Kein Ultra HD-Sender von ARD, ZDF & ARTE bis 2028

ARD und ZDF planen weiterhin keine eigenen TV-Sender in Ultra HD. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten 24. Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hervor, in dem die Öffentlich-Rechtlichen Sender ihren Finanzbedarf für den Zeitraum von 2025 bis 2028 angemeldet haben und von der KEF eine Anhebung des monatlichen Rundfunkbeitrags um 58 Cent auf 18,94 EUR empfohlen wird. Derzeit sind die Sendeanstalten noch mit der Beendigung des Simulcast in SD und HD via Satellit beschäftigt ohne dessen Ende die KEF kaum Finanzmittel für einen eigenen 4K-Sender freigeben dürfte. Im KEF-Bericht bestätigen sowohl ARD als auch ZDF das Ende der SD-Ausstrahlung spätestens bis 2028 wobei diese lediglich von der ARD konkret für den Januar 2025 angekündigt wurde:
ARD
Die Anmeldung der ARD enthält für die kommende Beitragsperiode 2025 bis 2028 für die Satelliten- verbreitung ihrer Fernsehprogramme nur noch Kosten für die Qualitätsstufe HD; die SD-Verbreitung über Satellit wird stufenweise reduziert. Anfang Januar 2025 wird die Verbreitung der letzten verbleibenden SD-Programme eingestellt. Ab diesem Zeitpunkt ist die simultane Programmverbreitung der ARD-Programme über Satellit beendet. Damit wird die Forderung der Kommission zur Einstellung des Simulcast SD/HD erfüllt. Die Ausstrahlung von Programmen in der Qualitätsstufe UHD ist derzeit nicht vorgesehen.
ZDF
Das ZDF wird die Ausstrahlung von Programmen in der Qualitätsstufe SD über Satellit in der kommenden Beitragsperiode beenden. Damit wird die Forderung der Kommission zur Einstellung des Simulcast SD/HD erfüllt. Die Ausstrahlung von Programmen in der Qualitätsstufe UHD ist derzeit nicht vorgesehen.
Die TV-Programme von ARD und ZDF werden derzeit via Satellit nur mit einer Auflösung von 720p verbreitet und sind somit qualitativ schon lange nich mehr auf der Höhe der Zeit. Lediglich via DVB-T2 HD werden die Sender mit 1080p ausgestrahlt wobei auch hier immer noch ein großer Teil des Programms lediglich von 720p hochskaliert wird.
ARTE war bereits in der Vergangenheit wesentlich ambitionierter in Sachen Ultra HD. Während der deutsch-französische Kultursender in der Vergangenheit sogar bereits den Start eines Ultra HD-Senders ab 2024 in Aussicht gestellt und dafür auch Finanzmittel angefordert hatte, nimmt man jetzt von diesen Plänen wieder Abstand:
Entgegen früheren Annahmen plant ARTE Deutschland für die Periode 2025 bis 2028 keine lineare Verbreitung von Programm in UHD-Qualität. Als Gründe hierfür werden die noch fehlende technische Infrastruktur sowie voraussichtlich hohe Kosten aufgeführt.
Immerhin will ARTE aber das 4K-Angebot auf Abruf erweitern und meldet dafür einen höheren Finanzbedarf an:
So sollen künftig in der sog. UHD-Corner verstärkt Inhalte in UHD-Qualität angeboten werden. Damit einhergehende steigende Frameraten sowie zusätzliche Audiospuren für die Barrierefreiheit (Audiodeskription, „Klare Sprache“ etc.) führen zu steigenden Datenvolumen und damit zu steigenden Kosten.
Allerdings ist ARTE Frankreich in Sachen Ultra HD weiterhin einen Schritt voraus. Während in der offziellen FAQ von ARTE Deutschland betont wird, dass eine systematische Ausstrahlung in UHD TV derzeit nicht geplant sei gibt es von ARTE Frankreich den Hinweis "ARTE plant UHD-Ausstrahlungen in Frankreich ab 2024".
Im westlichen Nachbarland gibt es derzeit eine ganz andere Dynamik für Ultra HD als in Deutschland: In Frankreich ist bereits seit kurzem France 2 UHD auf Sendung und France 3 UHD soll im Sommer zu den Olympischen Spielen folgen.
Von RTL und ProSiebenSat.1 gibt es bereits seit einiger Zeit eigene Ultra HD-Sender auf denen auch regelmäßig verschiedene Sendungen in nativem 4K gezeigt werden. Diese sind aber wie die meisten privaten HD-Programme verschlüsselt und z.B. bei HD+ gegen Aufpreis empfangbar.
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