TEST: Das Oppo A16s ist günstig – und auch seinen Preis wert?

An der 200-Euro-Schwelle müssen sich die Entwickler klar entscheiden, wo der Rotstift besonders stark angesetzt wird, denn Allrounder-Qualitäten sind in dieser Preisklasse nicht mehr wirklich machbar. Oppo entschied sich beim A16s für eine lange Rufbereitschaft. Ob das eine gute Entscheidung war, klärt unser Test.

Das Oppo A16s hat einen soliden optischen Auftritt, wenngleich der Waterdrop-Notch mittlerweile etwas antiquiert anmutet. Das Display ist komplett umrandet, füllt aber dennoch die Frontseite großzügig aus. Die Rückseite bringt Farbe ins Spiel, denn das Testgerät ist rückseitig in Hellblau gehalten. Das Gehäuse ist zwar präzise verarbeitet, allerdings besteht es komplett aus Hartplastik, was in dieser Preisklasse aber obligat ist. Ein Staub- und Wasserschutz liegt erwartungsgemäß ebenfalls nicht vor. Immerhin ragt aber das Kamera-Objektiv nicht zu weit hervor.

Rückseite

Spätestens wenn man sich mit dem Display beschäftigt, wird klar, dass starke Kompromisse unumgänglich waren, denn das 60-Hz-LC-Display löst mit nur 1.600 x 720 Pixel auf. Bei einer üppigen Größe von 6,52 Zoll ist die Pixeldichte gerade einmal 275 ppi. Die Schärfe ist entsprechend nicht optimal und die Farbwiedergabe etwas blass. Dafür punktet der Chinese aber zumindest durch die ordentlichen Helligkeit.

Triple-Kamera auf der Rückseite

Verbaut ist eine 13 Megapixel-Triple-Kamera, die bei Tageslicht durchweg vernünftige Fotos liefert. Das ändert sich jedoch schnell, sobald Schwachlicht einsetzt. Dann gelingt es der Kamera nur noch schwer, Szenerien gut auszuleuchten und die Schärfe nimmt rapide ab, was auch daran liegt, dass ein optischer Bildstabilisator fehlt. Immerhin leistet der LED-Blitz einen soliden Job bei stillen Motiven. Die Frontkamera knipst mit 8-Megapixel und ist zumindest für Tagesaufnahmen gut gerüstet. Videos werden nur bei 30 Bildern pro Sekunde in FullHD aufgenommen, was anno 2021 zu wenig ist. Die Ausstattung ist nicht luxuriös, aber insgesamt recht breit aufgestellt, eine Zeitlupen-Funktion gibt es allerdings nicht.

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Außenaufnahme

im dunklen Keller

Panorama

Abseits der Kamera ist die Ausstattung des Oppo A16s erwartungsgemäß eher sparsam. Schwach sind vor allem die Datenschnittstellen aufgestellt. Es gibt nur Zugriff auf das ältere n-WLAN und die LTE-Geschwindigkeit wird bereits bei 150 Mbit/s abgebremst. NFC ist aber immerhin an Bord. Löblich ist hingegen die 3-fach-Halterung für zwei SIM-Karten plus microSD und die Klinkenbuchse für Kopfhörer. Der interne Speicherplatz beträgt 64 GB, was nach heutigen Maßständen eher schmal bemessen ist, da ab Werk nur 49 GB zur freien Verfügung stehen.

Home-Screen

App Drawer

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Nutzer dürfen sich zwar über das aktuelle Android 11 freuen, doch ob ein weiteres Upgrade möglich ist, bleibt unklar. Ein langfristige Software-Unterstützung kann in dieser Preisklasse nicht unbedingt erwartet werden. Dafür stehen aber alle aktuelle Optionen und Personalisierungsmöglichkeiten zur Verfügung, inklusive einem App Drawer.

Insgesamt ist die Menüführung sehr klassisch und schlank gehalten, denn großartige Besonderheiten gibt es nicht. Praktisch ist aber die Screenshot-Aufnahme mit einem 3-Finger-Wisch. Für die Displayentsperrung gibt es die „Dreifaltigkeit“ aus PIN, Fingerkuppe und Gesichtserkennung. Das Sensorfeld ist auf der rechten Seite gut erreichbar und funktioniert flott und präzise. Da auch Gesichter zuverlässig erkannt werden, kann man dem Fernöstler zumindest in dieser Disziplin nichts Ankreiden.

Der Achtkerner Mediatek Helio G35 mit einer Taktung von 2.300 MHz und 4 GB Arbeitsspeicher tut sich im Praxistest merklich schwer. Alles geht ein wenig gemächlicher zu als man es von preisintensiveren Smartphones gewohnt ist. Andere Mobiltelefone sind in dieser Preisklasse flotter unterwegs. Für anspruchsvollere 3D-Games ist dieser Fernöstler daher nicht geeignet.

Ein anderes Bild zeigt sich beim Oppo A16s bei der Akkuleistung. Der Stromspender hat eine Kapazität von stattlichen 5.000 mAh, und das merkt man bei der Rufbereitschaft. Voll aufgeladen sind sechs volle Tage im Dauerbetrieb möglich, wenn man nicht täglich stundenlang im Netzt surft. Noch beeindruckender: Im Dauerstresstest sind es knapp 17,5 Stunden, bis das Smartphone seinen Geist aufgibt – das ist ein Rekordwert! Ein eher negativen Rekord gibt es allerding bei der Ladezeit. Das beigelegte Netzteil leistet gerade einmal 10 Watt und hat eine Typ-C-2.0-Buchse, weswegen eine Vollaufladung ca. 3,5 Stunden verschlingt. Das ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß.

Angesichts der niedrigen Preisklasse darf man bei der Akustik keine hohe Erwartungshaltung haben. Der Mono-Speaker bietet einen sehr flachen und blechernen Soundteppich, der bei höherer Lautstärke unsauber ist. Am besten daher nur bei gedrosselter Lautstärke Medien ansehen, denn sonst ist es anstrengend für die Ohren. Telefonieren gelingt klanglich so lala, aber immerhin gibt es keine störenden Nebengeräusche – unter dem Strich eine klar unterdurchschnittliche Vorstellung.

Oppo A16s

Fazit

Sicherlich darf man bei diesem schmalen Euro mit dem Smartphone nicht so hart ins Gericht gehen, aber diesem Funker fehlen, abgesehen von der guten bis sehr guten Akku-Performance, klare Kaufargumente.  Viele vergleichbare Geräte zum gleichen Preis bieten einfach mehr. Vor allem die träge Performance und die lahmen Datenschnittstellen sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Da auch die reine Schönwetter-Kamera enttäuscht, kann AreaDVD keine Kaufempfehlung aussprechen.

Abseits des Akkus leider an zu vielen Stellen gespart

23.01.2022

Test: Ulf Schneider
Datum: 23.01.2022

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