XXL-TEST: PIEGA Standlautsprecher Premium 701 Gen2 - klarer Klang und feine Optik ab 5.500 EUR Paarpreis
Klang
Unsere Zuspieler:

Mark Levinson No.5802

HiFi-ROSE RS151
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Bluesound NODE ICON und NAD C298
- Mark Levinson No.5802 (Test folgt), Zuspieler Cambridge Audio CXN100 Streamer
- HiFi-ROSE RS151 plus NAD C298
- Bluesound NODE ICON mit NAD C298
Wir haben die schlanken Lautsprechersäulen aus Horgen am Zürichsee mit verschiedenen Kombinationen getestet und waren stets begeistert - selbst der extrem kraftvolle Mark Levinson No.5802 konnte die beiden eigentlich eher harmlos und zurückhaltend aussehenden Gipfelstürmer nicht auf dem Weg zum Testerfolg ausbremsen. Genau die Mischung aus optischer Zurückhaltung und absolut kompletter, nachdrücklicher, dynamischer Akustik machen den Reiz der PIEGA Premium 701 Gen2 aus.
Wir beginnen mit dem Klassiker "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy und hören diesen Titel mit den oben genannten Kombinationen. Und sofort macht sich große Zufriedenheit breit, denn die feinen Nuancen des Titels geben die sorgfältig konstruierten Standlautsprecher mit akkurater Balance wieder. Das ganze klangliche Geschehen löst sich zudem überraschend gut vom Lautsprecher. Das hätten wir nicht gedacht, denn bei derartigen Konstruktionen konzentriert sich der Klang gern deutlich direkt um die Schallwandler. Die Premium 701 Gen2 hingegen ermöglichen eine überzeugende Loslösung des Klangs von den einzelnen Chassis. Evas Stimme klingt authentisch und das Klangbild fokussiert sich passend auf ihre Rolle bei diesem Titel. Aber auch die Instrumente kommen sauber heraus, und gerade das Klavier ertönt mit sehr angenehmer, natürlicher Temperatur.
"Moonraker", Titelsong des gleichnamigen James Bond-Films und dargeboten von Shirley Bassey, kommt kultiviert und mit einer präzise gestaffelten vokalen Dynamik heraus. Die Stimme Shirleys scheint sich unmittelbar vor den Zuhörenden aufzubauen, und das typisch "Quäkige", was im Hochtonbereich und auch in den oberen Mittel bei älteren Aufnahmen oft störend ist, reduziert sich hier auf ein Minimum. Der vergleichsweise preiswerte NODE ICON aus dem Hause Bluesound, de wir hier verwendet haben, leistet auch einen großartigen Beitrag zur akustischen Reinheit, aber wie authentisch und detailreich vor allem der Bändchenhochtöner der Premium 701 Gen2 hier agiert, das ist ohne Zweifel Spitzenklasse.
Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten", Der Frühling, 1. Allegro, liegt den Premium 701 Gen2 ebenfalls. Hier ist das unverselle Können, was für die beiden Schallwandler spricht, denn sowohl instrumentale Soli als auch orchestrale Gesamtstrukturen werden exzellent erfasst und impulstreu wiedergegeben. Die Räumlichkeit, die beim Einsatz eines großen klassischen Orchesters entsteht, kommt glaubwürdig zur Geltung, und damit beweisen die beiden PIEGA-Boxen auch, dass räumliche Dichte und ein solides Fundament auch von wirklich schlanken Lautsprechern bereit gestellt werden können. Bei den erwähnten Soli der Streicher leistet der Bändchenhochtöner wieder großartige Arbeit, ertönen die Streichinstrumente doch mit tadelloser Brillanz, zugleich aber mit untadliger Harmonie.
"Nothing Else Matters" in der Jungle Cruise-Version ist eine wahre Herausforderung auch für hervorragendes Equipment. Das liegt am großen dynamischen Umfang, den der Titel bereithält. Feine, kleine Einzelheiten mit differenzierten Strukturen sind ebenso enthalten wie enorm mächtige dynamische Spitzen. Hier sind Übersicht und Kontrolle auch bei hohem Pegel gefragt - und die Premium 701 Gen2 bietet genau das und bringt das akustische Treiben allzeit präzise auf den Punkt. Klar, Sensationen hinsichtlich des Tiefgangs bleiben aus, dazu reicht einfach das Gehäusevolumen nicht aus. Aber: Für die säulenartige Bauform und die verhältnismäßig kleinen Basstreiber-Einheiten sind die Ergebnisse grandios. Vor allem die Gelassenheit auch bei deutlich erhöhter Lautstärke ist hervorzuheben. Einzele instrumentale Strukturen werden stets sorgfältig beleuchtet und gehen auch bei großen orchestralen Einsätzen zu keinem Zeitpunkt unter. Wer hier noch besser hören möchte, muss tief in die Tasche greifen, bei PIEGA steht dann z.B. die COAX 611 Gen2 bereit.
Als nun folgendes Stück setzen wir auf Boris Blank, Resonance - eigentlich perfekt für die Präsentation in Dolby Atmos, beim Hören in Stereo, so haben wir mehrmals festgestellt, geht doch einiges hinsichtlich der üppigen Effektdarstellung verloren. Dies können natürlich auch die PIEGA Premium 701 Gen2 nicht ändern - mit zwei Lautsprechern sind die Möglichkeiten schlichtweg limitiert. Aber was diese beiden Schweizer Klangsäulen an dichter, echt auftretender Räumlichkeit offerieren, ist überragend. Der ganze Track hat Struktur, atmosphärische Dichte und daraus resultierend eine hohe Ausdruckskraft. Die Präzision bei der Herausarbeitung der einzelnen Strukturen ist ein weiteres Mal enorm. Daher macht es wirklich Spaß, auch den Boris Blank-Titel mit diesem Lautsprecher zu hören, die Boxen schaffen es sogar, dass man sich wirklich von akustischen Elementen umgeben fühlt.
Und weil es bei "Resonance" auf hohem Level mit einer sehr ansprechenden Wiedergabe funktioniert hat, schließen wir umgehend mit "Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello) an. Und, für ihre Abmessungen und ihre Bauart, die Premium 701 Gen2 entwickelt erneut einen beachtlichen Tiefgang. Für den "Alltagsgebrauch" benötigen die durchtrainierten Könner vom Zürichsee nicht einmal einen zusätzlichen aktiven Subwoofer. Nur dann, wenn der Hörraum über 30 Quadratmeter misst und/oder der Hörer wirklich klar fokussiert auf tief nach unten reichenden Bass ist, lohnt sich die Anschaffung eines tiefrequenten Experten als System-Ergänzung. Auch ansonsten holt uns die Premium 701 Gen2 ein weiteres Mal ab. Ganz besonders durch die feinfühlige, zugleich aber auch entschlossen-dynamische Darstellung von Tills Trompete, aber auch durch die Weitläufigkeit bei der Herausstellung elektronischer Effekte.
Nun folgt die 2023er Remaster-Version des Pet Shop Boys 80er Jahre Nummer 1-Hits "West End Girls". Hier müssen wir einleitend feststellen, dass dieses Remaster tatsächlich gut gelungen ist und nicht die Nachteile zahlreicher neu gemasterter Versionen wie einen zu spitzen, scharfen Hochtonbereich mitbringt. Hier ist alles auf erstaunlichem Niveau, und gerade die HiFi-ROSE/NAD Zuspielung sorgt zusammen mit den PIEGA Premium-Schallwandler für glückliche Gesichter bei den Zuhörenden. Gerade die Qualität der vokalen Konturen, bei den älteren Aufnahmen leicht verschwommen und zu deutlich im Hintergrund, ist überzeugend, und der frisch und befreit aufspielende Bändchenhochtöner der Schweizer Box ermöglicht ein hohes Maß an Transparenz, ohne dass das Ergebnis je in die metallisch-unangenehme Richtung abdriftet.
Richtig "die Post" ab geht nun bei der Disturbed Coverversion des Genesis-Klassikers "Land Of Confusion" aus den 80er Jahren. Hier haben wir sogar mit dem enorm wuchtig und nachdrücklich antretenden No.6802 von Mark Levinson keinen Endgegner für die Boxen gefunden, die einem bei den 250 Watt pro Kanal, die der US-Verstärker abschießt, eigentlich spontan leid tun könnten. Nein, die Premium 701 Gen2 halten den Angriffen auf die Gesundheit der Membrane und der Frequenzweichen gelassen stand - klar, wenn der Mark Levinson-Bolide wirklich alles gibt und einen krassen Schub entwickelt, sollte man doch auf größere PIEGA-Boxen gehen, aber die Pegelfestigkeit der Premium 701 Gen2 ist für so schmale Schallwandler wahrhaft herausragend. Auch die gewollte Schärfe bei den E-Gitarren und der vokalen Präsenz wird korrekt in den Hörraum transportiert, ohne es je zu übertreiben.
Jetzt hören wir von Faithless den legendären Trance-Titel "Insomnia", und zwar im "Monster Mix": Dieser Track offeriert eine sich stetig steigernde Vielschichtigkeit hinsichtlich der elektronischen Effekte. Und hier arbeiten die Premium 701 Gen2 beinahe jede Facette überaus impulstreu heraus, und auch der Bassbereich wirkt kräftig, zugleich aber homogen und ausgewogen. Der Hub der verbauten Basschassis, das zeigt sich auch hier wieder, ist enorm und sorgt auch bei hohen Pegeln für eine solide Wiedergabe. Die Räumlichkeit der beiden Schweizer Lautsprecher konnte bereits in anderen Testreihen überzeugen, und die Premium 701 Gen2 entfaltet auch hier wieder eine weitläufige und zugleich tiefe Wirkung, die in Anbetracht der Boxen-Bauform wirklich verblüffend ist.
Konkurrenzvergleich

Canton Vento 100: Ab 4.898 EUR ist das Paar Vento 100 erhältlich. Was Pegelfestigkeit und Nachdruck angeht, sind die Vento 100 ganz vorn. Was aber auch klar sein dürfte, denn die Vento 100 ist keine schlanke, säulenartige Konstruktion wie die Premium 701 Gen2, sondern ein ausgewachsener, stattlicher Lautsprecher, der auch in Räumen über 30 Quadratmeter ohne zusätzliche Unterstützung durch einen aktiven Subwoofer exzellent aufspielt, was die Pegelfestigkeit und die maximale Dynamik angeht. Überhaupt kann man die Vento 100 kaum auf dem falschen Fuß erwischen, sie spielt homogen und räumlich dicht auf, zudem ist sie ausgezeichnet verarbeitet. Mit noch mehr Brillanz und Transparenz im Hochtonbereich und einer erstaunlich entschlössenen Gesamtpräsentation ist die Ppremium 701 Gen2 trotz der schlanken Statur stets dran an der Vento 100, im Hochtonbereich setzt die PIEGA Box Maßstäbe in der Liga, zusammen mit der Vela 407.2 von ELAC. Die meisterliche, unglaublich edle Verarbeitung der Premium 701 Gen2 ist ebenfalls herviorzuheben.

ELAC Vela 407.2: Für Paarpreise ab 4.398 EUR sind die noblen und ebenfalls schlank auftretenden Kieler Boxen im maritimen Look eine tolle Alternative. Der grandios aufspielende JET6 Hochtöner, in der Schleswig-Holsteinischen Landeshauptstand entwickelt und gebaut, zeigt das große Know-How der ELAC-Ingenieure beim Thema Hightech-Chassis. Er spielt extrem frei und vielschichtig auf, damit ist er ein harter Konkurrent für den PIEGA Bändchenhochtöner der Premium 701 Gen2. Hier kann man unmöglich sagen, welches der beiden Bändchen besser oder schlechter ist, es kommt auf den individuellen Geschmack des Hörers an. Insgesamt sind beide Boxen wirklich Extraklasse, auch Optik und Verarbeitung mit einbezigen, denn hier gibt sich keiner der beiden Alternativen eine Blöße. Klanglich, so denken wir, betont die PIEGA feine Strukturen mit etwas mehr Prägnanz, während die ELAC unglaublich homogen aufspielt.

Dali Rubikore Cinema: Knapp 4.000 EUR werden hier fürs Paar fällig, und die kompakten Dali-Lautsprecher heißen zwar "Cinema", sind aber innerhalb der vorzüglichen Rubikore-Baureihe die absoluten Universalisten für praktisch jeden Einsatzzweck. Sie sehen nicht nur richtig gut aus, sie brauchen auch wirklich wenig Platz und sind auch schnell auf dem Sideboard aufgestellt. Mit ihrer kultivierten, homogenen Spielweise und dem erstklassigen hybrid-Hochtonmodul, das aus Kalotte und Bändchen besteht und sehr hochentwickelt auftritt, sind die Rubikore Cinema in kleineren Hörräumen mit wenig Platzangebot eine hervorragende Wahl.
Fazit

Bereits beim ersten Kennenlernen direkt bei PIEGA hat uns die Premium 701 Gen2 Lautsprecherbox vollumfänglich abgeholt. Viel Neues wurde für die zweite Generation von den PIEGA Ingenieuren bereitgestellt, sodass man schon aufgrund dieser Basis mit hervorragenden akustischen Leistungen rechnen durfte.
Hier gibt es alle Informationen direkt beim Hersteller
Und in der Praxis macht sich größte Zufriedenheit breit: Die schlanken Säulen vom Zürichsee beeindrucken mit einem erstaunlichen Bassfundament, einer lebendigen Auskleidung des Präsentonbereichs und mit einer filigranen, brillanten, immer stimmigen Hochtonwiedergabe. Das neue Bändchen spielt furios auf, und die Pegelfestigkeit der Konstruktion ist ebenfalls überragend. Zusammen mit dem PIEGA-typisch erstklassigen Finish und dem für dieses Gesamtpaket fairen Kaufpreis verdient sich die Premium 701 Gen2 eine große Kaufempfehlung.
Schlank, schön, klangstark: PIEGAs Premium 701 Gen2 überzeugt auch anspruchsvollste Anwender souverän

Gesamtreferenz Standlautsprecher bis 6.000 EUR Paarpreis
Test 26. Februar 2025
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26. Februar 2025
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Tags: Lautsprecher • Piega








