TEST: Dockin D Tube – Robuster Bluetooth-Outdoor-Lautsprecher für unter 60 EUR?

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Mit dem rund 140 EUR kostenden Dockin D Fine hat das neue Unternehmen aus Berlin in unserem damaligen Praxistest schon einen enormen Erfolg feiern können. Nun legen die Hauptstädter nach und schicken uns den Dockin D Tube als robusten Outdoor-Lautsprecher zum Test. Optisch findet der Experte Anleihen an einigen JBL-Produkten, ohne dass man von einer Kopie sprechen könnte. Etwas Eigenständigkeit bewahrt sich der in schwarz lieferbare D Fine auf jeden Fall. Besonders attraktiv macht den D Tube auch sein Kaufpreis: Knapp 55 EUR wechseln den Besitzer, das ist nicht zuviel. Der D Tube bietet mittels seines eingebauten 7V/2.600 mAh-Akkus durchschnittliche 12 Stunden Betriebszeit, ist erfreulicherweise nach IPX 4 spritzwassergeschützt und verfügt über Bluetooth 4.0 + EDR.

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Anschlüsse hinter einem gut sitzenden Gummi-Deckel

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D Tube in der mitgelieferten Transporttasche

Auch das mittlerweile nicht unbedingt stark nachgefragte NFC ist im Ausstattungsumfang enthalten. Als Leistung der eingebauten Verstärkereinheit gibt Dockin 2 x 5 Watt an. Keine Wucht, aber auch nicht unterdurchschnittlich. 430 Gramm wiegt der D Tube, problemlos findet er im Rucksack oder in der Badetasche beziehungsweise im Reisegepäck Platz. Wer noch ein ältere mobiles Musikwiedergabegerät wie einen klassischen MP3-Player sein Eigen nennt, kann diesen übrigens an den 3,5 mm Aux-Port anschließen. Der Lieferumfang umfasst auch eine fürs kleine Geld nett gemachte Transporttasche, ein Ladekabel und ein 3,5 mm Aux-Kabel. 

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Bedienelemente

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Auch legen kann man den D Tube

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Gummierte Fläche rund um den Ein-/Ausschalter, den man zum BT-Pairing länger drückt

Sogar eine Freisprecheinrichtung ist an Bord. Und diese ist für die niedrige Preisklasse wirklich gut. Kaum Rauschen, problemlos verstehen sich die Gesprächspartner. Dass die Gesamtwiedergabe etwas dumpf ist, kann man dem D Tube nicht wirklich anlasten. Es gibt deutlich teurere Speaker mit deutlich schlechterter Freisprecheinrichtung. Überhaupt – was Dockin hier für nicht einmal 60 EUR offeriert, ist hervorragend. Tadellose Verarbeitung, beachtlich gute Materialqualität, wie oben schon beschrieben recht reichhaltiges Zubehör im Lieferumfang.

Das Metallgitter über den Breitbandchassis sitzt präzise, die robuste Oberfläche ist leicht gummiert. Hinter einer Gummiabdeckung finden sich die Anschlüsse zum Aufladen (Micro-USB) und für 3,5 mm Miniklinke (Aux). Man kann D Tube stellen oder legen, legt man den BT-Speaker, finden sich entsprechende Gummi-Einlagen für sicheren Halt. Durch längeres Drücken auf den Ein-/Aus-Schalter startet das Pairing, völlig problemlos finden sich D Tube und in unserem Falle das Apple iPhone 7. Ohne Störungen findet das Bluetooth-Streaming statt, auch wenn man sich 6 bis 7 Meter vom D Tube mit dem Quellgerät entfernt, ist die Wiedergabe noch frei von Unterbrechungen. Die bei Bluetooth-Übertragungen meist vorgegebene maximale Entfernung von 10 Metern knackt der D Tube. Dann kommt es zwar ab und zu zu Unterbrechungen, aber bei anderen Devices ist schon bei knapp 9 Metern endgültig Schluss. 

Klang

Sommer, Sonne, Strand, Badesee, Meer, Urlaub, Spaß: Und der D Tube immer dabei – oder legt man ihn aufgrund akustischer Inkompetenz schon nach kurzer Zeit enttäuscht in die Strandtasche zurück? Wir testen mit typischen „Evergreens“ zum sommerlichen Feiern. Und entschuldigen uns gleich im Voraus bei den Lesern, deren musikalischen Geschmack wir nicht getroffen haben. Los geht es – mit einem Klassiker aus den 90er Jahren; „Rhythm is a Dancer“, in der Originalversion von Snap. Schon gleich von Beginn an sind wir sehr angetan, denn die Pegel, die der D Tube stemmt, sind für nicht einmal 55 EUR Kaufpreis grandios. Klar, die Auflösung im Hochtonbereich zeigt schon, dass man fürs kleine Geld nicht die grandiose Virtuosität eines Hochleistungslautsprechers erwarten kann. Aber, Hand aufs Herz: 100 EUR BT-Speaker klingen hier nicht automatisch hörbar besser.

Als harmonisch kann man die klangliche Auslegung des attraktiven Berliner Universalisten auf jeden Fall bezeichnen. Die Stimmen beim Song sind klar zu vernehmen und gleichzeitig fließend eingearbeitet, der Rhythmus kommt sehr gut heraus. Nein, das dürfte gleich klar sein: Keine Spur von akustischer Inkompetenz, dafür ein fürs investierte Geld beinahe konkurrenzlos guter Sound. Der Bass ist angenehm strafft, verzerrt nicht. Das Volumen im tieffrequenten Bereich ist gut, aber nicht überbordend.

Das schafft auch Vorteile. Viele Konkurrenten treten mit recht massiv abgestimmtem DSP an, das fürs kleine Gehäuse eines BT-Speakers einen erstaunlich „dicken“, massiven Bass erzeugt. Kehrseite der Medaille: Störende Verzerrungen manchmal schon bei lediglich leicht erhöhtem Pegel. Nicht so der D Tube: Der Bass erscheint „ehrlich“, nicht übertrieben „aufgepumpt“, was zur Folge hat, dass er auch bei höherer Lautstärke souverän bleibt und nicht durchschlägt. Die stimmige Klangcharakteristik sorgt auch beim Culture Beat-Klassiker „Mr. Vain“ für Hörfreude. Erneut wird der Rhythmus solide erkannt und mit guter Gesamtdynamik wiedergegeben. 

„I Took A Pill In Ibiza“ war ein Sommerhit 2016. Und mit einer erstaunlichen Gesamtdynamik und einer guten Darstellung der Stimme macht der D Tube von sich reden. Er agiert impulstreu und akustisch angenehm, ohne langweilig oder fade aufzutreten. Der Bass ist präzise, trifft genau den richtigen Punkt, und die akustischen elektronischen Effekte gefallen durch die prima Raumwirkung. „Bei Mine“ von Ofenbach, aktueller Club-Hit auch diesen Sommer, liegt dem Dockin-Lautsprecher ebenfalls. Der Klang ist hier überraschend satt und klar, so dass auch einer Tanz-Einlage am Badesee zumindest aus akustischer Perspektive nichts entgegen steht. 

Selbst den in dürftiger Qualität vorliegenden 80er Jahre Italo Dance-Hit „Tarzan Boy“ bringt der D Tube mehr als angemessen zur Geltung. Der straffe Bass und die gute Gesamt-Dynamik zusammen mit der wieder tadellosen Stimmwiedergabe sorgen für einen Gesamteindruck, der für den niedrigen Kaufpreis des D Tube ohne Zweifel als überragend zu bezeichnen ist. Und auch an den Strand gehen kann man mit dem D Tube – schließlich ist er IPX4-zertifiziert, so dass „Vamos A La Playa“ von Righeira auch wirklich einen Sinn bekommt. Den Song selber gibt der Dockin-Lautsprecher souverän und relaxed wieder, mit ansprechender Impulstreue und einer guten Trennung von Stimme und Instrumenten. 

Den Abend am Strand romantisch ausklingen lassen: Das geht mit „I Belong To You“ (Duett von Eros Ramazzotti und Anastacia) besonders gut. Und der D Tube macht den verliebten Turteltäubchen keinen akustischen Strich durch die Rechnung: Mit erstaunlich fundierter Herausarbeitung der Stimmen und einer akkuraten Trennung vokaler und instrumentaler Anteile bahnt sich der Berliner Sound-Spezialist seinen Weg zum Test-Erfolg. Wer Reamonns „Supergirl“ noch hinterherschickt, kann sich auch hier an einer tadellosen Wiedergabe erfreuen. Die Herausarbeitung der Stimme gelingt ein weiteres Mal überzeugend, der Rhythmus wird prima wiedergegeben. Das Raumgefühl ist ordentlich, gerade wenn man bedenkt, welcher Preisklasse der D Tube angehört. 

Konkurrenzvergleich

Teufel Bamster XS Front Seitlich1

  • Teufel Bamster XS: Edel aussehend, mit toller Verarbeitung und zudem äußerst kompakten Abmessungen, konnte uns der knapp 80 EUR kostende Bamster XS im Test überzeugen. Er eignet sich mit einer eleganten Optik vortrefflich für den Businessman und Viel-Reisenden, macht sich glänzend auf jedem Konferenztisch. Auch akustisch hat uns der Bamster XS überzeugt. Das Auflösungsvermögen ist für einen so kleinen Speaker richtig gut, der Hochtonbereich klingt vergleichsweise frei. Spritzwassergeschützt ist der Bamster XS nicht, und aufgrund der sehr kompakten Hülle fehlt es im Bassbereich verständlicherweise etwas an Substanz. Übrigens: Teufel liefert eine sehr schöne, perfekt zum Bamster passende Tragetasche mit. 

Monster Superstar Front

  • Monster Superstar: Ach herrje, das Thema „Farben“: In unzähligen Farbvarianten (Neon Blau für knapp 76 EUR, rund 61 EUR in schwarz-grüner Variante, Schwarz/Pink für 99 EUR, als Beispiele) ist der prima verarbeitete Monster Superstar, ein echter Klassiker, erhältlich, und nach der Farbauswahl richtet sich der Kaufpreis. Er ist spritzwasserfest, 200 Gramm leicht und ultrakompakt. Akustisch verhält er sich tadellos, kann aber mit der akustischen Wucht des deutlich größeren D Tube natürlich nicht mithalten. Auch dem ähnlich kompakten Teufel Bamster XS muss sich der Superstar, der nicht so fein auflöst wie der Teufel-Speaker, geschlagen geben. 

JBL Flip3 Front Seitlich2

  • JBL Flip 3: Für rund 100 EUR ist der vor einiger Zeit durch den aktuellen Flip 4 ersetzte JBL-Erfolgsspeaker immer noch zu haben. Und für diesen Preis ist er immer noch wärmstens zu empfehlen: Sehr solide verarbeitet, stylish, mit ausgezeichnetem Bass und mit sinnvollen Funktionen sowie guter Freisprecheinrichtung. Wer gern mehr Geld als in den D Tube investieren möchte, liegt hier genau richtig. 

Youga Berlin Front Seitlich6

  • Youga Berlin: Nicht den Hauch einer Chance hat der knapp 60 EUR kostende Youga-Speaker gegen den D Tube. Auch der Youga Berlin ist sehr gut verarbeitet, zudem in vier Farben lieferbar, aber akustisch zieht der D Tube uneinholbar davon. Klingt der Youga auch nach 60 EUR, bietet der D Tube einen so guten Sound, dass mancher 100 EUR-Lautsprecher neidisch wird. 
Fazit

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Dockin macht beim D Tube alles richtig. Sehr günstiger Kaufpreis, ausgezeichnete Verarbeitungs- und Materialqualität, hoher praktischer Nutzen inklusive sehr guter Freisprecheinrichtung sowie IPX4-Zertifikat und ein Klang, der fürs investierte Geld ohne Abstriche überzeugt. Klar, alles kann man für rund 55 EUR nicht erwarten. 12 Stunden Akkulaufzeit sind nur Durchschnitt, und es fehlt eine Auflademöglichkeit fürs Smartphone. In Anbetracht der Tatsache, dass gute Akkupacks im Kleinformat schon für rund 10 EUR zu erwerben sind, ist dies aber zu verschmerzen. Das war es dann auch schon mit den Kritikpunkten. Wer einen preiswerten, universell einsetzbaren mobilen Begleiter zum äußerst fairen Kaufpreis sucht, macht mit dem D Tube einen erstklassigen „Fang“.

Dockins Alleskönner: Preiswert, robust und klanglich stark
ueberragend
Bluetooth-Lautsprecher bis 100 EUR
Test 26. Juni 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26. Juni 2017




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