TEST: Bluetooth-Lautsprecher YOUGA Berlin – Erfolg für den Newcomer?

Youga Berlin Verpackung

Ein Newcomer bereichert die Bluetooth-Lautsprecher-Szene. Und der Begriff „Szene“ ist hier genau richtig, denn die beiden aktuell verfügbaren BT-Boxen Berlin und Cologne des Herstellers Youga zeigen durch das freche, moderne Design Selbstbewusstsein. Dieses spiegelt sich aber erfreulicherweise nicht im Kaufpreis wieder. Mit aktuell rund 50 EUR ist der bei uns zum Test angetretene „Berlin“ ein echtes Schnäppchen, besonders wenn man genauer betrachtet, was man dafür bekommt.

Youga Berlin Front Seitlich4

Front

Youga Berlin Oberseite

 Robuste Gummi-Oberfläche und -Unterseite

Youga Berlin Bedienelemente2

 Seitliche Tastatur. Der Schiebeschalter dient zum Ein- und Ausschalten

Schon die Verpackung ist ansprechend gestaltet, und man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, ein billiges Me Too-Produkt gekauft zu haben. Der Youga Berlin wiegt 282 Gramm, ist 52 mm hoch, 62 mm lang und 130 mm breit. Doch das sind nicht die interessantesten Fakten. Vielmehr gibt es neben dem Support von Bluetooth 4.0 noch andere Merkmale, die aufhorchen lassen. So z.B. den Party-Modus. Hier kann man zwei Youga Berlin miteinander koppeln, und beide geben die identische Musik wieder. Nettes Ausstattungsmerkmal und Gewinn bringend für die kleine private Abendveranstaltung am See. Doch Berlin kann auch als Bluetooth-Empfänger dienen. Dann kann man mit dem schmucken Tool als „Mittler“ z.B. Bluetooth-Signale zur Stereo- oder Heimkino-Anlage schicken. Mit dem beiliegenden MicroUSB auf Cinch-Kabel wird dann Youga Berlin an die Anlage angeschlossen. Sehr praktisch – das garantiert echte Flexibilität.

Youga Berlin Kabel

Mitgelieferte Kabel

Youga Berlin Rueckseite Seitlich1

 Rückseite 

AptX wird leider nicht unterstützt, nur die Protokolle A2DP und AVRCP. Die Leistung wird mit 2 x 3 Watt angegeben, die Breitbänder haben 40 mm Durchmesser. Der eingebaute 800 mAh-Akku ist nach heutigen Maßstäben kein Kapazitätsmeister und sorgt für vier bis fünf Stunden Spielzeit – das ist Durchschnitt, mehr nicht. Das Aufladen dauert 2 bis 3 Stunden, relativ lang. Die Reichweite, die von BT-Quelle bis zum Berlin für die Signalübertragung funktioniert, liegt bei bis zu 10 Metern unter idealen Bedingungen. 

Die Bluetooth-Kopplung ist denkbar einfach – eine Frauenstimme erklärt beim Anschalten, dass der Lautsprecher nicht gekoppelt ist. Anschließend wird auf dem Smartphone (das im BT-Modus „sichtbar“ sein muss) bei den verfügbaren Bluetooth-Devices der Youga Berlin angewählt, und schon kann es losgehen. Der Lautsprecher bringt auch eine freisprech-Funktion mit. Drückt man, wenn ein Anruf eingeht, den seitlichen Knopf mit dem Telefonhörer, wird das Gespräch umgehend entgegen genommen. Das klappt  soweit gut, nur ausreichend ist aber die Freisprechqualität: Recht dumpf und mit leichtem Rauschen versehen. Praktisch ist, dass im Smartphone-Display oben auf der Statusleiste gleich der Akkustand des Youga Berlin angezeigt wird, ein cleveres Detail. 

Die Verarbeitung ist bis auf den Youga-Aufkleber, der sehr billig wirkt, als sehr gut zu bezeichnen. Die robuste orangefarbene Ober- und Unterseite ist gummiert, dadurch ist das haptische Gefühl ausgezeichnet. Ist eine der beiden Gummi-Seiten mal defekt, kein Problem: Sie sind leicht austauschbar. Der eigentliche Speaker ist mit einem Metallschutzgitter versehen, das gut eingepasst ist. 

Klanglich kann man natürlich keine Wunder erwarten. Bei DJ Antoines „Crazy World“ schlägt sich der kleine Lautsprecher aber gut. Die Stimme ist ordentlich verständlich, und sogar kleine Anflüge von Räumlichkeit kann man erkennen. Der Klang wird als recht angenehm empfunden. Die erzielbaren Pegel sind befriedigend. Immerhin gibt es selbst bei Maximallautstärke kaum Verzerrungen. Im Bassbereich tut sich erwartungsgemäß nicht wirklich viel, aber immerhin bemüht sich die kleine Box doch mit etwas Erfolg, wenigstens zu zeigen, dass unter den Mitten noch etwas da ist. Das versäumen andere, teilweise sogar teurere Konkurrenten leider manchmal gänzlich. Bei Sam Sparros „Happyness“ macht uns der Youga-Lautsprecher sogar recht „happy“. Er erzeugt einen angenehmen, nur gering verzerrten und somit ziemlich sauberen Klang, die Stimme kommt gut heraus, und die Effekte sowie der Rhythmus laden sogar zum spontanen „Kurztanz“ ein. Als akustische Ergänzung zum meist wenig begeisternden Smartphone- oder Tablet-Lautsprecher eignet sich, zumindest den ersten Eindrücken gemäß, Yougas Newcomer sehr gut. 

Wie sieht es bei Shirley Basseys Titelsong „Moonraker“ zum gleichnamigen 007-Film aus? Hier ist mehr Sensibilität gefragt, auch nicht unbedingt Domäne preiswerter BT-Boxen. Doch auch hier schlägt sich der kleine Lautsprecher durchaus wacker. Keine drastischen Verzerrungen, kein unschönes Dröhnen und sogar eine gute Trennung von Stimmen und Instrumenten sind zu verzeichnen. bei „Skyfall“ von Adele – wir bleiben James Bond treu – arbeitet der Youga-Speaker sogar das Piano am Beginn gut heraus, erstaunlicherweise wird mancher gar nicht einmal so große dynamische Unterschied glaubwürdig dargestellt. Adeles Stimme kommt ebenfalls relativ klar heraus – eine überzeugende Leistung, wenn man den Preis des Tools mit ins Kalkül zieht. 

Natürlich gibt es auch Konkurrenz, und die ist preislich auch nicht teurer. Beginnen wir mit dem Grundig Bluebeat GSB 110 für ebenfalls 50 EUR. Er ist allerdings kleiner als der Youga Berlin, dieser hat schon praktisch die Größe des Grundig Bluebeat GSB 120, dieser kommt allerdings auf 99 EUR. Der kleine Grundig unterstützt ebenfalls kein aptX, präsentiert sich von der Verarbeitung her als etwas nobler. Er klingt richtig gut, da hält der Youga aber ordentlich dagegen, was zu einem Patt führt. Wer wirklich „mehr Sound“ möchte, greift gleich zum Grundig Bluebeat GSB120. Noch günstiger geht „Klangkraft fürs Smartphone“ mit dem Divoom Onbeat X1, der nur rund 28 EUR kostet. Er wird mittels Saugnapf mit dem Smartphone verbunden, kann bezüglich der Klanggüte und der Verarbeitung aber nicht mit dem Youga Berlin mithalten. Hier kann es sich lohnen, gleich etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und zum Youga-Lautsprecher zu greifen, der auf lange Sicht deutlich mehr Freude verbreiten dürfte.  Recht bitter geht dieser Test für den Creative Airwave HD aus – der laut UVP 150 EUR kostende Bluetooth-Lautsprecher kann sich kaum vom viel günstigeren Youga absetzen, da nutzen auch Features wie NFC und apX-Support nur recht wenig .

Fazit

Youga Berlin Front Seitlich2

Der Youga Berlin feiert einen gelungenen Einstand. Ein richtiges Trend-Tool ist hier entstanden, das hochwertig und mit gutem Styling auf Kundenfang geht. Akustisch zu loben sind der angenehme, recht klare Klang und die ordentliche Stimmwiedergabe. Sinnvolle Extras wie die Party-Funktion, die Verwendung als BT-Empfänger für Heimkino- oder Stereoanlage sowie die Anzeige des Akkustandes vom Lautsprecher im Smartphone-Display beweisen, dass man beim Hersteller gründlich nachgedacht hat. 

Modern gestalteter, gut klingender Bluetooth-Lautsprecher zum fairen Kaufpreis
sehrgut
Portable Bluetooth-Lautsprecher untere Mittelklasse
Test 03. März 2014

+ Gelungenes Design
+ Guter Klang
+ Durchdachte Details
+ Günstiger Preis

– Kein aptX

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03. März 2014

 

 

 




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