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REVIEW: „Toni Erdmann“ (Blu-ray Disc)

Toni Erdmann Blu-ray Disc

Original: Toni Erdmann

Anbieter: Eurovideo

Laufzeit: ca. 162 min.

Bildformat: 1,85:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 5.1 (Deutsch)

Untertitel: Deutsch

VÖ-Termin: 23.12.2016

Film

Musiklehrer Winfried (Peter Simonischek) hat nur wenig Kontakt zu seiner Tochter Ines (Sandra Hüller), die als Unternehmensberaterin viel um die Welt reist. Das bringt Winfried auf die Idee, seine Tochter einfach bei der Arbeit zu besuchen und reist ihr daher nach Rumänien hinterher. Ines ist nur wenig begeistert, als ihr Vater plötzlich in der Lobby ihres aktuellen Auftraggebers erscheint. Als die erste Annäherung scheitert, entwickelt Winfried eine neue Strategie, zeigt sich fortan mit schlechter Perrücke unter dem Namen „Toni Erdmann“ und mischt sich sogar in den Job von Ines ein. Ines macht das Spiel zunächst mit, um nicht aufzufallen. Doch je dreister sich Winfried/Toni benimmt, um so mehr stellen beide fest, dass die Inszenierung sie näher bringt als je zuvor …

„Toni Erdmann“ ist weniger eine Komödie als ein Beziehungsdrama zwischen Vater und Tochter. Der gesamte Film hat eine sehr kühle Atmosphäre, die nur hin und wieder durch etwas Situationskomik aufgeheitert wird. „Toni Erdmann“ ist mit 162 Minuten Laufzeit sehr lang geraten und so dröge inszeniert, dass er schon fast wie eine improvisierte Dokumentation wirkt. Elementare cineastische Elemente sind auf ein Minimum reduziert. Auf Atmosphäre, Dramatik und Spannung wird ebenso verzichtet wie auf eine visuell besonders ansprechende Kamera- oder Schnitt-Technik. Viele Szenen wirken in die Länge gezogen und erweisen sich oft auch als kaum relevant für die Geschichte. Die Inszenierung der ständig herumflunkernden Kunstfigur „Toni Erdmann“ erweist sich als ziemlich bizarrer Humor mit viel Fremdschämerei, der sich mit schlechter Perrücke und fiesem Gebiss oft wiederholt. Bis auf die dezente Kritik an den Gepflogenheiten der Business-Welt bleibt der Film zugleich recht brav. Um so bizarrer sind die Nacktszenen, die ziemlich peinlich wirken. Wohl nicht zuletzt, weil „Toni Erdmann“ seinen tiefen Sinn nicht auf dem Goldteller serviert sondern der Zuschauer etwas überlegen muss, um alles irgendwie mit Bedeutung zu versehen, wurde der Film von Kritikern mit Lobeshymnen überschüttet und hat sogar eine Oscar-Nominierung erhalten. Wer von dem Film nur lockere Unterhaltung und weniger Kopfkino erwartet, dürfte trotz einiger durchaus amüsanter Momente von „Toni Erdmann“ aber ziemlich enttäuscht werden.

 

Bild 81 %

„Toni Erdmann“ wurde mit Arri Alexa-Kameras gedreht. Bis auf leichtes Rauschen ist das Bild sehr sauber. Der Kontrast ist sehr plastisch. In hellen Bereichen überstrahlt das Bild häufiger. Die Farben wirken etwas erdig und schmutzig, wirken ansonsten aber recht neutral. Die Bildschärfe bewegt sich meist auf gutem Niveau. Hin und wieder sind aber auch leichte Unschärfen zu beobachten.

Ton 75 %

Der DTS HD MA 5.1-Mix bietet mehr Schein als sein: Der Sound kommt primär aus den Frontkanälen und da Musik und Effekte bis auf die „The Cure“-Musik im Abspann Mangelware sind, kann man den Film auch einfach nur über die TV-Lautsprecher hören ohne etwas zu verpassen. Für einen deutschen Film ungewöhnlich: Der Großteil der Dialoge wird in Englisch gesprochen, ist dabei aber auch untertitelt.

 

Special Features

  • Hörfilmfassung
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
  • Toni Erdmann in Cannes
  • Audiokommentar mit Maren Ade, Sandra Hüller und Peter Simonischeck
  • Kinotrailer
  • Teaser & TV-Spot
  • Postkarten und Poster


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