Blu-ray Disc-Reviews

REVIEW: „San Andreas“ (Ultra HD Blu-ray)

San Andreas Ultra HD Blu-ray

Original: San Andreas

Anbieter: Warner Bros. Home Entertainment

Laufzeit: ca. 114 min.

Bildformat: 2,35:1

Audiokanäle

  • Dolby Atmos/TrueHD 7.1 (Englisch, Deutsch)

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 07.04.2016

Film

Ein Erdbeben der Stärke 9 entlang der San Adreas-Verwerfung sorgt in Kalifornien für verheerende Zerstörungen. Hubschrauber-Rettungspilot Ray Gaines (Dwayne Johnson) macht sich zusammen mit seiner Ex-Frau Emma (Carla Gugino) von Los Angeles auf den Weg nach San Francisco, um dort die Tochter Blake (Alexandra Daddario) zu finden. Dabei begeben sie sich auf unsicheres Terrain, denn jederzeit können weitere Nachbeben folgen und schon bald kündigt sich eine Katastrophe von noch viel größerem Ausmaß an …

Nach Roland Emmerichs „2012“ dürfte es kaum einem Katastrophenfilm gelingen, noch mehr Zerstörung mit globalen Ausmaßen auf der Leinwand zu zelebrieren aber trotzdem kann „San Andreas“ ähnlich bildgewaltig zeigen, wie sich Los Angeles und San Francisco durch Naturgewalt in gigantische Ruinenstädte verwandeln. Dabei sieht man vorwiegend den Kollaps riesiger Wolkenkratzer, die wie Streichholzschachteln zusammengefaltet werden und am Ende macht auch noch ein Tsunami den Rest platt.

Die Handlung lässt nur wenig Freiraum für Überraschungen. Die Produzenten greifen wieder einmal auf das beliebte Konzept der durch ein gemeinsames Schicksal geprägten Familie zurück, die im Angesicht der Katastrophe wieder zusammenfindet. Bereits die Besetzung der Figuren und deren erste Momente im Film lassen keine Zweifel an deren Überlebenschancen offen. Wenn der selbstlos-heldenhafte Papa am Anfang die Scheidungspapiere seiner Noch-Gattin zur Unterschrift erhält und sich deren neuer Lover als Immobilienmagnat herausstellt, der das höchste Gebäude von San Francisco plant, braucht man nicht lange überlegen, um zu ahnen, wer am Ende als Feigling unter Schutt und Asche landet und wer weiter zur Familie gehören darf.

Es gibt auch keine Momente im Film, in denen der Zuschauer lange mit ausweglosen Situationen konfrontiert wird. Es dauert meist nur ein paar Sekunden, bis sich wie durch Zufall eine Lösung nach dem „Deus ex Machina“-Muster ergibt, die den Weg für neue Action-Momente freigibt.

Etwas mehr Spannung hätte die Nebenhandlung mit Paul Giammati als Wissenschaftler bringen können, der schon frühzeitig die drohende Gefahr erkennt und vor einem Erdbeben warnt, welches sogar an der US-Ostküste zu spüren sein soll. Doch diese Szenen sind mit der restlichen Handlung des Films nur lose verknüpft. Hier wurde leider eine Chance vertan, der Handlung wenigstens noch etwas mehr Finesse zu geben, denn im Unterschied zu den meisten Katastrophen-Filmen der letzten Jahrzehnte hat „San Andreas“ sogar einen durchaus realen Hintergrund, weil von Wissenschaftlern ein großes Erdbeben in Kalifornien jederzeit erwartet wird.

Als Popcorn-Action-Movie funktioniert „San Andreas“ trotz der schlichten und mit vielen Klischees überfrachteten Handlung wunderbar. Und das ist neben der gigantischen Action-Sequenzen vor allem der Besetzung zu verdanken. „The Rock“ Dwayne Johnson ist neben Jason Statham einer der größten B-Movie-Action-Helden der heutigen Zeit und überzeugt auch diesmal wieder als cooler und smarter Hühne mit Herz auf dem rechten Fleck, dem man seine Rolle abnehmen kann. An seiner Seite sind mit Carla Gugino und Alexandra Daddario gleich zwei Frauen, die nicht nur optische Show-Werte bieten, sondern auch immer wieder die Gelegenheit bekommen, in eigenen Szenen zu glänzen.

Ausserdem ist „San Andreas“ keineswegs bierernst sondern bietet auch immer wieder unfreiwillig komische Momente, in denen die Klischees so aufgesetzt wirken, dass man die Überdrehtheit schon fast als Satire auf Disaster-Spektakel betrachten könnte. Und bis auf die patriotische Schlußsequenz verschwendet „San Andreas“ auch nur wenig Zeit für kitschige Momente oder übertriebenes Flaggengewedel.

 

Bild 75 %

„San Andreas“ wurde mit den neuesten Arri Alexa XT-Kameras gedreht und zeigte bereits auf Blu-ray Disc ein sehr sauberes und detailscharfes Bild mit leicht körniger Optik. Bei seinen ersten Ultra HD Blu-rays setzt Warner „Digital Intermediate“-Master in 2k-Auflösung ein, die auf Ultra HD-Auflösung hochskaliert werden. Im Vergleich zur Blu-ray Disc sind die Verbesserungen bei der Bildschärfe minimal. Meist lassen sich auch nur in Nahaufnahmen von Gesichtern Vorteile erkennen. Das Upscaling lässt auch Rauschen etwas deutlicher sichtbar werden.

Zusätzlich bietet „San Andreas“ wie die meisten Ultra HD Blu-rays der großen Studios auch noch „High Dynamic Range“ (HDR). Das sorgt für eine andere Optik: Die Farben wirken etwas wärmer, bieten dafür aber weniger Lebendigkeit und weniger Punch als bei der Blu-ray Disc in gewohnter SDR-Optik. Lediglich dunkle Bildbereiche erscheinen auf der Ultra HD Blu-ray etwas sauberer durchzeichnet und zeigen somit mehr Detail als auf der Blu-ray Disc.

Insgesamt wirkt die Ultra HD Blu-ray von „San Andreas“ etwas ernüchternd. Da bereits die Blu-ray Disc eine sehr gute Bildqualität bot, kann die hochskalierte Ultra HD Blu-ray keinen großen Qualitätssprung bieten und auch die HDR-Optik scheint das volle Potential nicht auszuschöpfen.

 

Ton 90 %

Warner präsentiert „San Andreas“ wie bereits auf Blu-ray Disc mit einem Dolby Atmos-Mehrkanalmix in Deutsch und Englisch. Dieser lässt es aus allen Richtungen kräftig rummsen und krachen.  Sobald das große Beben beginnt, dreht der Surround-Mix richtig auf. Musik und Sound-Effekte erklingen mit hoher Dynamik und dazwischen werden auch immer wieder einige kleine Sound-Effekte gemischt, die präzise aus einer Richtung ortbar sind. Dazu werden auch immer wieder Dolby Atmos-Effekte von oben gestreut, die sehr lautstark von der Decke erklingen.

Im Hochtonbereich kann der Sound-Mix nicht ganz begeistern. Hier wünscht man sich etwas mehr Klarheit, die dem Sound noch etwas mehr Weite geben könnte.

Wer vor allem Wert auf tiefe Bässe legt, sollte der englischen Originalfassung den Vorzug geben, die im Bassbereich noch etwas ungezügelter als in der deutschen Synchronfassung klingt.

 

Special Features

  • San Andreas – Die echte Verwerfungslinie
  • Dwayne Johnson – Retter in der Not
  • Die Musik für das Erdbeben
  • Audiokommentar von Regisseur Brad Peyton
  • Nicht verwendete Szenen
  • Verpatzte Szenen
  • Die Stunts


Weitere Blu-ray Disc-Reviews

  ZURÜCK