TEST: Sharp AQUOS 55FQ5EG - 55 Zoll 4K-Fernseher mit Top-Ausstattung für unter 700 Euro?
Fernbedienungen

Zwei Fernbedienungen im Lieferumfang, eine kleinere Smart-Remote und ein klassisches Exemplar - das ist perfekt

Smart-Remote
Bevor wir uns die Bildeinstellungen genauer ansehen, werfen wir einen Blick auf die beiden Fernbedienungen. Die kompaktere Smart Remote ist in typischem Layout gehalten und bringt Tasten zum Ein- und Ausschalten, für die Stummschaltung und dem direkten Zugriff auf z.B. die Schnelleinstellungen mit. Mittig ist ein Navigationskreuz integriert, darüber befindet sich die Mikrofon-Taste für den Google Assistant. Live-TV-Inhalte lassen sich ebenso wie der Google TV Homescreen direkt aufrufen, außerdem Netflix, prime video und YouTube. Die letzte Taste rechts unten kann mit einer favorisierten App belegt werden. Lautstärkeregelung und Kanalwahl sind, wie häufig, als Wipptasten ausgeführt.

Für jeden Einsatztweck die richtige Fernbedienung
Das Navigationskreuz hat ein wenig Spiel, davon abgesehen ist der Druckpunkt und das taktile Feedback aller anderen Tasten gut, die dank der Gummierung auch eine hohe Griffigkeit aufweisen. Die Fernbedienung ist aus Kunststoff gefertigt, die Oberfläche fasst sich aber gut an und ist strukturiert, vom Look her geschliffenem Alu ähnlich.

Große Fernbedienung
Gleiches gilt auch für die ausladendere Remote, die zusätzlich mit einer Zehnertastatur versehen ist. Außerdem mit weiteren Direktzugriffstasten, z.B. für die Quellenwahl. Dafür fehlt hier das integrierte Mikrofon. Für die Stromversorgung benötigen beide Fernbedienungen jeweils zwei AAA-Batterien.
Bildeinstellungen

Bildmodus und weitere Parameter

Überblick über die Bildmodi

Auswahl beim Menüpunkt "automatische Hintergrundbeleuchtung"

Weitere Bildeinstellungen

Hier kommen in den erweiterten Einstellungen noch zahlreiche Parameter hinzu

Farbtemperatur

Unter anderem findet sich auch eine Gammakorrektur

Bewegungsverstärkung

Einstellbarer Effekt der Bewegungsverstärkung

Feinabstimmung der Farbe

Farbton - Detaileinstellungen

Auch ein Weißabgleich steht bereit
Außerdem sind im Menü natürlich die Bild- und Toneinstellungen untergebracht. Für einen TV im eher günstigen Preisbereich bietet der Sharp 55FQ5EG üppige Einstellungsmöglichkeiten, was das Thema Bild betrifft. An Bildmodi stehen die Presets Komfort, Standard, Lebhaft, Sport, Film, Gaming und Eco zur Verfügung. Die Hintergrundbeleuchtung lässt sich in verschiedenen Intensitäten justieren und es findet sich der Punkt "Automatische Helligkeit": Der Sharp TV ist mit einem integrierten Helligkeitssensor ausgestattet und passt das Bild automatisch der Umgebungshelligkeit an. So wird auch Dolby Vision IQ vom 55FQ5EG unterstützt.
Es folgen typische Optionen für Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Farbton und Schärfe. In den erweiterten Einstellungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten der dynamischen Bildoptimierung sowie Rauschunterdrückung, auch der Blaulichtanteil lässt sich justieren. Selbst ein Farbmanagement und ein Weißabgleich mit 11 Punkten sind möglich. Gamma ist natürlich einstellbar. Die Zwischenbildberechnung für eine flüssige Bewegungsdarstellung versteckt sich im Punkt "Bewegungsverstärkung" und ist in den Intensitäten Aus, Niedrig, Mittel und Hoch verfügbar. Praktisch ist der Demo-Modus, bei dem man die Auswirkungen der Frame-Interpolation durch einen geteilten Bildschirm nachvollziehen kann.
Bildqualität in der Praxis

Überzeugt das Bild des AQUOS Smart-TVs?
UHD Blu-ray, Mord im Orient-Express, ab Filmbeginn
Basierend auf den vorhandenen Bild-Presets setzen wir auf den Modus "Film", der eine natürliche, dennoch intensive Farbgebung bietet. Beim Sharp TV kann man aber auch auf den Modus "Komfort" oder sogar "Standard" gehen. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten unterscheiden sich die Bildmodi nicht ganz so eklatant voneinander, selbst "Lebhaft" ist nicht extrem kühl und überzogen, wie man es sonst von dynamischen Presets her kennt, sondern bietet vorwiegend eine höhere Helligkeit. Der Modus Film hat den Vorteil, dass hier nahezu alle dynamischen Bildverbesserer bereits werkseitig deaktiviert sind. Wenn schon kein Filmmaker Modus integriert ist, löst man das eben so. Man muss ein wenig aufpassen mit Reflektionen. Das Display des 55FQ5EG ist zwar nicht verspiegelt, sondern matt, dennoch sollte man den Fernseher nicht unmittelbar neben ein Fenster stellen, zumindest bei Sonneneinstrahlung kämpft man dann mit, wenn auch diffusen, Spiegelungen. Das sollte man berücksichtigen, dann steht einer gelungenen Entertainment-Session wenig im Weg.
Grundsätzlich weist der Sharp Fernseher sehr solide Helligkeitswerte auf und schafft auch bei etwas Restlicht im Zimmer eine kontraststarke Darstellung. Man sollte jedoch mit seitlichen Sitzplätzen etwas vorsichtig sein und das Sofa lieber direkt oder mit nur geringer Abweichung vor dem Fernseher platzieren. Der Verlust an Farbintensität und Kontrast wird schnell sichtbar und sorgt dann für einen weniger intensiven Bildeindruck mit schwächeren Farben und geringerer Bildplastizität. Bei gutem Winkel aber erstaunt uns der AQUOS TV, der in dieser Preisklasse ein bemerkenswert dreidimensionales Abbild mit kräftigen, natürlichen Farben präsentiert. Hintere Bildebenen kommen sehr gut heraus und auch die Objekte im Bild wirken plastisch und authentisch. Der Schwarzwert ist natürlich nicht perfekt und verrät dann auch ein wenig die günstige Preisklasse, und LCD bleibt eben LCD. Es ist aber keinesfalls so, dass dies im Praxisbetrieb deutlich auffällt, lediglich einige Details in dunklen Bereichen gehen verloren und die schwarzen Balken bei der Cinemascope-Darstellung sind etwas aufgehellt. Sobald etwas Restlicht im Raum herrscht, fällt das natürlich nochmals weniger auf. Auch die Helligkeitsverteilung ist auf einem sehr guten Level, gerade für den günstigen Preis. Leichte Erhellungen in Randbereichen sind bei genauem Hinsehen erkennbar, eklatant störende Überstrahlungen von helle in dunkle Bereiche konnten wir aber nicht feststellen.
Das Bild, ohne "Bewegungsverstärkung", ist ruhig und angenehm. Zu den Stärken zählen neben der Farbwiedergabe und dem plastischen, kontraststarken Bild auch die 24p-Darstellung. Selbst bei der schwierigen Szene am Anfang, als die Kamera hinunter zur Klagemauer schwenkt, liefert der Sharp 55FQ5EG eine erstaunlich geschmeidige Abbildung. Die ein oder andere Kante bzw. Mauerfuge zittert ein wenig, aber das kennt man auch von teureren Konkurrenzmodellen kaum anders. Auch die vielen umherwuselnden Pilger stellen das Gerät vor keine Probleme. Die Kanten an Armen und Köpfen bleiben stabil, nur geringe Unschärfen fallen bei der Bewegung vereinzelt auf. Im folgenden Blu-ray Disc-Beispiel mit Upscaling von 1080p werden wir dann auch die Zwischenbildberechnung zuschalten.
Blu-ray Disc, Skyfall, 1080p-Upscaling
Der gute Eindruck des Sharp AQUOS TVs setzt sich auch bei erhöhtem Rechenaufwand für das Upscaling von FullHD-Material auf 4K nahtlos fort. Die erste Szene, in der 007 das nur schwach beleuchtete Appartement betritt, ist natürlich für den LCD-Fernseher keine leichte Aufgabe. Der Schwarzwert ist für den günstigen TV aber dennoch absolut in Ordnung und mit ein wenig Detailverlust in dunklen Bereichen muss man in dieser Kategorie schlichtweg leben. Das Bild wirkt dennoch zu keinem Zeitpunkt "langweilig" oder flach. Im Gegenteil, die Bilddynamik ist gut und es entsteht ein räumlich sauber durchzeichnetes, ansprechendes Bild mit natürlicher Farbgebung.
Auch die Detaillierung gefällt mit ausgeprägten Strukturen und Oberflächenmerkmalen an Bonds Gesicht und seinem Maßanzug. Das setzt sich auch insbesondere fort, als der Geheimagent das Appartement verlässt und sich auf die Verfolgungsjagd bei Tageslicht begibt. Hier präsentiert der Sharp TV ein kontrastreiches, farblich ebenso intensives wie natürliches Bild mit feiner Herausarbeitung von Details.
Bezüglich der 24p-Darstellung haben wir auch hier keinen Anlass zu Kritik. Auch als Motorräder und Autos durch das Bild fliegen, können wir kein ausgeprägtes Ruckeln oder unschönes Kantenzittern erkennen. 24p-Judder verschwindet natürlich nicht auf magische Weise, aber die schnellen Bewegungen werden sehr gut und ohne Zittern umgesetzt und auch die Kameraschwenks erfolgen geschmeidig. Jetzt schalten wir die Zwischenbildberechnung zu, belassen diese aber direkt in der Einstellung "Niedrig". Wer partout nicht mit der 24p-Wiedergabe leben kann, kann hierauf zurückgreifen und erhält ein immer noch weitgehend kino-gerechtes, authentisches Bild. Die höheren Einstellungswerte der "Bewegungsverstärkung" weisen dann keinen echten Film-Look mehr auf und tendieren zu stark zur Seifenoper-Optik. Auch in der niedrigen Einstellungen treten zudem Artefakte auf. Zitternde Objektkanten sind bei schnellen Bewegungen im Bild sichtbar und treten während der Verfolgungsjagd obligatorisch häufig auf. Wer die Frame Interpolation nicht benötigt, lässt sie links liegen und wird mit einer ausgezeichneten nativen 24p-Wiedergabe belohnt.
TV Tuner
Bei der Wiedergabe von linearen TV-Inhalten in 720p oder 1080i macht der Sharp Fernseher ebenfalls eine gute Figur und zeigt knackige Farben und ein meist ruhiges, angenehmes Bild. Auch hier fällt uns der erstaunlich gute Kontrastwert für einen LCD-Fernseher dieser Preisklasse auf. Der Sharp 55FQ5EG bietet ein räumlich gut strukturiertes Bild, in dem unterschiedliche Tiefenebenen gut herausgearbeitet werden. Das Bild wirkt dadurch plastisch und lebendig. Auch die Bewegungswiedergabe kann überzeugen, bei einer Dokumentation über Bienen wuseln zahlreiche der kleinen Drohnen im Bild herum, ohne dass man hier zitternde Kanten oder Nachzieheffekte erkennen kann. Die Detailschärfe ist nicht überdurchschnittlich stark ausgeprägt, aber absolut solide und Einzelheiten, z.B. in Gesichtern oder der Bekleidung von Darstellern oder auch am Fell von Tieren kommen gut heraus. Die Farben gelingen, wie bereits erwähnt, sehr sauber und natürlich. Auch Grüntöne, wie in der Tierdoku an verschiedenen Gräsern, Flechten und Bäumen erkennbar, werden nuanciert abgebildet. Rauschen im Bild kann man an der ein oder anderen Stelle nachvollziehen, störend ist es aber nie. Insgesamt ist das Tuner-Bild ausgewogen und für ein angenehmes Seherlebnis auch bei längeren TV-Abenden abgestimmt. Ohne künstliche Überschärfungen des geringer auflösenden Bildes gibt es keine markante Treppenstufenbildung, auch Schriften im Bild oder das Senderlogo gelingen sehr gut. Wer die Schärfe ein wenig anziehen möchte, kann hier auch von Film auf den Bildmodus Standard wechseln. Die Farben sind dann nicht mehr absolut originalgetreu, aber weit entfernt von einer überstrahlenden Darstellung mit deutlich zuviel Blau-Anteil. Dafür wirkt das Bild etwas knackiger, dynamischer.
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Tags: 4K Smart-TV • AQUOS • Fernseher • Quantum Dot-TV • Sharp • TV







