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TEST: Huawei P40 - Performantes Topmodell für rund 500 Euro?

Nach Apple und Samsung muss sich auch das Topmodell von Huawei in unserem Testparcours beweisen. Der musste für das P40 aber angepasst werden, denn der Big Player leidet nach wie vor unter dem USA-Bann, der eine Nutzung von Google-Diensten ausschließt. Hinter den Kulissen des chinesischen Konzerns ist seitdem viel passiert. Es wurde unter anderem die Honor-Tochter verkauft und viele Energien in einen eigenen App-Store investiert. Die Hoffnung aber, dass Präsident Biden die Blockade beendet, gilt aktuell als unwahrscheinlich. Huawei muss also weiter improvisieren.

Fast schon niedlich mutet das P40 im direkten Vergleich zu den Max-Versionen von Samsung und Apple an. Durch die schmalen Ränder bekommt der Käufer dennoch viel Bildfläche geboten. Die Selfie-Kamera ist zudem im Display integriert, allerdings mit einem breiten Notch, doch dazu später mehr. Der große Vorteil dieser kompakteren Bauweise ist die gute Handlichkeit und mit 175 Gramm ist es zudem vergleichsweise leicht. Durch die abgerundeten Displaykanten, die schimmernde Rückseite in unterschiedlichen Farben und das Aluminium mutet das P40 gleichermaßen robust und elegant an. Kleiner Malus: Es hat lediglich eine IP53-Zertifizierung gegen das Eindringen von Spritzwasser. Für einen staubigen Strandeinsatz ist es hingegen nur bedingt geeignet. Unschön ist zudem das rückseitige Kamera-Objektiv, da es stark hervorragt.

Huawei P40

Das Display ist mit 6,1 Zoll in der Diagonale (19,5:9 Format) vergleichsweise klein. Die FullHD-Plus-Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixel sorgt zwar für eine sehr gute Pixeldichte von 422 ppi, doch für ein OLED-Display ist die Farbwiedergabe recht blass. Dafür kann die Helligkeit von bis zu 481 cd/m² überzeugen, wenngleich es in dieser Preisklasse noch bessere Wert gibt. Insgesamt ist die Bildqualität zwar gut bis sehr gut, doch das Maximum von 60 Hertz Bildwiederholfrequenz erscheint fast schon anachronistisch in dieser Preisklasse. Hier hinkt Huawei der Konkurrenz hinterher. Wer mehr will, muss daher zur Pro-Version greifen.

Zwar hat Huawei nach wie vor keinen Zugriff auf den Google Play Store, doch in den letzten zwölf Monaten ist sehr viel passiert, um das zu kompensieren. So ist Huaweis AppGallery der mittlerweile drittgrößte Software-Store und die Download-Zahlen sind letztes Jahr förmlich durch die Decke gegangen. Hinzu kommt, dass Amazons App-Store zusätzlich zur Verfügung steht und darüber lassen sich viele elementare Applikationen, wie WhatsApp, Facebook oder Instagram runterladen.

Seitenansicht

Aber: Der Messanger-Dienst funktionierte beim Testgerät nicht und bei WhatsApp muss man wieder bei null anfangen, da alte Chatverläufe nicht mehr zur Verfügung stehen. Mit der Applikation „App Suche“ lassen sich dennoch zahlreiche passende Dienste laden. Mit ein bisschen Geduld lässt sich der Google-Malus so gut kompensieren – außer der Bereich Banking-Apps und die beliebten Google-Dienste. Dennoch: Huawei hat in den letzten Monaten sehr hart gearbeitet, um das App-Angebot attraktiv zu gestalten.

Zur Kamera: Die besteht aus einer Hauptkamera mit 50 Megapixel Auflösung, eine Ultra-Weitwinkellinse mit 16 Megapixel sowie eine Telefoto-Kamera mit 8 Megapixel, die einen dreifach optischen, sowie einen fünffachen Hybridzoom ermöglicht. Optisch stabilisiert ist allerdings nur die Telefotolinse. Im Praxistest überzeugt das Trio mit LED-Blitz vor allem bei Tageslicht mit rundum stimmigen Ergebnissen: Hohe Schärfe, sehr detailliert und eine natürliche Farbwiedergabe – hier spielt das P40 in der Referenz-Liga mit. Sobald schwächeres Licht einsetzt, fahren allerdings die Top-Smartphones von Apple und Samsung davon, wobei die Qualität immer noch klar überdurchschnittlich ist. Für scharfe Ergebnisse ist hier allerdings eine ruhige Hand erforderlich.

Kamera

Die Ausstattung ist ebenfalls top, denn es werden nicht nur sämtliche Standards angeboten, sondern auch schöne Extras, wie Super-Makro, Monochrom oder Doppelbild – Fans können also viel ausprobieren. Der LED-Blitz leistet überdies bei Dunkelheit einen richtig guten Job. Eine Doppel-Kamera für Selfies ermöglicht ebenfalls gute Fotos, allerdings ist eine ruhige Hand durch den fehlenden Autofokus ein Muss. Ein starker Camcorder mit bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde runden das gute Gesamtbild ab.

Aufgenommen mit dem P40

Nahaufnahme

Aufnahme im Keller

Panorama


Auch der restliche Komfort ist hochkarätig. 128 GB interner Speicherplatz ist für diese Preisklasse angemessen. Allerding wird nur Huaweis Nano-Memory-Card unterstützt. Bei den Datenschnittstellen dürften selbst kritische Geister zufrieden sein: WiFi 5 und WiFi 6, Bluetooth 5.1, NFC sowie 5G-Unterstützung. Im Gegensatz zur neuen Samsung S-Klasse und iPhone-Generation liegt ein USB-C-Kopfhörer sowie eine Schutzhülle im Karton. Auch Dual-SIM wird unterstützt, allerdings nur, wenn keine Speicherkarte genutzt wird.

Die gute Nachricht vorweg: Das P40 läuft unter einer von Google unlizenzierten Version des aktuellen Android 10-Betriebssystems – man fühlt sich also sofort heimisch. Das hauseigene User Interface EMUI 10.1. weist zudem keine großartigen grafischen Unterschiede zum reinen Android auf – das ist eine weise Entscheidung. Es geht aber auch anders, denn die Software-Oberfläche ermöglicht auch zahlreiche optische Anpassungsmöglichkeiten, die sich klar vom Ur-Android unterscheiden. Bei der Architektur ist ebenfalls alles beim Alten geblieben: das typische App-Management von Huawei, denn die verteilen sich auf alle Startseiten, statt in einem App-Drawer.

Rückseite

Dennoch ist es ein Stotterstart, bis das Smartphone eingerichtet ist, da es nicht wie gewohnt einfach per Gmail gelöst wird. Huawei bietet zwar die App „Phone Clone“ an, um Daten vom letzten Smartphone zu ziehen, doch im Testfall funktionierte das leider nicht. Nach zehn Versuchen musste das Smartphone daher komplett neu eingerichtet werden – ohne Zugriff auf Google-Kontakte. Bleibt zu hoffen, dass das nur ein ärgerlicher Einzelfall ist.

Natürlich bietet auch Huawei einen eigenen Sprachdienst, der allerdings auf „Hey, Celia“ hört. Der Name ist zwar anders, doch die Funktion ist vergleichbar mit Siri oder Alexa. Was gut gefällt: Die weibliche Stimme klingt sympathisch und spricht sehr flüssig. Ebenfalls gelungen: Der im Display integrierte Fingerabdrucksensor arbeitet ebenso schnell und zuverlässig wie die Gesichtserkennung. Beides lässt sich zudem unkompliziert einrichten.

Widgets

Home Screen

Auch beim Prozessor beschreitet Huawei eigene Wege. Statt Snapdragon kommen eigene Chips zum Einsatz. Das aktuelle Flaggschiff heißt HiSilicon Kirin 990. Der Achtkerner arbeitet mit einer Taktrate von bis zu 2,86 Gigahertz und wird von 8 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Im Praxistest zeigt sich die CPU in Bestform. Sämtliche Alltagsroutinen werden flugs erledigt und Ladezeiten gibt es kaum – eine starke Vorstellung!

Nicht ganz so stark präsentiert sich der Energiespeicher. Mit 3.800 mAh ist der Akkublock zwar gut aufgestellt, aber mehr als knappe vier Tage Rufbereitschaft sind nicht drin. Im Nonstop-Belastungstext knackt das P40 zumindest gerade so die magische 10 Stunden Marke – die Referenz-Konkurrenz ist in diesem Bereich aber besser aufgestellt. Auch schnelles Aufladen ist nicht die Stärke des Chinesen. Das Netzteil braucht zwei Stunden für volle 100% und induktives Laden wird nicht unterstützt.

Leider verfügt das P40 nur über einen Mono-Lautsprecher im unteren Rahmen. Der spielt zwar recht ordentlich und verzerrungsfrei auf, kann aber mit absoluten Topmodellen nicht mithalten. Unfallfreies Telefonieren mit einer durchaus präsenten Sprachwiedergabe ist dafür gegeben.

Fazit

Knapp ein Jahr nach dem Release ist es sehr spannend das P40 einem Test zu unterziehen, denn es kostet nur noch ca. 500 Euro und viele Kinderkrankheiten konnten inzwischen beseitigt werden, allen voran das Software-Angebot. Nutzer haben nun Zugriff auf viele wichtige Soziale Netzwerke oder WhatsApp und wer aktiv sucht, der findet mittlerweile auch viel. Die fehlende Google-Unterstützung lässt sich dennoch nicht kleinreden, zumal hier viele personalisierte Daten in der Cloud hinterlegt sind. Leider gibt es weitere kleine Ausstattungslücken, und dass keine MicroSD-Karten unterstützt werden, schmerzt ebenfalls. Auf der Haben-Seite bietet es aber viel Gutes im Bereich Performance und Kameraqualität. Wer mit etwaigen Startproblemen leben kann, erhält somit einen fairen Smartphone-Deal.

Auch ohne Google-Dienste ein sehr gutes Smartphone – und mittlerweile bezahlbar

11.04.2021

Test: Ulf Schneider
Datum: 11.04.2021

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