XXL-TEST: AVM Evolution PAS 5.3 Streaming-Vorverstärker, PC 5.3 Power Conditioner und Ovation SA 8.3 Lite Endstufe
Klangwertung
Nach unseren technischen Erläuterungen möchten wir in diesem Abschnitt unseres Reviews wissen, über welche akustischen Eigenschaften die AVM-Devices verfügen. Wir beginnen unsere Klangwertung mit einer Coverversion von "Dust in The Wind" von Corey Taylor, Bad Omens und Aaron Gilhuis. Der Track ist der Soundtrack zum Film "Queen Of The Ring" und startet mit einer Akustikgitarre, welche grandios von den AVM Devices umgesetzt wird, jedes Anzupfen der Gitarrensaite können wir heraushören. Nach wenigen Momenten folgt ein mehrstimmiger Gesang, den uns unsere Test-Komponenenten äußerst differenziert und mit enormer Aussagekraft präsentieren. Das klassische Orchester, das die Protagonisten unterstützt, wird mit absoluten Feingefühl, enorm plastisch sowie facettenreich und somit absolut glaubwürdig dargestellt.
Fortführen möchten wir unsere Klangwertung mit "Darker Still" von Parkway Drive. Los geht der Titel mit einem Pfeifen sowie mit Gitarrenklängen, welche unsere AVM High-Kombination mit superb durchzeichneten Konturen und exakt getroffener Klangfarbe in Szene setzt. Als Winston McCall, Frontband der Band, mit seinem außergewöhnlichen, sehr tiefen Gesang in den Titel einsteigt, sind wir erstaunt, welche akustischen Feinheiten die vokale Präsenz noch zu bieten hat, die wir bei nahezu allen anderen Testdevices so nicht wahrnehmen konnten. Das Zusammenspiel aus feinfühligen Gitarren, sehr fordernden Gesang und harten Drums gelingt auf höchstem Niveau. Wir müssen uns selbst maßregeln, die Lautstärke nicht weiter zu erhöhen, denn selbst hoch belastbare Lautsprecher (Dali RUBIKORE 8, Canton Reference 5K) halten das, was die AVM-Endstufe an Pegelfestigkeit stemmt, kaum aus. Wenden wir uns weiteren klanglichen Eindrücken zu. Das Streichinstrument, das im Titel verwendet wird und bei anderen Testsamples eine untergeordnete Rolle bei der Wiedergabe spielte, können wir mit unserer AVM-Kette glasklar und detailreich wahrnehmen. Als der Titel dann einen deutlichen Dynamiksprung erlebt, gelingt weiterhin eine grandiose Gesamtwiedergabe. Die aggressiv gespielten E-Gitarren werden zu kleinster Zeit zu schrill oder zu harsch, und als McCall förmlich ins Mikrofon brüllt, bekommen wir den Eindruck, als würden in der AVM-Heimat Malsch/Baden gelegentlich solche Titel zum Abstimmen der Komponenten verwendet, da unsere Testkombo derart bravourös die Darstellung meistert.
Weiter geht es in unseren Klangbeispielen mit "Run" von Leona Lewis, Steve Robson, Paul Beard, Jon Garrison, Karl Brazil und Luke Potashnick. Das zu Beginn des Titels erklingende klassische Klavier wird mit einer herausragender Struktur dargestellt und überzeugt uns durch die hohe Plastizität. So gut haben wir das Tasteninstrument beinahe noch nie bei diesem Track gehört, die AVM-Kombi holt auch feinste Sequenzen beim Anschlagen der Tasten aus dem Material heraus. Als Leona Lewis dann mit ihrem feinfühligen Gesang einsteigt, ist es sozusagen „um uns geschehen“, denn wir haben die spezielle Stimmfarbe noch nie so gefühlvoll und facettenreich hören dürfen. Mit einem Maximum an Fingerspitzengefühl arbeitet unser AVM-Testaufbau auch noch die kleinste Nuance von Leonas vokaler Präsenz heraus und wird dabei nie zu harsch oder aufdringlich. Die verschiedenen Instrumente werden kristallklar herausgearbeitet, wie z.B. das Becken. Als der Titel etwas an Fahrt zunimmt, gelingt weiterhin eine Differenzierung auf höchstem Niveau.
Auch wenn es uns sehr schwer fällt, wechseln wir das Genre, und möchten nun wissen, wie sich der Testaufbau bei der Wiedergabe von elektronischer Musik schlägt. Hierfür haben wir uns für "Vois sur ton chemin" im Techno-Mix von Bennett entschieden. Dieser Titel beginnt mit einem mehrstimmigen Chorgesang, welcher sich als exzellent gegliedert präsentiert und mit sehr sauberer klanglicher Gesamtbalance umgesetzt wird. Bereits nach wenigen Momenten explodiert der Track förmlich mit sehr schnellen und harten Bässen. Aber auch hier geben sich die AVM-Komponenten keine Blöße. Sie entfachen ein fast noch nie da gewesenes Bassfeuerwerk in unseren Redaktionsräumen. Der harten und blitzschnellen Bässe werden eindrucksvoll und mit extrem akkurat gezogenen Konturen umgesetzt. Das Bassfeuerwerk ist staubtrocken, absolut präzise und auch bei enormer Lautstärke kraftvoll. Das Zusammenspiel aus den sehr fordernden Synthesizer und dem kräftigen Bassfeuerwerk gelingt allzeit erstklassig und selbst die klare Differenzierung kleinster Feinheiten gelingt eindrucksvoll.
Als nächsten Song haben wir uns "Gold" von der deutschen Künstlerin Loi ausgesucht. Die zu Beginn des Titels absichtlich verzerrten elektronischen Klänge werden authentisch dargestellt, selbst das mystisch wirkenden Knistern bleibt in vollem Umfang erhalten. Im weiteren Verlauf des Titels offeriert unser Testaufbau ein weiteres Mal einen erstklassigen Bassbereich, mit extrem viel Präzision und ordentlich Nachdruck sowie Volumen. Der Stimmfarbe von Lou wird exakt und punktgenau getroffen.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit dem Titel "Altes Kamuffel" von Paul Kalkbrenner. Auch hier wird innerhalb weniger Sekunden klar, dass auch dieser Titel unsere Testdevices nicht aus der Komfortzone locken kann. Die zu Beginn des Titel verzerrten elektronische Klänge werden stimmig und mit einer ausgezeichneten Tiefenstaffelung präsentiert. Als dann nach wenigen Momenten das Bassfeuerwerk im Track entfacht wird, sind wir ein weiteres Mal erstaunt, was der AVM AS 5.3 Streaming-Vorverstärker, PC 5.3 Power Conditioner und die SA 8.2 ME Endstufe im Stande sind, zu leisten. Wir verwenden diesen Track nun schon viele Jahre und es sind manche Testsamples, selbst kostspieliger Art, schon daran verzweifelt. Aber nicht so bei den handgefertigten "Meisterstücken" aus Malsch. Diese liefern auch im hohen Pegelbereich ein sattes, präzises und komplettes Bassfundament. Die verwendeten Synthesizer wirken weder schrill nach aufdringlich, sondern werden hervorragend ins Gesamtgeschehen eingebunden.
Gesamte Einordnung
Wir haben hier ein zweifelsohne sehr exklusives System vor uns. Erstmalig haben wir auch eine Komponente in der Kette, die sich ausschließlich um die Analyse und die Reinigung des Stroms aus dem Stromnetz kümmert. Und hier möchten wir ansetzen. Für Perfektionisten ist der Power Conditioner PS 5.3 trotz des Kaufpreises eine gute Wahl. Dann aber muss man bei der gesamten Kette auch wirklich auf jede Kleinigkeit achten. Dass man den Klang nochmals authentischer und reiner gestalten kann, wenn der PC 5.3 im Einsatz ist, möchten wir gar nicht abstreiten. Fakt ist aber auch, dass bereits die Vor-/Endstufen-Kombination ohne den Power Conditioner eine sehr feine Sache ist.
Wir hatten von AVM bereits eine kleinere Vor-/Endstufenkombination in der Redaktion zum großen Test, die uns äußerst gut gefallen hat. Hierbei handelt es sich um die 30.3-Serie und hier um die Streaming-Vorstufe PAS 30.3 plus die beiden Monoblöcke MA 30.0 MK2. Die gesamte Kombination fällt mit 6.980 EUR Kaufpreis (in Alu-Silber oder Alu-Schwarz) deutlich günstiger aus als PAS 5.3 plus SA 8.3 Lite. Einen Power Conditioner hatten wir damals nicht in der Kette, daher bleibt dieser bei der Preisbetrachtung außen vor. Akustisch kann die gigantische SA 8.3 Lite, die zu den besten Endstufen gehört, die wir kennen, in den Punkten Nachdruck, Pegelfestigkeit, Geschmeidigkeit und Impulstreue nochmals deutlich nachlegen. Die hochpräzise und feinst gestaffelt agierende PAS 5.3 Vorstufe, die durch ihre ungemein angenehme, zugleich dynamische Auslegung besticht, ebenfalls. Ohne Zweifel ist schon die kleinere Lösung grandios gut, aber das „große Besteck“ schafft es gekonnt, für mehr Geld auch nochmals mehr zu bieten. Die Unterschiede sind enorm, die Kombination aus PAS 5.3 und SA 8.3 Lite kommt, in den Standard-Gehäuseausführungen, auf rund 21.000 EUR.
Es geht natürlich preislich immer noch mehr, so zum Beispiel beim Dan D‘Agostino Progression Integrated, der bei 29.900 EUR startet und mit dem durchaus empfehlenswerten Digitalmodul auf satte 32.870 EUR kommt. Gut, Dan D‘Agostino ist Ultra-High-End, da ist der Progression Integrated, verglichen mit anderen Modellen des Portfolios, sogar noch als preiswert zu bezeichnen. Durch die sehr gekonnte Auslegung zeigt sich der Progression Integrated als Vollverstärker der Spitzenklasse, der Geschmeidigkeit und akustische Finesse auch für den erfahrenen Hörer auf ein neues Level legt. Aber: Die Streamingsektion der PAS 5.3 wirkt mit ihrer modernen App-Bedienung zeitgemäßer, und die Leistungsstärke der Endstufe SA 8.3 Lite manifestiert sich in nochmals besserer Pegelfestigkeit.
Mittlerweile sind die überarbeiteten Versionen zu haben, aber wir hatten noch die erste Generation der Rotel Michi Vorstufe P5 (Preis 2022: 4.500 EUR) und der Endstufe S5 (Preis 2022: 7.550 EUR) im Test. Die Optik der Geräte ist zweifellos imponierend, auch besitzt die Endstufe durchaus beachtliche Kraftreserven. Aber insgesamt spielen die Devices recht nüchtern auf, und die Vorstufe ohne das bei AVM mitgelieferte HDMI-ARC-Terminal. Dafür bietet die P5 einen USB-DAC, und eine extrem leistungsstarke Stromversorgung. Der Michi Leistungsverstärker S5 kokettiert zwar mit 2 x 800 Watt an 4 Ohm, wirkt aber weniger lebendig und kraftvoll wie der AVM Ovation SA 8.3 Lite.
Fazit

Zugegeben, rund 21.000 EUR für die Stereo-Streaming-Vorstufe Evolution PAS 5.3 und die Endstufe Ovation SA 8.3 Lite in den Standard-Gehäuseausführungen sind eine große Stange Geld. Vor allem, wenn man die Perfektion auf die Spitze treiben möchte und auch noch den Power Conditioner PC 5.3 für 5.990 EUR hinzukauft, sollte das Konto extrem gut gefüllt sein. Aber: Was diese Kette für eine klangliche Freude bereitet, ist auch auf Premium-Level. Akustische Reinheit, maximale Dynamik, Pegelfestigkeit, Basswiedergabe, Darstellung vokaler Anteile, Räumlichkeit oder Sensibilität: Überall beeindrucken die Komponenten aus Malsch auf ganzer Linie. Die XXL-Endstufe behält auch bei enorm hohen Pegeln noch die komplette Kontrolle, und die Vorstufe verfügt nicht nur über einen extrem präzisen DAC, sondern auch über eine ausgezeichnete Streaming-Sektion sowie eine hervorragende Anschlussauswahl inklusive HDMI-ARC. So gerüstet, dient die PAS 5.3 als moderne Kommandozentrale und kann auch die Weitergabe des TV-Tons ans hochwertige HiFi-System organisieren. Insgesamt ist diese Kette eine Investition fürs Leben - wohltuend in den schnelllebigen Zeiten, in denen man kaum bis drei zählen kann, und schon wieder hat sich ein neuer „Trend“ etabliert. AVM steuert hier gekonnt gegen und offeriert zeitlos schönen HiFi-Spaß in Reinkultur.
Akustische Elite: AVM Evolution PAS 5.2, Ovation SA 8.3 Lite sowie PC 5.3 beeindrucken durch HiFi-Genuss in Vollendung

Vor-Endstufenkombinationen Luxusklasse
Test 07. März 2025
Test: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Test: 07. März 2024
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Tags: AVM • Endstufe • Netzwerk-Streaming-Player • Streaming-Vorstufe • Stromfilter • Vor-/Endstufenkombination • Vorstufe






