XXL-Test: Marantz Model 60n - umfangreich ausgestatteter Zweikanal-Netzwerkreceiver im ästhetischen Design
Klang

Dali Rubikore 8
In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir nun auf die klanglichen Eigenschaften des Marantz Model 60n genauer eingehen. Nach einigen Hörversuchen haben wir uns für die Dali RUBIKORE 8 als passendes Ausgabeorgan entschieden.
Wir starten unsere Klangwertung mit einem sehr facettenreichen Stück und verwenden die Jungle Cruise-Version des Metallica-Klassikers "Nothing Else Matters" derzeit sehr beliebt bei uns. Der Titel bietet viele Wechsel in der Dynamik sowie eine hohe atmosphärischen Dichte. Mit einem ausgezeichneten Gefühl und einen tollen Stereopanorama liefert der Marantz Model 60n eine grandiose Symbiose aus erstklassiger Auflösung und kraftvoller Dynamik. Das Gefühl, das die klassischen Instrumente erzeugen, kann der Model 60n hervorragend transportieren. Auch der leichte und feinfühlige Chorgesang wird differenziert und glaubhaft dargestellt. Mit viel Fingerspitzengefühl werden auch die tieferen Passagen des Titels umgesetzt, ohne dabei überladen oder unpräzise zu agieren.
Weiter geht es mit der Wiedergabe von "Under Your Scars" von Godsmack - eine uns bestens bekannte Formation, die wir im April in Leipzig sogar live erleben dürfen. Der feinfühlige Titel handelt von Liebe, Verletzlichkeit und Akzeptanz in einer Beziehung und transportiert ein klare Message, den Partner so anzunehmen, wie er ist, mit all seinen Fehlern und Verletzungen. Der Titel startet mit einem Klavier, welches von Godsmack-Frontmann Sully Erna bedient wird, und kurz darauf schließt sich eine Violine an. Die beiden Instrumente werden mit einer hervorragenden Klarheit und mit akkurat gezogenen Konturen präsentiert. Als Sully dann mit seiner charismatischen Stimme in den Titel einsteigt, wird diese auf den Punkt getroffen und gefühlvoll umgesetzt. Als Sully dann allerdings zur Kopfstimme übergeht, bleibt die Darbietung klar, wirkt aber im Zusammenspiel mit den Instrumenten etwas nüchtern. Die tieffrequenten Signale werden von unser Marantz/Dali Kombo erneut hervorragend umgesetzt.
Deutlich härter und aggressiver wird es beim nächsten Klangbeispiel. Wir haben uns dafür "Prey" von der australischen Metalcore Band Parkway Drive ausgesucht. Der Titel explodiert bereits nach wenigen Momenten mit schnellen E-Gitarren sowie harten Drums. Diese Facetten meistert der Model 60n sehr gut, kann aber bei höheren Lautstärkepegeln etwas zu fordernd und aufdringlich wirken. Ehrlicherweise müssen wir allerdings bestätigen, das diese Genre sehr wenigen Devices liegt. Die Vocals von Winston McCall, Frontmann der Band, löst sich, das ist wieder ein dicker Pluspunkt, sehr gut von den Schallwandlern und kann durch die charismatische Wiedergabe überzeugen.
Wir wechseln das Genre und starten die DJ Klaas-Coverversion des Klassikers "Silence". Der Titel startet mit einer elektrischen verzerrten Damenstimme, welche sehr detailreich und mit einer hervorragenden virtuellen Räumlichkeit präsentiert wird. Bereits nach wenigen Momenten starten die harten und schnellen Basspassagen. Das tieffrequenten Elemente wirken straff, kraftvoll, präzise und werden punktgenau getroffen. Die verwendeten Synthesizer präsentiert der Model 60n ebenfalls facettenreichund erstaunlicherweise werden diese Passagen weder schrill noch zu fordernd dargeboten. Eine klare Differenzierung der musikalischen Elemente klappt hervorragend.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Whatever" von Kygo feat. Ava Max. Der Titel startet sofort mit Vocals von Ava, welche erstklassig - transparent und authentisch - dargestellt werden. Unterstützt wird die Stimme von einem Bassfundament, das kräftig und zugleich präzise umgesetzt wird. Als nach wenigen Momenten die vokalen Elemente in Form von mehrstimmigen Gesang zunehmen, gelingt eine hervorragende Differenzierung, die bei höheren Lautstärkepegel etwas fordernd wird - man kann aber trotzdem noch gut hören. Als der Titel dann weiter an Dynamik gewinnt, kann der Model 60n die verschiedenen Stimmfarben exakt abbilden und das verwendete Saxophon wird sorgfältig dargestellt. Der Bass ist auch bei den schnelleren Passagen exakt und kraftvoll.
Konkurrenzvergleich

- Yamaha R-N1000A: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit dem Yamaha R-N1000A Netzwerkreceiver, der in den Farbvarianten Silber oder Schwarz für eine UVP von 1.469 EUR im Handel erhältlich ist. Die Technik des R-N1000A beruht auf dem HiFi-Designkonzept ToP-ART (Total Purity Audio Reproduction Technology) von Yamaha, das durch zahlreiche konstruktive Maßnahmen den kürzestmöglichen Signalweg garantiert und potentielle Störfaktoren, den den Klang negativ beeinflussen, weitgehend eliminiert. Durch die Integration der MusicCast Plattform, ist hochwertiges Musik-Streaming mit dem Receiver möglich. Der R-N1000A kann ebenfalls in ein Multiroom-Setup eingebunden werden und/oder als Teil eines Mehrkanal/Surround-Set agieren. Kompatibel ist MusicCast auch zu zahlreichen Streamingdiensten (Napster, Spotify, Qobuz, Tidal Connect, Deezer, Amazon Music). Zudem sind AirPlay2, Bluetooth in der Version 4.2 sowie ein DAB+ Tuner integriert. Ebenfalls an Bord ist die von Yamaha entwickelte YPAO-Kalibrierungsautomatik. YPAO umfasst einen hochwertigen Equalizer, der eine extrem präzise Entzerrung mit einer Genauigkeit von bis zu 192 kHz/64-Bit Audioauflösung durchführt. YPAO R.S.C. (Reflected Sound Control) steuert die frühen Reflexionsgeräusche und passt die Klangwiedergabe im Raum je nach Wandmaterial und Lautsprecheraufstellung automatisch an und optimiert diese. Die Verarbeitungsqualität ist in Anbetracht der Preisklasse als sehr sauber zu bezeichnen. Lediglich die Kunststoff-Drehregler, die sich auf der Frontplatte des Receivers befinden, haben bei unserem Testsample eine deutliche Unwucht aufgezeigt. In unserer Klangwertung konnte der Yamaha Netzwerk-Receiver mit einer ausgezeichneten Umsetzung auch von anspruchsvollen vokalen Strukturen überzeugen. Zudem wurden die Tieftöner unser Dali Rubikore 8 tatkräftig bedient und lieferten eine ausgezeichnete Bassperformance. Bei schnellen und harten E-Gitarren, wurde der Hochtonbereich bei höheren Lautstärkepegel, leicht aggressiv und harsch.

- Technics SU-GX70: Weiter geht es mit dem SU-GX70 aus dem Hause Technics. Dieser ist Bestandteil der "Grand Class" Baureihe und wird mittlerweile für einen Kaufpreis von 1.499 EUR gehandelt. Wie man es von Technics kennt, verfügt der SU-GX70 über eine Vielzahl an hauseigenen Technologien. Er ist mit der komplett digitalen, proprietären Verstärkertechnologie ausgestattet, die uns bereits in zahlreichen Produkten überzeugen konnte, so z.B. im SA-C600. Hierbei erfolgt eine komplett digitale Signalverarbeitung vom Eingang bis zu den Endstufen. Keine Anfälligkeit störendem Rauschen gegenüber und daraus resultierend eine enorme Präzision bei der Signalübertragung - das ist ein großer Vorzug dieser Verarbeitungstechnik. Technics spricht von der JENO-Engine (Jitter-Eliminierung und Noise-Shaping-Optimierung). Eine JENO-Engine kommt auch im HDMI ARC-Schaltkreis zum Einsatz, auch hier kann Jitter effektiv reduziert werden. Ein weiteres Feature ist LAPC, hier geht es um die optimalen Zusammenarbeit zwischen Verstärker und Lautsprechern, und zwar unabhängig vom Impedanzverlauf. Weiteres Kennzeichen des SU-GX70 ist das doppelt ausgeführte Netzteil. Laut Technics ist das Netzteil eine besonders kritische Komponente in Audiogeräten und hier im Speziellen bei Vollverstärkern. Denn bei einem Vollverstärker müssen sogenannte "Kleinsignalgruppen" ebenso leistungsfähig versorgt werden wie die Endstufen. Damit man stets sauberen, reinen Strom erhält und es nicht zu unschönen gegenseitigen Beeinflussungen kommt, verwendet Technics bei unserem Testkandidaten ein eigenes Netzteil für die Endstufensektion - dieses wurde bewusst komplett vom Rest entkoppelt. Umfangreich fallen auch die modernen Netzwerk-, Anschluss- und Entertainmentfunktionen aus. Der SU-GX70 besitzt alles, vom klassischen FM-Radiotuner über einen DAB/DAB+ Radiotuner über analoge Eingänge (2x), Phono MM (1x), Digital optisch (2x), HDMI-ARC (1x), Koaxial-Digital (1x) und USB-A (1x) sowie USB-B (1x). Hinzu kommt ein analoger Pre-Out (1x). Des weiteren zur Verfügung steht ein 6,3mm Kopfhörerausgang. Kompatibel ist der SU-GX70 unter anderem zu Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music und Apple AirPlay 2. Vorhanden sind ein WLAN- und ein Bluetooth-Modul, Chromecast built-in, eine Internet-Radio-Plattform sowie die Kompatibilität zu MQA. Der SU-GX70 bringt es an 4 Ohm (1 kHz, Klirrfaktor 1,0 %, 20 kHz LPF auf 2 x 80 Watt. Unter sonst identischen Bedingungen sind es 2 x 40 Watt an 8 Ohm. Der SU-GX70 überzeugte mit hochwertiger Verarbeitung, praktischer Handhabung, tadelloser App und exzellenter Netzwerk-/Multimedia-Ausstattung. Auch die Anschlusssektion erwies sich als außerordentlich praxisgerecht. Klanglich punktet der SU-GX70 mit einem klar strukturierten, kultivierten, homogenen Klang bei nahezu jedem Musikstik. Er agiert auch bei gehobenem Pegel noch gut und beeindruckt durch die natürliche Räumlichkeit. Erst, wenn es richtig laut wird, merkt man, dass die Endstufenleistung doch begrenzt ist.

- NAD C 399: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem NAD C399. Der innovativ ausgestattete NAD Stereovollverstärker C399 mit BluOS-Streamingmodul und modularem Aufbau ist ausschließlich in der von uns getesteten dunklen Farbvariante zum Kaufpreis von 2.199 EUR im Handel erhältlich. Besonderer Clou des Vollverstärker ist, dass er mit der aktuellen Generation der Modular Design Construction (MDC) Technologie von NAD ausgestattet ist. Dieses nun MDC2 bezeichnete System ermöglicht es, den Verstärker mit Hilfe rückseitig integrierter Steckplätze mit optionalen Modulen zu versehen, die den Funktionsumfang des Geräts beispielsweise um hochauflösendes BluOS Multiroom Musik-Streaming und die Dirac Live Raumkorrektur erweitern. Das BluOS/Dirac MDC2 Modul steht für einen Aufpreis von 499 EUR zur Disposition. Der C399 setzt auf HybridDigital nCore Endstufen, die hocheffizient und enorm leistungsstark sind. Sie mobilisieren eine Dauerausgangsleistung von 2 x 180 Watt und erreichen Impuls-Leistungsspitzen von bis zu 500 Watt an 2 Ω. Die großen Vorteile dieser Verstärkertechnolgie sind ein extrem gleichmäßiger Frequenzgang, ein sauberes Clipping-Verhalten, eine hohe Stromlieferfähigkeit und eine ausgezeichnete Stabilität bei anspruchsvollen niederohmigen Lautsprecherlasten. Rauschen und Verzerrungen bleiben unter allen Betriebsbedingungen gering, weshalb der C399 bei allen Lautstärken stets besonders neutral, dynamisch, detailreich und räumlich aufspielt, wovon wir uns in unserer Klangwertung überzeugen konnten. Aus der Masters-Serie von NAD wurde ebenfalls der hochauflösende D/A-Wandler vom Typ ESS Sabre 9028 übernommen. Das Bauteil bietet einen großen Dynamikbereich, extrem niedriges Rauschen sowie geringe Verzerrungen. Die Verarbeitungsqualität des Stereovollverstärkers möchten wir als überragend einstufen, unsaubere oder scharfe Übergänge können wir bei unseren Testdevice nicht feststellen. Der Stereovollverstärker verfügt über zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge sowie erfreulicherweise auch über einen HDMI eARC-Anschluss für die Wiedergabe der Audiosignale eines angeschlossenen Smart-TVs. Analog-Fans kommen mit zwei Cinch-Hochpegeleingängen und einer hochwertigen Phonostufe für Magnettonabnehmer ebenfalls voll auf ihre Kosten. Der Phono-Vorverstärker ist auf eine ultrapräzise RIAA-Entzerrung, extrem geringes Rauschen und hohe Übersteuerungsreserven ausgelegt und verfügt zudem über eine innovative Schaltung, die Infraschallanteile unterdrückt, ohne die Basswiedergabe zu beeinträchtigen. Die Hochpegeleingänge sind mit rauscharmen Pufferverstärkern ausgestattet, um klangliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Zusätzlich zu den Anschlüssen für zwei schaltbare Lautsprechergruppen bietet der C399 Vorverstärker-Ausgänge und zwei Subwooferausgänge. Das Streamen von Musik vom Smartphone oder Tablet ist kabellos und in 24 Bit-Auflösung per Bluetooth aptX HD möglich – zugleich lässt sich ein Bluetooth-Kopfhörer ansteuern. Außerdem verfügt der C399 über einen hochwertigen separaten Kopfhörerverstärker mit einer niedrigen Ausgangsimpedanz und hohen Ausgangsspannung. In unseren Klangwertung präsentierte sich der C399 mit einer sehr luftigen und stimmigen Gesamtwiedergabe. Die vokalen Elemente der Protagonisten lösten sich ausgezeichnet von unseren Schallwandlern und punkteten mit einem sehr natürlichen Klang. Zudem präsentiert sich der Vollverstärker äußert pegelfest und eignet sich auch für den großen Hörraum. Dank der Dirac Live Einmessung konnten Raummoden effektiv eingebremst werden, das konnten wir in Direktvergleich mit Dirac On/Off feststellen.
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Tags: HEOS • Marantz • Netzwerkreceiver • Stereo-Netzwerkreceiver • Streaming-Vollverstärker






