TEST: Q Acoustics Q B12 - Kraftvoller sowie präziser aktiver Subwoofer aus dem Vereinigten Königreich?

Der britische Hersteller Q Acoustics bringt mit dem Q B12 einen weiteren Subwoofer auf den Markt, der bei allen möglichen Anwendungsfällen die richtige Klangraffinesse bringen soll, natürlich zu einem fairen Preis. Sowohl in der Musik-, als auch bei der Filmwiedergabe möchte der Q B12 performen und ist hierfür mit einer Class-D-Endstufe und einem 305mm Tieftöner ausgestattet. Der Frequenzumfang liegt bei 28 bis 300 Hz, während die tatsächliche Einsatzfrequenz auf 70 bis 225 Hz vorgesehen ist. Die Einsatzimpedanz beträgt dabei 13 kOhm. Erhältlich ist der 12-Zoller in vier Gehäuseausführungen, nämlich in schwarz oder weiß jeweils mit oder ohne Hochglanz. Die Hochglanz-Fassungen sind für 899 Euro zu haben, die klassisch folierten Versionen wiederum für 699 Euro. Im Folgenden wollen wir also herausfinden, ob Q Acoustics ihrem Versprechen, mit dem Q B12 rundum zufriedenstellenden Sound liefern zu können, gerecht werden.

Von schräg oben - klassisches MDF-Gehäuse in schwarz

Schön eingefasstes Gitter und robuste, spitz zulaufende Kanten

Seitenansicht

Standfüße im Betrieb

Zunächst einmal wollen wir den Q B12 seiner Verpackung entledigen und einen Blick auf die Verarbeitung und die Optik werfen. Beim Auspacken fallen uns als erstes das Gewicht und die Abmessungen, insbesondere die Tiefe auf. Wir würden den Q B12 zwar mit seinen Größen von 400 x 400 x 446mm nicht als exorbitant bezeichnen, insbesondere nach hinten jedoch wirkt er recht wuchtig und mit seinen ca. 18,5 kg Gewicht hat er auch einen ordentlichen Grad an „Körpermasse“ zu verbuchen. Gerade das Gewicht aber stellt natürlich kein Problem dar, den handelsüblichen Subwoofer für zuhause relokalisiert man ja nicht ständig und durch sein schlichtes, schwarzes Gehäuse (wir haben unsererseits die Version ohne Hochglanz erhalten) findet man zumindest optisch auch gut einen Platz für den Woofer.

Passend schwarzes Gitter, nicht abnehmbar

Charakteristisch: das Q des Herstellers, ins Gitter verarbeitet

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Beim Gehäuse handelt es sich, wie bei vielen Lautsprechern üblich, um ein bewährtes, foliertes MDF-Gehäuse mit leicht gefaserter, aber immer noch angenehm glatter Oberfläche, die sauber verarbeitet ist und auch an den spitz zulaufenden Kanten vorne und hinten nicht empfindlich auf Berührungen reagiert. Gerade bei dieser Art von Kanten haben wir schon Gehäuse gesehen, die schnell fransig werden, beim Q B12 wirken sie allerdings recht stabil und wenig zimperlich. Was uns sehr gut gefällt, ist das Gitter vorne, welches rundherum mit schön gleichmäßigem Übergang an das Gehäuse anschließt und dazu auch noch fest sitzt. Unten im Gitter ist dann in Silber das charakteristische „Q“ des Herstellers zu finden.

Rückseite - Abdeckung komplett aus Aluminium

Magnetisch haftende Alu-Blende

Drehregler für Pegel und Übergangsfrequenz

Anschlüsse und weitere Bedienelemente

Robuste Verschraubung an der Rückseite


An der Rückseite sind hinter einer magnetisch haftenden Alu-Blende die Bedienelemente angebracht, darunter zwei Drehregler für den Pegel und die Crossover-Frequenz. Wenn ein AV-Receiver die Regelung dieser übernehmen soll, stellt man den Drehregler einfach ganz rechts auf die „AV“-Einstellung. Die Regler lassen sich angenehm und präzise bedienen und machen außerdem durch die leichte Heraushebung aus dem Gehäuse einen optisch guten Eindruck, laufen allerdings minimal unrund. Eine Fernbedienung ist beim Q B12 leider nicht vorgesehen, die Konfiguration muss also direkt am Gerät vorgenommen werden.

Nicht nur die Blende, auch das gesamte Panel hinten ist aus Aluminium gefertigt und wirkt dementsprechend hochwertig und robust. Neben den Drehreglern sind dann hinter der Alu-Blende noch der Stromanschluss (Stromkabel ist selbstverständlich im Paket enthalten) mit Loch für die Zuführung von unten, ein Schalter für das Einstellen der Phase und der Power-Schalter sowie ein On-/Auto-Schalter zu finden, falls sich der Sub selbst ausschalten soll, wenn er eine gewisse Zeit kein Signal empfängt. Schlussendlich sind hinten noch zwei vergoldete Cinch-Anschlüsse, wobei der linke auch als der Mono-Anschluss deklariert ist.

Die Unterseite im Ganzen

Spikes sind höhenverstellbar - Gummiabdeckungen werden mitgeliefert

Loch an der Unterseite zur Kabelführung

Die beiden mitgelieferten Stromkabel

An der Unterseite befinden sich vier höhenverstellbare Metall-Spikes, die aber mit den mitgelieferten Gummiabdeckungen umschlossen werden können, da Spikes schließlich nicht auf jede Unterlage platziert werden können.

Innenaufbau

Wenn wir einen kurzen Blick ins Innenleben werfen, sehen wir die sauber angebrachten Hauptplatinen und Schaltungen, die zusammen mit der langhubigen Papiermembran des 305mm Tieftöners und der 50mm Schwingspule für den Klang sorgen sollen. Zum Einsatz kommen außerdem ein Class-D-Verstärker und eine 36mm dicke Schallwand - dadurch werden störende Resonanzen minimiert.

Klang

Wollen wir uns also ans Eingemachte wagen. Wir schließen den Subwoofer an unseren Denon AVC-X4700H an und ziehen zur Unterstützung unser Canton 5.1 Surround Set, bestehend aus den Vento 886.2 DC, dem Vento 866.2 und den Vento 836.2, zu Rate. Eine Einmess-App ist beim Q B12 leider nicht vorhanden, die Einmessung nimmt also unser Denon-Verstärker vor. Die Crossover-Frequenz stellen wir dabei in den Amp-Einstellungen auf 120 Hz, damit wir den Woofer noch einige Frequenzen mehr verarbeiten lassen.

Wir starten mit der Nachtclubszene im ersten Teil der Action-Reihe "John Wick". Es kommt gleich am Anfang ein wenig Underground-Stimmung auf, als die Geschehnisse noch gar nicht bei der Tanzfläche angekommen sind, sondern noch die "Ruhe vor dem Sturm" außen und im Keller des Clubs herrscht. Die nur im Hintergrund hörbaren Tiefen aus der Disco werden verhalten, aber treffend trocken dargestellt, sodass der Sub bereits die Atmosphäre der Tanzfläche implizit präsentiert. Gerade im Keller gefällt uns das leichte Brummen, das von den Dance-Nummern des DJs in den Keller strömt. Auch die Pistolenschüsse werden mit präzisem Fundament begleitet. Als die Szenerie dann auf die Tanzfläche wechselt und „Shots Fired“ von Le Castle Vania ertönt, wird der Kickbass stärker und vor allem atmosphärischer, wir würden uns allerdings doch ein bisschen mehr Nachdruck und Klangvolumen wünschen. Die gesamte Wiedergabe ist impulstreu, es findet kein Durchschlagen statt und der Sub weiß in jedem Fall, den Bass authentisch zu präsentieren. Allerdings drehen wir für unser nächstes Klangbeispiel den Pegel an der Rückseite etwas höher, um so vielleicht noch etwas mehr Volumen aus dem Q B12 herauszuholen.

Mittlerweile bei unseren Subwoofer-Tests schon ein Klassiker ist der Anfang von „Mission Impossible – Rogue Nation“. Nicht zuletzt aufgrund des mächtigen Orchesters zu Beginn und in der Titelsequenz, sondern auch wegen der Flugzeugszene, bei der in den unteren Frequenzen eine authentische Wiedergabe notwendig ist, um die Wucht der gezeigten Action glaubwürdig zu präsentieren. Und wir stellen auch schon bei der Orchesterinterpretation des Mission Impossible Themes, mit der Rogue Nation eingeleitet wird, fest, dass die Erhöhung des Pegels dem Klanggeschehen ein gutes Stück mehr Volumen verschafft. Die Kontrabässe und Fanfaren werden zunehmend mächtiger und lauter. Der Q B12 hat absolut keine Mühe, den Film treffend und mit nachdrücklicher Tiefendarstellung zu eröffnen. Bei dem Opening Stunt des Films, wo Tom Cruise sich an die Seite eines großen Militär-Airbus für Frachflüge stürzt, kommen dann auch die druckvollen Schwingungen der Propeller und des gesamten Windgeschehens nicht zu kurz. Die Klangatmosphäre wirkt sehr einhüllend und voluminös, wobei wir weiterhin festhalten können, dass die Bässe schnell und passgenau ertönen. Wir verzeichnen keinerlei Nachschwingen oder Durchschlagen. Das gesamte Bassgefüge kommt passend und druckvoll zur Geltung, dominieren aber nicht das gesamte Klangbild, was sich auch noch einmal bei der Darstellung des Orchesters in der Intro-Animation zeigt: Mitreißend und kräftig, aber stilvoll und ausgewogen.

Machen wir weiter mit der ersten großen Kulmination des Marvel Cinematic Universe, „The Avengers“, aus dem Jahre 2012. Beim Anflug des Helikopters, in dem sich Agent Hill und Director Fury befinden, unterstreicht der Q B12 nochmal seine Fähigkeiten hinsichtlich einer schnellen, passgenauen Basswiedergabe. Der Helikopter fliegt zunächst an der Kamera vorbei und bringt den Woofer im richtigen Moment mit Nachdruck zum Schwingen, was sich bei der Landung weiter fortsetzt. Die Druckwellen des Helikopters werden kräftig inszeniert, wodurch man sich gut ins Filmgeschehen hineinversetzt fühlt. Diese Stärke wird auch dann präsentiert, als der Tesserakt zum Einsatz kommt. Das permanente Brummen des Würfels und die freigesetzte Energie bei der Öffnung des Portals, durch das Loki die Erde betritt, wird gekonnt und treibend umgesetzt, selbst bei höheren Lautstärken macht der B12 noch alles mit und gerät nicht ins Stocken. Mit den tiefen Frequenzen, die in dieser Szene beim Tesserakt über mehrere Sekunden verlangt werden, kommt nicht jeder Subwoofer so ohne weiteres zurecht, schon gar nicht mit steigendem Pegel, aber der B12 beeindruckt hier wirklich durch seine Frequenzreichweite nach unten und seine Standhaftigkeit. Auch das nachfolgende Beben in den Tunneln der S.H.I.E.L.D.-Basis und das anschließende Einstürzen werden durch eine eindrucksvoll voluminöse Frequenzwiedergabe vermittelt.

Zum guten Schluss wollen wir uns noch auf das „Elements of Life“-Konzert vom Altmeister DJ Tiësto begeben mit seinem Remix von „Back in Your Head“ von Tegan & Sara. Im Wesentlichen setzt der Q B12 hier seine pegelfeste und kräftige Performance fort: Von Beginn an werden die tiefen Synthesizer-Klänge stark und schnell aufbereitet und vor allem, wenn wir den Pegel etwas anheben sind wir wirklich erstaunt von der Gelassenheit, die der Woofer an den Tag legt. Kein Durchschlagen, sondern kräftige, aber ausgewogene Tiefenwiedergabe macht sich in unserer Redaktion breit. Einzig beim Kickbass fällt uns eine leichte Zurückhaltung auf. Das Klopfen im 4/4-Takt ertönt zwar sehr gleichmäßig und zuverlässig, könnte allerdings noch ein klein wenig deutlicher ertönen, um der Wiedergabe noch etwas mehr Struktur im Klang zu verleihen. Trotzdem, das Klangvolumen des Q B12 lässt mit Leichtigkeit Konzert-Feeling aufkommen und die Sicherheit in der Tiefenwiedergabe insgesamt ist wirklich nicht zu verachten.

Für etwas unter 500 Euro erhält man den erst kürzlich von uns getesteten Saxx deepSOUND DS 12 EVO, der ebenfalls über ein 30cm Chassis verfügt und durch sein Preis-/Leistungsverhältnis nur schwer zu schlagen ist, insbesondere bei der Verarbeitung, die man für den Preis erhält. Denn der DS 12 EVO hat ein Hochglanz-Gehäuse (das beim Konkurrenten von Q Acoustics 200 EUR Aufpreis kostet) und großzügig bemessene Standfüße vorzuweisen, es stören nur etwas die Gehäuseschrauben vorne, die sichtbar werden, wenn das Gitter abgenommen wird. Hier legt der Q B12 eine etwas rundere Optik an den Tag, allerdings ist bei ihm das Gitter auch gar nicht abnehmbar und er wird auch nur in seiner teureren Variante mit Hochglanz bestückt. Klanglich liefern beide eine ausgezeichnete Tiefenwiedergabe, der Saxx hat mit seinen 250 Watt aber eine etwas stärkere Ausgangsleistung und spielt so in den tiefen Frequenzen noch etwas effizienter auf.

Wer etwas tiefer in den Geldbeutel greifen möchte, sollte sich die Anschaffung des Magnat Omega CS 12 für 999 Euro überlegen. Dieser zeigt ebenfalls einen hohen Verarbeitungsgrad durch sein Hochglanz-Gehäuse und hat außerdem eine beeindruckende Dauerleistung von 525 Watt. Trotz der erhöhten Leistung aber handelt es sich auch beim Omega CS 12 um einen Subwoofer mit 30cm Chassis und Abmessungen von 385 x 400 x 465mm (BxHxT), er ist also insgesamt nicht größer als der Q B12, wirkt aber verarbeitungstechnisch etwas hochwertiger und bietet eine leicht vereinfachte Bedienung mit etwas mehr Konfigurationsmöglichkeiten wie eine regelbare Bass Extension. Gut, der Kaufpreis ist auch einiges höher angesetzt, insbesondere zur nichtglänzenden Version des B12. Die preiswertere, aber immer noch klanglich gute Variante ist dann wohl doch der Kandidat aus Großbritannien.

Immer noch ein solider Kauf ist der SPL-150 von Klipsch für etwas unter 700 Euro, der mit seiner 38cm Chassis locker in der Tiefenwiedergabe überzeugen konnte. Beachten muss man allerdings, trotz der sauberen Verarbeitung des Holzgehäuses, die Ausmaße. Mit Abmessungen von 495 x 546 x 566mm ist der Klipsch doch noch ein ordentliches Grad größer als der Q Acoustics, ist aber mit seinem kraftvollen Klang, nicht zuletzt aufgrund der dauerhaften Leistung von 400 Watt, ein ernstzunehmender Kontrahent.

Fazit

Mit dem Q B12 liefert Q Acoustics einen rundum soliden Subwoofer, der sich keineswegs vor der Konkurrenz verstecken muss. Klar, das Fehlen einer Einmess-App und einer Fernbedienung zur erleichterten Konfiguration ist nicht optimal, aber klanglich wird hier vieles geboten: kraftvolle, schnelle Tiefenwiedergabe, erstaunliche Souveränität auch bei hohem Pegel und Anpassbarkeit je nach gewählter Crossover-Frequenz. Auch bei der Verarbeitung wurde eine gute Leistung erzielt – ob man die 200 Euro extra für das Hochglanz-Gehäuse hinlegen möchte, ist natürlich jedem selbst überlassen, am Ende jedoch steht so oder so mit dem Q B12 ein solides Gesamtpaket mit stimmigem Sound im Wohnzimmer.

Q Acoustics Q B12 - präzise arbeitender Subwoofer mit solider Verarbeitung und hoher Pegelfestigkeit

Aktive Subwoofer bis 1000 Euro
Test: 20 Mai 2021

Test: Michael Kind
Fotos: Michael Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 20. Mai 2021

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