TEST: Saxx clubSOUND CLX 3 – Extrem hochwertiger Regallautsprecher mit feinem Klang

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Schlank ist hier nur der Preis: 599 EUR pro Stück kostet die brandneue Saxx clubSOUND CLX 3. Alles andere fällt üppig aus: Opulenz bei der Materialwahl, Güte der Bestückung und das Maß an akustischer Qualität, wie später die Testreihen zeigen werden. Aber der Reihe nach – fangen wir mit folgender Ausgangssituation an. Saxx möchte, nachdem die Einsteigerserie clearSOUND und die Mittelklasse-Baureihe coolSOUND erfolgreich etabliert wurden, nun mit einer Oberklasse-Lautsprecherserie an den Start gehen, wir haben schon ausführlich davon berichtet:

Hier geht es zur Übersicht der lieferbaren clubSOUND-Lautsprecher auf der Saxx-Website:

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Elegant aus jeder Perspektive. Die speziell geformten Stoffgitter haften natürlich magnetisch

Nun also stellt sich die formschöne Regalbox clubSOUND CLX 3 als erstes einem Test. Wahlweise in weißer oder schwarzer Hochglanzausführung erhältlich, überzeugt uns der Schallwandler mit attraktivem Sockel unten durch die sehr akkurate Lackierung.

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Hochwertiges Finish

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Eleganter Sockel

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Bassreflexöffnung auf der Rückseite

Die Tiefenwirkung ist ausgezeichnet. Allerdings ist eine Hochglanz-Lackierung etwas aus der Mode geraten. Vielleicht wäre es noch besseren Verkaufszahlen dienlich, alternativ z.B. die weiße Version in Schleiflack-matt zu offerieren. Andere Hersteller sind auf diesen Zug bereits aufgesprungen. Gut, das ist Geschmackssache, und das schränkt den noblen Eindruck, den die CLX 3 hinterlässt, in keiner Weise ein. Typisch für die großen Saxx-Baureihen, wir kennen das von der coolSOUND-Serie, ist das Gehäuse im Unibody-Stil gehalten.

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Rückseite

Es findet sich keine separat am Gehäuse befestigte Schallwand mehr. Dadurch erscheint die clubSOUND CLX 3 wie aus einem Guss gefertigt. Beim Gehäuse setzt Saxx auf MDF mit extra dicken Wandstärkenund zusätzlichen Innenverstrebungen. Zudem kommt schwerer Verbundschaum in Kombination mit klassischer Dämmwatte zum Einsatz. Dies soll eine enorm hohe Resonanzarmut garantieren. Den Erfolg der Bemühungen verdeutlicht die CLX 3 im Testberieb, sie spielt immer ohne Dröhn- oder sonstige Resonanzgeräusche auf, auch bei hohem Pegel. 

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Saxx „Xpand“ AMT-Hochtöner, der bis auf 35 kHz hochspielt

Ohne sichtbare Schrauben ist der neue, noch verzerrungsärmer agierende und präzisere AMT (Bändchenhochtöner) eingepasst. Er hört auf den Namen „Saxx Xpand“. 

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Tiefmitteltöner

Im Mittel- und Tieftonbereich setzt Saxx auf extrem leichte, aber gleichzeitig feste und stabile Fiberglasmembranen, die von sehr starken Magneten angetrieben werden. Saxx setzt außerdem auf hochwertige Aluminiumdruckgusskörbe. Der Tiefmitteltöner ist ohne sichtbare Schrauben in die Schallwand eingelassen – sehr schick.

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Titanbeschichtete Schraubanschlüsse

Noblesse auch beim Bi-Wiring-Terminal mit titanbeschichteten Schraubanschlüssen – das gehört klar in die Oberklasse. Ein Kippschalter, mit „-“ und „+“ gekennzeichnet, dient zur Anpassung des Hochtonbereiches (- 3 dB/neutral/+ 2 dB). 

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Frequenzweichen und, gut erkennbar, eine Innenverkabelung mit hochreinen 2,5mm² OFC-Kabeln

Die Frequenzweichen sind mit hochwertigen Folienkondensatoren, Luftspulen bzw. Kernspulen mit extrem verzerrungsarmen Trafoblechkernen bestückt. Auch bei der Innenverkabelung setzt man auf hochreine OFC-Kabel mit einem Durchmesser von 2,5mm². Das Bild oben zeigt, dass dies nicht nur graue Theorie ist, sondern auch dem Standard in der Praxis entspricht. 

Wie sieht es mit dem Datenblatt aus? Mit 70 Watt ist der 4-Ohm-Lautsprecher CLX 3 dauerhaft belastbar, und mit 150 Watt maximal. Das AMT-Bändchen (3,3 x 2,6 cm) spielt, wie bei den anderen clubSOUND-Lautsprechern auch, bis 35 kHz hoch. Ein 16,5 cm Tiefmitteltöner mit Fiberglas-Membran befindet sich noch auf der eleganten Schallwand und spielt bis auf 40 Hz hinunter. 85 dB ist der Wirkungsgrad der 4-Ohm-Box. Das Innenvolumen gibt Saxx mit 15 Litern an. 

Das Gewicht: 16,6 kg. 395 mm hoch, 210 mm breit und 320 mm tief, das sind die Werte bei den Abmessungen. Setzt man das magnetisch haftende Schutzgitter davor, steigt die Tiefe wie bei den anderen Modellen auch um 12 mm. 

Klang

Wir haben einige Erwartungen an die CLX 3, schließlich sind wir es von saxx gewohnt, dass saubere Arbeit abgeliefert wird. Doch die CLX 3 übertrifft alles, was wir uns erhofft haben, deutlich. Wir hören „I’m Not In Love“ in der Adaption von Diana Krall (Flac, 48 kHz/24-Bit-2-Kanal) und genießen das Erlebnis, mitten im akustischen Geschehen zu sein. Fundiert und präzise im Bassbereich, mit sehr feiner Struktur im Präsenztonbereich und mit exzellenter Auflösung im Hochtonbereich spielt sich die clubSOUND-Regalbox in den Vordergrund. Vordergründig ist die Wiedergabe allerdings nie: Spezialität des Lautsprechers aus Niedersachsen ist es, auch hintere akustische Ebenen tadellos zu betonen und somit ein kultiviertes, klares akustisches Gleichgewicht zu schaffen.

Der Rhythmus wird überragend zum Ausdruck gebracht, so dass wir uns vom „Wallflower“ Album noch ein weiteres Stück anhören: „Desperado“ gefällt uns mindestens ebenso gut. Das Klavier zu Beginn glänzt durch filigrane Ausprägung der Konturen, zudem ist die Balance, wie sich wenige Sekunden später zeigt, sehr ausgewogen: Dianas Stimme wird klar fokussiert, ohne dass andere Klanganteile untergehen. Uns gefällt das angenehme, kultiviert-dynamische Spiel der CLX 3 so gut, dass wir noch einen dritten Titel vom Wallflower-Album hinzufügen, wie die anderen Stücke ebenfalls eine Cover-Version „Feels Like Home“, ursprünglich von Bryan Adams, begeistert uns wiederum mit ausgeprägter Feindynamik und akkurat ausbalancierter vokaler Struktur.

Zeit für Puccini und Jonas Kaufmann, und zwar in Flac 96 kHz/24-Bit: Aus dem dritten Akt von Madama Butterfly lauschen wir „Addio, Fiorito Asil“, unsere CLX 3 kommen auch damit zurecht. Klar und mit festem Stand wird Kaufmanns Stimme dargestellt, mit Macht kommt der orchestrale Einsatz heraus. Die legendäre Arie „Nessun Dorma“, nicht zuletzt durch den „Überraschungs-Opernstar“ Paul Potts noch berühmter geworden, bietet ebenfalls viele Möglichkeiten, Schwächen bei einem Schallwandler zu entdecken. Doch der clubSOUND CLX 3 zeigt erneut Stärke. Pegefest, souverän und erneut sehr vielschichtig, auch bei der Darstellung des Chorgesangs, setzt sich der Lautsprecher an der Klassenspitze fest. Ganz gleich, ob Nubert, Canton, Elac, KEF oder Quadral – das Establishment sollte aufpassen. Denn Saxx kann nicht nur gut & günstig, sondern auch preislich fair & akustisch nachhaltig veredelt. Nichts deutet bei der gekonnten Auslegung der CLX 3 darauf hin, dass der Hersteller Saxx noch gar nicht besonders lange aktiv ist. 

„Mighty Man“ von Mark Knopfler liegt in Flac 192 kHz/24-Bit vor. Das Intro geben die beiden Saxx-Speaker gelassen, mit Elan und weitläufigem Raumgefühl wieder. Kleine dynamische Unterschiede kommen nicht nur impulstreu heraus, sondern entfalten auch eine nachdrückliche Wirkung. Instrumentale Konturen präsentiert uns der CLX 3 Regallautsprecher beinahe wie auf dem Silbertablett, und die Stimme Marks hat genau die Portion an unverkennbarem Charisma, das anspruchsvolle Musikliebhaber schätzen. Klare, nachvollziehbare Strukturen, eine stimmige räumliche Tiefe, und eine ausgesprochen gute Detaillierung gerade in den hohen Frequenzen – die clubSOUND-Box macht alles richtig. Der oft bei einem Bändchen kritische Bereich beim Übergang vom oberen Mitteltonbereich in den Hochtonbereich stellt die penibel abgestimmte clubSOUND CLX 3 vor keinerlei Probleme. Fließend, nahtlos, schnell – alles stimmt. Und der ultraleichte Bändchenhochtöner setzt auch extrem kleine und kurze Impulse entschlossen um. 

Und wie steht es um die emotional tiefe Verarbeitung von italienischem Flair? „Diamante“ von Sandra und Tony Alessi, ein Klassiker der Redaktion in Flac 96 kHz/24-Bit, steht auf dem Programm. Und das Auflösungsvermögen ist auch hier wieder zu loben. Bei hohem Pegel wandelt der CLX 3 hier im Grenzbereich. Nein, zu schrill wirkt Tonys Stimme nicht, wie bei vielen anderen. Aber der Saxx-Lautsprecher fügt auch keine Extraportion Sanftmut dazu, um 100 Prozent auf der sicheren Seite zu bleiben. Er wandelt mit Erfolg im akustischen Grenzbereich, was zur Folge hat, dass selbst bei hohem Pegel vokale Einzelheiten noch wirkungsvoll herausgearbeitet werden und nicht in einem überspitzenden Gesamtklangbild oder in einer stark zurückgenommenen Darbietung untergehen. 

Nun lassen wir es „krachen“ – diesmal in CD-Qualität. Wir starten pegelfreudig mit „Remember Me“ von A.I.D.A. durch. Das basskräftige Trance-Stücke fördert weitere Talente der Saxx-Schallwandler zu Tage, nämlich einen ordentlichen Nachdruck im Kickbass-Bereich. Wir wollten kaum glauben, dass es diese kultivierten Lautsprecher auch so heftig angehen lassen können. Aber ohne Mühe schieben die beiden CLX 3 nach vorne, und platzieren die elektronischen Effekte mit hoher Treffsicherheit im Hörraum. Was hier im Bassbereich geboten wird, gehört ohne Zweifel zum besten, was wir bislang in der Preisklasse gehört haben.

Unglaublich – auch beim Dune Techno-Klassiker „Are You Ready To Fly“ deklassiert die CLX 3 teilweise teurere Konkurrenten. Dieser doch noch als „kompakt“ zu bezeichnende Lautsprecher marschiert entschlossen weiter, wenn andere Konstruktionen die weiße Fahne hissen, auf der geschrieben steht „bitte nicht noch mehr Pegel!“. Hier haben nur ultrapegelfeste Nubert-Konstruktionen noch ein deutliches Mitspracherecht. 

Salopp ausgedrückt, einfach eine „Hammer-Performance“! Die Härte des Kickbasses bei Burak Yeters 2017er Sommer-Hit „Tuesday“ ist vom Feinsten. Hier hängt die CLX 3 ausgewachsene Standlautsprecher bei Nachdruck, Pegelfestigkeit und Präzision „einfach mal so“ ab. Krass – wie unerschütterlich souverän der Schallwandler auch bei hohem Pegel bleibt. Er kann alles – Gas geben, fein auflösen, sauber ausbalancieren – da bleibt kaum Raum für wirkliche Verbesserungen, zieht man die Preisklasse mit ins Kalkül. 

Konkurrenzvergleich

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  • KEF R300: Optisch edel, formschön, mit hochwertiger Materialqualität und High-Tech-Chassis setzt sich die R300, preislich auf ähnlichem Level, gekonnt in Szene. Ein Flachmembran-Chassis für den Bassbereich und ein Uni-Q-Koaxial-Chassis für den Mittel- und Hochtonbereich (Hochtöner sitzt im Zentrum des Mitteltöners) bilden die Bestückung. Stimmige Gruppenlaufzeiten und eine schöne Auflösung über den gesamten Frequenzbereich sind Pluspunkte der R300. Federn lassen im Vergleich mit der CLX 3 muss die R300 bei den Themen Tiefgang, Nachdruck im Bassbereich und Pegelfestigkeit. 

Teufel Definion 3 Surround 5.1-Set DEF 3 S Gruppenbild

  • Teufel Definion 3S: Günstiger in der Anschaffung, aber groß in der Leistung – geht die Berliner Gleichung auch dann auf, wenn nun die CLX 3 die Bühne der talentierten Regallautsprecher betritt? In weiten Zügen schon noch. Hightech-Chassis und hohe Pegelfestigkeit sichern nach wie vor eine Position an der Klassenspitze. Mit noch feinerer Auflösung und edlerem Finish kann sich die CLX 3 aber knapp vor die Definion 3D schieben. 

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  • Gutes aus Dänemark – nein, wir betreiben weder Werbung für Käse, noch für Knäckebrot oder Butter, sondern für hervorragende Boxen. Die Dali Opticon 2 liegt mit einem Paarpreis von äußerst fairen 889 EUR unter der clubSOUND CLX 3. Mit straffem Bass und hoher akustischer Gesamtharmonie kann sie sich prima behaupten. Der Glanz im Hochtonbereich und der enorm ausgeprägte Tiefgang verdeutlichen uns, wieso die clubSOUND CLX 3 zurecht teurer ist. 

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  • Q Acoustics Concept 40: Für 1.400 EUR Paarpreis gibt es fein gemachte, edel verarbeitete Standlautsprecher, die akustisch ausgezeichnet agieren. Bestechend ist jedoch, wie nahe die Wiedergabe der CLX 3 dieser Designer-Standbox kommt: Im Hochtonbereich lösen die grandiosen Niedersachsen sogar noch feiner auf als die Briten. Auch die Verarbeitung macht im letzten Detail einen noch geschliffeneren Eindruck – Bravo, Saxx. 

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  • Hier kommt ein ebenbürtiger Konkurrent – mit 785 EUR maßvoll teurer, agiert die Nubert nuVero 60 nach wie vor auf einem extrem hohen Level, daran ändert auch die CLX3 nichts. Neutraler abgestimmt und mit einer ungemein sauberen Staffelung im Mitteltonbereich, fährt die nuVero 60 scharfe Geschütze auf. Mit der enorm sensiblen, gefälligen Auslegung des Bändchenhochtöners und einem besonders angenehmen Klangbild schlägt die clubSOUND CLX 3 aber entschieden zurück. Setzt die nuVero mit ihren Kippschaltern zum Klang-Feintuning weitere Glanzlichter, beeindruckt die Saxx-Box mit noch edlerer Optik. 

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  • Um die CLX 3 akustisch wirklich „zurechtzuweisen“, müssen wir ganz schwere – und teure – Geschütze tief aus dem hessischen Mittelgebirgsland auffahren. Die Canton Reference 9 K ist nicht mehr und nicht weniger eine der besten Regallautsprecher Deutschlands, und wir sind uns der Tatsache voll bewusst, dass es noch viele enorm viel teurere Alternativen gibt. In der Feindynamik Extraklasse, im Bassbereich grandios, überragend bei der Stimmwiedergabe: Die Reference 9 K macht Boxen mit einem Stückpreis von über 2.000 EUR „nass“ und kostet selbst lediglich 1.300 EUR/Stück. Sie ist in ihrer Klasse ebenso ein Ass wie die CLX 3 in der Liga um 600 EUR. Klar ist, dass die pro Stück mehr als doppelt so teure Reference 9 K deutlich besser auflöst, noch mehr Struktur und räumliche Tiefe freisetzt. Bezeichnend für die exzellente Qualität der clubSOUND CLX 3 dürfte sein, dass der Ausnahmelautsprecher von Canton überhaupt im Konkurrenzvergleich auftaucht. 
Fazit

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Der Schock dürfte tief sitzen beim Establishment: Die Saxx clubSOUND CLX 3 trumpft im Test grandios auf. Mit feinem Auflösungsvermögen, klarem, aufgeräumtem und angenehmem Klangbild sowie erstklassiger Pegelfestigkeit setzt sie überall Akzente. Mit jedem Musikstil kommt die CLX 3 zurecht, von Klassik bis Techno/Trance kann sie uns mit ihrer mitreißenden, fundierten Wiedergabe begeistern. Dass dieser äußerst talentierte Regallautsprecher auch noch überdurchschnittlich hochwertig daherkommt, vereinfacht die Situation für die Konkurrenz keinesfalls. 

Aufgepasst, Establishment – die Saxx clubSOUND CLX 3 „rockt“ die Regallautsprecher-Oberklasse
preisklassenreferenz
Regallautsprecher bis 2.000 EUR/Paar
Test 12. Oktober 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 12. Oktober 2017




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