XXL-TEST: Audiolab 9000Q Stereovorstufe und 9000P Stereoendstufe - Ästhetik trifft auf akustische Stärke

Klang

Audiolab 9000p Bedienelement Rueckseite

Die 9000P lässt sich auch brücken - aber schon eine bringt richtig gut Leistung

Phil Collins, I Wish It Would Rain Down (2016er Remaster-Version):

Schon nach wenign Sekunden fällt auf, dass die Audiolab Vor-/Endstufenkombination eine saubere, allzeit und auch bei deutlich gehobenem Pegel klar heraushörbare Struktur in den Titel bringt. Die Stimmwiedergabe überzeugt mit tadellosen Konturen sowie mit einer guten feindynamischen Ausarbeitung. Der Bassbereich zeigt sich präzise, mit einem Volumen, das mehr auf Realismus als auch maximale Ausbreitung ausgelegt ist. Wer mehr Bass-Energie wünscht, justiert mit dem entsprechenden Regler nach. Ferner notieren wir eine authentische Räumlichkeit, was insgesamt zu einem direkten, unverfälschten Sound führt. Die etwas spitzen Höhen des Quellmaterials merkt man bei höherem Pegel schon, es leidet dann auch etwas das Differenzierungsvermögen

The Look Of Love, Diana Krall

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Wir freuen uns über einen sehr nuancenreichen, sauber ausbalancierten Beginn. Dianas Stimme wirkt richtig gut, das Rauchige, etwas Geheimnisvolle wird prima erfasst. Die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen gelingt auf hohem Niveau. Insgesamt genießen wir eine relaxte Akustik, die aber trotzdem nie langweilig wird - die Audiolabs "stressen" den Hörer einfach nicht, sondern sorgen für ein "gutes Hörgefühl" auch bei langen Hörsessions. Das Detaillierungsvermögen auf instrumentaler sowie vokaler Ebene ist sehr erfreulich

Till Tomorrow, Till Brönner & Yello

Audiolab 9000q Frontansicht

Immer präzise, immer authentisch

Der heftige, voluminöse Bass kommt präzise auf den Punkt, und hat hier den Nachdruck, der auch gewünscht ist - künstlich "aufgebauscht" wird zum Glück nicht nicht, Realismus geht bei Aidiolab stets vor. Tills Trompete klingt klar & fundiert, mit einer ansprechenden Detaillierung, und dies kommt zusammen mit dem realistischen Maß an Räumlichkeit richtig gut beim Zuhörer an. Die einzelnen akustischen Ebenen lassen sich prima voneinander differenzieren, auch bei gehobenem Pegel ist alles mit akkurat aufbereiteter räumlicher Tiefe versehen Das Impulsverhalten präsentiert sich als ausgezeichnet und als sehr treffsicher, auch sehr kurze, plötzlich auftretende Passagen werden nahtlos und mit guter Struktur eingearbeitet

Wicked Game, Chris Isaac

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Erneut trumpfen unsere Testkanddiaten mit bereits bekannten und geschätzten Tugenden auf: So lauschen wir gerne dem sehr schönen, relaxten, zugleich exakten Aufbau des gesamten Tracks. Chris' Stimme wirkt sehr real, als würde er direkt vor uns im Hörraum auftreten. Mit dafür verantwortlich ist die sehr genaue Position des Künstlers auf der virtuellen Bühne. Es gelingt der Audiolab Kombination, trotz der schon erwähnten entspannten Gesamtwiedergabe tadellos mit der unterschiedlichen Dynamik der Song-Parts umzugehen. Nahezu das gesamte Spektrum von Chris' vokaler Präsenz wird abgerufen. Der Bassbereich stimmt genau, nicht zu dick, zudem straff, und wenn Fundament gefragt ist, kann man es sogar fühlen.

Moonraker, Shirley Bassey

Die feinen Details bei Shirleys Stimme entgehen den Komponenten nicht. Die Präsentation erweist sich als recht sanft, aber doch mit realistisch-entschlossenem Fundament, wenn es gefragt ist. Auch in den leiseren Passagen steht eine gute Räunlichkeit bereit, und kleine dynamische Unterschiede innerhalb der vokalen Präsenz kommen sauber ans Tageslicht. Wieder hervor sticht die angenehme, frische, zugleich jedoch homogene Klangcharakteristik.

Time To Say Goodbye, Sarah Brightman & Andrea Bocelli

Gut gefällt uns das runde, homogene Bassfundament direkt zu Beginn. Sarahs Stimme wirkt brillant, aber gleichzeitig nie zu harsch. Andreas vokale Passagen kommen mit sauberer Abstufung und einer gelungenen Stimmcharakteristik heraus. Die Trennung der vokalen Elemente vom recht kräftigen Bassbereich gelingt überragend. Die Ausprägung vokaler Details ist bei Sarah und bei Andrea sehr ordentlich. Insgesamt kristallisiert sich auch hier ein klarer, feiner, direkter Klang heraus.

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Over The Hills And Far Away, Nightwish-Cover

Nun fordern wir unsere Testkandidaten richtig heraus - bei diesem Track gibt die Audiolab-Kombi Gas. Das zeigt sich an einem enorm nachdrücklichen Bass, mit einem sehr guten Volumen. Vokale Konturen werden gut, aber nicht überdurchschnittlich herausgearbeitet. Die  E-Gitarre ertönt fetzig, mit Verve, sodass man direkt mitten im Titel ist. Sämtliche Tempowechsel werden genau eingehalten, ohne störende Verzögerungen. Das Ensemble ist sehr pegelfest, es finden sich keinerlei Einbußen hinsichtlich der Dynamik bei 70 bis 80 Prozent des maximal möglichen Pegels. Hier kann man nur festhalten: Die Audiolab 9000P ist eine Top-Endstufe! Zudem erwärmt sie sich kaum, was für einen soliden thermischen Aufbau spricht.

No Good, Prodigy

Hier ist direkt von Beginn an viel Dynamik drin: Alternierende Effekte kommen mit schnellem Impulsverhalten hervorragend heraus. Der Bassbereich hat Präzision und den passenden Nachdruck. So zu übertreiben, dass andere akustische Anteile überlagert werden - das ist nicht das Ding der Audiolab Vor-/Endstufenkombination. Eine bewusste Schärfe in manchen Effektanteilen arbeiten die Testkomponenten tadellos heraus. Die Stimme wirkt minimal verwaschen, das liegt aber auch am Quellmaterial.

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Universal Nation, Push

Auffällig ist die saubere Effektdifferenzierung gleich von Beginn an. Die Endstufe kommt mit hohem Pegel souverän zurecht, hält die enorme Härte des Kickbasses aufrecht. Zu loben ist die sehr realistische räumliche Wirkung und der plastische Aufbau zu jedem Zeitpunkt des Tracks. Die dynamischen Differenzen werden offenkundig zur Schau getragen. Tonal untermauert die Audiolab-Kombination ihr Können durch eine neutrale und glaubwürdige Darstellung. 

I Want You, DJ Kuba, Neitan, Skytech

Das ist herausragend: Ein druckvoller, exakter Bass - absolut klasse und passt hier praktisch perfekt. Im Raum kreisende Effekte mit unterschiedlidher dynamischer Ausprägung werden auf den Punkt gebracht, auch das eine überragende Leistung. Bei diesem Track spielt die Audiolab Vor-/Endstufen-Kombi groß auf, sehr intensiv, sehr fesselnd, man wird komplett mitgenommen und es entwickelt sich ein enormes Maß an Emotionen. Ein räumlich tadelloser Aufbau und eine hohe Treue auch bei kurzen Impulsen sind weitere Pluspunkte. 

Konkurrenzvergleich

Nad C658 C298 Gruppenbild 1

NAD C658 und C298

Für 4.398 EUR Gesamtpreis (Vorstufe 1.999 EUR, Endstufe 2.399 EUR) bietet die NAD-Kombination eine ausgezeichnete Verarbeitung und einen klaren, dynamischen Sound. Die Austattung der Vorstufe ist hervorragend, das kann man in Bezug auf das BluOS-Streaminbg-Modul und auch auf die Anschlüsse sagen. Zudem kann sie modular aufgerüstet werden, was die Nachhaltigkeit unterstützt. Die Endstufe hält sehr gute Leistungsreserven bereit und kann auch größere Loaklitäten bis knapp über 30 Quadratmeter exzellent beschallen. 

Elac Alchemy Ddp 2 Dpa 2 Gruppenbild

Elac DDP-2 und DPA-2

Für einen Kaufpreis von gesamt 4.198 EUR (1.599 EUR für die Endstufe, 2.599 EUR für die Vorstufe) sticht besonders die enorme Pegelfestigkeit der ultraflachen Endstufe hervor. Sie treibt mit erstaunlicher Mühelosigkeit auch große Boxen an und schiebt sich hier ein Stückchen vor die 9000P. Die Streaming-fähige Vorstufe ist mittlerweile, was die Netzwerk- und Streaming-Features angeht, nicht mehr auf dem neuesten Stand. Immer noch sehr gut ist der lebendige, natürliche Klang. Die Detaillierung der Audiolab 9000Q ist aber nochmals ausgeprägter.

Yamaha R N2000a Frontansicht1

Yamaha R-N2000A

Auch ein besonders hochwertiger Stereo-Netzwerkreceiver befindet sich im Konkurrenzumfeld - der Yamaha R-N2000A für 3.599 EUR. Die Ausstattung ist beispielhaft: YPAO Lautsprechereinmessung (die hervorragend funktioniert), MusicCast-Streamingmodul (das sich schnell & einfach einrichten lässt), überragende Anschlusssauswahl und noch ein DAB+/DAB Radiotuner. Da schließt sich die bis ins Detail erstklassige Verarbeitung gleich nahtlos an, die sich auch im Inneren des Stereo-Netzwerkreceivers fortsetzt. Akustisch angenehm, homogen, räumlich dicht und plastisch, stellt sich der R-N2000A auch für Vor-/Endstufen-Kombinationen als sehr unangenehmer Gegner dar, da er sich schlichtweg nicht in einen Fehler treiben lässt. 

Fazit

Audiolab 9000q 9000p Gruppenbild

Die beiden neuen Audiolab-Komponenten 9000Q und 9000P konnten sich im Testbetrieb bestens bewähren. Das charakteristische, klare Design und die hohe Verarbeitungsqualität auch im Detail nehmen direkt nach dem Auspacken für die zwei HiFi-Bausteine ein. Überall dominiert massiv verarbeitetes Aluminium, die Vorstufe hat noch ein exzellent eingepasstes Farbdisplay.

Die beiden Drehregler der 9000Q sehen edel aus, könnten aber noch sauberer geführt sein. Tadellos ist es um die Anschlussauswahl der Vorstufe bestellt, die den Anschluss analoger sowie digtaler Zuspieler ermöglicht. Leider fehlt HDMI-ARC im Sortiment, was die Einsatzoptionen weiter hochsetzen würde. Klanglich kann man, gerade in Anbetracht des Kaufpreises, sehr glücklich sein mit der gebotenen Performance.

Aus der Ferne kann man die akustische Brillanz mit der langen, gut verarbeiteten Fernbedienung steuern und sich über einen realistische, einen sehr exakten Bass, eine exzellete Stimmwiedergabe, eine authentische Räumlichkeit und einen schlichtweg in sich schlüssigen, stimmigen Gesamtauftritt freuen. Das Ganze wird durch die hervorragende Pegelfestigkeit abgerundet.

Optisch attraktive Charakterdarsteller mit vorzüglichem Klang
Preisklassenreferenz Neu
Stereo-Vor-/Endstufenkombinationen bis 5.000 EUR
Test Dezember 2024 

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Redaktion: Philipp Kind
Datum: Dezember 2024

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