TEST: KEF Streaming-/Aktivlautsprecher LS LUXE - optische Extravaganz trifft auf technische Raffinesse
Klang "Resonance", Boris Blank
Den Anfang des Titels mit subtilen Bässen und einer bereits spür- und hörbaren weitläufigen räumlichen Wirkung geben die LS LUXE erstaunlich komplett wieder. Der Tiefgang, den die zwei recht kompakten aktiven Lautsprecher stemmen können, ist exzellent - natürlich fehlt ganz tief unten etwas, zaubern kann aber auch KEF nicht. Aber dank der umfangreichen Optionen zur Integration aktiver Subwoofer, z.B. aus dem reichhaltigen KEF-Sortiment, kann man hier Abhilfe schaffen. Aber braucht man das wirklich? Definitiv nicht zwingend, denn das Fundament erfüllt auch gehobene Ansprüche, ebenso wie das enorme Auflösungsvermögen. Die gesamte klangliche Auslegung ist KEF-typisch sehr gefällig und homogen. Durch die ganze Kontroll-Elektronik ändert sich diese akustische Harmonie auch bei deutlich gehobenem Pegel nicht, VECO und MIE arbeiten hier stets erfolgreich im Hintergrund. Die Aktivlautsprecher bieten zudem einen sehr räumfüllenden Klang auch dann, als der Titel akustisch richtig "aufrüstet" und enorm weitläufig wird.
Klang "Where The Heart is", HEAVN
Das Klavier direkt zu Beginn wird sehr angenehm und zugleich mit feiner Detaillierung wiedergegeben. Als sich dann eine Gitarre hinzugesellt und kurz darauf die weiche, feine, teils sogar filigrane Stimme von Marijn ertönt, schaffen die LS LUXE ein lebendig aufgebautes Klangpanorama, das auch bei deutlich höherer Lautstärke praktisch in vollem Umfang erhalten bleibt. Es ist diese hoch angesiedelte Souveränität, die kennzeichnend für unsere Testkandidaten ist: Man vergisst während der vollmundigen, kultivierten, nachdrücklichen Darstellung beinahe, dass es sich um kompakte Lautsprecher handelt, die zwar größer als die LS50 Wireless 2 sind, aber trotzdem keinesfalls solche Abmessungen aufweisen, dass man eine so vollumfängliche Wiedergabe erwarten würde.
Klang "I Believe In You", Il Divo, Celine Dion
Und es bleibt gefühlvoll: Bei diesem Titel brillieren die LS LUXE ein weiteres Mal mit einer so exakt auf den Punkt kommenden Stimmwiedergabe, dass es einen wahre Freude ist, zuzuhören. Man nimmt das hohe Maß an tiefgehender Emotionalität, das diesem Song innewohnt, dadurch sehr intensiv und direkt wahr. Die Konturen der beiden faszinierenden Stimmen sind sehr präzise ausgeprägt, und der angenehme, harmonische, runde Einschlag, den die LS LUXE hinsichtlich ihrer Auslegung mitbringen, macht sich erneut sehr positiv bemerkbar. Praktisch ein Meisterwerk ist der Hochtonbereich: Brillant, sensibel, feinperlig, zugleich aber immer im höchsten Maße rund, niemals spitz oder harsch. Das muss KEF erstmal einer nachmachen, mit kaum einem anderen aktiven Lautsprecher, dieser Preisregionen kann man in derart überzeugender Güte hohen Frequenzen lauschen.
Klang "Nothing Else Matters", Jungle Cruise-Version, James Newton Howard, Metallica
Dieser Titel ist nicht einfach zu handbaben - vom sensiblen, sanften Anfang geht es bis hoch auf enorme Dynamiksprünge. Ein weites Spektrum also, das hier abgedeckt werden muss. Die LS LUXE sind aber zu keinem Zeitpunkt mit dem akustischen Geschehen überfordert, sondern geben stets eine hervorragende Figur ab: Die kleinen akustischen Details werden mit Sorgfalt wiedergegeben, bei den mächtigen Dynamiksprüngen steht zu jederzeit genug Leistung bereit, um zu verdeutlichen, welches Spektakel gerade geboten wird. Der nachdrückliche Bass und das auch hier wieder hohe Maß an realistischer Räumlichkeit sind wichtige Eckpfeiler, um diese hochklassige Wiedergabe zu ermöglichen.
Klang "Land Of Confusion", Disturbed Coverversion
Nun müssen die KEF LUXE entschlossen zupacken, es aber zugleich vermeiden, zu aggressiv und zu wenig differenziert wiederzugeben. Die Mission gelingt, denn auch bei diesem durchaus kritischen Track bleiben die LS LUXE stabil und sichern einen kräftigen Bassbereich und ein hohes Maß an Lebendigkeit. Selbst die KEF-Lautsprecher können allerdings nicht verhindern, dass sich in den oberen Mitten etwas zu große Dominanz breitmacht, gerade bei höherem Pegel. Die britischen Aktivlautsprecher halten den störenden Einfluss aber in einem unserer Meinung nach absolut tolerablen Rahmen und bringen die E-Gitarre trotzdem fetzig und die Stimme mit der nötigen Prägnanz zum Ausdruck.
Klang "No Fear Of Tomorrow", Mike Mana
Hier können sich die LS LUXE bei einem sehr dynamischen Titel mit einer ausdrucksstarken Stimmwiedergabe beweisen, und das gelingt hervorragend. Die elektronisch erzeugte Geige wird mit sauberen Konturen präsentiert, und der Bass erweist sich als angenehm straff und zugleich kräftig. Sämtliche vokalen Elemente werden mit großer Sorgfalt behandelt und lösen sich überzeugend von den Uni-Q-Treibern der Lautsprecher. Mit hoher Impulstreue wird der Rhythmus wiedergegeben, und alles fügt sich zusammen mit der atmosphärisch dichten Räumlichkeit zu einem in sich schlüssigen Klangbild zusammen.
Klang "Here In My Arms (Enjoy The Silence)", Armin van Buuren & Silver Panda
Und noch einmal wird es sehr dynamisch - und im Bassbereich ausgesprochen kräftig - doch die LS LUXE sind erneut in ihrem Element und schleudern die elektronischen Effekte und den harten Bass kontrolliert und definiert durch unseren Hörraum. Wie es schon bei anderen Klangbeispielen auffiel, lösen sich die Klangelemente auch diesmal wieder nachvollziehbar von den Lautsprechern und verteilen sich mit stimmiger Balance im Hörraum. Durch die ebenfalls schon mehrfach aufgegriffene harmonische, konsequent homogene akustische Auslegung der LS LUXE kann man bei diesem Track auch mit hoher Lautstärke problemlos hören.
KEF LS LUXE - Klang: Die Zusammenfassung
- Erstaunlich fülliger, dabei stets authentischer Klang
- Exzellentes Auflösungsvermögen über den gesamten darstellbaren Frequenzbereich
- Saubere, charismatische Stimmwiedergabe
- Auch bei hohem Pegel kontrollierter, präziser und erstaunlich wuchtiger Bassbereich
- Überraschend ausgeprägte Räumlichkeit, die selbst dann präsent ist, wenn man sich in einiger Entfernung zu den LS LUXE aufhält
- Ausgesprochen pegelfest
Konkurrenzvergleich KEF LS50 Wireless 2:
Hier geht es zu unserem Test der KEF LS50 Wireless 2

- Preiswerter als die LS LUXE (2.499 EUR zu 4.000 EUR)
- In mehr Farben lieferbar: Mineral White, Carbon Black, Sand Shell, Moss Green, Titanium Grey, Crimson red (Special Edition)
- Gleiche Verstärker-Konfiguration: 100W Class AB für den Hochtöner, 280W Class D für Tief-/Mitteltonbereich
- Fast gleiche Anschlussbestückung inklusive HDMI-eARC, Subwoofer Pre-Out, LS Luxe noch mit USB-C, LS 50 Wireless 2 nur mit USB-A-Buchse (Service)
- Gleiche Streaming-Plattform und Einrichtung per KEF Connect App
- Beide verfügen über ein aktuelles Uni-Q-Koaxialchassis mit MAT
- LS Luxe mit größerem Uni-Q-Treiber: 165 mm Tief-/Mitteltöner gegenüber 130 mm Tief-/Mitteltöner
- LS 50 Wireless 2 sind schon Roon ready, bei LS Luxe kommt das Firmware-Update zu einem späteren Zeitpunkt
- LS Luxe mit Velocity Control System (VECO) für noch mehr Kontrolle und Verzerrungsarmut im Bassbereich
- Klang: LS Luxe klingen noch kraftvoller, dynamischer, räumlich dichter. Zudem aufgrund des größeren Gehäusevolumens und des größeren Treibers mehr Tiefgang.
Unsere Meinung zum Vergleich LS Luxe versus LS50 Wireless 2
Die LS Luxe sind deutlich teurer, bringen dafür noch mehr Basskraft und Tiefgang mit. Das Uni-Q-Chassis ist größer, das Gehäusevolumen ebenfalls. Die mit der Soundbar XIO eingeführte Velocity Control Technology (VECO) gibt es ebenfalls nur in den LS Luxe. Daher ist der Mehrpreis, auch wegen des extravaganten Designs von Ross Lovegrove, berechtigt.
Konkurrenzvergleich: LS Luxe versus Marantz Horizon
Hier geht es zum Test des Marantz Horizon

- Gänzlich anderes Konzept: Der Marantz Horizon fungiert als Single-Lautsprecher, kann aber natürlich auf Wunsch mit einem zweiten Horizon verbunden und als Paar genutzt werden
- Ähnlicher Preis: Mit 3.800 EUR ist der Marantz Horizon durchaus in der Nähe des LS LUXE Systems für 4.000 EUR
- Wahlweise in den Farben Midnight Sky, Moon ray oder Marantz Champagne
- Edler Bezugsstoff und echter Marmor-Fuß - extrem nobel, ebenso die elegant integrierte Beleuchtung
- Marantz Gravity Treiber mit Neodym-Magneten
- Maranrz Rise-Verstärker mit 310 Watt Dauerleistung und 745 Watt kurzzeitiger Spitzenleistung
- Mit HEOS-Modul und Spotify/TIDAL/Qobuz Connect, AirPlay 2, Roon ready, kein Google Cast
- Einrichtung und Konfiguration mit der HEOS App, die auch verschiedene Sound-Modi enthält: Auto, Sound Master, My Mirage (hier kann man Wärme, Räumlichkeit und Klarheit individuell anpassen)
- Anschlussbestückung inklusive HDMI-eARC
- Sehr kompakt, braucht wenig Stellfläche. Akustisch für einen Single Wireless Multiroom Lautsprecher exzellent. Sehr klarer unf fundierter Klang. Natürlich bieten die LS LUXE, die aus zwei kompakten Lautsprechern bestehen, mehr Räumlichkeit, eine sauber definierte Stereobühne und mehr Maximalpegel, weil bereits eine LS LUXE die Leistung des Horizon aufweisen kann.
Unsere Meinung zum Vergleich LS Luxe versus Marantz Horizon
Eigentlich fallen beide Konkurrenten in völlig unterschiedliche Gerätekategorien, wobei: Beide möchten Kundschaft ansprechen, die eine gelungene Kombination aus High Tech, Klangstärke und optischer Extravaganz, gepaart mit Finish der Spitzenklasse, wünschen. Mit dem Marmor-Standfuß und seinem gesamten Design strahlt der Horizon eine extreme Hochwertigkeit aus. Das ist derzeit fast unschlagbar. Akustisch agiert er für einen einzelnen Lautsprecher ungemein räumlich, sauber und kraftvoll. Wer nur auf den Klang schaut, ist mit den LS LUXE aber trotzdem besser bedient. Ein richtiger Stereo-Sound, mehr Räumlichkeit, feinere Auflösung und ein Plus bei Pegelfestigkeit und Tiefgang.
Konkurrenzvergleich: LS Luxe versus Econik SIX
Hier geht es zum Econik SIX-Test

- Die Econik SIX (ab 3.699 EUR) kombiniert man mit dem passenden Stereo-Hub (Setpreis: 4.099 EUR)
- Made in Germany, unter Berücksichtung maximaler Nachhaltigkeit umweltfreundlich hergestellt
- Lieferbar in Weiß, Schwarz, Eiche, Nussbaum und Wildapfel
- Designs vielfältig kombiniertbar durch farblich unterschiedliche Zierringe um den Hochtöner und Abdeckgitter (optional) in verschiedenen Farben
- Premium-Chassis vin SEAS und Mundorf
- Wahlweise mit Kalotten- oder Bändchenhochtöner (unsere Aussagen beziehen sich auf die Version mit Kalottenhochtöner)
- Tri-Amping-Verstärkeraufbau: Jede Endstufe mit 150 Watt, insgesamt 450 Watt Dauerleistung
- Verschiedene Klang-Presets für unterschiedliche Aufstellungssituationen und individuelle Präferenzen stehen zum Download bereit
- Dynamische Bassanpassung
- Kompakter Stereo-Hub, WiSA-kombatibel, unter anderem mit präzise arbeitendem Einmesssystem, hochwertiger Fernbedienung, umfangeicher Anschlussbestückung inklusive HDMI und zahlreichen Streaming-Funktionen, wie Google Cast, AirPlay 2, Spotify Connect, Bluetooth 5.2 TIDAL, Qobuz, App für iOS und Android für die komplette Steuerung
- Wahlweise auch Mehrkanal-Hub, sodass man sich ein Mehrkanal-Setup aufbauen kann
- Klang: Enorm kraftvoll, dabei nie aufdringlich, hohe Reserven, sehr gutes Auflösungsvermögen, räumlich ausgesprochen authentisch.
Unsere Meinung zum Vergleich LS Luxe versus Econik SIX
Das ist keine einfache Sache, denn wir haben es in beiden Fällen mit technisch hoch entwickelten, akustisch außergewöhnlich starken aktiven Lautsprechersystemen zu tun. Die Econik SIX bieten viele optische Individualisierungsmöglichkeiten, wirken hinsichtlich des Designs bodenständiger und weniger skulptural wie die LS LUXE, die trotz der Hochwertigkeit der Econik SIX noch mehr Luxus-Feeling ausstrahlen, auch wenn die Form natürlich Geschmackssache ist. Konzeptionell unterscheiden sich die Systeme dadurch, dass man bei den SIX noch einen - recht preisgünstigen - Hub als Schaltzentrale benötigt. Diesen gibt es in einer Stereo- und sogar in einer Mehrkanal-Version, inklusive Einmesssystem, hochwertiger Fernbedienung und stimmiger Anschiussbestückung. Überdies hat der Käufer bei der Konfiguration der SIX sogar die Wahl, ob man einen Kalotten- oder einen Bändchenhochtöner möchte. Klanglich glänzen die SIX mit viel Reserven und hoher Klarheit. Die KEF hält mit noch etwas mehr Homogenität dagegen, dieses Klangbild "aus einem Guss" liegt vor allem auch am Arbeitsprinzip des Uni-Q-Treibers. Insgesamt zwei grandiose Systeme, hier entscheidet der persönliche Geschmack.
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