TEST: Saxx clubSOUND CLX 9 – Standlautsprecher-Meisterleistung für 2.400 EUR Paarpreis?

Saxx clubSOUND CLX 9 Gruppenbild2

Die clubSOUND CLX 9 für 1.199 EUR Stückpreis und demnach 2.398 EUR Paarpreis ist das absolute Topmodell von Saxx. Der größte und teuerste Lautsprecher der auf der letzten IFA präsentierten clubSOUND-Baureihe ist ein 3-Wege-Standlautsprecher, der eine Dauerbelastbarkeit von 150 und eine maximale Belastbarkeit von 250 Watt aufweist, das sind sehr respektable Werte. Der Frequenzbereich geht von 33 Hz bis 35 kHz. Damit eignet sich der clubSOUND CLX 9 auch sehr gut für Hi-Res-Audio-Dateien mit erweitertem Frequenzbereich. Die Übergangsfrequenzen des 3-Wege-Systems gibt Saxx mit 320 Hz und 2.700 Hz an. Die Empfindlichkeit liegt bei 87 dB, die Nennimpedanz bei 4 Ohm. 

Saxx clubSOUND CLX 9 Rueckseite Seitlich

Komplette Rückseite

Technisch aufwändig ist die CLX 9 bestückt, wie wir es generell von den clubSSOUND-Boxen kennen. 

Saxx clubSOUND CLX 9 Hochtoener

Bändchenhochtöner

Als Hochtöner fungiert ein AMT-Bändchen (3,3 x 2,6 cm), das ein extrem geringes Eigengewicht hat und dadurch eine enorme Impulstreue garantiert.

Saxx clubSOUND CLX 9 Tieftoener

Basschassis

Ein 16,5 cm Mitteltöner mit Fiberglas-Membran und zwei 16,5 cm Tieftöner, ebenfalls mit Fiberglas-Membran, stellen die Bestückung dar. Vorhanden ist ein Hochton-Pegelsteller (+3/-2 dB). 

Saxx clubSOUND CLX 9 Anschluesse Rueckseite

Terminal mit Hochton-Pegelsteller

Lieferbar ist die gesamte clubSOUND-Serie wahlweise in schwarz oder weiß. Bei Saxx setzt man nach wie vor auf ein – sehr akkurat gemachtes – Hochglanz-Finish. Vielleicht sollte man zukünftig mal über eine seidenmatte Oberfläche, die derzeit im Trend liegt, nachdenken. Sauber aufgetragen ist die Lackierung auf jeden Fall, und die Tiefenwirkung kann überzeugen. Eine separate Schallwand gibt es nicht, das Uniboy-Gehäuse ist Kennzeichen der Saxx-Baureihen clubSOUND und coolSOUND. 

Saxx clubSOUND CLX 9 Standfuss

Sockel

Unter der CLX 9 ist ein sehr hochwertig wirkender Sockel. 30,8 kg wiegt eine der Boxen, das zeugt von solider Materialqualität. 1.122 mm hoch ist der Lautsprecher, 216 mm breit und 338 mm tief. Mit Abdeckung nimmt die Tiefe um 12 mm zu. Die Frontabdeckung haftet magnetisch. Das Gehäuse besteht aus dickem MDF.

Saxx clubSOUND CLX 9 Front Seitlich1

Der Lautsprecher mit Unibody-Gehäuse wirkt sehr edel. Die Chassis sind ohne sichtbare Schrauben in die Schallwand eingepasst

Die Chassis sind ohne sichtbare Schrauben eingepasst, was den Eindruck von Noblesse weiter steigert. Die Terminals zum Anschluss des Lautsprecher-Kabels/der Bananenstecker sind sogar titanbeschichtet und hinterlassen einen edlen Eindruck. Gar nicht edel: Die billig wirkenden und optisch komisch geformten Schutzgitter für die Chassis, die den Bändchenhochtöner nicht mit einbeziehen.

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Klang

Gleich zu Beginn muss die CLX 9 zeigen, was in ihr steckt: Bei „Fire Wire“ von Cosmic Gate, bei uns im Remix von DJ Scot, schiebt der große Standlautsprecher mit Wucht voran. Kraftvoll, massiv, mit klaren Konturen: So geht Basswiedergabe. Unter dem Kickbass liegen noch fiese, weitere, tiefere Bassanteile: Oft „schlampen“ die Boxen hier und lassen diese akustischen Elemente „unter den Tisch fallen“. Nicht so die CLX 9: Sie arbeitet impulstreu alles heraus und liefert demnach einen vollwertigen Klangeindruck. Gut, kann man von einer so großformatigen Standbox auch erwarten, aber der Schub, den das Saxx-Spitzenmodell liefert, beeindruckt auch dann, wenn man die Lautsprecher-Größe mit einbezieht in die Bewertung. 

Der Track macht Lust auf mehr Bass, mehr Kraft, mehr Pegel: Und die Saxx liefert, das ist Wahnsinn. Bei „Encore Un Fois“ von Sash im Remix von Future Breeze deklassiert sie viele Konkurrenten, auch namhafter Hersteller. Dieser nicht enden wollende Bassdruck, diese extreme Souveränität: Der CLX 9 macht in diesen Preisregionen kaum einer etwas vor. Und dynamische Wechsel werden extrem zügig umgesetzt, im Hochtonbereich spürt man die geringe Masse des Bändchens, welches auch bei kleinen Impulsen rasend schnell anspricht. Insgesamt erzeugt die CLX 9 ein überaus lebhaftes, vollständiges und mitreißendes Klangbild, das wir in dieser Ausprägung selbst von teureren Kontrahenten nur selten hören durften. 

Das „Extended Electro Mix“ (DJ Milton) des Alan Walker-Hits „Spectre“ steht nun an. Wir haben nichts anderes erwartet, die CLX 9 lässt im Bassbereich erneut kaum einen Wunsch unerfüllt. Wer hier noch mehr Kontur, Wucht und Präzision im Gesamten möchte, muss deutlich mehr Geld investieren, als es die Niedersachsen für ihren Top-Schallwandler aufrufen. Rhythmus-Wechsel, verschiedene elektronische Effekte: Kein Problem für die CLX 9, sie managt auch zahlreiche parallel stattfindende akustische Ereignisse gelassen.

„A View To A Kill“ von Duran Duran kommt dynamisch und mitreißend in den Hörraum, wenn die CLX 9 die Präsentation übernimmt. Dieses Umfassende, Komplette im Klangbild fasziniert. Man fühlt sich von Klang umgeben, trotzdem wirkt diese dichte Räumlichkeit authentisch und nicht überzogen. Die Stimme löst sich tadellos von den Chassis und verteilt sich exakt ausbalanciert im Hörraum. 

Nun wechseln wir von CD-Auflösung zu Hi-Res-Audio, und auch die Musik ändert sich komplett: „Nessun Dorma“ in Flac 96 kHz/24-Bit, gesungen von Jonas Kaufmann. Die Puccini-Arie aus „Turandot“ beweist, dass die CLX 9 auch  mit komplexer Klassik keinerlei Schwierigkeiten hat. Mit hoher atmophärischer Dichte kommt die Stimme des Tenors heraus, der Chor wird ebenfalls fundiert eingearbeitet. Die Trennung der Stimmen von den Instrumenten gelingt exzellent, die Loslösung der Akustik vom Lautsprecher ist erwartungsgemäß überragend. 

„Ave Maria“ in der Version von Voces8 soll nochmals klarstellen, wie es um die Güte der Stimmwiedergabe bestellt ist. Das Stück in Flac 96 kHz/24-Bit begeistert durch die direkte Art, wie die CLX 9 der Wiedergabe nachgeht. Schrill hinsichtlich der höchsten Töne wird es erst bei Lautstärken, die man in der Praxis kaum hören dürfte. Die Loslösung des Klangs sowie die Auflösung gerade im Hochtonbereich sind ausgezeichnet. Insgesamt aber die schwächste Leistung der CLX 9 in diesen Testreihen. Das fällt gerade auch deshalb auf, weil sie sonst außergewöhnlich leistungsfähig war. 

Til Brönners „The Good Life“ (Flac 88,2 kHz/24-Bit) liegt der CLX 9 ungemein. Der sehr ausgeprägte Tiefgang und die feine Herausarbeitung des Saxophons gehen eine erstklassige Verbindung miteinander ein. Präzision ist auch bei der Wiedergabe des Klaviers Trumpf, die Temperatur des Instruments passt, und die Anschlagdynamik kommt prima heraus, obwohl der massive Bass ebenfalls fokussiert wird. Exakte Balance, viel Feingefühl: Die CLX 9 macht einfach Spaß. 

In Flac 48 kHz/24-Bit lauschen wir Diana Kralls Interpretation des Eagles-Klassikers „Desperado“. Fein, pointiert, kultiviert: Die CLX 9 präsentiert sich einmal mehr von ihrer besten Seite. Die Loslösung von Dianas Stimme von den Chassis ist erneut das erste, was akustisch auffällt. Diese luftige, feine Räumlichkeit, die sich auch im 30 Quadratmeter messenden Wohnzimmer noch sehr ausgewogen verteilt, stellt eine spezifischen Reiz des niedersächsischen Lautsprechers dar. Das Klavier wird auch bei diesem Klangbeispiel mit wohl dosierter Anschlagdynamik wiedergegeben. 

Konkurrenzvergleich

Magnat-Signature-1105-Gruppenbild2

  • Magnat Signature 1105: Mit 1.299 EUR Stückpreis ist die Signature 1105 in preislich denselben Dimensionen unterwegs. Sehr schön anzusehen, zudem ausgezeichnet verarbeitet: Der 3,5 Wege-Lautsprecher geizt nicht mit seinen Reizen. In trendigem Seidenmatt ist das Gehäuse lackiert, und die Bestückung geriet sehr aufwändig. Die CLX 9 wirkt optisch schlichter, aufs Wesentliche reduziert, was uns auch sehr gut gefällt. Im letzten Detail ist die CLX 9 sogar noch etwas besser verarbeitet. Der Hochtonbereich der Signature ist etwas dominanter, die CLX 9 wirkt etwas verbindlicher und homoger. Die Auflösung der Magnat-Box ist extrem gut. Dafür erweist sich die CLX 9 als noch pegelfester. 

Saxx coolSOUND CX 90 Gruppenbild2

  • Mit der coolSOUND CX 90 hat Saxx auch ein großes und sehr günstiges Standboxen-Modell im Portfolio. 699 EUR pro Stück ist eine Kampfansage. Dafür gibt es ein schickes Unibody-Gehäuse und einen leistungsfähigen Bändchenhochtöner. Die clubSOUND CLX 9 verdeutlicht akustisch durch feinere Auflösung, noch mehr Dichte bei der räumlichen Darstellung und mehr Tiefgang im Bassbereich, dass sie den Mehrpreis Wert ist. 

Elac FS 247.3 Gruppenbild2

  • Elac FS 247.3: 1.099 EUR pro Stück kostet die schicke, schmal bauende Elac FS 247.3. Mit Bändchenhochtöner für enorme Impulstreue ausgerüstet, begeistert die 2,5 Wege-Box durch ihr Auflösungsvermögen. Pegelfest ist sie auch, dazu recht kompakt und passend für viele Wohnräume. Die Saxx clubSOUND CLX 9 bietet mehr Tiefgang und eine höhere Pegelfestigkeit. 
Fazit

Saxx clubSOUND CLX 9 Gruppenbild1

Das haben wir schon fast erwartet. Nachdem die bislang von uns getesteten Regal- und Kompaktlautsprecher aus der clubSOUND-Serie schon richtig abräumen konnten, macht es das preislich fair kalkulierte Topmodell genauso und setzt damit die Erfolgsgeschichte der Niedersachsen eindrucksvoll fort. Mit enormer, präzise vorgetragener Wucht im Bassbereich, einem gleichzeitig feinen Auflösungsvermögen, dichter Räumlichkeit und einer tollen Loslösung von Stimmen von den Chassis, wird die CLX 9 bestimmt viele Liebhaber finden. Sie ist kaum auf dem falschen Fuß zu erwischen, sondern kommt mit vielen Musikstilrichtungen sehr gut zurecht. Dass der Schallwandler auch noch hervorragend verarbeitet ist und schön aussieht, sind weitere Pluspunkte. Nur die wenig attraktiven und billig wirkenden Lautsprecher-Schutzgitter gefallen uns nicht. 

Saxx zeigt, wie es geht: Edel-Optik, akustische Leistungsstärke und günstiger Kaufpreis. Mehr kann man kaum erwarten.
referenz
Gesamt-Referenz Standlautsprecher bis 3.000 EUR Paarpreis
Test 20. März 2018

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 20. März 2018

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