XXL-TEST: Dali Opticon 1 MK2 - dänische Ingenieurskunst trifft auf ein kompaktes, edles Gehäuse
Klangwertung


Kommen wir nun zu den klanglichen Eigenschaften der Dali Opticon 1 MK2. Für die Zuspielung unserer digitalen Signale verwenden wir den Cambridge Audio Netzwerkstreamer CXN 100 und für die Umsetzung der Signale den Yamaha R-N800A.
Wir beginnen unsere Klangwertung mit dem Titel "Blood In The Water" von Ayron Jones. Die zu Beginn des Songs erklingende Gitarre wird ausgezeichnet und grazil von den Dali Opticon 1 MK2 präsentiert. Als Ayron dann mit seiner feinfühligen Stimme einsteigt, sind wir sehr erstaunt, wie erstklassig sich diese von den Lautsprechern löst, und trotz unseres großen Hörraums wird ein raumfüllender Klang abgeliefert. Als der Titel dann an Geschwindigkeit und Facetten zunimmt, gelingt eine tadellose Differenzierung der zahlreichen akustischen Elemente.
Gefühlvoll geht es weiter in unserer Klangwertung. Wir haben uns für "Secret Garden" von Molly Parden & Tony Anderson entschieden. Der gefühlvolle Titel beginnt unter anderem mit einem Klavier sowie weiteren Instrumenten, welche von den Dali Lautsprechern realistisch und glaubwürdig umgesetzt werden. Ebenfalls liefern die kompakten Regallautsprecher eine für ihre Preisklasse schlichtweg fabelhafte Auflösung. Begeistern und zugleich berühren kann uns die Stimmcharakteristik von Molly Parden, sensibel sowie zart, und mit einer erstklassigen Differenzierung versehen, die wir bei dieser Baugröße nicht erwartet hätten. Selbst das verwendet Saxophon wird mit vielen Nuancen dargestellt, ohne dabei den Gesang oder die anderen Instrumente zu vernachlässigen.
Weiter geht es mit der Coverversion von "Stay" von Ghost zusammen mit Patrick Wilson. Die zu Beginn des Titel gefühlvolle Gesangseinlage von Frontmann Tobias Forge wird erneut mit viel Liebe zum Detail umgesetzt, mit all ihrer mystischen und gefühlvollen Präsenz. Auch bei diesem Titel lösen sich die vokalen Elemente hervorragend vom Lautsprecher und liefern uns eine breite Stereokulisse. Als der Titel dann etwas an Fahrt aufnimmt, ist ebenfalls wieder eine sehr gute Differenzierung geboten und die Schallwandler liefern einen soliden Bassbereich ab. Natürlich dürfen wir bei dieser kompakten Baugröße kein Bass- und Pegelmonster erwarten, aber die Performance ist für kleinere Hörräume vollkommen ausreichend. Nur sollte der Hörer etwas gefühlvoll mit der Lautstärkeregelung umgehen, da die Schallwandler bei höheren Lautstärken etwas harsch im Hochtonbereich werden. Als Forge und Wilson dann zusammen in den Titel eingreifen, werden die Facetten der beiden unterschiedlichen Stimmcharaktere präzise und gefühlvoll herausgearbeitet. Der dargebotene Tiefgang wirkt präzise und trocken, ohne dabei aber überladen zu agieren.
Bevor wir das Genre wechseln, lassen wir uns von den Dali Opticon 1 MK2 die Coverversion von "Last Resort" abbilden. Dieser Titel stammt eigentlich von Papa Roach, wir haben uns für die ausdrucksstarke und gefühlvolle Version von Falling in Reserve entschieden. Der Titel beginnt mit Bläsern, die aus dem Hintergrund agieren, sowie erste Vocals von Frontmann Ronnie Radke. Beides können die dänischen Schallwandler sauber ind realistisch in Szene setzen. Auch, als Ronnie dann das Klavier bedient, überzeugen die Schallwandler mit einer überragenden Genauigkeit. Und als Ronnie förmlich ins Mikro schreit, bleiben die verschiedenen Facetten des Titels erhalten und driften nicht ins Monotone ab. Die Performance im tieffrequenten Bereich ist ebenfalls sehr gut, kann aber aufgrund der Baugröße nicht die Pegel und den Tiefgang liefern, wie es eine deutlich größere Box ermöglichen kann. Noch eine Anmerkung. Unserer Meinung nach ist die Opticon 1 MK2 auch nicht primär für den Techno oder Hip-Hop-Hörer, sondern eher für den versierten Hörer differenzierter Musikstile, der größten Wert auf eine exzellente Auflösung legt - und das selbst in kleineren Räumen.
Nun möchten wir beim nächsten Titel wissen, wie sich die Dali-Lautsprecher bei elektronischen Klängen schlagen. Wir spielen der kompakte Opticon "Sweet Goodbye" von Robin Schulz zu. Der zu Beginn des Titels erklingende und bewusst mit Hall versetzte Gesang wird von den Dali Schallwandler hervorragend umgesetzt. Bereits nach wenigen Momenten nimmt der Teil dann an Fahrt auf und die Opticon 1 MK2 liefern uns einen sauberen und trockenen Bassbereich, der zu kleinster Zeit überladen oder unpräzise auf uns wirkt. Die elektronisch erzeugten Effekte besitzen ebenfalls klare Konturen und Strukturen und werden sauber herausgearbeitet, ohne dabei die Gesamtwiedergabe zu verfälschen.
Abschließen möchten wir uns Klangwertung mit "Lay Low" von Tiësto. Der zu Beginn des Titels hallende Gesang bzw. Choreinsatz wird gekonnt von den Dali- Lautsprechern umgesetzt und erklingt glaubhaft. Als die elektronisch verzerrte Stimme des männliches Part in den Titel dann mit einsteigt, wird diese facettenreich umgesetzt. Kombiniert wird das Ganze mit einem knackigen Bass. Wie wir bereits erwähnt haben, darf man bei dieser schlanken Box aber kein Wunder bei maximalem Pegel, beim Tiefgang und beim Nachdruck erwarten. Generell gelingt auch bei diesem Titel wieder eine grandiose Differenzierung der zahlreichen Effekte und vokalen Elemente.
Konkurrenzvergleich

- Technics SB-C600: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit Schallwandlern vom Traditionshersteller Technics. Im Test hatten wir den Technics SA-C600 CD-/Netzwerk-Receiver sowie die 2-Wege-Lautsprecher SB-C600. Die SB-C600 sind auch ohne Receiver für einen Paarpreis von mittlerweile 1099 EUR im Handel erhältlich und sind ausschließlich in einer schwarzen Farbvariante verfügbar. Für den aufgerufenen Kaufpreis empfinden wir das Finish sowie die Materialqualität der SB-C600 Lautsprecher als definitiv zu einfach. Es möchte sich einfach kein Gefühl von Hochwertigkeit einstellen, auch wenn es objektiv nichts an der Verarbeitung auszusetzen gibt, bis auf die etwas scharfen Gehäusekanten hinten. Technisch wurde ein gewisser konstruktiver Aufwand betrieben: Eine koaxiale 2-Wege-Einheit fungiert als Treiber, der Hochtöner (2,5 cm Kalotte) sitzt im Zentrum des Mitteltöners (15 cm Konustreiber). Mit einer Höhe von 293 mm, einer Breite von 173 mm und einer Tiefe von 283 mm sind die Lautsprecher ausgesprochen kompakt. 60 Watt Langzeit-Belastbarkeit und 120 Watt kurzzeitige Belastbarkeit stehen in den Datenblättern. Die Empfindlichkeit ist mit 83 dB (2,83V/m) für eine so kleine Box in Ordnung. Der Klang der kompakten Technics-Boxen ist klar und recht homogen. Beim Thema Räumlichkeit und Auflösung bieten die Dali Opticon 1 MK2 einen deutlichen Mehrwert.
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- Dali Opticon 2 MK2: Weiter geht es in unserem Konkurrenzvergleich mit der Dali Opticon 2 MK2. Diese sind, für mittlerweile 1.198 EUR ebenfalls in den Farbvarianten weiß matt, Esche schwarz sowie Tabakeiche im Handel erhältlich. Der technische Aufbau sowie die Gehäuse sind bei den beiden Opticon Lautsprecher identisch, die Opticon 2 MK2 verfügt allerdings über einen größeren Tiefmitteltöner und, aufgrund der Baugröße, auch über mehr Gehäusevolumen. Für den Hochtonbereich ist die 29 mm große Gewebekalotte zuständig, die in allen Opticon MK2 Modellen zum Einsatz kommt. Für den tieffrequenten Bereich ist der 165 mm messende Tiefmitteltöner verantwortlich, der über DALIs patentiertes SMC-Magnetsystem und die rötlich schimmernde Holzfasermembran verfügt. Der Korb des Treibers besteht aus Aluminiumdruckguss und ist besonders steif und resonanzarm. Das Magnetsystem der OPTICON 2 MK2 besteht aus einem großen Ferritringmagneten, der einen Polschuh umgibt, der vollständig aus dem DALI-SMC-Material gefertigt ist. Beim Thema Klang konnten uns die Opticon 2 MK2 gerade mit ihrer Feinfühligkeit bei der Stimmwiedergabe voll und ganz abholen. So liefert der neu entwickelte Hochtöner ein sehr breites und facettenreiches Bühnenbild bei Vocals, was viele Lautsprecher selbst teurerer Preisklassen definitiv nicht aufbieten können. Die Dali Opticon 1 MK2 sowie die Opticon 2 MK2 eignen sich besonders für erfahrene, versierte und anspruchsvolle Hörer, die sehr gern Klassik, Jazz oder auch Rockballaden hörten. Beim Thema Tiefgang liefert die Opticon 2 MK2 noch etwas mehr Basskraft, als die Opticon 1. Natürlich sind die beiden Opticon Modelle keine Pegel- und Tiefgang-"Monster", was aber auch nicht zur differenzierten Gesamtcharakteristik passen würde. Die Schallwandler liefern einen sehr guten Bassbereich ab, ohne dabei zu dick aufzutragen, und agieren stets mit untadeliger Präzision.

- HECO In Vita 3: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit der HECO In Vita 3. Diese sind für einen Paarpreis von 999 EUR in den Farbvarianten weiß oder schwarz Hochglanz, mit matten Elementen kombiniert, im Handel erhältlich. Die äußerst stabil wirkende Gehäuse sind tadellos verarbeitet und die magnetisch haftenden Abdeckungen gehören zum Besten, was wir bislang bei Lautsprechern dieser Preisliga finden konnten: Die sichtbare Transparenz mit den dahinter schimmernden Membranen, umgeben von edlem Aluminium - das hat was. Auf der Rückseite befinden sich erstklassige Lautsprecherkabel-Terminals, wahlweise mit der Option, den Hochtonbereich um 2 dB anzuheben, die auf einer hochwertigen Platte arrangiert sind. Die Chassis-Bestückung umfasst einen Fluktus-Hochtöner mit Seiden-Compound-Kalotte, Computer-optimierter Mehrwellen-Frontplatte aus Aluminium und einem daraus resultierenden breiten, dennoch präzisen Abstrahlverhalten. Dadurch, dass der Hochtöner bis hinauf auf 43 kHz spielt, kann man auch modernes Hi-Res-Audio-Material bedenkenlos zuspielen. Der 170 mm messende Tiefmitteltöner mit Aluminium-Druckguss-Korb hat eine für Heco typische Kraftpapier-Membran, die einerseits leicht, andererseits hoch belastbar ist. Im Bassbereich spielt der Schallwandler bis auf 30 Hz herunter. Die Bassreflex-Öffnungen der Boxen sind strömungsoptimiert, was man auch in den Testreihen bemerkt, da es praktisch keine störenden Strömungsgeräusche gibt. Der Zweiwege-Bassreflex-Lautsprecher bietet einen Wirkungsgrad von 90 dB, eine Impedanz von 4 bis 8 Ohm und eine Belastbarkeit von 90 Watt (RMS) beziehungsweise 160 Watt (maximal). Klanglich trifft die In Vita 3 mit ihrem einerseits feinfühligen, andererseits auch dynamisch-kraftvollen Antritt den Geschmack vieler Hörer.
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Tags: Dali • Hifi-Lautsprecher • Lautsprecher • Opticon • Regallautsprecher • Stereo






