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Kino-Kritik: „Gravity“ – Ein visueller Overkill im Weltraum

Der Astronaut Matt Kowalsky (George Clooney) und die Ingenieurin Ryan Stone (Sandra Bullock) sind gerade bei einem Space Shuttle-Außeneinsatz zur Reperatur des Hubble-Teleskops, als sie über die Explosion eines russischen Satelliten informiert werden, dessen Trümmerteile weitere Satelliten zerstört haben, deren Fragemente jetzt in der Umlaufbahn herumschweben. Die Mission muss abgebrochen werden, aber es gelingt Kowalsky und Stone nicht rechtzeitig, in das Shuttle zurückzukehren. Sie werden in ihren Anzügen in das Weltall hinausgeschleudert und verlieren jeglichen Funkkontakt zur Bodenstation. Kowalsky kann Stone wieder einfangen und mit den Düsen seines Anzugs zum Shuttle zurückkehren, welches jedoch durch die Trümmerteile zerstört wurde. Kowalsky sieht die einzige Rettung in der Internationalen Raumstation, die weit enfernt am Horizont zu sehen ist. Aufgrund von Stones schnell schrumpfenden Sauerstoff-Reserven wird der Weg zur ISS zu einem Rennen um Leben und Tod…

Alfonso Cuarón, als Regisseur bislang vor allem durch den dritten „Harry Potter“-Teil und die düstere Zukunfts-Vision „Children of Men“ bekannt, produzierte mit „Gravity“ einen aufwendigen Science Fiction-Film, der soweit wie möglich darum bemüht ist, die wissenschaftlichen Rahmenbedingungen zu beachten, was bereits am Anfang durch eine kurze Texteinblendung verdeutlicht wird:

600 km über der Erde gibt es nichts, das den Schall leitet, Keinen Luftdruck, keinen Sauerstoff. Leben im Weltall ist nicht möglich.

Die Bilder, die „Gravity“ zeigt, sind spektakulär. Noch nie zuvor hat ein Spielfilm so umfangreich das Weltall als primären Handlungsort genutzt und so authentisch wirken lassen. Gerade die Anfangssequenz von rund 17 Minuten Länge wirkt auf den Zuschauer wie eine Achterbahnfahrt durch das All ohne dass ein einziger Schnitt zu erkennen ist. Während eines großen Teils des Films sieht man die beiden einzigen Darsteller nur in ihren Raumanzügen und die vielen Szenen aus der Ich-Perspektive lassen den Zuschauer den Schwindel der Schwerelosigkeit halbwegs nachempfinden. Bis zur Rückkehr auf die Erde ist es ein langer Weg und „Gravity“ erzählt diesen in vielen kleinen Etappen, weil immer neue Probleme entstehen und in jedem Moment der einsame Tod im Weltall droht. Aufgrund der vielen langen Kameraeinstellungen bekommt man Gelegenheit, sehr viele Details im Bild zu entdecken und auch die 3D-Optik bietet einige interessante Effekte. Allerdings wirkt der Fortschritt des Films auch mitunter etwas langatmig obwohl „Gravity“ insgesamt gerade einmal 90 Minuten lang ist. Für die Spannung wäre eine etwas straffere Inszenierung sicher förderlich gewesen. Andererseits hinterlässt „Gravity“ seinen ganz besonderen Eindruck gerade weil der Film so viel Detail von der Erde, dem Weltall und den Objekten der Raumfahrt zeigt und dem Zuschauer auch genügend Zeit gibt, diese Bilder in aller Pracht zu erfassen. Auf der visuellen Ebene ist „Gravity“ einer der spektakulärsten Filme der letzten Jahre und dürfte sicherlich seinen Platz in der Filmgeschichte neben Klassikern wie Stanley Kubricks „2001“ finden.

„Gravity“ läuft seit dem 03.10.2013 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im Februar/März 2014 auf Blu-ray Disc, Blu-ray 3D und DVD.

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