auch bei längerem Tragen nicht lästig. Integriert in das eine Kabel mit Kabelfernbedienung und Mikrofon ist auch eine Freisprecheinrichtung, die zu den besten gehört, die wir bislang verwendet haben. Der Gesprächspartner ist sehr klar und deutlich sowie äußerst angenehm zu hören. Rauschen kommt praktisch gar nicht vor. 

Klang

Sony NW-ZX2 Front Seitlich1

Unser erstklassiger Zuspieler für den AKG N40 ist der 1.199 EUR kostende Sony NW-ZX2 

Für HiRes-Dateien soll sich der N40 im Speziellen eignen, was liegt demnach näher, als genau das zu überprüfen? Mit hoher Auflösung geht es klassisch los: 2,8 MHz DSD-Stream, so lauten die Eckdaten, in denen die Datei mit Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert KV 218, 1. Allegro (gespielt von Marianna Thorsen/Trondheim Solistene, 2L Recording) vorliegt. Und mit feiner Herausarbeitung der Violine kann der In-Ear der Österreicher punkten. Er klingt samtig, lebendig, fein – und hat auch „Punch“, weil wir uns selbst für diese hochwertige Aufnahme klassischer Musik für das „Bass Boost“ Filterelement entscheiden. Analytisch gesinnte Naturen können auch „Reference“ verwenden, aber wenn das gesamte Orchester impulstreu einsetzt, wirkt das Hörerlebnis umfassender, kraftvoller – ohne dass man sagen könnte, dass der N40 urplötzlich beginnt, zu übertreiben. Immer noch arbeitet er authentisch und mit enormer Klarheit. 

„Hostiles“ von Damon Albarn (FLAC 96/24) wirkt von Beginn an sehr detailreich, der AKG N40 begeistert ein weiteres Mal durch sein feines, frisches Spiel. Räumlich baut er präzise sowie glaubwürdig auf, die Stimme steht stabil auf der virtuellen Bühne. Die Trennung der instrumentalen von den vokalen Anteilen gelingt überragend. Der Rhythmus wird sehr realistisch dargestellt, der Bass ist straff, solide gestaffelt und hat genug Nachdruck, um stets ein solides Fundament bereit zu stellen. Sehr gut gefällt uns der Beginn von „Lonely Press Play“, wiederum aus dem „Everyday Robots“ Album von Damon Albarn. Mit Fundament, klarer Struktur und erstklassigem Tiefgang erfolgt hier die Basswiedergabe. Die Effekte bringen eine überraschend weitläufige Räumlichkeit mit und gruppieren sich stimmig rund um die vokalen Anteile. 

Filigran und mit hoher atmosphärischer Dichte kommt „The Box (FLAC 96 kHz/24 Bit) heraus. Der AKG N40 beweist ein weiteres Mal: Für besonders feine, sensible Wiedergabe ist er ein herausragender Partner. Er schafft es souverän, auch kleine dynamische Unterschiede glaubwürdig wiederzugeben, und sorgt dadurch für ein umfassendes, klares Hörerlebnis, das selbst für einen teuren 400 EUR In-Ear-Kopfhörer als ausgezeichnet einzustufen ist. Wenn Damian seine Stimme erhebt, bleibt der N40 auch bei gehobenem Pegel äußerst kontrolliert bei der Sache – nicht nur feine dynamische Differenzen, auch plötzliche dynamische Sprünge liegen dem kultivierten, authentisch aufspielenden In-Ear-Hörer. 

„Andrés Retamal“ bon Müller & Makaroff bringt in 44,1 kHz FLAC etwas Latin-Style zu uns. Sehr gut kommt die Gitarre heraus, sehr sauber erfolgt auch hier die Trennung von Stimmen und Instrumenten. Der N40 präsentiert sich ein weiteres Mal als ein Meister des in sich geschlossenen Klangbildes. Schon bei diesem Track mit relativ bodenständiger Auflösung beeindruckt zudem seine Fähigkeit, hohe Frequenzen sehr geschliffen aufzulösen. 

Was der N40 kann – das präsentiert er uns auch bei „Stars Come Out“ des bekannten DJs Calvin Harris. Er ist keinesfalls nur ein „Sensibelchen“ für differenzierte, zurückhaltende Stücke, sondern kann auch gut durchgreifen bei Club-Tracks. Er spielt ein weiteres Mal impulstreu auf, gibt alle Arten von elektronischen Effekten tadellos wieder und liefert eine natürliche Räumlichkeit. Der Tiefgang und die Präzision im Bassbereich sind auf absolutem Top-Level. „ready For The Weekend“, unseren zweiten Calvin Harris-Track, gibt der AKG In-Ear-Kopfhörer ebenso souverän wieder. Er fühlt sich stets der Natürlichkeit verpflichtet, dickt nichts auf, fügt nichts hinzu, sondern löst schlichtweg überragend und lebendig auf. 

Wir lassen es nochmal richtig „krachen“ – mit „Sabotage“ von den Beastie Boys. Hier ist der N40 nicht der richtige Partner – der schräge Song wirkt nicht druckvoll und intensiv genug – der In-Ear macht zwar nichts falsch, aber hier muss definitiv mehr „Punch“ her. Für solche Stücke ist der N40 offensichtlich dann doch zu „high-fidel“. 

Sehr gut managt der N40 dann wieder „Big Shot“ im Reggae-Style von Noise Shaper. Entspannt, klar, mit präziser Gesamtwiedergabe – so macht das Stück Freude. Der Bassbereich „kickt“ richtig, er vereint Tiefgang mit Präzision. Das 44,1 kHz FLAC-Stück beeindruckt durch enorme räumliche Weite sowie Tiefe, die Abgrenzung zwischen Stimme und Instrumenten ist ein weiteres Mal hervorragend. 

Fazit

AKG N40 16

Innovativ, elegant, klanglich enorm detailreich und räumlich authentisch aufspielend – der AKG N40 ist teuer, aber auch etwas Besonderes. Die Zweiwege-Hybrid-Treiber stehen für eine ausgesprochen kultivierte, komplette Wiedergabe von praktisch allen Musikstilen. Nur heftige Crossover-Attacken wie von den Beastie Boys lagen dem erstklassig verarbeiteten Österreicher nicht optimal. Sehr gut gefällt uns die von AKG patentierte Filter-Technologie. Einfach und schnell lässt sich der In-Ear-Kopfhörer dadurch an die Hörgewohnheiten und ans Quellmaterial anpassen. Auch diese Filter sind sehr solide, alles wirkt durchdacht und langlebig. 

Teuer, aber sehr wertvoll wirkender, akustisch fein detaillierender In-Ear-Kopfhörer der Spitzenklasse
ueberragend
Test 09. September 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind, Sven Wunderlich
Datum: 09. September 2016




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