TEST: Schick in Schale - Das Oppo Reno 6 sorgt für neuen Schwung in der Mittelklasse

Oppo ist eine Tochtergesellschaft des chinesischen BBK-Electronics-Konzerns, der mit den Marken Vivo und OnePlus zu den fünf größten Smartphone-Herstellern der Welt gehört. Bei dem Oppo Reno 6 fallen vor allem zwei Dinge auf: Das schicke Designkonzept und der bärenstarke Akku. Doch dazu später mehr.

Das Oppo Reno 6 zeigt anschaulich, wie man mit einfachen Mitteln ein elegantes Designkonzept zaubert. Das Unibody-Metallgehäuse wirkt wie aus einem Guss und hat durch die matte Rückseite eine hervorstechende Eleganz – echt schick.

Weiterer Pluspunkt: Das vollflächige Display mit integrierter Frontkamera und Fingerkuppenscanner. Der große Kamerablock ragt zwar recht weit hervor, was aber dem stimmigen Designkonzept nicht schadet. Schade hingegen: Die Verarbeitungsqualität ist zwar top, doch leider liegt keinerlei IP-Zertifizierung gegen einen Staub- und Wasserschutz vor.

Oppo Reno 6

Der 6,4 Zoll-Bildschirm arbeitet mit einem OLED-Panel und löst in 2.400 x 1.080 Pixeln auf. Die Pixeldichte ist mit 409 ppi daher sehr gut. Durch die Bildwiederholrate von 90 Hz scrollen Inhalte überdies geschmeidig über den Screen. Alles super somit? Nicht ganz, denn während die Farbsättigung, Kontrast und Schärfe ausgesprochen gut sind, schwächelte das Gerät im Bereich Helligkeit. Maximal 468 cd/m² sind nach heutigen Maßstäben bestenfalls durchschnittlich – für diese Preisklasse ein eher enttäuschender Wert.

Kamera

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Technisch ist die Triple-Kamera gut aufgestellt: 64-Megapixel-Hauptkamera, 8-Megapixel-Ultraweitwinkel-Linse sowie eine 2-Megapixel-Makrolinse. Positiv ist auch die breite Ausstattung, die nicht nur alle Standards umfasst. Als Extras gibt es unter anderem Dual-View-Videos sowie viele HD-Modi. Videos dreht das Oppo Reno 6 5G in maximal in UHD-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde – für die gehobene Mittelklasse eine sehr gute Ausstattung, die mit einer 32 MP Frontkamera top abgerundet wird.

Bei vernünftigen Lichtverhältnissen gelingen mit der Hauptkamera ordentliche Bilder, die dank 4:1-Pixel-Binning 16 Megapixel groß sind. Leider nimmt aber die Schärfe rapide ab, sobald schwächeres Licht einsetzt, was auch daran liegt, dass die Hauptkamera über keinen Bildstabilisator verfügt.

Aufnahme bei guten Lichtverhältnissen

Keller-Aufnahme

Panorama

Bei der restlichen Ausstattung gehen die Mundwinkel wieder nach oben, vor allem bei den Datenschnittstellen: 5G-Mobilfunk, das aktuelle Wi-Fi 6, Dual-SIM, NFC, LTE mit bis zu 1.200 Mbit/s und Bluetooth 5.2 sind mit am Bord – was braucht man mehr?

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Der interne Speicherplatz ist mit 128 GByte durchaus angemessen, allerdings fehlt ein Speicherkarten-Slot zur Erweiterung. Nutzer müssen daher in die Cloud investieren, sobald das Smartphone Überkapazität meldet.

Screenshot 1

Screenshot 2

User bekommen das brandaktuelle Android 12 mit langjähriger Update-Absicherung. Neu ist die Benutzeroberfläche, die sich noch mehr personalisieren lässt, eine optimierte Datenschutzfunktionen, praktische Kommunikations-Widgets oder neuartige Bedienungshilfen. Dadurch lässt sich die beispielsweise Always-On-Darstellung individuell konfigurieren.

Oppo ergänzt das Ganze durch eine intelligente Seitenleiste, einem gesicherten Kinderbereich, einigen Gestensteuerungen sowie einem „Einfacher Modus“ unter anderem mit größeren Schriftzeichen und App-Symbolen, wie man es von „Senioren-Handys“ her kennt. Käufer sollten sich daher ein wenig Zeit nehmen, um sich mit allen Neuheiten vertraut zu machen. Davon abgesehen gibt es aber wieder alle Standards, wie die linke Google-Startseite, Pull-Menüs oder dem App-Drawer.

Auch zum Entsperren gibt es das bewährte Programm aus PIN, Fingerprint und Gesichtsscanner. Im Praxistest lässt sich alles schnell einrichten und die Funktionalität ist zuverlässig und zügig. Unter dem Strich eine rundum gelungene Vorstellung im Bereich User Interface.

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Seitenansicht

Der Achtkerner trägt zwar den ungewohnten Namen Dimensity-900, doch die CPU hält das Oppo Reno 6 5G ordentlich auf Trab. Der Prozessor hat eine Taktung von 2.400 MHz und wird von 8 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Im Alltagtest gab es keinerlei negative Auffälligkeiten. Alles läuft geschmeidig und auch bei 3D-Games und Multitasking werden dem Chinesen nicht allzu schnell Grenzen aufgezeigt.

Rückseite

Ebenfalls stark ist die Akkuleistung. Der Stromspender hat eine Kapazität von 4.300 mAh, was selbst bei einer erhöhten Nutzungsintensität für eine Rufbereitschaft von fünf Tagen ausreicht. Noch besser ist das Reno 6 bei der Dauernutzung: Erst nach ca. 12,5 Stunden ist der Akku leer. Absolutes Highlight ist aber die Ladezeit. Dank Highspeed-Loading meldet das Smartphone bereits nach rund 30 Minuten wieder 100% - ein echtes Rekordergebnis! Schade allerdings: Induktives Aufladen ist leider nicht möglich.

Nutzer müssen sich mit einem Mono-Speaker unterhalb des Displays begnügen, der qualitativ in der unteren Mittelklasse spielt. Der Sound ist sehr metallisch-grell und bei höherer Lautstärke unangenehm verzerrt. Die Stimmenübertragung ist in beide Senderichtungen dafür einwandfrei, ohne aber das Prädikat Festnetz-Niveau zu erreichen.

Oppo Reno 6

Fazit

Das Oppo Reno 6 5G punktet in erster Linie mit seinem starken Akkuauftritt. Innerhalb von ca. 30 Minuten eine Vollladung zu erreichen, ist ein kleines Alleinstellungsmerkmal mit großem Nutzwert für alle Intensivnutzer. Überdies gefällt auch das elegante Designkonzept und das hochwertige Display. Für rund 400 Euro gibt es derzeit aber auch schon vergleichbare Smartphones mit einer IP-Zertifizierung und induktiver Lademöglichkeit. Das Smartphone ist zudem kein ausgesprochener Kamera-Spezialist.

Mittelklasse-Smartphone mit schnellem Prozessor und durchschnittlicher Kamera

24.03.2022

Test: Ulf Schneider
Datum: 24.03.2022

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