TEST: Violectric Chronos - Ultrakompakter High-End-Kopfhörerverstärker für die Hosentasche
Klang
Der Violectric Chronos ist für die Umgehung der Audiosignalverarbeitung eines MacBook Airs verantwortlich und darf sich um die Verarbeitung verschiedener Musikdateien kümmern. Darunter sowohl komprimierte Dateien mit typisch geringer Bitrate und CD-Aufnahmen als auch hochauflösende Medien. Wie bereits erwähnt, gab es keinerlei Probleme bei der Inbetriebnahme und der Musikgenuss konnte ohne Hindernisse starten. Als Kopfhörer verwenden wir zwei uns bekannte Modelle der oberen Mittelklasse. Wir beginnen mit dem emotionalen Stück "Unshaken" von D'Angelo und bemerken den positiven Einfluss des Chronos recht schnell. Die Bühne ist sehr offen und die einzelnen Instrumente kommen deutlich klarer heraus, als wenn wir unsere Headphones direkt (analog) mit dem Notebook verbinden. Die Stimmcharakteristik wirkt sehr authentisch, aber besonders die Transparenz der Bühne und die Differenzierung der einzelnen akustischen Elemente sticht hervor. Zweifellos ist der Gesang des US-Amerikaners zentrales Element des Titels und dies wird vom Chronos auch entsprechend berücksichtigt, dennoch arbeitet er auch die begleitenden Percussion-Instrumente und den Background-Chor exzellent ein.
Das macht er so gut, dass wir hier noch etwas genauer hinhören möchten und liefern dem Mini-Kopfhörerverstärker mit Punkrock von Billy Talent und flinkem Irish Folk der Dropkick Murphys besonders komplexe und schnelle Stücke an. Sehr klar erklingen die gezupften Saiten bei "Rose Tattoo" von den ersten Sekunden an. Diese Klarheit und hohe Detaillierung kompromittiert der Chronos aber zu keinem Zeitpunkt mit Schärfe. Selbst bei hohem Pegel, problemlos kann man mit der Violectric-Komponente auch laut hören, ändert der Mini-DAC seine Klangfarbe nicht und überzeugt mit einer ausgewogenen und harmonischen Darbietung. Das Einsetzen der Stimme und, typischerweise gravierender, des Basses hat keine negativen Auswirkung auf das Gesamtgeschehen. Kraftvoll und satt erklingt das Fundament, das lediglich an der ein oder anderen Stelle noch etwas nachdrücklicher auftreten könnte. Hier bevorzugt der Chronos, ebenso wie wir, Präzision und Exaktheit. Das gilt im Übrigen für das gesamte Frequenzspektrum, der kompakte Begleiter versucht stets authentisch zu bleiben und trägt nicht zu dick auf. Manch einer wünscht es sich einen Tick emotionaler. Allerdings ist es nicht so, dass er nüchtern wirkt, er nimmt dank seinen sehr guten Dynamikeigenschaften den Zuhörer durchaus mit und transportiert viel Gefühl.
Seine exzellenten Eigenschaften bezüglich Transparenz und Durchhörbarkeit stellt er nochmal in aller Deutlichkeit bei den dänischen Death-Metal-Experten Illdisposed unter Beweis. Eine derart saubere Trennung der Instrumente, die zwar auch aufnahmebedingt im Fokus stehen, gibt es nicht allzu häufig. Die hohe Geschwindigkeit stellt den Chronos vor keine Herausforderung und auch bei hohem Pegel bleibt der kompakte Verstärker souverän. Die teils aggressiven Höhen des Stückes wirken nicht unangenehm und das Fundament präsentiert sich voluminös und dicht. Die Lead-Gitarre, die sich gegen Ende des Stückes noch über das ohnehin komplexe Geschehen legt, arbeitet der Chronos wieder exzellent heraus. Das gefällt uns so gut, dass wir dem Kleinen auch "Near The Gates" zumuten, hier gesellt sich zusätzlich ein Synthi-Keyboard dazu und auch damit hat er keine Probleme sondern differenziert sämtliche einzelnen Elemente, schafft aber trotzdem ein mitreißendes, harmonisches Ganzes. Klasse auch die Doublebass-Einlagen, problemlos meistert er die Hochgeschwindigkeitseinschläge und gibt sich souverän und pegelfest.
Klare Schwächen scheint er nicht zu haben, im Gegenteil. Trotz der sehr präzisen und glaubwürdigen Wiedergabe mit klarer Struktur und Staffelung realisiert er ein emotionales, gefälliges Klangbild, dass auch über längeren Zeitraum nicht anstrengend wird. Beim Wechsel aufs elektronische Genre zeigt er bei Moonbooticas' June auch einen kraftvollen Bassbereich, harte Kicks und präsentiert eine hohe Leistungsfähigkeit, die man der ultrakompakten Komponente kaum zutraut. Unseren eher feingeistigen Kopfhörer überfordert er beinahe. Satte Punches kommen hier auch mit solidem Nachdruck. Wir kennen den Titel mit noch etwas dichterer Atmosphäre, so dass man sich vollständig umschlossen und eingehüllt füllt. Der Chronos aber liefert zweifellos eine ausgezeichnete Performance, die nahezu keine Wünsche offenlässt und insbesondere wieder durch Präzision und Transparenz geprägt ist.
Fazit

Violectric Chronos Mini-Kopfhörerverstärker mit DAC
Der Chronos zeigt in unserem Praxistext zahlreiche Vorzüge. Er agiert aus klanglicher Sicht sehr präzise und transparent, ebenfalls überzeugt uns die authentische, glaubwürdige, aber trotzdem dynamische sowie mitreißende akustische Kulisse. Diese Eindrücke werden abgerundet durch einen exakten, sauberen Bassbereich, der in beinahe allen Fällen auch ein kräftiges Fundament und das passende Volumen bereitstellt. Nur ganz selten fehlt es etwas an Nachdruck und Atmosphäre.
Punkte sammelt der Chronos auch durch die einfache Inbetriebnahme und das unproblematische Handling. So isr zum Beispiel keine nervige Treiberinstallation notwendig. Unsere Zustimmung findet auch die solide Verarbeitung, das edle Alu-Gehäuse und die feine Glasoberfläche. Ein multifunktionales Kabel mit USB-C, Micro-USB und Lighting befindet sich im Lieferumfang.
Mit knapp 200 Euro ist dieses Premium-Produkt nicht gerade günstig und leider befindet sich kein Case/Tasche im Lieferumfang, die grandiosen klanglichen Leistungen und die First Class-Verarbeitung rechtfertigen den Kaufpreis aber komplett.
Ultrakompakter, edler und akustisch brillanter Kopfhörerverstärker und USB-DAC

Mobile Kopfhörerverstärker
Test 02. November 2022
Test: Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 02. November 2022
Tags: DAC • Kopfhörer • Kopfhörerverstärker • Violectric













