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Filmkritik: „Deadpool“

Als der ehemalige Soldat Wade Wilson (Ryan Reynolds) Krebs diagnostiziert bekommt, lässt er sich auf ein waghalsiges Gen-Experiment ein. Dieses setzt Kräfte in Wilson frei, die nicht nur den Krebs beseitigen sondern ihn gegen jede Verletzung immun machen. Doch äußerlich ist er vollkommen entstellt und traut sich nicht, zu seiner Freundin zurückzukehren, die Wilson bereits für tot hält. Er macht sich ein Ganzkörperkostüm und gibt sich mit „Deadpool“ einen neuen Namen. Und „Deadpool“ hat nur ein Ziel: Tödliche Rache an denjenigen auszuüben, die für seine körperlichen Qualen verantwortlich sind …

Nachdem die Marvel-Filme über etablierte Helden wie „Iron Man“, „Captain America“ oder „Thor“ inzwischen oft sehr ähnlich geworden sind und meist auf die kinderfreundliche große Show mit viel Action und Special Effects setzen,  gibt man inzwischen auch Antihelden wie den „Guardians of the Galaxy“ eine Chance. „Deadpool“ geht noch einen Schritt weiter und ist bereits frühzeitig als Erwachsenen-Film konzipiert worden, der sein R-Rating in den USA wie eine Auszeichnung trägt. Doch der oft recht makaber wirkende „Deadpool“ ist nicht nur  einfach härter, freizügiger und  in der Darstellung viel blutiger, als das, was man von Marvel gewohnt ist. 

Der Film wird auch ganz anders erzählt und weil die Zeitebenen ziemlich durcheinander geraten, erfährt der Zuschauer erst so langsam, worum es eigentlich genau gehen soll. Der Großteil der oft rotzig-frechen Dialoge kommt von Ryan Reynolds aus dem Off und immer wieder spricht er auch direkt den Zuschauer an. Im starken Kontrast zur Erbarmungslosigkeit gegenüber seinen Gegnern steht Deadpools große Liebe zu seiner Freundin Vanessa (Morena Baccarin) und diese romantische Seite des Films ist sehr ungewöhnlich für die doch bislang recht nerdigen Marvel-Filme.

So ganz auf die typischen Marvel-Elemente verzichtet auch „Deadpool“ nicht: Insider-Witze mit leichtem Seitenhieb aus dem Marvel-Universum dürfen ebenso wenig wie der Stan Leo-Cameo-Auftritt fehlen. Mit zwei neuen Figuren wird ausserdem eine kleine Brücke zu den „X-Men“ hergestellt. Und auch „Deadpool“ verzichtet nicht auf den großen Showdown, doch ansonsten ist der Film vor allem aus vielen kleinen Szenen aufgebaut und setzt auf ein hohes Erzähltempo. Insgesamt begnügt sich „Deadpool“ mit gerade einmal 109 Minuten Laufzeit und auch wenn das deutlich weniger als bei den vielen anderen oft überlangen Marvel-Filmen ist, kommt wenigstens in keiner Sekunde Langeweile auf.

„Deadpool“ läuft seit dem 11. Februar in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im Juni auf Blu-ray Disc & DVD.

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