High End 2017: Alles über den Pioneer Hi-Res Digital Audio Player XPD-30R für 399 EUR

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Wir haben über den im April vorgestellten, in silberner oder schwarzer Ausführung jeweils 399 EUR kostenden neuen Pioneer Hi-Res Digital Audio Player XDP-30R bereits berichtet. Im Rahmen der High End in München hatten wir nun die Gelegenheit, das kompakte Gerät näher in Augenschein zu nehmen und in Verbindung mit dem SE-MHR5 Kopfhörern, die 2016 auf der IFA präsentiert wurden, zu hören. 

Kurz zum SE-MHR5: Dessen 40 mm „High Performance“ Treiber verdauen auch hohe Pegel klaglos. Zudem überzeugt das Auflösungsvermögen, was kaum verwundert. Laut Pioneer wurden die Treiber speziell für die drastisch gestiegenen Anforderungen des Hi-Res-Audio-Zeitalters entwickelt. Der Kopfhörer weist einen edlen Materialmix mit Aluminium-Elementen, hochwertig verarbeiteten und haptisch sehr angenehmen Kunststoffen und mit speziellen Ohr-Pads mit Memory Foam Urethan-Polsterung auf.

Der Faltmechanismus macht einen haltbaren Eindruck. Der SE-MHR5 liegt ausgezeichnet auf dem Kopf und erweist sich als sehr angenehm gepolstert, das gilt für die Ohrmuscheln und fürs Kopfband, das sich präzise auf die Kopfgröße einstellen lässt. Frequenzen von 7 Hz bis hoch auf satte 50 kHz gibt der Kopfhörer wieder – auch der Präsentation von DSD-Files steht hier nichts mehr im Wege. Die Impedanz beträgt 45 Ohm, ein abnehmbares 3,5 mm Kabel und ein symmetrisches 2,5 mm Kabel, 4-polig, sind im Lieferumfang enthalten. Absolut überzeugend – gerade für den Preis: Schon für knapp unter 150 EUR kann man den On-Ear-Hörer kaufen. 

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Anschlüsse inklusive balanced output

Die Zusammenarbeit mit dem XDP-30R funktioniert aus akustischer Perspektive erstklassig. Da macht sich bemerkbar, dass Pioneer im Hi-Res-Player auf besonders hochwertige doppelte SABRE ES9018C2M DACs setzt, die speziell für den mobilen Einsatz ausgelegt sind. Zwei SABRE ESS9601K Verstärker verdeutlichen ebenfalls Pioneers Streben nach erstklassiger Audio-Wiedergabe. Das symmetrische Kanal-Layout, der kraftvolle 32 Bit-DSP und nicht zuletzt das edle sowie robuste Aluminium-Gehäuse stellen, gerade für die Preisklasse, tadellose Ausgangsbedingungen sicher.

Im Detail sind weitere Optimierungen zu erwähnen. So die Upsampling-Betriebsarten (176,4 kHz/32-Bit und 192 kHz/32-Bit), die drei wählbaren digitalen Ausgangsfilter (Scharf/kurz/Langsam), das in sieben Schritten durchführbare Lock Range Adjustment (Weit/Normal/Eng) und der präzise, zehn Bänder umfassende EQ mit sechs Presets und drei individuell konfigurierbaren Presets. Zwei Clock-Generatoren (44,1/48 kHz) sorgen für exakten, klaren Klang. Der Gain ist überdies einstellbar (Low/Normal/High), damit der Hi-Res-Player problemlos mit unterschiedlichen Kopfhörern zusammenarbeiten kann.

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Bedienelemente und microSD-Karte

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microSD-Slots

Im Einzelnen unterstützt der XDP-30R folgende Formate: DSD (5,6/2,8 MHz), DSD-IFF, FLAC, ALAC, WAV, AIFF, MP3 und AAC (maximal 192 kHz-32-Bit). Dank der erweiterten Einsatzmöglichkeiten kann man den XDP-30R auch für das Hören von Online-Musikstreaming-Services einsetzen. Tidal und Tune In stehen bereit. 

Per zukünftigem Firmware-Update möchte Pioneer auch, wie beim Flaggschiff XDP-300R und beim XDP-100R, den MQA-Support ergänzen. Was verbirgt sich hinter MQA? MQA heißt „Master Quality Authenticated“ und bietet volle HiRes-Qualität mit einer effizienten Speichernutzung und ermöglicht überschaubare Übertragungsraten selbst für sehr hochwertige HiRes-Dateien. MQA stellt eine verlustfreie Komprimierung sicher,  statt der knapp 10 Mbit/s für 192/24 fallen nun lediglich 1 bis 1,5 MBit/s an, das ist in etwa bezüglich der benötigten Bandbreite vergleichbar mit einer CD. Somit wird echtes, verlustfreies HiRes Audio-Streaming mit  vergleichsweise niedrigen Bit-Raten möglich.

Wenden wir uns nach diesem Mini-Exkurs wieder dem XDP-30R zu. Er hat einen klar darstellenden, kratzresistenten Touchscreen, der es auf eine Auflösung von 320 x 240 Pixel bei 2,4 Inch Größe bringt. Der Player reagiert mit guter Sensibilität auf Touch-Bewegungen mit den Fingern. Er erweist sich als ungemein vielseitig, da auch ein Bluetooth-Modul verbaut ist, das von einem Dual-band (2,4/5 GHz) WLAN-Modul ergänzt wird. Der Player läuft im Übrigen unter Linux und nicht mehr unter Android. Natürlich kann man selbst Playlisten erstellen oder sich die gespeicherten Titel nach Album, Künstler oder Genre anzeigen lassen. Auch das Album-Cover kann der XDP-30R anzeigen.

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Zusätzliches Drehrad als Bedienelement

Der XDP-30R verfügt über 16 GB internen Speicher, extern ist er mittels MicroSD-Karten (2 Slots) um bis zu 400 GB  erweiterbar. Das reicht für jede Menge Dateien in bester Audioqualität. Die wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterie ermöglicht bis zu 15 Stunden ununterbrochene Wiedergabe. Der griffgünstig untergebrachte Lautstärke-Drehregler des sehr gut verarbeiteten Geräts und die seitlichen Knöpfe für Play/Pause, Skin und Scan stellen eine einfache Bedienung sicher. Für die komfortable Bedienung kann man fürs Control Playback mittels Smartphone auf die Pioneer DuoRemote-App setzen. 

Der XDP-30R kann mittels eines 3,5 mm Ausgangs mit dem Kopfhörer verbunden werden ober aber mittels eines symmetrischen 2,5 mm Ausgangs (unterstützt BTL und ACG als Betriebsarten). Folgende Kopfhörer-Impedanzen werden unterstützt: Balanced 32 bis 600 Ohm, unbalanced 16 bis 300 Ohm. Die Ausgangsleistung beziffert Pioneer mit 2 x 75 mW an 32 Ohm im Unbalanced-Mode, im Balanced-Mode sind es gar 2 x 110 mW. Der XDP-30 gibt Frequenzen zwischen 20 Hz und 80 kHz wieder. Er wiegt 120 Gramm und lässt sich auch dank der äußerst kompakten Abmessungen (63 mm Breite, 94 mm Höhe und 15 mm Tiefe) überall problemlos unterbringen. Neben den  bereits erwähnten Ausgängen findet sich noch ein Micro USB-Slot. Mittels der Pioneer X-DAP-Software kann man Musikdaten vom Windows PC auf den Player übertragen. 

Der Klang ist auch bei komplexen Musikstücken sehr differenziert, fundiert und über alle Maßen dynamisch. Beeindruckend ist, wie emotional die Pioneer-Kombination aufspielt und hier höchste Ansprüche zum fairen Kaufpreis erfüllt. Schließlich kosten Player und Kopfhörer zusammen knapp 550 EUR, das geht für die in den ersten Hör-Checks gezeigte Leistung und für die grandiose Ausstattung des XDP-30R mehr als in Ordnung. DSD bis zu 5,6 MHz und bis zu 192 kHz/32-Bit PCM kann man mit dem XDP-30R hören, und die hohe Detaillierung von Musikstücken in hoher Auflösung macht wahrhaftig viel Freude. 

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 22.05.2017




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