TEST: Auna 5.1-Receiver AMP-5100 – Schnäppchen mit kräftiger Endstufe für 145 EUR?

Auna AMP-5100 Front Seitlich1

Oft erreichen uns E-Mails unserer Leser, ob man auch gut damit fährt, wenn man mit relativ überschaubarem Budget eine Mehrkanal-Anlage zusammenstellt. Genau dies möchten wir nun anhand des Auna AMP-5100, in silberner Ausführung für 145 EUR erhältlich (und in schwarz für knapp 135 EUR, nochmals 10 EUR günstiger), überprüfen. Und eine Botschaft schicken wir gleich voraus – es handelt sich hier um ein reines PCM-Gerät. Die Lizenzgebühren für etwaige Dolby Digital- und dts-Decoder würden den extrem günstigen Preis gleich sprengen. Daher muss man einen Blu-ray-Player mit eingebautem Decoder besitzen, um Filmtonspuren entsprechend wiedergeben zu können. Dieser BD-Player wird dann – Heimkino-Experten werden sich an das Jahr 2000 zurückerinnern – mittels 5.1 Cinch mit dem 5.1 Externeingang des AMP-5100 verbunden.

Auna AMP-5100 Bedienelemente Front2

Bedienelemente auf der Front rechts

Digitale Anschlüsse am AMP-5100 sind Fehlanzeige, kein optischer oder koaxialer Digitaleingang und demnach auch kein HDMI. Auna sieht den AMP-5100, das deutet bereits die Produktbezeichnung an, auch eher als leistungsstarken und dabei preisgünstigen Mehrkanalverstärker, der sich weniger für kultivierte, differenzierte Anwendungen eignet sondern eher auch mal die deftige Privat-Party beschallt. Der rückseitige Lüfter meldet sich gleich, wenn man das Gerät anschaltet, mit gleichmäßigem, aber vernehmlichem Lauf zu Wort. Wer nun schon die Beschwerde-Taste drückt, sollte sich das gut überlegen: Wir reden über 145 EUR. Das darf man nie vergessen. Perfektion und „latest technology“ kann man dafür schlichtweg nicht erwarten. Als Impedanz gibt Auna 4 bis 16 Ohm an (Front), 8 bis 16 Ohm (Center + Rear). 

Auna AMP-5100 Display

Display und VU-Meter

Auna AMP-5100 Bedienelemente Front1

Standby-Knopf, Anschlüsse für 2 Mikrofone und 3,5 mm AUX-Input

Auna AMP-5100 Rueckseite Seitlich

Rückseite komplett

Der AMP-5100 sieht gut aus,  bringt auf der Front sogar 2 beleuchtete VU-Meter mit. Und, siehe da: Die Frontblende besteht aus Aluminium. Es ist kein Imitat, es fühlt sich echt und kühl an. Nicht besonders praktisch sind die beiden kleinen Tasten rechts auf der Frontblende, die für die Regelung der Lautstärke zuständig sind. Niemand weiß, warum Auna nicht, wie sonst üblich, einen großen Drehknopf installiert hat. Die gesamte Verarbeitung ist für den niedrigen Kaufpreis aber wirklich nicht schlecht und geht völlig in Ordnung.

 Was gibt es an Ausstattung? Nun, als Gesamtleistung gibt Auna 1.200 Watt an – Schwamm drüber. Wir werden nachher prüfen, ob genug Leistung für den Betrieb mit höherem Pegel zur Verfügung steht. Der Radiotuner hat 39 Senderspeicher, und es gibt einen EQ mit laut Auna „diversen DSP-Effekten“. Wer seinen Blick auf die kleine, mit Tasten recht gut gefüllte Fernbedienung schweifen lässt, sieht gleich, was an DSP-Modi an Bord ist: Church, Rock, Disco, Simulation, Ther (steht wohl für Theater), Hall und Stadion. Bässe und Höhen kann man auch selber einstellen. Natürlich kann man des Weiteren auf Wunsch alle DSPs deaktivieren.  Auch eine Loudness-Funktion findet sich auf der Fernbedienung. „Special Features“ für die Party sind ein regelbarer Mikrofon-Echo-Effekt und eine regelbare Mikrofon-Lautstärke. 

Im Inneren des AMP-5100 herrscht in weiten Teilen gähnende Leere. Während sich so mancher Mehrkanal-Receiver als innen komplett gefüllt präsentiert, ist beim AMP-5100 fast nichts drin. Das ist auch kein großes Wunder. Schließlich gibt es kein Decoderboard, kein HDMI-Board und keine Videosektion. Auch Netzwerk-Funktionalitäten fehlen. Das, was allerdings im Gehäuse zu finden ist, verdient durchaus Respekt.

Auna AMP-5100 Innenleben Gesamt

Übersichtlicher Aufbau innen

Auna AMP-5100 Innenleben1

Oh lala – sogar ein Ringkerntrafo für gute Stromlieferfähigkeit. Respekt! 

Auna AMP-5100 Innenleben3

Ordentliches Layout, bei der Verlegung der Kabel ist die Sorgfalt nicht die größte

Auna AMP-5100 Innenleben2

Im Detail

Was steht an Anschlüssen zur Verfügung? 

Auna AMP-5100 Anschluesse Rueckseite2

Cinch- Beschaltung 

Auna AMP-5100 Anschluesse Rueckseite1

Lautsprecher-Terminals

2 x Stereo-Cinch-Audio-Eingang, 1 x 5.1-Audio-Eingang, 2 x 6,3mm-Klinke-Mikrofon-Eingang (frontseitig), 1 x 3,5mm-Klinke-AUX-Eingang (frontseitig), 1 x Stereo-Cinch-Tuner-Ausgang, 5 x Satz Schraubklemmen zum Anschluss der Lautsprecher, 1 x Cinch-Ausgang zum Anschluss des Subwoofers – das geht für das von Auna vorgesehene Einsatz-Gebiet in Ordnung. 

Klang

Der FM-Tuner ist sogar zu gebrauchen. Der AMP-5100 kann aus dem Zweikanal-Signal auch 5.1 machen. RDS hat der AMP-5100 nicht, dafür ist der Klang besser als aufgrund des Mini-Kaufpreises erwartet. Recht satt und dynamisch agiert der Mehrkanal-Receiver, wenn aktuelle Club-Tracks angesagt sind. Wir checken, was an Pegel möglich ist: Für ein 145 EUR-Gerät kann man hier keinerlei Kritik üben, die beiden VU-Meter geben allerdings nur eine unvollständige Information über die abgerufene Leistung ab und sind eher als nette Spielerei zu verstehen. Wir hören daher lieber hin und stellen fest, dass es auch bei gehobenem Pegel kaum zu störenden größeren Verzerrungen kommt. Die Stimme der Radio-Sprecherin klingt relativ natürlich und zischelt nur leicht. 

Nun, da der Fokus beim AMP-5100 einfach auf nachdrücklicher Beschallung – laut Hersteller -liegen soll, haben wir unsere Maxi-CD aus den 90er Jahren mit DJ Quicksilvers Trance7Dance-Klassiker „I Have A Dream“ eingelegt und lassen dem Auna-Mehrkanal-Receiver freien Lauf (auch wenn er AMP-5100 heißt, so hat er schließlich einen Tuner an Bord, ist demnach ein Mehrkanal-Receiver, kein AV-Receiver, denn Video-Funktionen/Anschüsse gibt es nicht). Und höre da: Der günstige Receiver tobt los, als gäbe es kein Morgen mehr. Klar, der Klang ist nicht sonderlich detailreich oder transparent, aber Druck macht der AMP-5100 massiv. MMit großen Standboxen zusammenzuarbeiten, macht keinerlei Probleme. Vorsicht ist allerdings angeraten, wenn man bei schon hohem Grundpegel noch ein entsprechendes DSP-Programm wie z.B. das dumpf und basslastig klingende „Disco“ DSP aktiviert. Dann verzerrt alles stark, und das Klangbild ist kaum mehr erträglich. Daher dann am besten alle DSPs deaktivieren. Dann hört es sich auch mit hohem Pegel entspannt. Der harte Kickbass kommt bei „I Have A Dream“ und auch bei „Belissima“ immer knackig heraus. 

Decodiert vom Panasonic DMP-UB900, kommt am analogen Mehrkanaleingang des AMP-5100 der nachdrückliche Klang von den „Avengers“. Ab dem 14. Kapitel „Die Invasion beginnt“ haben wir zugehört. Und auch bei diesem Beispiel können wir nur sagen: Gute Performance, was die fünf eingebauten Endstufen zustande bringen. DSPs sollte man, dies sei am Rande erwähnt, auch hier deaktivieren. Es bringt nur Auflösungsverluste, und Verzerrungen gesellen sich zum sonst ausgewogenen Klang, wenn man die Programme verwendet. Zum Quellmaterial passt ohnehin keines der DSPs richtig. Die Szene bei Stark oben im Skyscraper, während des Dialoges zwischen Loki und dem „Iron Man“, nimmt in dem Moment, wo Stark aus dem geschlossenen Fenster fliegt, Fahrt auf. Die Luftgefechte mit den Aliens in ihren Fluggeräten kommen nachdrücklich zur Geltung, Explosionen haben enormen Nachdruck. Wer wirklich nicht viel an Ausstattung braucht, bekommt für knapp 145 EUR auf jeden Fall gute Endstufen, schon die 5-Kanal-Einheit allein rechtfertigt den Kaufpreis. Effekt haben eine tadellose Grobdynamik und verteilen sich räumlich dicht im Hörraum. Natürlich – enorme Detaillierung ist nicht die Stärke des AMP-5100, dafür aber gibt das Fünfkanal-Gerät richtig „Gas“ – und macht durchaus Freude. 

Fazit

Auna AMP-5100 Front Seitlich1

Sicherlich kann man für knapp 145 EUR kein High-End erwarten – von daher sollte man sich vor dem Kauf über das im Klaren sein, was im Bereich des Möglichen liegt. Nähert man sich dem AMP-5100 mit diesem Wissen im Hinterkopf, kann man absolut zufrieden sein, was Auna hier für kleines Geld serviert. Eine recht attraktive Optik, sogar mit echter Alu-Front, und eine erstaunlich leistungsfähige Endstufe – das ist mehr, als man eigentlich erwarten kann. Im Inneren finden wir sogar einen kleinen Ringkern-Transformator, das hätten wir bestimmt nicht erwarte. Auch, wenn es natürlich ein eher einfaches Bauteil ist, so erfüllt er doch seinen Zweck und liefert ordentlich Strom an, so dass man auch längere Zeit mit beachtlichem Pegel hören kann. Die bordinternen DSPs sollte man eher nicht einsetzen, und zwingend erforderlich ist ein Blu-ray-Player mit internem Decoder für Dolby Digital/dts sowie analogem Mehrkanalausgang. Die sehr einfache, etwas überladene Fernbedienung verwundert in Anbetracht des Kaufpreises nicht. Nett anzusehen sind die beleuchteten VU-Meter auf der Frontplatte. Digitale Anschlüsse oder Video-Ausstattungsmerkmale bietet der AMP-5100 nicht, dafür einen recht ordentlichen FM-Radio-Analogtuner. Insgesamt bekommt man für wenig Geld eine nachdrücklich antretende 5-Kanal-Endstufe, die noch mit ein Paar „Extras“ garniert wurde, so dass man den AMP-5100 am besten als Mehrkanal-Receiver bezeichnen könnte.

Für wenig Geld erhält man einen leistungsstarken Mehrkanal-Receiver mit tadelloser Dynamik
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Mehrkanal-Receiver Einsteigerklasse
Test 29. September 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 29. September 2016




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