TEST: Grundig Bluetooth-Lautsprecher Bluebeat GSB 120

Grundig BlueBeat GSB 120 Front Seitlich1

Grundig erweitert sein Produktsortiment an Bluetooth-Lautsprechern um den recht kompakten Bluebeat GSB 120. Für knapp 100 EUR ist er erhältlich und kommt auf maximal 8 Stunden Akkulaufzeit, was gutem Durchschnitt entspricht. 4 Stunden muss der Akku geladen werden, dann kann es wieder mit voller Energie losgehen. Wenn die rote Lade-LED aus ist, weiß man – der Akku ist nun komplett geladen.

Grundig BlueBeat GSB 120 Front Seitlich2

Stimmiger Materialmix

Grundig BlueBeat GSB 120 Rueckseite Seitlich

 Rückseite

Grundig BlueBeat GSB 120 Bedienelemente Oberseite

 Bedienelemente oben

Keinesfalls trifft  das Attribut „durchschnittlich“  auf die Verarbeitung zu, sie findet unsere volle Zustimmung. Das gesamte mattschwarze Gehäuse ist leicht gummiert, was für eine sehr angenehme Haptik und auch eine noble Optik sorgt. Damit das gesamte Device in mattem Schwarz nicht zu langweilig erscheint, setzt Grundig mit hochglänzendem Orange gekonnt Akzente. Oben sitzen drei Tasten, eine für die Kopplung mit dem mobilen Device (einfach länger drücken, Bluetooth beim Smartphone/Tablet muss natürlich aktiviert sein, das mobile Device muss auf „sichtbar“ stehen – dann geht die Kopplung schnell und einfach vonstatten), diese sind auch schwarz und gummiert, sie umgibt ein schmaler „Rahmen“ in Orange. Genau diese Kleinigkeiten sind es, die uns am GSB 120 gefallen und die den BT-Lautsprecher optisch aus der Masse herausheben.

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Anschluss fürs mitgelieferte kompakte Netzteil und 3,5 mm Minklinkenanschluss

Der eingebaute Verstärker liefert 2 x 5 Watt Musikleistung. Um zumindest im Ansatz Basskraft aufbieten zu können, verwendet Grundig zusätzlich zu den verbauten Breitbandlautsprechern noch einen passiven Radiator, um die Wirkung tieferer Frequenzen zu verstärken.  Grundig gibt den Frequenzumfang, der wiedergegeben werden kann, mit 120 bis 16.000 Hz an. Bis zu 10 Meter (ohne Wände dazwischen) können drahtlos BT-Signale vom Smartphone zum GSB 120 übertragen werden.  Leider wird der aptX-Streaming-Codec nicht unterstützt, dies ist das Einzige, was man dem GSB 120 wirklich vorwerfen kann, da aptX eine ausgezeichnete Qualität beim Streaming erlaubt. 

Wenn ein Telefonat eingeht, während man den Grundig BT-Lautsprecher einsetzt, kann man  ihn auch als Freisprecheinrichtung nutzen. Die gebotene Qualität ist zwar nicht sensationell, reicht aber problemlos aus. Der kompake GSB 120 wiegt 450 Gramm und ist 170 mm breit, 70 mm tief und 70 mm hoch. Leider gibt es keinen Anschluss, um ein Smartphone am GSB 120 aufzuladen. Nur ein 3,5 mm Klinkeneingang ist noch vorhanden. Ein entsprechendes Klinkenkabel liefert Grundig mit. 

Und wie klingt der Grundig Bluetooth-Lautsprecher? Hier können wir nur unsere volle Zustimmung zu den akustischen Leistungen kundtun. Beim Klassiker „A View To A Kill“ lässt – nein, wir haben uns nicht in der Formulierung vergriffen – der GSB 120 seine Muskeln spielen. Er erzielt für seine Größe richtig beachtliche Pegel, so streift er jeden Vorwurf akustischer Ärmlichkeit gelassen ab. Räumlich, mit klarer Verständlichkeit der Stimme, macht er sich ans Werk – und lässt viele Konkurrenten älter aussehen, als ihnen lieb sein könnte.

Spät kommt der GSB 120 auf den Markt, dafür aber richtig – schwungvoll und lebendig spielt er auf und eignet sich für Urlaub oder Geschäftsreise ebenso wie für Picknick oder das Badelager am See. 

Wir bleiben dem britischen Doppelnull-Agenten treu – „The World Is Not Enough“ von Garbage stellt das nächste Betätigungsfeld für den GSB 120 dar. Und auch hier bestätigt sich unsere Einschätzung. Lebendig, mit durchaus vorhandenen Energie, geht der Lautsprecher seiner Arbeit nach. Natürlich darf man nicht viel hinsichtlich der Detaillierung erwarten, aber highfidele Klangliebhaber werden sich wohl kaum ein derartiges Device ins Wohnzimmer stellen. Und für Anwender mit normalen Ansprüchen, die einfach mobil Spaß am Hören haben wollen, eignet sich unser Testkandidat ausgezeichnet. 

„Always On My Mind“ sangen in den 80er Jahren die Pet Shop Boys, und der Grundig GSB 120 wird den Testern auch durchaus im Kopf bleiben. Vielleicht nicht jede Minute am Tag, aber doch häufiger – denn für kleines Geld wird hier wirklich ein klarer, gefälliger Sound geboten, ohne unschöne Übersteuerungseffekte, ohne blechernen Einschlag und ohne monotone Oberflächlichkeit. Es erstaunt die Souveränität, mit der der Charthit des britischen Pop-Duos dargestellt wird, die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt tadellos.

Und auch das One Hit Wonder namens „Living In A Box“ von der gleichnamigen Formation macht Laune – dynamisch und mit prima Raumwirkung geht es voran, und die tieffrequenten Ansätze des kleinen Lautsprechers sind ausgesprochen beachtlich. Ja, es gibt ihn, den Bass, und er ist nicht, wie bei anderen kleinen BT-Klangmaschinen, eine Legende, die aber offensichtlich ausgestorben ist. Auch die Stimmwiedergabe und der Rhythmus des Songs kommen gut heraus. 

Gas gibt der GSB 120 auch beim Eurodance-Revival des 90er Jahre Hits „More and More“ von Captain Hollywood – beim Remix von DJ Scotty von diesem Sommer löst sich die Stimme wiederum überzeugend vom Lautsprecher, und auch die Gesamtdynamik ist so gut, wie wir es sonst von keinem anderen BT-Lautsprecher dieser Preisliga kennen. 

So musikalisch gepusht, wenden wir uns dem „Sonnentanz“ der Österreicher vom Klangkarussell zu. Auch hier kaum Schwächen – der Kickbass kommt sogar im Ansatz heraus, die Instrumente und der Rhythmus werden ordentlich dargestellt. So entpuppt sich der GSB 120 als idealer Begleiter für nahezu alle Gelegenheiten – akustisch wird eine große Leistung geboten, die im krassen Gegensatz zu den kleinen Abmessungen stehen. 

Wie stellt sich die Konkurrenz diesem Leistungsvermögen entgegen? Schon älter, dafür sehr preisgünstig (um 70 EUR) ist der Creative D200 Bluetooth-Lautsprecher, der optisch schlichter auftritt und schon beinahe etwas altbacken wirkt. Akustisch liefert er gute Leistungen, kann trotz größerer Abmessungen und somit mehr Gehäusevolumen den Grundig aber in keiner Disziplin gefährden. Nur Pegel schafft der D200 noch höhere – der Klang wirkt aber weniger dynamisch und klar. 

Von Audiovox kommt für 99 EUR der Twiek6 Bluetooth-Lautsprecher, der ein ähnliches Konzept wie der GSB 120 aufweist. Auch hier ist das Gehäuse leicht gummiert, auch hier kommt ein passiver Radiator für mehr Basskraft zum Einsatz. Unterschiede finden sich auch, der Twiek6 trumpft mit bis zu 18 (!) Stunden Akkulaufzeit und USB-Anschluss zum Laden des Smartphones auf. Ausstattungsmäßig setzt er sich somit an die Spitze – klanglich nicht: Voller und kräftiger sowie lebendiger klingt der GSB 120. 

Wer mit rund 150 EUR spürbar mehr Geld ausgeben möchte, kann zum JBL Charge, der in  modischen Farben lieferbar ist, greifen. Er sieht flippig und stylisch aus, überzeugt aber auch mit klarem Klang und Auflademöglichkeit fürs Smartphone. Fazit – Charge ist top, aber Grundigs GSB 120 kann akustisch und von der Verarbeitung her sehr gut mithalten – und ist deutlich günstiger. 

Fazit

Grundig BlueBeat GSB 120 Front Seitlich3

Grundig hat es geschafft – mehr Bluetooth-Lautsprecher geht aus klanglicher Sicht für 100 EUR kaum noch. Klar, räumlich und dynamisch, erobert der GSB 120 die Spitzenposition. Selbst deutlich teurere Konkurrenten können sich nicht absetzen. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, die Optik schafft genau den richtigen Spagat zwischen zeitlos und trendig. Ein Volltreffer, daran kann auch die fehlende Auflademöglichkeit für ein Smartphone mittels USB nichts ändern. 

Hochwertiger Bluetooth-Lautsprecher mit Spitzen-Sound – für wenig Geld
ueberragend
Portable Bluetooth-Lautsprecher bis 150 EUR
Test 03. Dezember 2013

+ Sehr gut verarbeitet
+ Schicke Optik
+ Gute Räumlichkeit
+ Klarer Klang
+ Tadellose Basswiedergabe

– Keine Auflademöglichkeit fürs Smartphone




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