PREVIEW: Dali Oberon-Serie: Oberon 7 Stand-LS und Oberon On-Wall plus SUB E-12F

Schon in der Redaktion eingetroffen: Dali Oberon On-Wall (249 EUR pro Stück) und Dali Oberon 7 (Standlautsprecher, 499 EUR pro Stück) - Mitglieder einer neuen Lautsprecher-Serie der Dänen, die im preislichen Einstiegssegment erstmals über Dalis eigene SMC-Magnetechnologie verfügen. Zusätzlich zu den Oberon On-Wall hat sich der hinlänglich bekannte und enorm hochwertige Dali SUB E-12 bei uns eingefunden, der eine 170 Watt-Endstufe nebst 300 mm Treiber mitbringt. In diesem Bericht folgen unsere ersten Impressionen der Oberon 7 und vom 2.1-Ensemble Oberon On-Wall plus SUB E-12F.

Oberon 7

Oberon On-Wall

SUB E-12F

Wie eingangs bereits erwähnt, verfügen die Oberon-Lautsprecher als erste Serie in der gehobenen Einsteigerklasse über die SMC-Technologie. Das Polstück der in den Oberon Tiefmitteltönern eingesetzten Magnetsysteme besteht aus einer Kombination aus Eisen und dem von Dali patentierten SMC-Magnetmaterial. Durch diese Materialien ist es möglich, die Verzerrungen dritter Ordnung massiv zu reduzieren, das wiederum führt zu entspanntem Langzeit-Hören: Die Mitten sind präzise, drängen sich dem Zuhörer aber nicht auf, zugleich ist das Detaillierungsvermögen laut Dali sehr ausgeprägt.

29 mm Hochtöner, hier bei der Oberon On-Wall

130 mm Tiefmitteltöner der Oberon On-Wall

Der gleiche Hochtöner arbeitet auch in der Oberon 7

Einer der beiden 180 mm Tiefmitteltöner bei der Oberon 7

Holzfaser-Membran im Detail

Ansonsten bringen die Oberon-Boxen die für Dali typische Holzfaser-Membran für die Tiefmitteltöner mit. Die Membranen bestehen aus einer Mischung aus einem durch die Beigabe von Holzfasern verstärkten, feinkörnigen Papierbrei. Klingt komisch, ergibt als Resultat aber eine besonders steife Struktur mit geringem Gewicht. Heißt: Hohe Belastbarkeit und ebenso hohe Impulstreue. In Kombination mit extrem verlustarmen Sicken und Zentrierspinnen können auch Klarheit und Detailreichtum überzeugen.

Logo auf dem strukturierten Stoff der Abdeckung bei der Oberon On-Wall

Die On-Wall ist nur 120 mm tief

Sockel der Oberon 7

Die Modelle der Oberon-Serie sind in vier verschiedenen Gehäuseausführungen erhältlich: Schwarz, Eiche Hell, Nussbaum sowie weiß. Da es gerade im Trend liegt, hat sich Dali besondere Mühe bei der Qualität der Frontbespannung gegeben: Die Gitter sind an den Rändern abgerundet und bringen einen sauber aufgezogenen, speziell strukturierten Stoff mit, der einen Hauch Noblesse in die Einsteigerklasse bringt. Die hellen Gehäusevarianten haben Gitter aus grau meliertem Stoff, die dunklen Gehäusevarianten, wie unsere schwarzen Test-Lautsprecher, kommen mit schwarzen Abdeckungen.

Sockel der Oberon 7 im Detail

Oberon 7: Terminals

Bassreflex-Öffnung bei der Oberon 7

Separate Schallwand bei der Oberon 7

Dali setzt bei der Oberon-Baureihe auf ein klassisches Gehäuse-Layout mit separater Schallwand, die exakt verbaut wurde. Die Folierung hinterlässt, typisch für die Dänen, einen guten Eindruck. Hinten sind die Gehäuseecken etwas spitz, Tribut an die Einsteigerklasse.

Oberon On-Wall: Detailverarbeitung

DALI: "Danish Audiophile Loudspeaker Industries", Firmenname ausführlich an der On-Wall

On-Wall  mit integrierter Wandhalterung

Oberon On-Wall: Terminals

Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind hochwertig, Bi-Wiring-Anschlüsse finden sich aber auch bei der Oberon 7 nicht. Hand aufs Herz: Man braucht sie in dieser Liga auch nicht zwingend.

Kurz einige Basisdaten zu Oberon 7 und Oberon On-Wall (beides 2-Wege-Bassreflex-Boxen mit 29 mm Hochtöner):

  • Großer Standlautsprecher Oberon 7, 499 EUR. 36 Hz bis 26 kHz, Empfindlichkeit 88,5 dB. 6 Ohm, 110 dB maximaler Schalldruck. Empfohlene Verstärkerleistung 30 bis 180 Watt. 2 x 17,78 cm Basstreiber. 1015x200x340mm. Gewicht: 14,8 kg.
  • Flacher Wandlautsprecher Oberon On-Wall, 249 EUR. 55 Hz bis 26 kHz, 87 dB Wirkungsgrad, 6 Ohm. 107 dB maximaler Schalldruck. Empfohlene Verstärkerleistung 25 bis 100 Watt. 1 x 13,35 cm Basstreiber. 385x245x120 mm. Gewicht 4,9 kg.

Nun stellt sich die Frage: Wie schlagen sich die Oberon 7 Standlautsprecher akustisch?

Wir starten mit "Sheep" (Alan Walker Relift) von LAY. Der harte Track im HipHop-Style liegt der Oberon 7 ungemein: Hart, satt, kraftvoll - die Basswiedergabe wäre selbst für eine Box mit einem Stückpreis von 700 bis 800 EUR noch exzellent. Ermüdungserscheinungen bei hohem Pegel? Keine! Die Oberon 7 kommt auch mit Wechseln bei Rythmus oder Effekten sehr gut zurecht, trennt alle Elemente inklusive der Vocals auch bei enormer Lautstärke noch sauber voneinander. Durch das hervorragende Volumen verbreitet die Oberon 7 auch im größeren Hörraum dichten, kraftvollen Sound. Das zeigt sich auch bei Calvos "Need U": Mit sattem Bass schiebt die Oberon 7 souverän an. Die Schnelligkeit aller Treiber führt zu einem äußerst dynamischen Klangbild, das zudem stets durch präzise Strukturen begeistert.

Oberon 7 mit kraftvoll-kultiviertem Klang

Komplett andere Tugenden sind bei "California Dreamin" in der Cover-Version von Diana Krall gefragt. Hier zählen vor allem Detailtreue, fein dosierte Räumlichkeit und die Bereitstellung einer hervorragenden vokalen Präsenz. All dies managt die Oberon 7 zuverlässig und in ausgezeichneter Qualität. Der homogene, kultivierte Klang, geprägt von einem soliden, nachdrücklichen Fundament, das aber nie übertrieben erscheint, qualifiziert die Box durchaus auch für die Aufnahme der Arbeit bei anspruchsvollen Anwendern. Das hören wir auch bei "Time To say Goodbye" von Andrea Bocelli und Sarah Brightman: Fein und natürlich erfolgt die Stimmwiedergabe bei Sarahs und bei Andreas Stimme, die Trennung vom instrumentalen Teil der Darbietung gelingt überragend. So erwachsen, so komplett, wie die Oberon 7 in den ersten Test-Reihen aufspielt, ist sie eine echte Bereicherung ihres Marktsegments.

Frage nun: Überzeugt auch die Kombination aus Oberon On-Wall und SUB E-12F? Wir starten wieder mit "Sheep" durch und hier spielt sich durch massiven, energiegeladenen Bass erstmal der SUB E-12F in den Vordergrund, der sich schon damals im Test sehr gut in Szene setzen konnte. Die Oberon On-Wall machen das, was Dali auch verspricht: Eine recht präzise, sich nicht in den Vordergrund schiebende, aber doch präsente Mitteltonwiedergabe und eine ordentliche Auflösung im Hochtonbereich.

Mit sehr guter Stimmwiedergabe überzeugt uns der flache Oberon On-Wall

So homogen wie die Oberon 7 klingt die 2.1 Kombination nicht, obwohl die akustische Harmonie für ein Satelliten-/Subwoofer-Ensemble beachtlich gut ist. Aber ein relativ großer Standlautsprecher ist hier meist noch überzeugender. Was uns beeindruckt: Wie gut die Bassqualitäten der Oberon 7 im Vergleich zur Kombination von On-Wall und E-12F sind. Bei Calvos "Need U" schiebt der E-12F wieder massiv an, während die auch bei großem Pegel überraschend souveränen Oberon On-Wall eine tadellose Integration der vokalen Elemente sicherstellen.

Diana Kralls Adaption von "California Dreamin" kommt mit einem sehr guten Feingefühl heraus. Wie gut die schlanken On-Wall Dianas Stimme herausarbeiten, wie klar und kultiviert die Wiedergabe ist, das ist wahrhaftig überraschend. Gerade einmal 249 EUR kostet eine Oberon On-Wall, dafür gibt es aus klanglicher Sicht einen tollen Gegenwert. Denn die On-Wall-Lautsprecher schaffen es auch, die Stimme gut von den Lautsprecher-Chassis zu lösen.

Homogen, klar, kraftvoll: Selbst das nur durchschnittliche Quellmaterial von Elton Johns "I'm Still Standing" behandelt das Dali 2.1-System äußerst erfolgreich: Eltons Stimme ist fast frei vom überspitzten Dröhnen, das wir, ebenso wie bei der E-Gitarre, gerade bei höheren Lautstärken schon bei vielen Boxen und Boxen-Kombinationen heraushörten. Wie gelassen und souverän das Dali-Ensemble hier agiert, verdient Respekt, zumal zwei Oberon On-Wall und der E-12F zusammen mit rund 1150 EUR beileibe nicht zu teuer bezahlt werden müssen.

Erstes Fazit

Noch eine weitere Lautsprecherserie von Dali, dachten wir uns zunächst. Wer braucht die noch? Es gibt Spektor, Zensor, dann Opticon, ist da überhaupt noch Platz für eine weitere Baureihe? Doch schon nach dem ersten Kennenlernen fällt das Urteil eindeutig aus: Ja, wir brauchen die Oberon-Boxen. Denn hier wird zum günstigen Preis ein "Rundum-Sorglos-Paket" angeboten, das seinesgleichen sucht. Kultiviert und detailreich, gleichzeitig pegelfest und kraftvoll: Die Oberon 7 verdient höchsten Respekt. Flach, schick, preiswert und akustisch homogen, sind auch die Oberon On-Wall eine Empfehlung Wert. Allerdings sollte man hier schon zusätzlich einen aktiven Subwoofer bereitstellen.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 25. September 2018

 

 

 

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