TEST: Motorola moto G22 - Günstiger Einsteiger mit starkem Akku

Das in schwarz und blau erhältliche Einsteigermodell hat einen UVP von 169 Euro und ist seit dem 29. April offiziell erhältlich. Die Entwickler haben angesichts des niedrigen Preises an ungewohnter Stelle den Rotstift angesetzt, doch dazu später mehr.

Seitenansicht

Optisch gibt es wenig Unterschiede zu den Topmodellen. Das Display ist großflächig und die Frontkamera integriert. Lediglich unterhalb des Displays umläuft eine größere Umrandung. Die Rückseite ist elegant mattiert und insgesamt macht das Motorola moto G22 im Bereich Verarbeitungsqualität einen hochwertigen Eindruck, zumal der Kamerablock nicht zu stark herausragt und das Gehäuse sogar einen Spritzwasserschutz (IP52) aufweist.

Gesamtansicht

Das Display ist 6,5 Zoll groß und bietet eine HD+-Auflösung (720 mal 1600 Pixel). Es handelt sich allerdings nur um ein günstiges IPS-Panel. Während die Pixeldichte von 268 ppi für ein kontrastreiches Bild sorgt und die Farbdarstellung angenehm natürlich ist, schwächelt der Bildschirm ganz klar bei der Helligkeit. 450 cd/m2 sind zwar keine Katastrophe, aber bei starker Umgebungshelligkeit kommt es schnell zu Ableseschwierigkeiten.

Quad-Kamera

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Zumindest auf dem Papier überrascht die Quad-Kamera positiv. Die Hauptkamera besitzt einen 50 Megapixel Sensor und wird von 8-Megapixel-Ultra-Weitwinkel sowie einer Bokeh- & Makro-Linse, die mit je 2 Megapixel aufnehmen, unterstützt. Für 169 Euro eine starke Leistung! Und das Beste: Die Qualität stimmt. Selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen gelingen noch gute Schnappschüsse. Der LED-Blitz ist zudem leistungsstark. Allerdings erfordert der Knipser bei Dunkelheit eine sehr ruhige Hand, denn die Kamera braucht dann eine Weile, bis das Bild im Kasten ist. On Top gibt es eine ordentliche 8-Megapixel-Frontkamera sowie ein Camcorder, der Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde archiviert. Gespart wurde bei der Kameraausstattung, denn die konzentriert sich auf das Wesentliche. Immerhin gibt es aber einen Zeitraffer- sowie einen Profi-Modus.

Aufnahme bei guten Lichtverhältnissen

Innenaufnahme

Innen bei schlechteren Lichtverhältnissen

Aufnahme im Keller

Der interne Speicher von 64 GB ist zwar eher schmal gehalten, kann aber per microSD Karte mit bis zu 1TB erweitert werden. Ein Dual-Betrieb ist dann sogar noch möglich. Bei den Datenschnittstellen gibt es kein 5G. Die Nutzer müssen den Datenaustausch daher mit LTE, WiFi-5, NFC oder Bluetooth 5.0 erledigen – alles somit nicht mehr auf den neuesten Stand der Technik. Fans dürfen sich dafür am guten alten Klinkenanschluss erfreuen.

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Android 12 Screenshot

Schöne Überraschung: Selbst in untersten Preisklasse ist bereits das aktuelle Android 12 vorinstalliert. Nutzer profitieren somit von zahlreichen Personalisierungsmöglichkeiten und eine übersichtliche Menüführung mit allen wichtigen Shortcuts. Eine Entsperrung ist auch über den im Powerbutton integrierten Fingerabdrucksensor möglich. Der arbeitet blitzschnell und lässt sich problemlos einrichten. Die Gesichtserkennung arbeitet hingegen nicht fehlerfrei. Das Einrichten erfordert eine optimale Ausleuchtung und erst im zweiten Anlauf funktioniert alles einwandfrei. Hilfreich ist ferner die Benachrichtigungs-LED. Insgesamt kränkelt die Handhabung allerdings durch das mangelnde Tempo. Häufig kommt es Verzögerungen, selbst bei einfachen Eingaben.

Nanu, das ist man ja gar nicht mehr gewohnt: Dieses Smartphone hat spürbare Performance-Probleme. Der Achtkerner Mediatek G37 ist etwas betagter und wird nur von 4 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Der Fernöstler reagiert leider eher träge und auffallend langsam auf Nutzereingaben. Das G22 empfiehlt sich daher nicht für höhere Multimedia-Aufgaben und anspruchsvollere 3D-Games.

Rückseite

Weitaus besser schlägt sich die Akkuleistung. In mehreren Testzyklen pendelt sich die Rufbereitschaft bei rund fünf vollen Tagen ein. Im Nonstop-Test kratzt das Smartphone sogar an der 15 Stunden-Marke, was ein echter Referenzwert ist. Fürs Aufladen braucht man aber viel Geduld, denn es liegt nur ein Netzteil mit mageren 10 Watt im Karton. Kabelloses Laden ist erwartungsgemäß nicht möglich.

Der Mono-Speaker unterhalb des Displays schlägt sich recht wacker, ist tonal aber nicht sauber, sobald es lauter wird. Der Frequenzbereich ist zudem eingeschränkt und ein nennenswertes Bassfundament fehlt. Telefonieren mit dem G22 verläuft zwar unfallfrei, doch die Sprachqualität ist insgesamt sehr unspektakulär.

Motorolo moto G22

Fazit

Gewagt oder clever? Die Macher rüsten den günstigen Funker mit einer guten Kamera, einem Display mit 90Hz Bildwiederholrate und einer sehr langen Akkulaufzeit aus, doch sparen dafür massiv bei der Performance. Das G22 bietet somit viel, der Benutzer muss aber auch einiges an Geduld aufbringen. Selbst einfache Aufgaben, wie das Eingeben von Rufnummern, erfolgen stets mit etwas Verzögerung. Wer damit leben kann, bekommt mit dem G22 aber einen sehr günstigen Allrounder.

Das Motorola moto G22 ist günstig, aber nicht frei von Schwächen

01.05.2022

Test: Ulf Schneider
Datum: 01.05.2022

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