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Filmkritik: "Avatar - The Way of Water" - James Camerons 3D Kino-Revolution kehrt zurück

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2009 revolutionierte James Cameron mit seinem 3D-Abenteuer "Avatar" das Kino. Zumindest für eine kurze Zeit sah es so aus, als ob das gesamte Film & Heimkino-Erlebnis in Zukunft in 3D stattfinden würde. "Avatar" wurde zum erfolgreichsten Kino-Film aller Zeiten und spielte weltweit inklusive mehrerer Wiederaufführungen weltweit fast 3 Milliarden USD ein.

"Avatar" legte die Messlatte sehr hoch - und das nicht zuletzt für James Cameron selbst, der sich über ein Jahrzehnt Zeit für die Rückkehr nach Pandora nahm. Das Science Fiction/Fantasy-Abenteuer soll die erste von insgesamt vier "Avatar"-Fortsetzungen werden, die jetzt alle zwei Jahre bis 2028 geplant sind.

Der Film bietet wie der erste Teil eine sehr gute 3D-Optik in bunt-hellen Bildern mit viel Tiefe und Popouts auf Referenz-Niveau. Bei "Avatar - The Way of Water" ist viel mehr als bei den meisten heutigen Filmen im Kino zu sehen, mit wieviel Mühe der gesamte Aufbau des Bildinhalts für 3D optimiert wurde.

Neben 3D setzt Cameron bei "Avatar - The Way of Water" auch auf "High Frame Rate" und in einzelnen Kinos auch auf die Projektion in HDR. Während frühere "High Frame Rate"-Produktionen wie Peter Jacksons "Hobbit"-Trilogie konstant statt 24 Bildern pro Sekunde mit 48 Bildern pro Sekunde gezeigt wurden und die erhöhte Bewegtbildschärfe den von vielen Zuschauern kritisierten Nebeneffekt hatte, schon fast etwas zu realistisch auszusehen, ist sich Cameron des "Soap-Effekts" bewusst und setzt HFR bei "Avatar - The Way of Water" nur an einzelnen Stellen ein. Selbst in Kinos mit HFR-Projektion wird der Film zwar mit einem konstanten 48 fps-Video-Signal zugespielt aber in den Momenten, in denen die 24 fps-Optik bevorzugt wird, werden einfach 24 Frames doppelt angezeigt. 

"Avatar - The Way of Water" bietet von der Handlung keine großen Innovationen sondern erzählt im Wesentlichen die Geschichte des ersten "Avatar"-Films noch einmal in leicht veränderter Form. Die Na'vi haben zwar in "Avatar" eine Schlacht gewonnen, aber damit noch keinen wirklichen Sieg erzielt. Die Menschheit kündigt mit noch mehr Militäreinsatz die Rückkehr nach Pandora an, weil sie einen Ersatz für die heruntergekommene Erde benötigt und daher gnadenlos mit den Na'vi und insbesondere Jake Sully aufräumen will. Jake verlässt den Stamm der Na'vi und geht mit seiner Familie ins Asyl in eine Inselwelt, für deren Bewohner das Meer ebenso wie das Land ein Zuhause darstellt. Doch die Waldbewohner haben es nicht leicht, sich an das neue Umfeld zu gewöhnen und die vermeintliche Idylle herrscht auch nur für kurze Zeit, bis die "Sky People" das Versteck entdecken ....

James Cameron verwendet in "Avatar - The Way of Water" vor allem viel Zeit für die Alltagsprobleme der Familie Sully mit ihren inzwischen zahlreichen Kindern in der neuen Welt und vielen langen Aufnahmen, die den Fotorealismus der Motion Capture-Technik häufig mit viel Tiefsee-Esoterik verbindet. Die eigentlichen Helden gehen dem Zuschauer ziemlich schnell auf die Nerven und so platt, wie die meisten Bösewichte dargestellt werden, erinnert der Film an so manchen B-Movie aus der Zeit des Kalten Krieges in den 80er Jahren. Zu den wenigen Lichtgestalten gehört wieder Stephen Lang, der als mit modernster Technik wiederauferstandener Colonel Miles Quaritch in seiner gesamten Boshaftigkeit auch wieder eine Lässigkeit zur Schau stellt, die den meisten anderen Figuren fehlt. Zwischen den ganzen rührseligen Momenten bietet "Avatar - The Way of Water" aber auch eine Menge Action und auf dem Weg zum Showdown legt der Film deutlich an Tempo zu. Da zeigt "Avatar - The Way of Water" teilweise knallharte Fights und auch visuell wenig zimperliche Action, für die Cameron in den 80er Jahren sich vielleicht sogar eine Indizierung eingefangen hätte während die FSK in ihrer Freigabe-Entscheidung ab 12 Jahren betont: "Im Vordergrund steht grundsätzlich die Botschaft von Naturverbundenheit und harmonischem Miteinander."

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James Cameron lässt die Armada vom Planeten Erde mit noch mehr abgefahrenem Equipment zu Wasser und in der Luft als im ersten Teil aufmarschieren und die Art und Weise der Inszenierung erinnert oft an beste Momente aus früheren Cameron-Filmen wie "Terminator", "The Abyss", "Aliens" und "Titanic".

Optisch ist "Avatar - The Way of Water" nicht nur wegen der 3D-Effekte einer der besten Filme der letzten Jahre. Während sich viele Hollywood-Regisseure allzusehr in düsteren Bilderwelten verloren haben, zeigt Cameron eine knallbunte Farbenpracht mit plastischen Landschaften wie aus dem Reiseprospekt und schönen Lichteffekten in dunklen Momenten.

Zur Qualität der HFR-Optik können wir an dieser Stelle leider nichts sagen, da trotz vorheriger Ankündigung die HFR-Projektion im ausgewählten Kinosaal nicht zur Verfügung stand. Aber es drängt sich nach 193 Minuten auch nicht der Eindruck auf, etwas verpasst zu haben. Die ziemlich rasante Action zeigt auch mit normalen 24 fps kaum Bewegungsunschärfen. Störender ist eher der sehr selektive Einsatz von Schärfe, die zwar bei der Darstellung der Figuren meist sehr hoch ist, bei einzelnen digitalen Animationen und insbesondere bei Hintergründen ähnlich wie bereits in "Avatar" etwas weichgezeichnet wirkt.

"Avatar: The Way of Water" läuft seit dem 14.12.2022 in den deutschen Kinos. Mit dem Heimkino-Start und auch der Ultra HD Blu-ray-Veröffentlichung von "Avatar" ist im kommenden Frühjahr zu rechnen.


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