SPECIAL: 2016er Smart-TVs mit HDR – Panasonic, Samsung, Sony, wer bietet welche Vorzüge?

Panasonic, Samsung und Sony bieten im Modelljahr 2016 äußerst vielversprechende TVs mit Ultra-HD-Auflösung und HDR-Support an. Von Panasonic ist mit dem TX-65CZW954 OLED Curved-TV auch noch ein 2015er Modell mit HDR-Unterstützung an. Wir haben die Pro & Contra-Argumente für die einzelnen Hersteller zusammen gesucht und beziehen uns auf die Top-Modellreihen bis zur gehobenen Mittelklasse herunter. 

Panasonic

(Reference-Serien CZW954/Curved, DXW904, DXW804, DXW784)

Panasonic TX-65CZW954 Front Seitlich2

TX-65CZW954 als absolute Bild-Referenz – das Ganze hat mit 9.999 EUR allerdings seinen Preis

Panasonic TX-65DXW904 SC-ALL70TEGK 1

DXW904-Baureihe mit dem HCX + Bildprozessor

Panasonic TX-65CZW954 Screenshot 12

Sensationelle Auswahl an Bildprogrammen bei den Top-Modellen

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 8

Sehr zuverlässiges und übersichtliches Firefox OS

Panasonic TX-65CZW954 Fernbedienungen

Panasonic liefert bei den Topmodellen 2 Fernbedienungen mit (Hier CZW954)

Pro:

  • Schon ab Mittelklasse (je nach Bildschirmdiagonale) Direct-LED
  • Topmodelle mit THX- und ISF-Bildprogrammen, die sehr natürlich, authentisch und augenfreundlich ausgelegt sind
  • Sehr zuverlässiges Firefox OS (außer TX-65CZW964, dieser läuft unter einem ebenfalls sehr betriebssicheren Panasonic Betriebssystem)
  • Quattro-Tuner (2 x DVB-T+T2/DVB-C/DVB-S2 plus TV>IP)
  • Extrem gutes Tuner-Bild in allen Betriebsarten
  • Extrem leistungsstarker Prozessor, besonders bei DXW904
  • Auswahl zwischen OLED und LCD
  • Modelle der absoluten Top-Baureihen CZW954, DXW904 und DXW 804 kommen mit konventioneller Remote und Touchpad-Remote

Contra:

  • Nur maximal 65 Zoll Bildschirmgröße bei HDR-TVs
  • Wenig Curved-Modelle 
  • Kein speziell für HDR-Quellen-Optimierung gekennzeichnetes Bildprogramm
  • Nur 3 HDMI-Inputs
  • Nur 1 sehr teurer OLED-TV in 65 Zoll
Sony

(ZD9, XD94, XD93, XD85, SD85/Curved)

Sony ZD9_komplett

Der Beste seiner Art? Sony ZD9 mit „Backlight Master Drive“ Direct LED Dimming und X1 Xtreme CPU

Sony KD85XD8505BAEP 2

Riese mit Top-Bild: KD-85XD8505 mit 85 Zoll Diagonale

Sony KD85XD8505BAEP 3

Praktische Sony-Remote

Sony KD-65XD93 Front Seitlich2

Sony XD93 mit hervorragendem Triluminos-Display

Sony KD-65XD93 Screenshot 15

Android-Betriebssystem

Pro:

  • Mit dem neuen ZD9 extrem leistungsstarker Prozessor und wohl bestes Direct LED Backlight mit einzelner Ansteuerung für jede LED. Zudem arbeiten die LEDs durch präzise begrenzte Streuung des Lichtes besonders effektiv im Hinblick auf optimalen Schwarzwert und Detailkontrast
  • ZD9 in 75 Zoll für 8.000 EUR fair kalkuliert für TV der absoluten Spitzenklasse in großer Bilddiagonale
  • Großer Sprung hinsichtlich der Bildgüte von 2015 nach 2016 bei den Top-Serien XD93 und XD94 sowie auch XD85
  • Bildprogramme Cinema Home und Cinema Pro sehr empfehlenswert für gelungenen „Film-Look“
  • Sehr einfach zu handhabende Fernbedienung im bekannten Layout, die zügig gegebene Befehle umsetzt
  • Sehr zuverlässige Erkennung von HDR-Content
  • Android-Betriebssystem endlich recht zuverlässig
  • Großes Angebot an Apps etc. im Google Play Store

Contra:

  • Sony unterstützt bei keinem Gerät Ultra HD Premium
  • Nur eine Fernbedienung im Lieferumfang, es fehlt eine handliche Touchpad-Remote, die es 2015 noch gab
  • Weder ISF- noch THX-Programme
  • Kein speziell für HDR-Quellen-Optimierung gekennzeichnetes Bildprogramm
  • Wenig Direct LED Backlight Modelle (nur ZD9 und XD94)
  • Keine OLED-Modelle
Samsung

(SUHD-Serien KS7090, KS7590/Curved, KS8090, KS9090/Curved, KS9590/Curved, KS9890/Curved)

Samsung_SUHD_tech_4

Alle 2016er SUHD-TVs von Samsung haben das Ultra HD Premium Logo

Samsung UE55KS7590U Front Seitlich1

Schon der KS7590 als „Einstiegs-Curved-SUHD“ überzeugt mit tollem Bild

Samsung UE55KS7590U One Connect Box1

Samsung befestigt bei den SUHD-Modellen nicht alle Anschlüsse direkt am TV, sondern setzt auf die kompakte „One Connect Box“

Samsung UE55KS7590U Fernbedienung

Die eine oder keine: Nur diese sehr gut in der Hand liegende Multimedia-Remote liefert Samsung mit

Samsung UE55KS9090 Screenshot 10

So geht’s: Fast perfektes Handling beim 2016er Smart Hub mit Tizen-Betriebssystem

Pro:

  • Alle SUHD-TVs mit Ultra HD Premium-Logo
  • Viele Curved- und auch zwei Flat-TV-Linien, sehr flexibles Produkt-Sortiment
  • HDR + Bild-Spezialmodus, der speziell auf die optimale Darstellung von HDR-Material abgestimmt ist
  • Guter „Film“ Bildmodus
  • Für Fans moderner Multimedia-Remotes ist die Samsung-Fernbedienung sehr gut, sie reagiert schnell auf gegebene Befehle und überzeugt mit guter Sprachsteuerung
  • Tizen als Betriebssystem enorm schnell und exzellent im Handling, dank der 2 Ebenen (2 übereinander liegende Menü-Balken unten im Screen) sehr durchdachte Handhabung
  • Bei vielen Modellen „cleane“ und sehr schicke Rückseite zur freien Aufstellung im Raum
  • Überraschend guter Sound

Contra:

  • Kein USB 3.0
  • Kein 3D mehr
  • Nur eine kompakte Multimedia-Remote
  • Keine THX- oder ISF-Bildmodi
  • Wenig Modelle mit Direct LED Backlight (nur KS9590 und KS9890)
  • Keine OLED-Modelle
Bildqualität

Panasonic HDR OLED 2

HDR-Content für erweiterten Dynamikumfang – sehr gut sichtbar z.B. beim Panasonic CZW954

Samsung UE55KS7590U Screenshot 15

Samsung mit HDR+ Bild-Spezialmodus

Sony KD85XD8505BAEP 4

Sony mit den sehr guten Modi Cinema Pro und Cinema Home

Was können wir zur Bildqualität sagen?  Mittels neu entwickelter Panels mit satten 1.000 Nit Maximalleuchtkraft ist man gerüstet fürs HDR-Zeitalter, auch wenn man sagen muss, dass 1.000 Nit erst der Anfang sind. Auf der CES zu Jahresbeginn hat Sony schon einen Protoypen, ebenfalls mit Backlight Master Drive wie die ZD9-Modelle, präsentiert, der 4.000 (!) Nits maximale Helligkeit anpeilt.

Wie sieht es heute aus? Alle drei Firmen haben es geschafft, mit den 2016er Modellen mit 1.000 Nit HDR-Panel die Bildgüte auch bei herkömmlichen Inhalten gegenüber 2015 sichtbar zu verbessern. Nach wie vor liefert Samsung das farblich kräftigste und schärfste Bild. Es ist ungemein dynamisch und  lebendig. Extrem authentisch, also wie, wie es sich der Regisseur wünscht, ist, auch das ist nichts Neues, nach wie vor Panasonic unterwegs. Sony reiht sich dazwischen ein und ist somit ein exzellenter Kompromiss. Endlich voll im Griff hat Sony die Triluminos-Quantum-DOT-Technologie. Faszinierend waren Triluminos-TVs schon immer, allerdings selbst bei De-Aktivierung des erweiterten Farbraums (damals war BT.2020 noch nicht  auf irgendeinem Medium zu finden) war das Bild farblich deutlich zu kalt. Das ist bei den 2016er Modellen richtig gut gelöst, gerade dann, wenn man die sehr ausgewogenen Bild-Modi Cinema Pro oder Cinema Home verwendet. Auch beim Thema Betrachtungswinkel hat Sony weitere Fortschritte gemacht.

Als Pionier der Frame Interpolation – für den Konsumenten-Markt war Motionflow, damals noch mit 200 Hz, das erste System – hat Sony bei den 2016er Modellen es nun wieder geschafft, mit extrem „smoothem“ und klarem Bild in Führung zu gehen. Panasonic und Samsung begegnen sich auf Augenhöhe direkt dahinter, die Unterschiede sind fairerweise marginal und keinesfalls kaufentscheidend. Viel wichtiger ist, dass man den zum jeweiligen Quellmaterial passenden Zwischenbildberechnungs-Modus einsetzt. Den erweiterten Dynamikumfang durch HDR setzen alle drei Hersteller glaubwürdig um. Sehr gut gefällt uns hier, dass Samsung mit dem äußert gelungenen HDR+ Bildmodus, der mittels Update der Firmware für viele 2016er Samsung TVs verfügbar ist, eine extrem feine, sehr dynamische Kontraststaffelung bereit stellt. Aber auch hier sind die anderen Hersteller auf Schlagdistanz.

Die großen Panasonic Serien CZW954 und DXW904 liefern nach wie vor die authentischsten Farben. Hier hat aber Sony mächtig aufgeholt. Ein finaler Test von DXW904 (Panasonic) und ZD9 (Sony) wird letzten Endes Auskunft darüber geben, wer es noch besser macht. Preislich sind beide 65-Zöller pikanterweise mit rund 5.000 EUR auch noch exakt gleich teuer. Was den Video-EQ angeht, so sehen wir Panasonic minimal vorn, mit sehr effektiv und gelungen arbeitenden Zusatzschaltungen. Samsung bietet bewusst nicht zu viele Parameter, um den Anwender nicht zu verwirren. Sony bietet eine sehr gute Struktur mit klar definierten Ober- und Sub-Menüs innerhalb des Video-EQs. Im Vergleich zu früheren Generationen sind Dosierbarkeit und Anpassungsmöglichkeit mittels der aktuellen Video-EQs deutlich gestiegen.

Alle Top-Serien der drei hier aufgeführten Hersteller bieten zudem schon, verwendet man den entsprechenden Kino/Film/ISF/THX-Bildmodus, „out of the box“ eine ausgezeichnete Bildgüte. Nur visuelle Kenner und Perfektionisten greifen hier noch zu Calman o.ä plus Messsonde und optimieren weiter. Das unterscheidet die großen Serien signifikant von den Ultra-HD-TVs der unteren Mittelklasse und Mittelklasse – hier ist das visuelle Gesamtniveau noch weitaus geringer als bei den teuren Spitzen-Serien.

Man merkt auch, dass in den Top-Linien noch mehr Rechenleistung steckt. Das wird sichtbar, wenn z.B. niedriger auflösendes Quellmaterial auf die native Ultra HD-Panelauflösung von 3.840 x 2.160 Pixel hochgerechnet wird. Hier liefern die untersuchten Spitzen-TVs allesamt eine grandiose Leistung ab. Beeindruckend ist, was schon der recht preisgünstige „Einstiegs-Curved-SUHD“ KS7590 von Samsung hier leistet. Beeindruckend ist aber auch, wie nahe der Panasonic CZW954 an der Perfektion ist. Hier sind Bildstand, Detailtreue und Gesamtbildschärfe auf einem Level, das noch vor einigen Jahren als undenkbar galt. Der sündhaft teure (9,999 EUR) Panasonic-OLED ist auch bei den Themen Schwarzwert und Farb-Realismus ganz vorn – das kostet aber auch. Nach dem ersten kurzen Kennenlernen ist es herausragend, was der Sony ZD9 hier leistet, und der kostet in satten 75 Zoll 8.000 EUR- das wird ein äußerst harter Kampf.

Auch, wenn die Krümmung der Curved-TVs insgesamt nicht mehr so deutlich ausfällt wie bei den ersten Generationen, so gilt nach wie vor. Sitzt man zentriert vor dem TV, wirkt das Bild eines Curved-Gerätes hinsichtlich der Bildtiefe noch intensiver. Schaut man zu mehreren, ist ein Flat-TV aber nach wie vor besser, weil das Bild auch für die außen sitzenden Betrachter noch homogen und stimmig ist. Wenn man ständig mit drei oder mehr Betrachtern Inhalte anschaut, sollte ein Curved-TV mindestens 60 Zoll messen, während das Ganze mit einem 55 Zoll Flat-TV noch gut funktioniert. 

Fazit

Samsung KS9090 1

Top und einen Kauf absolut Wert: 2016er HDR-TVs, hier der KS9090 von Samsung

Man macht keinen Fehler, wenn man sich ein neues 2016er TV-Gerät mit Ultra HD-Auflösung und HDR-Kompatibilität zulegt. Alle drei hier angeführten Hersteller, also Sony, Samsung und Panasonic, haben eine enorm leistungsstarke Produktpalette. Wir empfehlen aber mit Nachdruck, mindenstens zu einem Gerät der oberen Mittelklasse zu greifen. Die Differenzen hinsichtlich der Gesamtperformance und insbesondere der Bildqualität zu Mittelklasse-Modellen und darunter angesiedelten TVs ist größer, als man vielleicht vermuten würde. Farbbrillanz, Prozessorleistung (sichtbar beim Upscaling), Schwarzwert, Präzision des Backlight-Dimmings, Frame Interpolation-Leistungssstärke – all dies spricht für ein Topmodell. Falsch macht man weder bei Samsung, noch bei Panasonic oder Sony etwas. Hier den Favoriten zu küren, ist eine Frage der persönlichen, individuellen Vorlieben.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 25. Juli 2016




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