TEST: XTZ Sub 12.17 – Preis-Leistungs-Champion Nr. 2 mit 30cm Chassis

XTZ Sub 12.17 Front Seitlich1

Wie der von uns bereits getestete Sub 10.17 ist auch der Sub 12.17 ein Nachfolger der erfolgreichen 16er Serie von XTZ Subwoofern. Entwickelt der größere der beiden nahe verwandten Tieffrequenzemitter annähernd die Leistungsfähigkeit die Leistungsfähigkeit des kompakten Modells oder kann es gar übertreffen, steht einem positiven Testergebnis nichts im Wege.

Die Chassis des Sub 12.17 basieren auf der bewährten Cinema-Serie, Power liefert ein 500 Watt RMS Class D-Verstärker – der identische Amp ist auch im kleineren Sub 10.17 verbaut. Im Gegensatz zum kleinen Bruder ist aber ein 30 cm Tieftonchassis integriert. Der Klanganpassung dienen Equalizer sowie beiliegende Stopfen für die Bassreflexrohre, um eine geschlossene Konstruktion zu realisieren.

Der optisch modern wirkende Subwoofer mit gerundeten Gehäusekanten ist in Schwarz matt, Schwarz hochglanz und Weiß matt zum Preis von 645 EUR bei www.xtz-deutschland.de erhältlich.

XTZ Sub 12.17 Bassreflexrohre

Die hochglanzschwarze Oberfläche macht einen hochwertigen Eindruck

XTZ Sub 12.17 Tieftoener

30cm Chassis und die Bassreflexrohre sind sauber integriert

XTZ Sub 12.17 Rueckseite

Rückseite

Der große Sub 12.17 tritt in der Redaktion in hochglanzschwarz auf. Uns persönlich gefiel die matte Ausführung, die wir nur in Weiß begutachten konnten, besser – über Geschmack lässt sich aber schließlich streiten. Denn weniger wertig ist die Hochglanz-Lackierung keinesfalls, sie wirkt tief sitzend und sauber aufgetragen. Selbstverständlich fängt man sich Fingerabdrücke und Haarlinien schneller ein als bei einer mattten Oberfläche, das hängt jedoch vom eigenen Umgang mit dem Produkt ab. Wie auch beim Sub 10.17 verpassen die gerundeten Kanten dem Ganzen eine schicke, moderne Optik, die sich sowohl in der Heimkino-Höhle als auch im Wohnzimmer sehen lässt.

Das 30 cm Langhub-Chassis ist eine Eigenentwicklung der Schweden auf Basis der Cinema-Serie, mit einer Kombination aus polymerverstärkter Baumwolle und reinen Nomex-Fastern wird ein geringes Gewicht und hohe Steifigkeit erreicht. Das Gewicht von knapp 26kg lässt sich nicht nur auf Chassis und Endstufe zurückzuführen, sondern auch das solide MDF-Gehäuse mit zahlreichen internen Verstrebungen, um Resonanzen zu vermeiden.

Die Verarbeitung insgesamt ist sehr solide, Chassis und Bassreflexrohre sind gut in der Front eingepasst und auch die Rückseite wirkt sauber. Wie schon beim Sub 10.17 müssen wir anmerken, dass die vordere, akustisch transparente Abdeckung zwar aus einer robusten Holzkonstruktion besteht, aber die Stifte nur mit kräftiger Nachhilfe in die dafür vorgesehenen Löcher passen. Die Stopfen für die Bassreflexöffnungen liegen natürlich bei, in der mittlerweile in Deutsch verfügbaren Bedienungsanleitung kann man sich gut über die verschiedenen Verwendungszwecke informieren, wie eine geschlossene Konstruktion zu realisieren und eine individuelle Klanganpassung vornehmen. Mit Schaltern auf der Rückseite können außerdem EQ-Kurven aktiv geschalten werden.

XTZ Sub 12.17 Anschluesse Bedienelemente

Bedienelemente an der Rückseite

XTZ Sub 12.17 Innenleben1

Innenelektronik

XTZ Sub 12.17 Innenleben2

Keine Sparsamkeit beim Isoliermaterial, die Funktion beeinflußt dies nicht

Der Materialübergang vom lackierten MDF-Gehäuse zur Metallplatte an der Rückseite ist ebenfalls ordentlich ausgeführt, die Dreh- und Kippschalter solide. Sowohl Cinch- als auch XLR-Anschlüsse sind integriert. Y-Kabel können verwendet werden, bei nur einem Cinch-Kabel wird der linke Eingang verwendet. Der Subwoofer hat eine „Always On“-Funktion und eine Abschaltautomatik, der Kippschalter rechts daneben ist für die EQ-Einstellungen verantwortlich. Zur Auswahl stehen REF, EQ1 und EQ2 – REF kann man als Standardeinstellung bezeichnen, hier bietet der Sub 12.17 das größte Frequenzspektrum mit Power auch in den tiefsten Bereichen. EQ 1 bietet ebenfalls noch sehr soliden Tiefgang mit Nachdruck, schwächt aber etwas ab, falls der Raum zu Überlagerungen tief unten neigt. EQ 2 senkt den Tiefgang etwas ab und bietet dafür etwas mehr Punch im Kickbass-Bereich.

XTZ Sub 12.17 Anschluesse

Anschlüsse

XTZ Sub 12.17 Bedienelemente

Drehregler und Kippschalter

Die Drehregler beeinflussen die Übergangsfrequenz, die Phase und die Lautstärke. Der Pegel sollte nach Möglichkeit am XTZ-Woofer recht niedrig und am AV-Receiver entsprechend höher eingestellt sein, damit der Automatik-Modus korrekt arbeiten kann. Dass die automatische Abschaltung beim Sub 12.17 etwas auf sich warten lässt, hat praktische Hintergründe: Häufig gibt es bei Film-Szenen längere ruhige Passagen, bei denen sich das Gerät sonst abschalten könnte.

Unsere Klang-Sequenzen beginnen wir mit den hochwertigen Aufnahmen der 2L Nordic Sound Studios der Trondheim Solistene. Hier erwarten wir ein subtiles und präzises Eingreifen der Sub 12.17, bei der die höheren Frequenzbereiche unangetastet bleiben. Beim Violinkonzert Mozarts, vorgetragen in Zusammenarbeit mit Marianne Thorsen ist der Subwoofer in der Lage, genau das zu realisieren. Chirurgisch genau kommt der geforderte Einsatz, dann aber kraftvoll und nachdrücklich – nur, um binnen eines Bruchteils einer Sekunde sich wieder zurückzuziehen. Die mögliche Performance bzgl. des gebotenen Volumens lässt sich aber schon in diesen kurzen Fragmenten erahnen, da der Sub 12.17, wenn er denn gefordert ist, massiv und schlagkräftig auftritt. Leicht unterstützend beim Stakkato und den tieferen Instrumenten im Hintergrund bemerkt man ihn kaum, würde ihn aber vermissen, wenn er nicht stets zur Stelle wäre – genau so sollte es bei derart feingeistiger und diffiziler Musik sein. Genauso verhält es sich beim Konzert für zwei Klaviere, ebenfalls von Mozart. Hält er sich bei den schnellen Piano-Tiraden noch zurück, ist der dann im tiefen Spektrum subtil anzutreffen und komplettiert das gebotene Frequenzspektrum. Etwas mehr „austoben“ darf er sich beim experimentellen Percussion-Titel „Cikada Duo“ von Nordheim. Hier wird der Subwoofer häufiger gefordert, allerdings auch sehr punktuell, was für einen LFE nicht unbedingt einfach ist. Mit hoher Geschwindigkeit ist er aber sofort in Bereitschaft und packt dann kraftvoll und eindrücklich zu.

Allzu lange wollen wir uns mit den subtilen Einlagen aber nicht beschäftigen und wechseln zum Eagles-Konzert der Farewell-Tour im australischen Melbourne. Auch hier ist zwar ein präzises Eingreifen gefragt, der Sub 12.17 darf aber durch den kontinuierlichen Schlagzeug-Einsatz aber etwas freier aufspielen. Schon in den ersten Sekunden bei „Heartache Tonight“ liefert der Subwoofer einen etwas runderen Sound. Das deutet aber nicht auf eine geringere Präzision hin, sondern spiegelt lediglich den satten Sound der Bassdrum wider. Trotz des etwas voluminöseren Klangbildes bleibt der Tieftonbereich klar und trocken und wirkt nie verwaschen. Wir wollen an dieser Stelle noch einmal anmerken, dass wir dank unseres akustisch optimierten Raumes mit der EQ-Kurve „REF“ arbeiten und so auch das Maximum des Woofers herausholen können. Hier herrscht Kraft bis in die untersten Regionen, gleichzeitig sehr solide Präzision und Geschwindigkeit sowie Biss im Kickbass-Bereich.

Zeit, noch einen Gang höher zu schalten: Bei Metallica’s „Through the Never“ Film/Musik-Blu-ray fährt der XTZ-Subwoofer geradezu eine Artillerie-Batterie auf und setzt regelrechte Punches in unsere Magengrube. Enorm tief spielt er hinunter und wartet dabei noch mit enormer Kraft auf. Auch bei hohem Pegel meistert er die Bass-Gewalt absolut souverän und ohne Mäßigung. Die zwischenzeitlichen Filmeinlagen stellen den Subwoofer noch vor eine ganz andere Herausforderung, hier muss er Schüsse, zerberstende Fensterscheiben und eine ganze Reiher akustischer Effekte, die sich in verschiedenen tiefen Frequenzebenen befinden, parallel herausarbeiten. Auch das gelingt dem XTZ-Subwoofer mit hoher Präzision und Struktur.

Jetzt darf der XTZ Sub 12.17 sein Können im Mehrkanalbetrieb bei Filmton unter Beweis stellen und was wäre hier geeigneter als die brachialen Action-Spektakel von Sylvester Stallone, Jason Statham, Dave Lundgren und den Rest der „Expendables“. Wer in diesem Tieffrequenz-Oratorium keinesfalls entbehrlich ist, macht der XTZ Subwoofer schon bei der Eingangssequenz des dritten Teiles „A Man’s Job“ glasklar! Zunächst beginnt der LFE mit klar definierten Einlagen wie dem Anflug des Helikopters auf den gepanzerten Zug sowie den Vorbereitungen der Expendable-Crew, dann startet das Bass-Gewitter mit dem Abfeuern der großkalibrigen Maschinengewehre und Explosionen. Gleichzeitig schafft der XTZ-Woofer ein atmosphärisches Fundament, das von exzellentem Volumen geprägt ist und die angespannte Kampfsituation prägt. Subsonische Frequenzen werden tadellos mit ausreichend Kraft umgesetzt und bringen das Sofa in unserer Heimkino-Umgebung auch ohne Shaker zum Erschüttern. Man muss bedenken, dass es sich beim XTZ 12.17 noch immer um ein vergleichsweise kompaktes Gerät handelt, noch dazu zum günstigen Preis von unter 700 EUR. Selbstverständlich erreicht hier ein Großfamilien-Kühlschrank-ähnliches Gerät noch mehr Nachdruck in den tiefsten Frequenzen, dennoch liefert der Sub bei mittleren Raumgrößen eine exzellente Performance sowohl bezüglich seiner Kraft als auch des strukturierten, präzisen Eingreifens.

Auch bei der Anfangs-Sequenz von The Avengers, einer besonders anspruchsvollen Szene selbst für kräftigste Subwoofer macht der XTZ Sub 12.17 eine gute Figur. Zwar werden die niedrigsten Frequenzen, die beim „Öffnen“ des Portals des Tesseracts entstehen, leicht vernachlässigt, dennoch sind die Vibrationen noch problemlos spürbar und ein atmosphärisch dichtes und voluminöses Fundament wird souverän realisiert. Hohen Pegel meistert der Vertreter des schwedischen Lautsprecher-Herstellers absolut souverän und schleudert Schüsse und Explosionen dem Zuschauer kompromisslos entgegen.

Der Sub 12.17 von XTZ tummelt sich aufgrund seines Preises von 645 EUR in einem recht ähnlichen Konkurrenzumfeld wie der bereits getestete Sub 10.17 und trifft damit ebenfalls auf den harten Konkurrenten S10 EQ von Elac, der die Anpassung an den Raum noch etwas ausführlicher betrachtet und die Steuerung per Smartphone-App zulässt. Die akustische Performance liegt auf ähnlich hohem Niveau. Die Konkurrenz aus eigenem Hause ordnet sich geschickt unter. Der Preisunterschied ist zwar nicht immens, allerdings sind die beiden Subwoofer je nach Raumgröße exzellent austauschbar. Die akustischen Eigenschaften sind bei beiden Geräten hervorragend, der Sub 12.17 fährt mit noch etwas mehr Volumen im Bereich des Fundaments auf und bietet in den tiefsten Frequenzen vielleicht noch etwas mehr Punch, bleibt dabei aber beinahe identische präzise und strukturiert wie das kleinere Modell.

Fazit

XTZ Sub 12.17 Front Seitlich3

Mit dem Sub 12.17 bringt der Deutschland-Vertrieb von XTZ einen weiteren, enorm leistungsfähigen Subwoofer auf den Markt, der an erster Stelle ein überragendes Preis-/Leistungsverhältnis bietet und dem in dieser Preiskategorie besonders bezüglich seiner Verarbeitungsqualität, auch aber seiner akustischen Eigenschaften, sehr gerne nachgeeifert werden darf. Darüber hinaus ist mit den beigelegten Stopfen für die Bassreflexöffnungen und den integrierten EQ-Kurven eine individuelle Klanganpassung möglich. Ein rundum gelungenes Produkt zum fairen Preis, dem wir daher das Prädikat der Preisklassen-Referenz – wie schon dem kleineren Sub 10.17 verliehen – nicht verwehren können.

Enorm leistungsfähiger Subwoofer mit hochwertiger Verarbeitungsqualität zum fairen Preis
preisklassenreferenz
24.03.2016

+ Exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis
+ Sehr solide Verarbeitungsqualität
+ Integrierte EQ-Kurven
+ Mitgelieferte Stopfen für geschlossene Variante
+ Hervorragende akustische Eigenschaften

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven WunderlichDatum: 24.03.2016




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