XXL-TEST: Dali KORE - der monumentale High-End-Lautsprecher aus Dänemark

Mit welchem Equipment haben wir die KORE getestet?

Dali Kore Nad M66 Front

NAD M66 Vorverstärker

Als Vorstufe agiert die NAD M66 (5.999 EUR) aus der Master Series. Das Flaggschiff bietet ein äußerst nobles Aluminium-Gehäuse, einen brillanten 7″-Touchscreen und einen besonders wertigem Lautstärkeregler, basierend auf einer Widerstands-Kaskadenschaltung. 

Dali Kore Nad M66 Logo Von Schraeg Oben

Feinste Verarbeitung bei der M66

An Bord sind beispielsweise Funktionen und Features wie BluOS-Streaming, Dirac Live Room Correction, Dirac Live Bass Control sowie vier unabhängige Subwoofer-Ausgänge. Hinzu kommen ein audiophiler DAC (ESS ES9038PRO), ein erstklassiger Phono MM/MC Vorverstärker und HDMI inklusive eARC. Zu erwähnen wäre noch NADs hochentwickelte"Dynamic Digital Headroom" (DDH) Schaltung.

Dali Kore Nad M66 Fernbedienung

Fernbedienung

Dali Kore Nad M66 Rueckseite

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Rückseite

Wird DDH mit einem Regler in der BluOS App aktiviert, eliminiert es digitale Intersample Peak Clipping-Verzerrungen, die bei der Digital-zu-Analog-Wandlung bei plötzlichen hochfrequenten Transienten vorkommen können. Die Pluspunkte sind besonders bei Perkussionsinstrumenten zu hören: Das Becken erscheint weniger plump und eird somit authentischer präsentiert; Rimshots werden als weniger harsch wahrgenommen und wirken intensiver.

Dali Kore Nad Elektronik Turm

4 x NAD M23

Dali Kore Nad M23 Endstufe

Äußerst potente, dynamisch aufspielende Endstufe

Als Endstufe fungiert in unserem Testaufbau viermal die NAD M23 (Stückpreis 3.999 EUR), eine Stereo-Endstufe mit 2 x 380 Watt Dauerleistung und zahlreichen innovativen Verstärkertechnologien: NADs Hybrid-Digitalschaltung und die Purifi Eigentakt-Technologie sind an Bord. Purifi Eigentakt steht für einen authentischen, sauberen Klang, was sich auch messtechnisch feststellen lässt: Äußerst geringe Intermodulationsverzerrungen über den gesamten Frequenzgang sowie ein sehr geringer Klirrfaktor von nur 0,0007 Prozent über die gesamte Leistungsbandbreite sprechen für sich. Ergänzend zu erwähnen wäre noch das extrem geringe Eigenrauschen. Zudem sind Purifi Eigentakt ausgestattete Verstärkereinheiten absolut unempfindlich in Bezug auf sich ändernde Lautsprecherlasten. Die Ausgangsimpedanz ist sehr niedrig, dies führt zu einem hohen Dämpfungsfaktor. In der Praxis beeindruckend ist die über alle Maßen kultivierte, kontrollierte und trotzdem druckvolle Basswiedergabe.

Klang

Dali Kore Aufbau Gesamt 2

Das Setup

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Nothing Else Matters, Version aus dem Film "Jungle Cruise"

Enorm ist gleich ab Beginn das Maß an hochpräziser Detaillierung. Zugleich notieren wir ein intensives, kultiviertes und räumlich sehr offenes Klangbild. Das Klavier wird mit der Anschlagdynamik meisterlich getroffen. Die zahlreichen dynamischen Sprünge werden mit höchster Impulstreue und grandiosem Nachdruck umgesetzt. Herausragend kommen sämtliche musikalischen Ebenen zur Geltung, mit exakt der richtigen Gewichtung.

Resonance, Boris Blank

Eigentlich wie geschaffen für Dolby Atmos, beweist die KORE, dass zwei große Highend-Boxen auch bei der Stereo-Wiedergabe eine unglaubliche räumliche Dichte und eine erstklassige Weitläufigkeit aus dem Titel herausholen können. Man geht, bildlich gesprochen, mitten hinein in den Track, ist von präzise und zugleich vehement angeordneten akustischen Elementen komplett umgeben. Der ganze Aufbau mit der ständig wechselnden dynamischen Ausprägung kommt absolut sauber heraus.

Till Tomorrow, Till Brönner, Yello

Der Bass begeistert durch massiven Nachdruck und eine mustergültig exakte Ausprägung gleichermaßen. Er beeindruckt ebenso durch Tiefgang und Volumen. Tills engagiertes Spiel an der Trompete erklingt frei, ungefiltert und direkt. Die zusätzlich vorhandenen Effekte gehen zu keinem Zeitpunkt unter, sondern werden hervorragend ins tonale Gesamtgefüge integriert .

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Ain‘t No Sunshine, Eva Cassidy

Die Instrumente ertönen ungemein plastisch, sodass sich das gesamte akustische Spektrum direkt vor dem Zuhörer aufbaut und ihn komplett umschließt und einschließt: Man befindet sich inmitten der Musik und genießt nicht nur die dichte Räumlichkeit, sondern auch jede noch so kleine Facette von Evas Stimme. Jedes einzelne klangliche Element befindet sich genau am richtigen Platz, und die feindynamische Ausprägung beim Klavier ist sensationell.

The Look Of Love, Diana Krall

Dieses von uns immer wieder gern genommene Stück von Diana Krall liegt der KORE absolut. Dianas rauchige, melancholische Stimme kommt so feinfühlig zum Ausdruck, wie wir sie bislang selten gehört haben. Die Instrumente gruppieren sich überragend um ihre vokale Präsenz und lassen keine einzelne, auch noch so kleine Kontur vermissen. Das Klavier überragt durch die von der Temperatur her nahezu perfekte Darstellung.

Skyfall, Bond Cover-Version, Adele

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Hier notieren wir sofort ab Beginn eine Wiedergabe, die für Gänsehaut beim Zuhörer sorgt, weil sich Adeles Stimme wirklich unmittelbar im Hörraum aufbaut. So hört man nicht nur zu, sondern nimmt sozusagen selbst teil an der Wiedergabe. Auch das Klavier wird als sehr lebendig und mitreißend wahrgenommen, sodass die gesamte Darbietung als atmosphärisch ungemein dicht zu bezeichnen ist.

For Your Eyes Only, Sheena Easton

Und noch einmal 007 - diesmal allerdings der Titelsong von "For Your Eyes Only" aus dem Beginn der 80er Jahre. Und was die KORE aus dem definitiv nicht perfekten Quellmaterial herausholt, ist Sonderklasse. Viel klar aufgebautesw Fundament, eine fein differenzierte, vom dynamischen Spektrum her breite Stimmwiedergabe - wir haben diesen Track schon sehr häufig gehört, aber kaum in einer derartig überragenden Qualität. Auch die sehr großzügig bemessene Räumlichkeit und die sehr gute Loslösung aller akustischen Elemente vom Lautsprecher haben uns voll abgeholt. 

Hotel California, 2013er Remaster, Eagles

Der Klassiker stellt keine Hürde für den Ausnahme-Lautsprecher dar, im Gegenteil. Mit einer enormen Leichtigkeit marschiert die KORE voran und sammelt fleißig alle musikalischen Details auf. Die präzise gezeichneten vokalen Konturen, die Herausarbeitung des gesamten Aufbaus und die hervorragende Stimm-/Instrumentaltrennung sorgen hier für einen hohen Erlebnisfaktor beim Hören. Wie gut, wie plastisch vor allem jede Aktion des Schlagzeugs präsentiert wird, das haben wir so fast noch nie gehört. 

Chris Isaak, Wicked Game

Die Wiedergabe ist gleichermaßen relaxed wie intensiv - eigentlich ein Widerspruch, aber die KORE beseitigt scheinbare Grenzen mit höchster Souveränität und Klarheit. Die Stimme wird in allen denkbaren Facetten exzellent getroffen und löst sich vortrefflich von den Lautsprechern. Wie wir es von der KORE gewöhnt sind, ist jede dynamische Differenz sicher und sofort präsent. Das tieffrequente Fundament ist stets präsent , schiebt sich aber nie dominant in den Vordergrund.

Nessun Dorma, aus Puccinis "Turandot", gesungen von Jonas Kaufmann

Das volle Spektrum von Jonas' Stimme wird mit Substanz und Brillanz dargestellt. Die herausragende vokale Staffelung jeder auch noch so großen oder kleinen Veränderung innerhalb der Darbietung des Startenors kommt unmittelbar und vielschichtig heraus. Das gilt auch für den mit sehr klaren Konturen versehenen Chorgesang.

Vier Jahreszeiten, Frühling, 1. Allegro, Antonio Vivaldi:

Wieder eine glänzende Vorstellung der KORE, die souverän das virtuose orchestrale Spiel in den Hörraum trägt. Der hochentwickelte Hochtöner bringt jede Einzelheit mit Finesse und Strahlkraft heraus. Sehr beeindruckend ist auch hier die spritzige, authentische Darbietung, die durchs exzellente Fundament zusätzlich begeistert. Die großen Basstreiber sind erstaunlich schnell und setzen alle Arten tieffrequenter Impulse sofort um. Der eigens neu für die KORE entwickelte Mitteltöner punktet voll - er gibt den Präsenztonbereich mit greifbaren, vollkommenen Strukturen wieder.

Imperial March, John Williams, Wiener Philharmoniker

Der Antritt direkt ab Beginn ist schier unglaublich! Wucht, Tiefgang, Volumen und Präzision gehen Hand in Hand. Die dynamischen Unterschiede arbeitet der XXL-Lautsprecher ein weiteres Mal überragend heraus. Der gesamte Aufbau des legendären Titels kommt kultiviert und zugleich mit Maßstäbe setzender Lebendigkeit heraus. Der KORE gelingt wie kaum einem zweiten uns bekannten Lautsprecher eine komplette, bis in die letzte Einzelheit vollständige, über alle Maßen fesselnde Präsentation.

Universal Nation, Push, Remastered Original Extended Mix

Kompletter Wechsel des Musikstils - hier nun trifft die KORE auf einen echten Trance-Klassiker - was sie mit höchstmöglicher Gelassenheit zur Kenntnis nimmt. Der Bass strotzt nur so vor Kraft, jede Kontur ist auch bei hohem Pegel präzise. Sämtliche elektronischen Effekte werden mit überragendem Nachdruck und höchst exakt in den Hörraum transportiert.

Sheep (Alan Walker Relift), LAY

Was für ein unfassbarer Tiefgang! Souverän und erhaben stellt die KORE diesen eigentlich recht einfach aufgebauten Track dar, der aber mit seinem massivem Bassbereich viele, auch hochwertige Komponenten maßlos überfordert. Begeistert sind wir auch von den vier NAD M23 Endstufen, die die KORE mit reichlich Leistung versorgen und zu keinem Zeitpunkt deplatziert wirken, obwohl die Preisklasse der KORE eigentlich nach brutal teuren Highend-Endstufen der Extraklasse zu schreien scheint. Schert aber die Leistungsträger des kanadischen Herstellers kein bisschen, hier wird eine absolut untadelige Performance offeriert.

Fazit

Dali Kore Einzeln Rechts

Ein Paar Lautsprecher für 90.000 EUR?

Ja, zugegebenermaßen sind 90.000 EUR richtig viel Geld. Geld, das nur ein sehr kleiner Kreis der HiFi-Fans zur Verfügung hat, um Musik in einer Qualität zu genießen, die auf einem Niveau liegt, das den meisten, auch solventen Zweikanal-Freunden verborgen bleiben wird. Wer aber zu den Glücklichen gehört, die, wie wir, die KORE zumondest einmal ausführlich hören konnten, entdeckt bei praktisch jedem Titel plötzlich Facetten und Details, die man zuvot schlichtweg nicht wahrgenommen hat. Natürlich, irgendwie muss der enorme Kaufpreis auch gerechtfertigt sein, aber die Kore erzielt diese Rechtfertigung nicht nur durch ihre fabelhafte Detaillierung, sondern vor allem auch durch ihre unerschütterliche Erhabenheit. Dieser Lautsprecher ist ein akustisches Statement, ein Bekenntis zum superben Klang, der bei jeder Einzelheit der Konzeption und Konstruktion der KORE herauskommt. Man hört mit dieser vorzüglich verarbeiteten und optisch zwar großen, aber zugleich enorm eleganten Box nicht nur, sondern man wird selbst Bestandteil der akustischen Darbietung. Man "versinkt" innerhalb kürzester Zeit in jeweiligen Titel, fühlt sich von sauber dosiertem, feinen, zugleich nachdrücklichen Sound umgeben. Das ist das Gefühl, das auch sehr erfahrene Hörer bei der KORE überwältigt. Diese unglaubliche Nähe zur Musik, dieses Eins-Sein mit den Lieblingstiteln. Alles, was außen, fernab der Wiedergabe, passiert, alles, an was man dachte - wie weggeblasen, ausgeblendet. Man lebt die Musik, man fühlt die Musik. Was nun für den ein oder anderen zu pathetisch oder überzogen klingen mag, kann man nur dann wirklich verstehen, wenn man diesen außergewöhnlichen Lautsprecher für zahlreiche Stunden selbst erlebt hat. Für uns in mehr als 25 Jahren Tätigkeit eines der absoluten Highlights, an das wir noch lange zurückdenken werden. 

Die KORE - ein dänisches Monument feinster Lautsprechertechnik für einen Klang der Superlative
Masterpiece 2024
Standlautsprecher Luxusklasse
Test 18. März 2025

 

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Redaktion: Philipp Kind
Datum: 18. März 2025

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