SPECIAL: Das Dolby Cinema im Cineplexx, Millennium City Wien - Dolby Atmos mit 64 Kanälen und 165 Quadratmeter-Leinwand

Kürzlich hatten wir im Cineplexx in der Millennium City in Wien die Möglichkeit, uns das dortige Dolby Cinema genauer anzuschauen. Nicht nur, dass wir den Film "Genom: The Last Dance" in der audiovisuell überragenden Kombination aus Dolby Vision, 3D-Darstellung und Dolby Atmos erleben konnten, wir bekamen auch eine Führung "hinter den Kulissen" und waren tief von der technischen Ausstattung des Kinos beeindruckt.

LED-Wall vor dem Eingang

Es laufen verschiedene Sequenzen auf der 60 Meter langen LED-Welle
Aber schon ganz zu Anfang lohnt es sich, hinzuschauen - aber die 60 Meter lange LED-Wall in Wellenform ist ohnehin nicht zu übersehen. Die Wand besteht aus einzelnen, 30 x 10 cm messenden Paneelen, die zusammengesteckt werden. Das Ganze ist in fünf Bereiche unterteilt, und für jeden Bereich gibt es einen eigenen LED-Controller.

Die zwei Gesichter des Dolby Cinema: Links Betriebsleiter Alexander Märtzke, rechts der technische Betriebsleiter Wolfgang Lukassen
Nun geht es in die "heiligen Hallen" - und wir haben gleich kompetente Experten an unserer Seite. Den kaufmännischen Betriebsleiter Alexander Märtzke, ursprünglich aus Hannover stammend und seit 14 Jahren in Wien, und den technischen Betriebsleiter Wolfgang Lukassen, seit 2003 aktiv in dem Job und äußerst erfahren.

Der Tunnel auf dem Weg in den Dolby Cinema-Saal

Hier wird man schon aufs Filmerlebnis eingestimmt

Oben in der Decke untergebracht sind fünf Ultrakurzdistanz-Projektoren

Der Tunnel aus Sicht vom Kinosaal aus
Wie es sich für ein Dolby Cinema gehört, führt ein Tunnel in den eigentlichen Kinosaal. Dieser Tunnel zeigt, von fünf Ultrakurzdistanz-Projektoren an die Wände geworfen, Szenen und Logos aus dem Film - in unserem Fall "Venom - the last Dance" - so kann man sich schon auf das, was später folgt, einstimmen. Alles ist recht dunkel, ursprünglich wollte man bei Dolby nicht einmal kleine Scheinwerfer an der Decke, sindern nur die typischen blauen LED-Steifen als Beleuchtungselemente. Doch damit man zumindest etwas sieht, wurden dann letzten Endes doch kleine Spots in die Decke integriert.

Blick in den Kinosaal

Typische blaue Lichtelemente
Das Kino selbst besitzt 322 Sitzplätze, die Sitzreihen sind nach hinten deutlich aufsteigend, was die Höhe angeht. Ideal sind, wie üblich, mittige Sitzplätze, was beide Dimensionen angeht (links nach rechts, hinten nach vorne).

Gigantische 165 Quadratmeter-Leinwand
Die Hybridleinwand ist eine Show für sich, denn sie misst riesige 165 Quadratmeter. Intressantes Detail: Insgesamt 88 sogenannte Shaker kommen zum Einsatz, die folgenden Job haben: Sie erzeugen durch Vibration eine leichte Unschärfe, die störenden rasterartigen Moiré-Effelkten entgegen wirkt.

4K RGB-Laser-Beamer, 3D-Doppelprojektion

Diese beiden Türme beherbergen die Laser-Lichtquellen

Shaker vor den Beamern belkämpfen Moiré-Effekte

Auch hinter der Leinwand befinden sich Shaker, insgesamt gibt es 88
Dadurch erscheint das Bild harmonischer sowie homogener. Als Beamer kommen 4K RGB-Laser-Projektoren von Dolbys Technologiepartner Christie in einer 3D-Doppelprojektionsanordnung um Einsatz, mit ausgelagerter Lichtquelle in riesigen Türmen.

Audio-Sektion im Technikraum

XXL-Bässe hinter der Leinwand
Klanglich schöpft man in der österreichischen Hauptstadt auch aus dem Vollen: 64 Kanäle als Basis, das Maximum, was mit Dolby Atmos geht, und brutale 120.000 Watt Gesamtleistung lassen bereits erahnen, was später im Verlauf des Films passieren wird. Verbaut sind circa 150 Lautsprecher insgesamt, die zahlreichen Subwoofer mit 18 Zoll-Chassis sind da mit inkludiert. Sogar in der Decke befinden sich zwei 18 Zoll-Bässe.
Das Lautsprechersystem wurde 2019, als das Dolby Cinema entstand, montiert und einmal eingemessen. Als dann der fürs Dolby Cinema typische Akustikstoff über sämtliche Lautsprecher gespannt wurde - in einem Dolby Cinema ist kein einziger Lautsprecher zu sehen - wurde ein zweites Mal eingemessen.

3D-Brille
Die 3D-Brillen, die man vor Betreten des Kinosaals ausgehändigt bekommt und nach dem Film zurückgibt, sind auch etwas Besonderes. Sie verfügen über Glas, das mit Metall bedampft wurde und kosten üppige 80 Dollar/Stück. Das 3D-System generiert unterschiedliche Lichtwellen für linkes und rechtes Auge, die Bilder sind dadurch komplett separiert.
Intessant auch: Das gesamte Set-Up, Bild und Ton betreffend, gehört Dolby, man kann es als Kinobetreiber nicht kaufen. Die Ersatzteilpreise sind massiv: Eine Lasereinheit kommt im Austausch auf 50.000 Dollar.
Alles im Dolby Cinema muss schwarz sein, nichts darf vom Filmvergnügen ablenken: Darum sind für Dolby normale Rauchmelder undenkbar, haben diese doch laut Vorschrift kleine weiße Schilder mit Indentifikationsnummer und das Weiß stört. Daher hat man sogar ein spezielles Brandmeldesystem installiert, das ohne klassische Rauchmelder auskommt.

Filmgenuss im XXL-Format
Nachdem wir in Augenschein nehmen durften, was alles an Technik im Dolby Cinema steckt, waren wir natürlich enorm gespannt, ob sich der hohe Aufwand auch in einem grandiosen Film-Erlebnis niederschlägt. Entspannt nehmen wir auf den sehr bequemen Sesseln Platz und freuen uns über den großzügigen Fußraum. Als nach der üblichen Werbungs- und Trailersession der Hinweis auf der Leinwand erscheint, dass wir nun die 3D-Brillen aufsetzen sollen, wächst die Spannung - und schon geht es los. Auf der riesigen Leiwand ist es schon für sich betrachtet ein Erlebnis der besonderen Art, einen Film verfolgen zu können. Aber, wie man aus Erfahrung weiß: Eine große Leinwand allein sorgt noch nicht für kompromissloses Film-Vergnügen. Da muss schon noch mehr kommen, aber das Dolby Cinema im Cineplexx, Millennium City, enttäuscht uns nicht: Ganz gleich, um welche Arten von Effekten es sich handelt, man ist akustisch und visuell immer mittendrin. Der Live-Faktor liegt demnach enorn hoch, und vor allem Effekt-Kombinationen, die aus vielen Richtungen kommen, offenbaren die Vorzüge des großzügigen Lautsprecher-Layouts, auf das die Vielzahl an Audio-Objekten verteilt werden: Hier ist man tatsächlich von Effekten umgeben, jedes Detail kommt exakt von der richtigen Stelle. Die großen Subwoofer hinter der Leinwand veranstalten ein erbarmungsloses Bassfeuerwerk, bleiben auch bei Pegeln jenseits von Gut und Böse souverän und standhaft. Sehr lebendig und optimal mit den anderen Soundeffekten vernetzt ist die Überkopf-Ebene, die auch mit einer Vielzahl an akustischen Aktionen aufwarten kann. Beeindruckend ist auch, dass man zwar aufgrund der enormen klanglichen Dichte und Wucht richtig mitfiebert, aber das Ganze wird nicht nervig, nie unangenehm - weil störende Verzerrungen und andere Überlastungseffekte, die in vielen, auch modernen Kinos vorkommen und den Filmspaß empfindlich schmälern, beinahe gänzlich fehlen. Stimmen präsentieren sich immer exzellent, mit klar nachvollziehbarer Charakteristik und überragender Einbindung.
Fazit

Das Dolby Cinema in der Wiener Millennium City ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Filmfans, die nach Wien reisen, sind dort an der richtigen Adresse und sollten sich einen ereignisreichen Filmabend auf keinen Fall entgehen lassen. Vor oder nach dem Film bei den vielen Nahrungsmittel-Aufnahmemöglichkeiten im Footcourt einchecken - und ausiovisuelle Performance genießen, die wirklich außergewöhnlich ist und dank der bequemen Sessel auch ein Maximum an Komfort bietet.
Wer wissen möchte, was der Spaß kostet, kann sich hier informieren:
Preisliste Dolby Cinema Cineplexx Millennium City Wien
Special und Fotos: Carsten Rampacher
13. November 2024
Tags: Cineplexx Millennium City • Dolby Atmos • Dolby Cinema • Dolby Vision • Kino












